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Seltsame Linien

Begonnen von Peter G., Juli 21, 2018, 11:33:47 VORMITTAG

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Peter G.

Hallo in die Runde!

Bei meinen ersten Versuchen, ein Bild von einem Diatomeenpräparat sind mir seltsame Linien aufgefallen.
Die Linien sind visuell nicht festzustellen, nur auf Bildern von Diatomeen die mit einem 40/0,65 Achromaten von CZ aufgenommen wurden (an botanischen Präparaten fallen sie nicht auf).

Der fotografische Strahlengang:
CZ Standard 16 umgebaut auf Halogenbeleuchtung
CZ 40/0,65 (460700-9903)
CZ KPL W 10/Brille
Ihagee Adapter
Canon EF 40mm f/2.8 STM
Canon EOS 450 Liveview-Modus.

Die Linien verändern ihre Ausrichtung nur, wenn man die Kamera um ihre Achse dreht, d.h. sie drehen sich mit.
Ansonsten kann man drehen, was man will, den Kondensor, das Objektiv, das Okular, den Objektträger, die Linien bleiben wie sie sind.
Sie erscheinen auch bei gewaltiger Defokussierung und bei der Fotografie eines "leeren" Objektträgers.

Also müssen die Linien von der Kamera bzw. vom Objektiv beigesteuert werden.
Weder bei sorgfältiger Betrachtung der Objektivlinsen noch des Kamerasensors kann ich irgendwelche Beeinträchtigungen erkennen.
Bilder eines gleichmäßig grauen Himmels zeigen die Linien nicht.

Kennt jemand diese "Geisterlinien" und hat eine Erklärung dafür?

Bild 1 zeigt die Linien wie sie auf einem Diatomeenpräparat erscheinen und
Bild 2 die Linien bei der defokussierten Aufnahme eines Objektträgers.

Viele Grüße
Peter G

Klaus Herrmann

Lieber Peter,

das is nach meiner Meinung eine schwach ausgeprägte Delamination. Etwas widersprüchlich: nur mit dem 40er, aber wenn du das in seinem Gewinde drehst, dann bleiben sie unverändert, dann kanns ja nicht das Objektiv sein. Dass sich Delaminationen im Kondensor so zeigen finde ich eher unwahrscheinlich. Und sie drehen sich ja nur, wenn die Kamera gedreht wird.
Also muss es in der Kameraoptik sein. Was passiert, wenn du die Objektivblende veränderst?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Jürgen Boschert

Hallo Peter,

zunächst habe auch ich an Delamination gedacht, aber Deine "Drehversuche" sprechen nun eindeutig dagegen. Danach muss die Herkunft eigentlich kamerawärts des Okulares sein. Eine Möglichkeit wären Spiegelungen im Anschlussrohr oder zwischen den Linsen. Hast Du mal ein anderes Kameraobjektiv versucht ?

Gruß !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

smashIt

ein prisma im tubus könnt es auch noch sein
MfG,
Chris

Bildung ist das was uns vom Tier unterscheidet.

Funtech.org

reblaus

Aber dann würde es sich beim Drehen der Kamera in die Gegenrichtung drehen.
Gruß
Rolf

Peter G.

#5
Hallo Klaus,
hallo Jürgen.

- Beim Schließen der Objektivblende ändert sich nichts.
- Ein anderes Objektiv kann ich nicht ausprobieren, weil ich keines habe, das an die Kamera passt. Ich habe die EOS und das Objektiv jeweils gebraucht, aber in sehr gutem neuwertigem Zustand für das Mikroskop gekauft, da ich mit meiner Nikon nicht zurecht gekommen bin.

Beim Schnitte fotografieren fallen die Linien überhaupt nicht ins Gewicht, sodass ich damit leben könnte, aber sonst ist das schon lästig.

Spiegelungen im Anschlussrohr habe ich ausgeschlossen, weil sich die Linien mitdrehen, auch wenn ich die Kamera nur im Filtergewinde drehe. Das Objektiv (Frontlinse) liegt nur ca. 10 mm über dem Okular. Zudem habe ich exakt geköhlert. Und wenn ich einen Lichteinfall z.B. an der Ringschwalbe des Ihagee hätte, würden sich sie Linien ja nicht drehen, wenn ich die Kamera drehe.

Ich habe Schlieren, woher auch immer, in der Verkittung der Linsen im Kameraobjektiv im Verdacht (inhomogener Kitt?). Ich denke, eine Delamination würde ich sehen. Ich hatte das Objektiv sogar unter dem Stereomikroskop.

