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Fluoreszenzaufnahmen

Begonnen von peter-h, August 18, 2009, 17:13:42 NACHMITTAGS

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peter-h

Liebe Algenkenner,

aus einer alten Probe 2 Aufnahmen von vermutlich Staurastrum (spongiosum ?)


Zeiss 25/0,65 , 40 Bilder mit CombineZM gestackt.


wie vorher, aber mit Blauanregung @ 455nm Auflich + Durchlicht grün

Name ?

Apo 40/0,95 , nur mit starker Bildverarbeitung sind die feinen (Plasma)fäden erkennbar.


Zeiss 25/0,65 , Auflich Blauanregung @ 455nm + Durchlicht


wie vorher, mit anderer Bildbearbeitung.

Bei der Blauanregung muß man sich mit Bildern beeilen, denn die Fluoreszenz läßt durch die kräftige Strahlung schnell nach.

Für Hinweise zur Namensfindung wäre ich dankbar.

Sommerliche Grüße
Peter Höbel

Ernst Hippe

Hallo Peter,

sehr schön diese Gegenüberstellung! Das erste ist Xanthidium armatum, das zweite wahrscheinlich Hyalotheca dissiliens mit der sichtbaren Schleimhülle. Woher stammte diese Probe?
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken

Klaus Herrmann

Hallo Peter,

schöne Bilder! ..Man sollte wieder mal..! ;)

ZitatBei der Blauanregung muß man sich mit Bildern beeilen, denn die Fluoreszenz läßt durch die kräftige Strahlung schnell nach.

Mit der energiereichen Strahlung machst Du das Chorophyll kaputt - Dein Augenlicht würde auch schnell nachlassen!  ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

peter-h

Hallo Ernst und Klaus,

danke für die Hinweise. Xanthidium a. war auch meine erste Wahl, dann habe ich mich aber von der Oberflächenstruktur etwas ablenken lassen. Die Proben stammen aus einem Moorgebiet, bessere Angabe habe ich momentan nicht, da ich die Probe als "Mitbringsel" bekam (Schrift leider verwischt)

@ Klaus, ich werde demnächst mal die Schädigung, bzw. Fluoreszenzausbeute als zeitliches Diagramm zeigen. Es geht mit heutigen Mitteln doch recht einfach. Baue gerade meinen Adapter für einen schönen alten Quarzkondensor und dann wird mal richtig mit Power das Chrorophyll gebraten.

@ Nomarski, es war eine Blauanregung, kein UV. Betrachtet wurde über meine kleine Kamera (ImagingSource) und dann life am 19" Monitor angesehen und aufgezeichnet. So macht auch schwache Fluoreszenz Spass. Zudem ist bei der Auflichtfluoreszenz ein Sperrfilter für die Anregungswellenlänge im Filterblock.
Was mache ich also falsch ?  Wozu die Warnung ?

Schöne Grüße
Peter H.


TPL

Zitat von: peter-h in August 18, 2009, 19:53:12 NACHMITTAGSBaue gerade meinen Adapter für einen schönen alten Quarzkondensor und dann wird mal richtig mit Power das Chrorophyll gebraten.
Lieber Peter,
schön, was Du mit dieser Lichtkombination hingezaubert hast!
Mit dem Quarzkondensor wirst Du das Chlorophyll ja dann im Durchlicht braten. Braucht man dazu diesen Kondensor? Ich meine, der wäre für noch kurzwelligere Strahlung als das, was unsere Nichias produzieren (nämlich 365 nm). Ist die Transmission "üblicher" DL-Kondensoren so gering (Das würde mich am meisten interessieren)? Und wäre nicht evtl. ein Dunkelfeld-DL-Kondensor eine Alternative?
Schöne Grüße, Thomas

TPL

Hallo Bernd,
danke, dass Du das (eingeschlafene?) Thema wieder aufgreifst.
Allerdings kann man für die Anregung mit 365 nm auch ein ganze Menge anderer Filter einsetzen als den Genannten. Wichtig ist nur, dass er eine (möglichst scharfe) Kante bei mehr als 400 nm hat. Einen Farbteiler braucht man für Durchlicht nicht.
Bestimmte Organellen (bzw. deren Inhalte) von Kieselalgen leuchten tatsächlich hellblau bei Anregung mit 365 nm (und tun dies sogar noch nach mehreren Millionen Jahren!).

Schönen Gruß, Thomas

Jürgen H.

Hallo liebe Fluorenzler,

wunderschön farbige Bilder!!


Aber einmal abgesehen vom rein ästhetischen Gesichtspunkt, die Frage eines Unwissenden: Gibt es in diesem speziellen Fall der Algen  aus den Fluoreszenzbildern einen Erkenntnisgewinn gegenüber den Hellfellbildern? Sehe ich z.B. etwas über Organe der Zellen, das ich den Hellfeldbildern nicht entnehmen kann?

Rätselnde Mikrogrüße

Jürgen

peter-h

Hallo,
nachdem die Nachfrage und das Interesse an der Fluoreszenz doch stärker als erwartet, hier noch ein schönes Beispiel von Diatomeen , fossil aus Newport Beach.



