Lumipan Kondensorjustierung

Begonnen von felix, August 30, 2009, 22:27:07 NACHMITTAGS

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felix

Ich habe vor kurzem ein CZJ Lumipan erstanden.  Ich bin von der mechanischen Qualität dieses Mikroskops begeistert und die Abbildungsleistung der über 50 Jahre alten Apochromaten hat mich sehr positiv überrascht.

Jetzt habe ich eine Frage zum pankratischen Kondensor.  Wenn ich den Kondensor einstelle um auf die Leuchtfeldblende scharfzustellen, ist diese im Sehfeld etwas dezentriert.  Wenn ich dann die Apertur verändere, bewegt sich der (unscharf werdende) Lichtfleck um eine dezentrische Achse. Ich schließe daraus, daß das Linsensystem des Kondensors nicht exakt in der optischen Achse liegt.  Kann man den Kondensor irgendwie nachzentrieren?

Gruß! -- felix
"Du" angenehm.

Nomarski

#1
Hallo,

das Lumipan hat an der Aperturblende (unten im Fuß) eine Zentriermöglichkeit durch Schrauben oder Vierkantschlüssel.
Die Leuchtfeldblende ist im Fuß beim Lampenkollektor und nicht variabel.

Die Bedienungsanleitung dazu gibt es bei www.mikroskope-online.de herunterzuladen!

Robert Götz


ZitatDie Leuchtfeldblende ist im Fuß beim Lampenkollektor und nicht variabel.

Bei meinem ist an der linken Seite des Fußes (von vorn gesehen) ein Stellrad, mit dem man die Leuchtfeldblende einstellen kann.


Nomarski

ZitatBei meinem ist an der linken Seite des Fußes (von vorn gesehen) ein Stellrad, mit dem man die Leuchtfeldblende einstellen kann.

Ist das denn überhaupt ein Lumipan oder ein NF?

Robert Götz


Kann sein, dass es ein Nf ist. Ich dachte, die wären baugleich.
Es sieht genauso aus, wie das Lumipan im Zeisskatalog von 1939. Aber mit den Details kenne ich mich nicht so gut aus.


Nomarski

Es gibt Unterschiede, auch innerhalb der Lumipanserie,
bei den älteren war der Revolverschlittenanschlag anders und die
Kollektoroptik auf ein kleines "Fahradlämpchen" zugeschnitten.
Auch die Kondensoren waren teilweise abnehmbar.
Aber die Lumipane, die ich kenne, hatten keine variable Leuchtfeldblende.

A. Büschlen

Vielleicht kan dieser Link auch weiterhelfen: http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,5173,5173#msg-5173

Freundliche Grüsse

Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

felix

1.  Es handelt sich um ein Lumipan aus den 50er Jahren, nicht um ein Nf.  Die beiden Typen sehen zwar  ähnlich aus, es gibt aber einige wichtige Unterschiede.  ZB ist der Fuß beim Nf aufwendiger gestaltet und der Pankrat des Nf läßt sich relativ einfach gegen andere Kondensoren wechseln; beim Lumipan ist er fest montiert.

2.  Die Verstellmöglichkeiten im Fuß des Lumipan sind mir bekannt.  Im wesentlichen kann man da nur den Fokus der Lampe verschieben und deren Einspiegelung ins Leuchtfeld, nicht die Iris zentrieren.  Ich glaube im Fuß ist alles in Ordnung.  Das Problem, das ich geschildert habe, deutet vielmehr darauf hin, daß der Kondensor (oder eine Linse darin) nicht richtig in der optischen Achse steht.  Wenn ich beim Köhlern auf die Iris scharfstelle, habe ich genau das Bild bei dem ich bei meinem Zeiss Standard nach den Justierstiften für den Kondensor taste.  Die Frage ist: Was könnte man da beim Lumipan machen?

-- AF
"Du" angenehm.