Ich werde dennoch weiter pröbeln, vielleicht finde ich noch Anhaltspunkte für eine Ursache.

Gruß
Peter G.

Gerade sehe ich die beiden Hinweise von smashIt und Rolf!
Das könnten die heißen Tips sein!
Die Linien drehen sich in Gegenrichtung!!!
Ich habe geschrieben "die Linien drehen sich mit". Da war ich unaufmerksam, sorry!
Ich werde mir das Prisma mal vorsichtig anschauen, soweit ich das kann.


Update:
Prisma im Tubus geht auch nicht. Das ist beim fotografieren ausgeschoben und der Strahlengang zwischen Mikroskopobjektiv und Fotookular ist frei.
Die Suche geht weiter.


Dr. Jekyll

Da sie sich nur beim Drehen der Kamera bewegen, also mit der Kamerabewegung wandern, liegt das Problem definitiv bei der Kamera oder deren Objektiv.
Beste Grüße
Harald

Dr. Jekyll

Hallo Peter,
Sehe grade dass Du schneller warst als ich. Bei wandern entgegengesetzt der Kamera, kann es die Kamera natürlich nicht sein.
Beste Grüße
Harald

Dr. Jekyll

Soweit ich mich erinnere ist im Tubus ein eifaches Umlenkprisma verbaut. Das kann natürlich nicht delaminieren. Es ist dann wohl eher Schmutz und dasProblem ist leicht zu beheben.
Beste Grüße
Harald

Peter G.

#9
Ich habe meinen Beitrag #5 upgedatet, weil ich dachte es wäre dann übersichtlicher.
Aber die Antworten kommen so blitzartig.
Das Prisma kommt also nicht in Frage.

Grüße
Peter G.

sushidelic

Hmmm. Könnten auch Reste einer missglückten Sensorreinigung sein, die sich bei 0.65 NA schon deutlich zeigen können. Mal ein sauber geköhlertes Ölimmersionobjektiv mit hoher Apertur im leeren Hellfeld ablichten, wenn das Muster dann deutlicher ist, kann es daran liegen. Umgekehrt natürlich auch, bei geringerer NA sollte es dann schwächer sein.

LG Michael

Dr. Jekyll

Verändert sich etwas wenn Du den Kondensor absenkst?
Beste Grüße
Harald

Jürgen Boschert

Hallo Peter,

wenn ich Dich jetzt richtig verstanden habe, drehen sich die Linien entgegen der Kameradrehrichtung >>> kann nicht die Kamera sein, drehen sich aber gleichsinnig wenn Du die Kamera samt Objektiv drehst; da Du ja durch die vorigen Tests alles objektwärts des Objektives ausgeschlossen hast, MUSS das Problem im Kameraobjektiv liegen.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

Peter G.

#13
Hallo!

- (Michael:) Immersionsobjektiv CZ 100/1,25 Oil (461900): Die Linien scheinen etwas deutlicher zu werden.

- (Harald:) Beim Absenken des Kondensors aus der Köhlerstellung wird das Bild dunkler und die Linien etwas deutlicher, beim Anheben zum Anschlag blaue Vignettierung, sonst nichts.

- (Jürgen:) Ich kann nur die Kamera mitsamt dem Objektiv drehen. Die Kamera schaltet sofort ab, wenn ich das Objektiv auch nur einen winzigen Betrag gegen die Kamera drehe. Der elektrische Kontakt zwischen Kamera und Objektiv ist dann sofort unterbrochen. Eine unabhängige Verdrehung kann ich also nicht darstellen.

Viele Grüße und vielen Dank für eure Hilfsbereitschaft!

Peter G.

Peter G.

Also um das mit den Drehrichtungen nochmals zu beschreiben:

1. Ich kann das Kameragehäuse nicht unabhängig vom Kameraobjektiv verdrehen.
2. Wenn ich die Kamera mitsamt Objektiv im Uhrzeigersinn drehe, dreht sich das Bild (Diatomee und Linien) auf dem Monitor im Gegenuhrzeigersinn (eigentlich normal).
3. Wenn ich den Objektträger verschiebe, verschiebt sich das Bild der Diatomee, die ominösen Linien bleiben an Ort und Stelle.
4. Wenn ich das Mikroskopobjektiv im Gewinde drehe, wird das Bild der Diatomee natürlich unscharf, die ominösen Linien behalten ihre Ausrichtung bei und verändern sich auch nicht in der "Schärfe".
5. Wenn ich den Kondensor drehe, passiert überhaupt nichts.

Viele Grüße
Peter G.