Welches "moderne" Pol-Mikroskop würdet Ihr empfehlen?

Begonnen von Alchemist, Mai 01, 2018, 10:15:21 VORMITTAG

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Wutsdorff Peter

Ein Gruß in die Pol-Runde,
das Poladun (II+IV) hat mit der Möglichkeit, die Obj.einzeln zu zentrieren den Vorteil: einmal zentriert  ist immer zentriert.
Über die anderen Polmikros kann ich nichts sagen.
Vielleicht bringt ein Kollege aus der Truppe von Detlef Kramer mal eines  im Juni mit nach DA.
Ein Nachteil der Poladuns sollte nicht verschwiegen werden: Der Kondensor ist nicht zentrierbar (die Blende schon).
Das stört bei der Konoskopie etwas, wenn das Kono-Bild nicht gleichmäßig ausgeleuchtet ist.
Auch über die Preise  kann ich nichts sagen.
Ein nicht ganz vollständiges Poladun II aber funktionstüchtiges hat mir ein Kollege geschenkt.
Ein weiteres II-er habe ich von einem Kollegen preiswert im Forum erworben.
Später habe ich mir ein nicht preiswertes IV-er bei e-bay gekauft. Mußte aber dann umfangreiche Justierungen vornehmen.
Am Anfang hatte ich mir auf meinem Leica CME eine Drehvorrichtg gebaut. Ging auch ganz gut (2-3)
Gruß Peter

Alchemist

Danke für Euren Eifer mit dem Ihr mich bei meiner Anfrage unterstützt!
Zum Glück benötige ich das Gerät nicht beruflich sondern ist nur ein hobbymäßiges nice-to-have, von daher spielt Zeit keine wirkliche Rolle.

@Thomas:
Habe grad nachgesehen, mein Winkel-Zeiss-UD-Tisch hat zwei Befestigungsschrauben.

beste Grüße
Anton

Kurt

Hallo Anton,

Aus Jana gibt es ein sehr schönes und robustes sowie hochwertig ausbaubares Pol-Mikroskop, das "Polmi A"!
Es besitzt definitiv auch die von dir gewünschte Haptik und kann mit Binotubus als Durchlichtmikroskop benutzt werden oder mit eien AL-Illuminator zum Auflichtmikroskop umgebaut weden...





Viele Grüße
Kurt


Peter V.

#18
Hallo Kurt,

tja....wennn man denn eines funktionsfähigen Polmis habhaft wird! Die sind zumeist verharzt und wenn, dann nahezu irreparabel. Sie sind so kleinteilig aufgebaut und das Fett verharzt derart fest, da ich zwei wirklich gute Mikroskop-Mechaniker, die eigentlich ALLES wieder herrichten und beide für mich schon sehr viel gefettet und reapriert haben, beim Polmi A die Segel gestrichen haben.

Wenn es denn funkitoniert, ist es sicher ein schönes Mikroskop.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

TPL

#19
Hallo Kurt,

schön ist es, das Polmi A, aber aus meiner eigenen Erfahrung mit dem etwas kleineren jenenser Pol-Stativ würde ich aus zwei Gründen abraten:

1. auch wenn man bereit ist, ein paar ergonomische Nickeligkeiten älterer Modelle hinzunehmen – ein Objektivrevolver, zumindest mal für Durchlicht, sollte dann bei einem Nachkriegsmodell doch zur Grundausstattung gehören.

2. (und wichtiger) selbst bei meinem ansonsten prächtig erhaltenen Modell aus der Q1-Serie waren alle (ALLE!) Triebe, alle Drehringe und Blenden (am Achsenbild-Tubus) und auch der Tisch so fest verharzt, dass die Aufarbeitung mich mehrere Wochen und einen zusätzlich angeheuerten routinierten Fachmann noch einmal mehrere Tage gekostet haben. Wie ich erst später hier im Forum lernte, ist das wohl ein weit verbreitetes Problem vieler Mikroskope aus Jena gewesen. Seitdem mache ich selbst um die schönsten Zeiss-Jena Stative einen großen Bogen.

Solange es also nicht um die Begeisterung für das Basteln und/oder die Beschäftigung mit der Technik (hier: Objektivwechsel auf den zentrierbaren Wechselschlitten) geht, würde ich eher zu einem West-Produkt raten.