Diatomeen in Luft, NICHT in einem Medium eigebettet ! Angeregt mit Nichia @ 365nm , Eigenbau Filtersatz incl. eigenem Strahlenteiler. (falls gewünscht auch eine Anleitung).
Erstaunlich, dass es in diesem alten Material sehr unterschiedliche Erscheinungen gibt.

@ Thomas,
alle Anregungen waren in Auflicht. Thema Quarzkondensor ist wieder ein anderer Schauplatz. Dunkelfeld könnte mal interessant werden ; ein Versuch wert.

Nächtliche Grüße
Peter Hönel

Jürgen H.

Lieber Normarski,

Du hättest von mir aus ruhig ein wenig strahlen, von mir aus auch überstrahlen können mit Wissen, ich hatte ganz bewusst nur nach diesem speziellen Fall der Algenpräsentation, nach diesen Photos hier gefragt.

Nach wie vor unwissend nach dieser ein wenig allgemeinen und kryptischen Antwort

mit unerleuchteten Grüßen

Jürgen

TPL

Zitat von: Jürgen Harst in August 19, 2009, 23:12:59 NACHMITTAGSAber einmal abgesehen vom rein ästhetischen Gesichtspunkt, die Frage eines Unwissenden: Gibt es in diesem speziellen Fall der Algen  aus den Fluoreszenzbildern einen Erkenntnisgewinn gegenüber den Hellfellbildern? Sehe ich z.B. etwas über Organe der Zellen, das ich den Hellfeldbildern nicht entnehmen kann?

Hallo Jürgen,
diese Frage kann ich als nicht-Biologe und absoluter "Grünzeug"-Laie nur sehr begrenzt beantworten.
Aber vielleicht ist es ja schon interessant genug (für mich auf jeden Fall ;)), dass verschiedene Pflanzenreste nach ihrer 'Inkohlung' (also der Umwandlung in Kohle) sehr gut und teilweise ausschließlich anhand ihrer Fluoreszenz zu identifizieren und zu unterscheiden sind.
Die Farbe und die Langlebigkeit der Fluoreszenz bestimmter Kohle-Bestandteile kann außerdem für die Bestimmung der maximalen Bildungstemperatur herangezogen werden.

Leicht inkohlte Grüße, Thomas

peter-h

Und weil es so schön bunt ist  ;D

Eine kleine Animation mit fossilen Diatomeen aus Newport Beach. Hellfeld im Wechsel mit UV-Anregung bei 365nm.



Als Strahlenteiler ein CLS-Filter von Astronomik. Durch die Kippung um 45° verschiebt sich die Wellenlänge um ca. 30nm und es ergibt sich eine Kante um 420nm. D.h. Reflexion bei 365nm über 90% und Transmission oberhalb 420nm > 90%.
Eine preisgünstige Lösung !

Hochsommerliche Grüße
Peter Höbel

peter-h

@ Nomarski
nein, habe das Blinkrelais vom Nachbarn ausgebaut  ;D
33°C Grüße P.H.

Jürgen H.

Hallo Thomas,

vielen Dank, auch ich finde die Diatomeenaufnahmen, wie die Algenaufnahmen sehr beeindruckend, einfach so, Bei den Algenbildern kommt ja ein besonderer farblicher Reiz schon dadurch zustande, dass Farbnkontraste entstehen, z.B. beim vorletzten Bild durch den schönen Komplemetärfarbenkontrast und die Farben außerdem so schön leuchten..

Hallo Bernd,

Mir ist durchaus bekannt, dass es eine Primärfluoreszenz von bestimmten Pflanzenstoffen, wie z.B. dem Chlorophyll gibt oder eine Sekundärfluoreszenz über verschiedene Farbstoffe wie Primulin oder Acridinorange. Bekannt ist mir auch, dass ich über die Fluoreszenz kleine Zellorganellen zum leuchten bringen kann, die ich beim Hellfeld so nicht wahrnehmen würde. Mir ging es bei meiner Frage aber, was vielleicht zunächst nicht so recht zum Ausdruck gekommen ist, um die hier konkret gezeigten  Bilder und Algen. Beim dritten Bild etwa sehe ich natürlich das strahlend rot gefärbte Chlorophyll. Es bleiben aber kleine grüne Einschlüsse. Kleine Striche und Pünktchen. Weisen sie auf andere Zellbestandteile hin, z.B. Mitochondrien, oder es handelt es sich um eine zufällige Erscheinung? Mit anderen Worten: Kann ich h i e r im konkreten Bild eine Differenzierung von Zellbestandteilen aufgrund des gewählten Verfahrens sehen?

Ich bitte, meine Frage in keiner Weise als Kritik an den Bildern zu verstehen, gerade weil ich die Bilder wunderschön, von hohen ästhetischen Reiz finde. Schon alleine der rechtfertigt ja das Verfahren. Mich treibt aber die Neugier dazu, die Frage zu stellen, ob  zusätzlich zu dem ästhetischen Reiz noch weitere Informationen in den Bildern enthalten sind, die ich aufgrund mangelnder Erfahrung mit dieser Kontrastierungsmethode vielleicht nicht wahrnehme. 

Mikrogrüße

Jürgen