Nomarski

Ich müßte dazu mein Gerät mal vorkramen und nochmal nachschauen,
es läßt sich noch die Frontlinse an der Revolverfassung zentrieren oder die Linse darunter sitzt nicht in der richtigen Lage, da nach dem Lösen der Mutter (2-Loch) die Linse etwas verschoben werden kann, bevor man sie wieder festzieht. Aber dort würde ich nicht unbedingt beigehen wollen.

felix

Nachdem ich gerade noch einmal alle kritischen Ebenen mit einem Phaco-Fernrohr durchgegangen bin, kann ich definitiv ausschließen, daß es am Kondensorkopf auf dem Revolver liegt.  (Schade, der wäre justierbar gewesen.)  Es deutet wirklich alles auf das Zoom-Linsensystem. 

Am Ring (ganz unten) mit dem man die Apertur einstellt, sind drei Schrauben.  Leider auch keine Justierschrauben.  Ich nehme an, daß sich dort der Zugang zur verschiebbaren Linse öffnet.  Soll ich oder soll ich nicht?  :-\ Weiß jemand, was mich da erwartet?

-- AF
"Du" angenehm.

Nomarski

#10
Besser nicht dran rumschrauben.
Was tut sich denn, wenn man vorne an den Justierschrauben am Fuß dreht?
Endweder per Vierkantschlüssel, die älteren Modelle hatten noch Rändelknöpfe.

Ich werde morgen selbst mal nachsehen.

Nomarski

Hallo Herr Felix,

ich habe das Gerät vorhin aufgebaut und kann dazu folgendes sagen:
Wenn man mit einem 10er-Objektiv arbeitet, das eine Apertur von 0,30 hat, wird
diese für die Beobachtung auch am Pankraten eingestellt.
Wenn man die Einstellung am Pankraten erhöht, also in Richtung 1,4 dreht, kann man sehen, daß irgendwann das Sehfeld nicht mehr ausgeleuchtet wird und die starre Leuchtfeldblende das Sehfeld begrenzt, so wie es beim
Zeiss-West-Standard eben auch ist durch die Leuchtfeldblende im Fuß.
In diesem Zustand läßt sich die Leuchtfeldblende zentrieren, indem man mit dem Steckschlüssel die Stellschrauben betätigt. Es wird der Umlenkspiegel im Fuß entsprechend gekippt, was die Zentrierung bewirkt.
Dannach stellt man den Pankraten wieder auf die Apertur des Objektives und es kann begonnen werden.

Bei Objektiven mit höheren Vergrößerungen bzw. Aperturen funktioniert dieses Verfahren irgendwann nicht mehr, da die "Aperturreserve" nicht mehr ausreicht. Aber die eingestellte Zentrierung auf ein schwächeres Objektiv sollte auf jeden Fall ausreichend sein.

Gruß
Nomarski

felix

Hallo Nomarski,

vielen Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben.  (Ich hoffe, es macht Ihnen auch ein wenig Freude, sich mal wieder mit diesem schönen Mikroskop zu beschäftigen.)

Wenn Sie mit dem 10er die Apertur auf 1,4 stellen und den Pankraten so heben bzw. senken, daß die Leuchtfeldiris scharf zu sehen ist, dann haben Sie erfolgreich geköhlert.  Jetzt schwenken Sie das Objektiv Ihrer Wahl ein und stellen am Pankratenring auf die n.A. des Objektivs.  Damit ist die optimale Beleuchtung erreicht.

Zurück zu dem Punkt an dem die richtige Köhlerstellung erreicht ist.  Sie sehen jetzt die Irislamellen scharf.  Sie schreiben:
ZitatIn diesem Zustand läßt sich die Leuchtfeldblende zentrieren, indem man mit dem Steckschlüssel die Stellschrauben betätigt. Es wird der Umlenkspiegel im Fuß entsprechend gekippt, was die Zentrierung bewirkt.
Hier muß ich leider widersprechen.  In diesem Zustand läßt sich nicht die Leuchtfeldblende (= Iris) zentrieren, sondern die (Einspiegelung der) Leuchtquelle, also der Lampe (bei mir eine LED hinter einer Mattscheibe).  Dazu sind die Stellschrauben da, die, wie Sie richtig schreiben, den Spiegel bewegen -- die Iris bleibt dabei völlig unbewegt.