Beste Grüße
Thomas

Alchemist

Guten Morgen

Ich habe mich in der Zwischenzeit ein wenig weitergebildet und tendiere aktuell etwas in Richtung Leitz.

Auf ebay werden momentan folgende zwei Pol-Leitze angeboten, ein Ortholux und ein Orthoplan:

https://www.ebay.co.uk/itm/Leitz-Wetzlar-Ortholux-II-POL-BK-Trinocular-Microscope-with-Analysers/263647286476?hash=item3d629a54cc:g:FNUAAOSwXXVar~4v

und

https://www.ebay.co.uk/itm/Leitz-Wetzlar-Trino-Orthoplan-Pol-Microscope-Phaco-Polarization-Objectives/263640891373?hash=item3d6238bfed:g:8EIAAOSwwAFa5tsR

Das Orthoplan kommt ohne Trafo, dafür aber mit Phaco-Objektiven (die ich aktuell nicht benötige).
Auf das Ortholux hat mich ein Forumsmitglied aufmerksam gemacht.
An und für sich sind die Modelle jünger/moderner als ursprünglich von mir angepeilt. Das Orthoplan ist auch etwas über meinem Budget, soll aber eine sehr gute Basis für den weiteren Ausbau sein.
Wie ist Eure Meinung zu den zwei Geräten? Welches bietet die besseren Erweiterungsmöglichkeiten? Sind die Preise gerechtfertigt?

Den ebay-Verkäufer kenne ich bereits von früheren Verkäufen, hat immer alles geklappt.

Ich würde mich über Eure Einschätzungen freuen.

beste Grüße
Anton

olaf.med

Lieber Anton,

beide Geräte gehören sicher zu dem Besten, was es auf dem Pol-Sektor jemals gegeben hat und ich kann sie nur bedenkenlos empfehlen. Sie sind extrem stabil gebaut, und selbst wenn etwas nicht ganz in Ordnung ist gibt es hier im Forum immer Hilfe.

Beide Geräte sind in ihrer optischen Leistung identisch und in der hier angebotenen Version komplett (den fehlenden Trafo beim Orthoplan kann man leicht beschaffen oder gleich auf LED umrüsten), man muss nur für sich persönlich entscheiden, ob man zur wuchtigen größeren Variante tendiert oder das zierlichere "Baby-Orthoplan" vorzieht. Für meine private Nutzung habe ich kürzlich sogar vom Orthoplan zum Ortholux "rückgebaut" und bin damit sehr zufrieden.

Eines ist sicher, bei beiden Angeboten machst Du keinen Fehler!

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

hugojun

Hallo Anton & Olaf ,
Zitat von: olaf.med in Mai 05, 2018, 09:41:10 VORMITTAG

(den fehlenden Trafo beim Orthoplan kann man leicht beschaffen oder gleich auf LED umrüsten)Eines ist sicher, bei beiden

Haben denn die ,,weißen ,, LED 's ein kontinuierliches  Spektrum , und welche Farbkompositionen ergeben sich dann bei den Gangunterschieden am Standard -Dünnschliff von 30 µm?

Gruß
Jürgen

olaf.med

Hallo Jürgen,

ich habe mein Ortholux II Pol-BK seit einiger Zeit auf ein LED-System von Stephan Hiller umgerüstet und bin damit sehr zufrieden. Natürlich haben die LED's kein so glattes kontinuierliches Spektrum wie eine Glüh- oder Halogen-Lampe, aber dies fällt im Gebrauch kaum ins Gewicht. Objektiv kann man mit ihnen bei Pol-Untersuchungen ganz genauso quantitativ arbeiten wie mit den anderen Lichtquellen, subjektiv sind die Farben geringfügig anders, aber das fällt nur im direkten Vergleich auf.

Der Vorteil der LED liegt in einer sehr homogenen Ausleuchtung und der kompakten Bauweise. Ich habe sogar die Stromversorgung in den Stativfuß eingebaut (siehe hier).

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Silber_und_Licht

#24
Zitat von: TPL in Mai 01, 2018, 21:13:11 NACHMITTAGS
Hallo Kurt,

schön ist es, das Polmi A, aber aus meiner eigenen Erfahrung mit dem etwas kleineren jenenser Pol-Stativ würde ich aus zwei Gründen abraten:

1. auch wenn man bereit ist, ein paar ergonomische Nickeligkeiten älterer Modelle hinzunehmen – ein Objektivrevolver, zumindest mal für Durchlicht, sollte dann bei einem Nachkriegsmodell doch zur Grundausstattung gehören.

