Hauptmenü

Was ist das?

Begonnen von Kieseltorf, August 11, 2009, 17:45:53 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Kieseltorf

Hallihallo,
ein Bekannter hat auf einem jurassischen Kalkbröckchen einen gelben Belag festgestellt, welcher unter dem Mikroskop so aussieht:





Wir tappen da im Dunkeln, um was es sich handeln könnte, sieht mir sehr rezent aus, aber auch ziemlich tot. Vielleicht
weiss jemand weiter? Danke schonmal im voraus.
Ralph

PS: Sorry für die schlechte Qualität, war ein Schnellschuss.

***

Beitragsinhalt auf Wunsch des Autors gelöscht

Günther Langer

Hallo,

die Struktur erinnert eher Pollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Milben einen solch gleichmäßigen Kot produzieren.

Viele Grüße

GL
Zeiss Standard WL, 14 und Phomi II
Zeiss DRC und SV 8
Leitz Laborlux 12
Makro-Setup: Leitz Aristophot mit Balgen u. StackShot
Nikon D90, D700, Canon EOS 600D, EOS 5D Mark III
Suche: Leitz Photar 12,5 mm

***

Beitragsinhalt auf Wunsch des Autors gelöscht

Günther Langer

Hallo Mike,

Milbenkot sieht anders aus, googel mal - auch nach Pollen. Dass auf Deiner Hecke sowas zu finden ist, glaube ich gerne: Es sind Pollen, auch auf Flechten.

Viele Grüße

Günther L.
Zeiss Standard WL, 14 und Phomi II
Zeiss DRC und SV 8
Leitz Laborlux 12
Makro-Setup: Leitz Aristophot mit Balgen u. StackShot
Nikon D90, D700, Canon EOS 600D, EOS 5D Mark III
Suche: Leitz Photar 12,5 mm

Kieseltorf

hallo,

sorry für die späte antwort meinerseits und danke für
die hinweise. irgendwie sehen die kleinen "brötchen" aus,
als wären sie am stein angeheftet und nicht bloss angeflogen,
es ist eigentlich immer ein "doppelpack", der vom stein weg
"geöffnet" ist. das steinchen sieht eher wie mit gelbem belag
bewachsen aus. könnten es auch insekteneier sein, oder kleine
algen-anfangsstadien?

ralph 

Günther Langer

Ich kenne Pollen, die die gleiche oder ähnliche Form haben, soweit man das erkennen kann. Im Frühjahr treten sie in Massen auf und sind äußerst langlebig. Ich habe jetzt noch welche in Fugen auf meiner Terrasse. Andererseits kommen mir die Dinger etwas groß vor. Wenn Sie genau hinsehen, kommen doch unterschiedliche Formen und Ausprägungen vor (z.B. 2. Bild, oben links). Kalkstein ist auch ein "beliebtes" Substrat für Flechten. Man müsste die "Brötchen" genauer ansehen können.

Viele Grüße

Günther L.
Zeiss Standard WL, 14 und Phomi II
Zeiss DRC und SV 8
Leitz Laborlux 12
Makro-Setup: Leitz Aristophot mit Balgen u. StackShot
Nikon D90, D700, Canon EOS 600D, EOS 5D Mark III
Suche: Leitz Photar 12,5 mm

Klaus Henkel

Zitat von: Kieseltorf in August 13, 2009, 16:34:34 NACHMITTAGS
hallo,

sorry für die späte antwort meinerseits und danke für
die hinweise. irgendwie sehen die kleinen "brötchen" aus,
als wären sie am stein angeheftet und nicht bloss angeflogen,
es ist eigentlich immer ein "doppelpack", der vom stein weg
"geöffnet" ist. das steinchen sieht eher wie mit gelbem belag
bewachsen aus. könnten es auch insekteneier sein, oder kleine
algen-anfangsstadien?

ralph 


Das könnte sein, aber auch sonst alles mögliche. Bei Exkursionen unserer Münchner Vereinigung, der MVM, ins Nördlinger Ries waren wir immer wieder erstaunt über die vielfältigen Schalen von Ostrakoden und vor allem Foraminiferen. Nicht wenige sind dabei, die den von Ihnen gezeigten sehr ähneln, ja regelrecht gleichen. Der jurassische Kalkstein besteht ja im Grunde aus nichts anderem als den Gehäusen dieser Mikrofossilien.

Es ist jammerschade, daß die Fotos so herausragend schlecht sind, sonst wäre das Rätsel längst gelöst.

Ich kenne übrigens keine Milben, die auf sonnendurchglühten Kalksteinen zu tausenden herumkriechen und kacken. Auf denen gibts ja selbst für Milben nichts zu fressen.