Das ist aber genau mein Problem (dessen bin ich jetzt ziemlich sicher): Ich müßte die Iris nachzentrieren.  Ich kann die richtig zentrierte Iris zwar "simulieren": mit der Verschiebung des Leuchtfelds für schiefe Beleuchtung und einer kleinen Drehung.  Aber das ist nicht im Sinne des Erfinders.  Deshalb die Frage: Wie kann man die Iris im Leuchtfeld zentrieren?

Die Sache ist übrigens nicht wirklich tragisch.  Am Ende gibt es durch die leicht dezentrierte Iris keine sichtbare Einbuße in der Bildqualität.  Aber ich mag halt Geräte, die perfekt funktionieren   :D
"Du" angenehm.

Nomarski

Hallo felix,

Zitatvielen Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben.  (Ich hoffe, es macht Ihnen auch ein wenig Freude, sich mal wieder mit diesem schönen Mikroskop zu beschäftigen.)
Jedenfalls mehr Freude, als mit einem Kindermikroskop mit Plastiklinsen. ;D
ZitatWenn Sie mit dem 10er die Apertur auf 1,4 stellen und den Pankraten so heben bzw. senken, daß die Leuchtfeldiris scharf zu sehen ist, dann haben Sie erfolgreich geköhlert.  Jetzt schwenken Sie das Objektiv Ihrer Wahl ein und stellen am Pankratenring auf die n.A. des Objektivs.  Damit ist die optimale Beleuchtung erreicht.

Von einer Leuchtfeldiris kann man aber bei dem Mikroskop nicht sprechen, da Sie nicht variabel ist.

ZitatHier muß ich leider widersprechen.  In diesem Zustand läßt sich nicht die Leuchtfeldblende (= Iris) zentrieren, sondern die (Einspiegelung der) Leuchtquelle, also der Lampe (bei mir eine LED hinter einer Mattscheibe).  Dazu sind die Stellschrauben da, die, wie Sie richtig schreiben, den Spiegel bewegen -- die Iris bleibt dabei völlig unbewegt.

Ich auch, da Leuchtfeldblende (nicht =Iris). Wenn Sie eine Iris sehen, ist das die Aperturblende, die kommt vor dem Spiegel, so daß Sie an den Stellschrauben kurbeln können bis zum Umfallen. Wenn Sie den Kondensor aber bis zum oberen Anschlag fahren, sehen Sie auch irgendwann die Leuchtfeldblende (fix!) scharf abgebildet. Wenn Sie dann an den Zentrierschrauben drehen, werden Sie die Wirkung sehen!

Die Aperturblende(=Iris!) können Sie übrigens mit einem Hilfsmikroskop an der entsprechenden Stellmöglichkeit zentrieren und nach Belieben auch wieder dezentrieren.

Freundliche Grüße
Nomarski

felix

Hallo Normarski,

ich verstehe jetzt, was Sie meinten. Das semantische Problem haben wir also schon gelöst.  ;)

Zurück zum realen Problem.  Sie schreiben:
ZitatDie Aperturblende(=Iris!) können Sie übrigens mit einem Hilfsmikroskop an der entsprechenden Stellmöglichkeit zentrieren und nach Belieben auch wieder dezentrieren.
Genau das ist es!  Was ist die "entsprechende Stellmöglichkeit"? Meinen Sie die Verschiebung für die schiefe Beleuchtung?  Das wäre das, was ich mit "Simulation" einer zentrierten Iris beschrieben habe.  Ich hätte gern eine "richtig" zentrierte Iris: Eine Iris, die in der Normalstellung der Skala für die schiefe Beleuchtung zentriert ist.  Wie kriegt man das hin?
"Du" angenehm.