2. (und wichtiger) selbst bei meinem ansonsten prächtig erhaltenen Modell aus der Q1-Serie waren alle (ALLE!) Triebe, alle Drehringe und Blenden (am Achsenbild-Tubus) und auch der Tisch so fest verharzt, dass die Aufarbeitung mich mehrere Wochen und einen zusätzlich angeheuerten routinierten Fachmann noch einmal mehrere Tage gekostet haben. Wie ich erst später hier im Forum lernte, ist das wohl ein weit verbreitetes Problem vieler Mikroskope aus Jena gewesen. Seitdem mache ich selbst um die schönsten Zeiss-Jena Stative einen großen Bogen.

Solange es also nicht um die Begeisterung für das Basteln und/oder die Beschäftigung mit der Technik (hier: Objektivwechsel auf den zentrierbaren Wechselschlitten) geht, würde ich eher zu einem West-Produkt raten.

Beste Grüße
Thomas

Lieber Thomas (und gleich Lieber Peter mit dazu),

ich gebe zu derlei Bastelarbeiten normalerweise nicht meinen Sempf dazu, aber hier muss ich dann doch mal zu Kurts Ehrenrettung sagen, dass er noch ALLE Geräte aus Jenaer Fertigung incl. Polmi A und auch das hier vielgescholtene NU in allerbesten Betriebszustand zurückversetzt hat und sehr(!) genau weiß wovon er spricht resp. schreibt. Ich selbst habe mit seiner kundigen Telephonseelsorge und auch praktischer Hilfe zwei Lg, ein Nf und auch ein Lu Stativ problemlos und allen durch Verharzung festsitzenden Trieben zum Trotz bestens wiederherstellen können. Er wäre auch nach wie vor mein Anlaufpunkt für jedwede Probleme mit Geräten wie Nf, Ng, Polmi A usw. Wenn Du, Peter, da zwei routinierte Mikroskopie-Techniker an der Hand hattest die "die Segel gestrichen" haben, dann kanntest Du in diesem Fall einfach nicht die richtigen Leute :) Ich sehe jedenfalls überhaupt keinen technischen Grund, um ein schön erhaltenes Jenaer Stativ einen Bogen zu machen. Ein Nf beispielsweise ist nach wie vor eines der bestgeeigneten Amateurmikroskope das ich mir vorstellen kann. Unglaublich universell, dabei optisch auch gehobenen Ansprüchen gerecht werdend und bis hin zum InterPhaco und Nomarski - DIC ausbaubar.

Mir ist niemand bekannt, der sich mit den Mikroskopie-Produkten aus Jenaer Fertigung seit rund 30 Jahren so intensiv beschäftigt und sich damit derart gut auskennt wie eben Kurt. Ihn in diesem Zusammenhang auf Probleme hinzuweisen ist wie einen alten Essener über Krupp'sche Firmengeschichte aufklären zu wollen.

Ich wünsche einen sonnigen Samstag

Wolfgang
"Du" fänd' ich ganz in Ordnung.

das Schönste: ZEISS Lumipan
das Liebste: LEITZ Panphot II, Ortholux
das Beste: ZEISS Axiomat

eine etwas umständliche Vorstellung: www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=28652.0

Peter V.

