Amöbe mit Propeller und Schwanz

Begonnen von WinfriedK, März 03, 2018, 20:53:22 NACHMITTAGS

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WinfriedK

Amöbe mit Propeller und Schwanz

Brunnen vor dem Tore des Nachbarortes



Ich  dachte ja immer, es gibt ein Winter und Sommerminimum bei den Mikroorganismen.
Aber in diesem Brunnen tobt das Leben.
Im abgekrazten Kalksandstein der Schwäbischen Alb befand sich u.a. diese Amöbe



Ziemlich klein und hat sich fleißig bewegt, mit ihrem Schwanz am Pilzfaden(?) festgehalten und mit dem Nasenpropeller sich fortbewegt und alles beschnüffelt (praktisch wie ein Flagellat).

Kann es denn sowas geben ? (Na ja, es gibt ja nichts was es nicht gibt).

Eigentlich war ich aber auf der Jagt nach der mir persönlich noch nicht begegneten Anabaena.

Winfried


plaenerdd

Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ SMXX;
Inverses: Willovert mit Ph

Dünnschliffbohrer

Hallo Winfried,
wenn du Anabaena suchst, dann hol dir doch aus dem nächsten Botanischen Garten ein bischen Algenfarn, Azolla. Der enthält Anabaena als Stickstoff-bindender Symbiont.
Ansonsten schöne Fotos!
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

limno

#3
Guten Morgen Winfried,
ZitatIch  dachte ja immer, es gibt ein Winter und Sommerminimum bei den Mikroorganismen
so pauschal kann man das nicht sagen, weil es die Mikroorganismen nicht gibt.
Nach dem Eisaufbruch im Frühjahr wird das Wasser durch die Frühlingsstürme mehr oder weniger durchmischt. Dadurch werden die Nährstoffe, die aus der zersetzten und sedimentierten Nekromasse stammen, wieder im ganzen Wasserkörper verteilt.
Kleine Algen, die das hohe Nährstoffangebot konsumieren und dadurch hohe Wachstumsraten der Population erzielen, haben die Nase vorn. Das ruft  Konsumenten auf den den Plan (z.B  kleine Wasserflöhe) welche  die Algen fressen und ihrerseits hohe Wachstumsraten der Population erzielen.
Und dann kommt es eben, wie es kommen muss:
Für die wachsende Algenpopulation werden die  Nährstoffe immer knapper, die stetig wachsende Konsumentenschar konsumiert mehr als  jemals Algen nachwachsen könnten (Nachdüngen würde nichts helfen!). Die Populationen brechen  im Mai/Juni ein. Dieses Stadium der Sukzession heißt Klarwasserstadium, weil jetzt die  Sichttiefe am größten ist. Alles im Frühjahr!
Die nachfolgenden Algen können auch bei niedrigen Nährstoffkonzentrationen positive Wachstumsraten erzielen, sie sind oft größer und schlechter fressbar.Diesem Trend folgen auch deren Konsumenten. Soweit das klassische Beispiel eines mitteleuropäischen Sees.
Und es gibt natürlich auch immer wieder Arten, die man im Winter finden kann, sogar unter Eis!
Das Leben tobt also (fast) immer!
Die Fotos gefallen mir! 8)
Bei den letzten drei hätte ich stärker kontrastiert.
Eisbrecherische Grüße von
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

WinfriedK

Vielen Dank für eure Infos und Hinweise.
Kann ich immer gebrauchen.

Winfried

KDumack

Das wird ein Amöboflagellat sein, ein "Cercomonade". Gattung Cercomonas / Neocercomonas.

WinfriedK

Jaaa, das ist sie!

https://de.wikipedia.org/wiki/Cercomonas

Was die in ihrem Leben so durchmacht und was man so alles über sie weiß - da stehen einem die Haare zu Berge.

https://www.youtube.com/watch?v=Kz5fU6D-Te0

https://www.youtube.com/watch?v=gRsEES1e3HQ

Danke für die Lösung des Rätsels.