Grüße. KH

TPL

Zitat von: Klaus Henkel in August 13, 2009, 22:39:22 NACHMITTAGSBei Exkursionen unserer Münchner Vereinigung, der MVM, ins Nördlinger Ries waren wir immer wieder erstaunt über die vielfältigen Schalen von Ostrakoden und vor allem Foraminiferen. Nicht wenige sind dabei, die den von Ihnen gezeigten sehr ähneln, ja regelrecht gleichen. Der jurassische Kalkstein besteht ja im Grunde aus nichts anderem als den Gehäusen dieser Mikrofossilien

Das täuscht, lieber Herr Henkel.
das Karbonat der Malmkalke stammt - bis auf wenige Ausnahmen - überwiegend von den winzigen Überresten der kalkigen Nannofossilien, die in diesem Zeitalter (oberer Jura) an Zahl und Diversität stark zunahmen. Diese - übrigens sehr hübschen - kalkigen Formen liegen - wie der Name vermuten lässt - an der Grenze des lichtmikroskopischen Auflösungsvermögens. Bösartige Kollegen bezeichnen sie deshalb gelegentlich auch als optische Artefakte ;).

Foraminiferen und Ostrakoden kommen in den Malmkalken natürlich auch vor. Es sind die mit klassischen mikropaläontologischen Methoden (Schlämmen und Auslesen) üblichen "Ergebnisse" einer mikropaläontologischen Aufbereitung und der lichtmikroskopischen Untersuchung. Aber gesteinsbildend (im Sinne von mehr als 50 vol%) sind sie selten.

@Kieseltorf: bessere Bilder wären wirklich hilfreich. Aber es gäbe noch eine andere interessante Frage: sind die Dinger mineralisiert (spröde und fest)? Oder geben sie beim Druck einer Präpariernadel nach?

Halblithifizierte Grüße, TP

***

Beitragsinhalt auf Wunsch des Autors gelöscht

Klaus Henkel

Zitat von: Mike ***** in August 14, 2009, 02:08:22 VORMITTAG
ZitatIch kenne übrigens keine Milben, die auf sonnendurchglühten Kalksteinen zu tausenden herumkriechen und kacken. Auf denen gibts ja selbst für Milben nichts zu fressen.

Leider gibt es doch jede Menge dort für ihre Verpflegung.
Es sind die Flechten. Wenn man seine Proben nicht behandelt, gegen diese Plagegeister, kann man nach einigen Jahren eine Überraschung erleben.

Auch finden sich immer kleine Moose auf vielen Steinen. Zumindest gibt es da genug Nahrung.

Lieber Herr *****!

Das war eine reichlich gedankenlose Bemerkung von mir! Bitte um Entschuldigung. Sie haben recht. Servus! - KH

soko

Sehr geehrte Mikroskopfreunde,

seit diesem Jahr befasse ich mich mit Pollen.
Meiner Meinung nach sollten es Pollen sein.
Die eingekreisten sind von Nadelbäumen.

Die anderen finde ich auch auf meinem Balkon, aber nicht im Bestimmungsbuch.
Auf einem Klebezettel im Wind konnte ich diese Brötchen aber auch finden.
Sollte der Milbenkot wie Pollen fliegen?
Als Zusatz Pollen eines Insektenblütlers Taraxacum, Löwenzahn.

Herzliche Grüße aus Nürnberg
soko




Klaus Henkel

Kiefer, Tanne oder Fichte. Nähere Bestimmung im Auflicht und nach Fotos nicht möglich. KH

***

Beitragsinhalt auf Wunsch des Autors gelöscht

Kieseltorf

Hallihallo,

eigentlich wollte ich hier keinen Streit vom Zaun brechen. Vielleicht ein paar grundsätzliche
Anmerkungen. Die kleinen "Brötchen" gehören sehr sicher nicht ins Gestein, sind also nicht jurassisch.
Es ist ein deutlicher Belag, welcher sich unter dem Stereomikroskop als grosse flächenhafte Ansammlung
dieser kleinen Dinger äussert. Sie liegen dort mindestens zu Hunderten, es sieht auch eher nicht angeflogen
aus, m.M. nach sind die Objekte immer auf der gleichen Seite (!) angeheftet. Mir steht hier zu Hause ein
Nikon SMZ 1500 zur Verfügung, dessen Vergrösserungsgrenze angesichts der ziemlich kleinen Objekte
(ich weiss, was Sie alle jetzt denken..) erreicht ist. Sorry, aber ich kann es nicht deutlicher aufnehmen.

Trotzdem möchte ich allen danken für Ihre Hinweise.
Ralph Kretzschmar