Lieber Wolfgang,

ich habe ja nicht gesagt, dass es grundsätzlich unmöglich sei, diese Geräte vollständig in einwandfreien Zustand zurück zu verstezen. Es ist nur eine Frage des Aufwandes und der ist wohl bei den Mikroskopen der von Dir erwähnten Baureihen im Vergleich zu vielen anderen Mikroskoptypen sehr hoch. So zumindest meine - und offenbar nicht nur meine - Erafrhung.
Wenn man natürlich unendlich Zeit und Lust hat und sich speziell mit diesem Mikroskoptyp sehr gut auskennt, mag das alles "machbar" sein. Ich denke aber, dass die drei "Mechanici", von denen ich und Thomas reden, allesamt zu den erfahrensten auf dem Sektor gehören und schon viele verschiedene Mikroskope in allen möglichen Zuständen reanimiert haben. Mein Bekannter, der mir schon zahlreiche Mikroskope neu gefettet hat, hat allerdings bei dem Polkondensor des Polmi A aufgegeben, da er aus erstaunlich vielen teilen und Schräubchen besteht und alles, wirklich alles daran bombenfest war zund er auch nach Tagen immer nur kleine Schritte weiter kam und mich dann fragte, ob es sich wirklich lohne, angesichts der vollständigen Verharzung alle Komponenten dieses Mikroskops bei den langsamen Fortschritten die Arbeit fortzusetzen. Der Polkondensor des Polmi A scheint auch diesbzeüglich das schwierigste Teil zu sein, da er eben sehr kleinteilig aufgebaut ist. Aber nochmal: Mit entsprechender Zeit und Geduld ist alles reparabel. Aber wenn man es selbst nicht kann und jemanden bitten muss, muss diese Leistung in der Regel ja auchentweder mittels schnödem Mammon oder durch Tausch "entlohnt" werden. Und das ist dann bei einem so hohen Arbietsaufwand kaum lohnend. Zumal an einem verharzten Polmi dann auch meist vom Scheitel bis zu Sohle JEDES bewegliche Teil bombenfest sitzt.
Es ging ja hier darum, einen diesbezüglich unerfahrenen Käufer nur davor zu warnen, ein solches Gerät zu kaufen, es sei denn, eine tatsächlich einwandfreie Funktion aller Teile wäre garantiert.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Walter P.

Hallo Anton!

Ich habe mir vor ein paar Jahren ein Carl Zeiss Jena Amplival Pol-u gekauft, und bin restlos zufrieden.
Ich habe damals 1200 Euro bezahlt.

Das Mikroskop war zu diesem Preis für Pol Durchlicht und Pol Auflicht eingerichtet. Das Mikroskop ist für alle Mikroskopische Verfahren ausbaubar, zu vernünftigen Preisen.

Der Haken an dem Mikroskop ist, dass Du ein Mikroskop finden musst, das mit neuen Fetten ausgestattet wurde.
Die Originalfette führten zu festsitzenden Teilen.

Mein Mikroskop wurde vom Verkäufer aufgearbeitet und mit neuen Fetten versehen.
Alle Teile laufen nun schon seit Jahren seidenweich ohne Probleme.

Ergänzend, der Kunststoffanteil ist praktisch 0%, was sich in einem Gewicht von über  15 kg auswirkt.

Zum Poltisch - dieser ist zentrierbar ausgeführt, was zusammen mit dem im Winkeltubus vorhandenen Fadenkreuz und dem mit Zentrieeinrichtung ausgestatteten Objektivrevolver sehr einfach eingestellt werden kann.

Schönen Gruß
Walter

Alchemist

Liebe Mikroskopiker

Vielen Dank für Eure vielen Tips und Vorschläge hier im Forum oder über PM.
Die Entscheidung fällt schwer, viele von Euch haben mir für diverse Geräte valide Argumente dafür und dagegen mitgeteilt.
Alle haben Sie mir auf jeden Fall geholfen.

Zwar habe ich mich immer noch nicht endgültig entschieden, aber momentan steht der Orthoplan Pol bei mir hoch im Kurs, nicht zuletzt dank Olafs Einschätzung dieses Geräts. Ausserdem habe ich ja zwei Leitzsche Universaldrehtische die ich an dem Orthoplan verwenden könnte.
Im Netz habe ich mir diverses Infomaterial heruntergesaugt durch das ich mich nun wühle.
Parallel dazu versuche ich Angebote für solche Geräte zu finden um mir ein Bild zu machen mit welchem Budget ich rechnen muß.

Falls also jemand von Euch einen Orthoplan Pol zu viel herumstehen hat, weiß wer ein solches Gerät abgeben möchte oder interessante Händlerangebote kennt würde ich mich über Infos freuen.

Danke nochmal und beste Grüße.
Anton

TPL

Hallo Anton,

selbst als eingefleischter West-Zeissianer sage ich: eine gute Entscheidung! Sie wird Dich wohl eine Menge Geld und/oder Geduld kosten, aber sicher keine Reue! Ein Orthoplan-Pol ist so ziemlich das Beste, was Du Dir für Pol-Mikroskoie wünschen kannst. Und es soll das ja sogar in schwarz geben...

Der Pol-Tisch zum Orthoplan ist ein mechanisches Kleinod. Am Leitz-Objektführer dazu hätte ich zwar ein paar ergonomische Mäkelpunkte, aber da lassen sich auch andere Objektführer anpassen, die auf Dauer besser zu bedienen sind. Wichtig ist es, bei den wesentlichen Komponenten keine faulen Kompromisse einzugehen.

Ein zentrierbarer Tisch mag für andere Aufgaben eine ganz tolle Sache sein, aber an ein Pol-Mikroskop gehört ein Pol-Drehtisch. Und der ist nicht zentrierbar, sondern zentriert! Der Pol-Drehtisch muss die ultimative Referenz eines Pol-Stativs sein und bleiben. Ansonsten hat man andauernd mit Justagen zu tun und kommt kaum noch zum Mikroskopieren. Wer das anders propagiert, möge bitte erklären, wieviele Stunden anteilig auf petrographische oder kristallographische Anwendungen entfallen und wieviele auf bunte "Lamda (sic!)-Bildchen" ;).

Auch die gönne ich jedem, der sie schön findet (ich übrigens – als begeisterter Pol-Mikroskopiker – nicht), aber für diese Pol-Nebenschauplätze braucht man kein Pol-Mikroskop.

Leider kann ich Dir kein Orthoplan-Pol (mehr) bieten. Allerdings einige hübsche Druckschriften dazu.
Beste Grüße
Thomas

Peter V.

#29
Hallo Anton,

Thomas und Olaf haben ja (als kompetente Polmikroskopiker) schon viel gesagt. Aber auch von mir noch ein paar Überlegungen. Gut ausgestattete funktionsfähige Polmikroskope haben immer ihren Preis und sind selten als echte Schnäppchen zu bekommen. Nach meiner Einschätzung sind die beiden Geräte, die Du verlinkt hast, preislich schon nicht so völlig aus dem Rahmen. Was mich stören würde, wäre die etwas seltsame Objektivausstattung. Phako-Objektive haben an diesem Mikroskop nun wirklich nichts zu suchen. Ich würde dann auch schon gerne einen kompletten Satz "echter"  Polobjektive haben wollen. Er bietet ja diverse "Polmikroskope" mit etwas gemischten Objektivsätzen an. Vielleicht kann man ihn ja anschreiben und bitten, aus diesen zusammengeewürfelten Sätzen ein komplettes Orthoplan Pol zusammen zu stellen. Achtung: Das zweite Orthoplan Pol hat keinen(!) Zentrierrevolver.
Was für mich ein Argument für das Ortholux II Pol wäre, ist die Tatsache, dass der Kopf den Orthoplan Pol mechanisch recht komplex aufgebaut ist und über "Features" verfügt, die man nicht wirklich benötigt. Da gibt es einfach mehr Möglichkeiten mechanischer Defekte. Von der "Performance" ist ein Orthloux II BK letztlich nicht schlechter, dafür aber preiswerter und bzgl. der "Kopf"-Mechanik fehlerunaunfälliger. Und auch Olaf (es gibt wohl kaum einen erfahrenen Polmikroskopiker in Deutschland!) hat sein privates Orthoplan Pol gegen ein Ortholux II Pol BK getauscht und beruflich eh meistens mit diesem Modell gearbeitet.  Letztlich sind aber beide Geräte einfach "Top" und es ist mehr oder weniger Geschmacksache, wofür man sich entscheidet. Ich selbst habe ein Orthoplan Pol.
Der Verkäufer ist (nicht nur meiner) Erfahrung nach vertrauenswürdig und hat "gute Ware". Und ist kooperativ, wenn es doch mal ein Problem gibt. Er hat tatsächlich bei satten 8000(!) Bewertungen noch nie ein "negativ" bekommen! Ich glaube kaum, dass Du ein orderntliches Polmikroskop dieser Klasse in ordentlichem Zustand woanders viel günstiger bekommst. Klar, es kann mal bei Ebay preiswerter auftauchen, aber dann kennst Du evtl. den Verkäufer und den Zustand nicht.
Ich würde mir tatsächlich diese beiden Angebote mal durch den Kopf gehen lassen und mit dem Verkäufer über eine ggf. "Optimierung" der Objektivausstattung oder einen Preisnachlaß reden.

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.