Kräftige UV LED der ein HBO100 ersetzen kann!

Begonnen von Ronald Schulte, November 03, 2018, 10:38:54 VORMITTAG

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Ronald Schulte

Ich möchte mal mein HBO100 ersetzen durch ein oder mehrere LEDs.
Weil ich ausschließlich im UV Bereich Mikroskopiere reicht für mich ein UV LED.
Es muss aber kräftig genug sein und das war immer die schwache stelle. So lese ich ein Bericht von Sacha aus 2015 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22299) und da wird geschrieben das die damalige UV Leds eigentlich noch zu schwach sind.
Es kann aber durchaus sein das heute die LEDs wohl kräftig genug sind.
Ich wurde mich freuen über Erfahrungs berichte.

Gruße Ronald
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

reblaus

Hallo Ronald -

derzeit arbeite ich mit der NVSU 233A. Die kann doppelt so hoch belastet werden, wie die in dem erwähnten threat diskutierte NCSU276A. Der Preis ist auch wesentlich gesunken. Außerdem sind sie auf Platinen montiert erhältlich, sodass sie auch ein Bastler montieren kann.

Als früherer beruflicher Nutzer der brutzelnden Quecksilber-Ozongeneratoren  bin ich nach wie vor glücklich, das dem Amateur heute so was zur Verfügung steht.

Einen Intensitätsvergleich zwischen LED und HBO habe ich nie gemacht, aber man darf nicht vergessen, dass ein Großteil der Energie bei der HBO dazu verwendet wird Filter zu verschmoren statt Fluoreszenz im Präparat anzuregen.

Ein geringfügiger Vorteil der HBO ist darin zu sehen, dass viele Wellenlängen zur Verfügung stehen, zwischen denen man einfach mit einem Filterschieber wechseln kann. Allerdings ist das Wechseln derauf einem Aluminiumstöpsel montierten LEDs bei meinen Zeiss-Mikroskopen mit 2 Handgriffen erledigt.

Viele Grüße

Rolf

Ronald Schulte

@Rolf,

Ja das könnte mir passen. Wie hast du die Kühlung vorgenommen?
Ich habe voriges Jahr mal ein CBT-90 in ein Leitz Lampenhaus gebaut die Aufstellung kühle ich mit ein 12V PC Kühler. Das Funktioniert prima und das LED gibt satt Licht.
Denkst du das die NVSU 233A sich auch auf diese weiße genügend Kuhlen lässt?
Dann könnte ich diese Aufstellung einfach wieder Kopieren.

Link zu diesen umbau Treat ist: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=28945


Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

reblaus

Das reicht üppig - die NVSU 233 A hat eine maximale Verlustleistung von etwa 6 W, d.h. weit weniger als die CBT!

Gruß

Rolf

Eckhard F. H.

ZitatWeil ich ausschließlich im UV Bereich Mikroskopiere reicht für mich ein UV LED.
Hallo Ronald,
mit dem Gedanken spielte ich auch mal. Verwendest Du dafür spezielle Objektive oder nimmt der Linsenkitt normaler Objektive keinen Schaden durch UV-Licht?
Gruß - EFH

Ronald Schulte

@Eckhard,
Nein ich benutze kein besondere Objektive und gehe immer davon aus das mein Sperrfilter im ,Leitz Filterblock A', welche im Ploemopak installiert ist, ausreichend ist und meine Augen nicht schadet.





Gruße Ronald
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Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
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LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

Stephan Hiller

#6
Hallo Ronald,

mit der NVSU333A(T) kann man sich noch viel leichter die Augen verbrennen. Die hat je nach Rank bei 365 nm bis zu 6,3 Watt radiant Flux. Sie kann mit über 5 A (!!) bestromt werden.

http://www.nichia.co.jp/specification/products/led/NVSU333A-E.pdf

Ich wäre mit so einer LED (auch schon der NVSU 233) auf jeden Fall extrem vorsichtig. Ich würde nur noch mit einer Kamera arbeiten, wenn ich solche LEDs einsetzte. Auf eine ausreichende Sperrwirkung des Sperrfilters würde ich mich auf keinen Fall verlassen.  Auch schon das austretende Streulicht kann gefährlich sein!
Und was mit den Linsenkitten passiert will ich lieber erst gar nicht wissen.

Grüße

Stephan

reblaus

Hallo Stephan, Ronald et al. -

in der Tat haben diese UV-LEDs - insbesondere die 365er - spezielle Tücken. Besonders wenn Leuchten damit versehen werden, die ursprünglich nicht dafür gedacht waren. Dies ist z.B. bei den Zeiss-Stöpseln der Fall, die mit einem Griff in den kleinen Kollektortubus am Standard oder in die "Leuchte 15" eingesetzt und wieder herausgenommen werden können. Die letztere hat zahlreiche Rippen und Luftschlitze, durch welche Streulicht herauskommen kann - bei Glühlicht stört es nicht. Bei UV sollte man das testen, indem man ein Stück Schreibpapier daran hält, das mit optischen Aufhellern versehen ist.
(1) Bei mir hat sich gezeigt, dass diese UV-Stöpsel in der außen angebrachten  "Leuchte 15" unbedingt einen Kragen benötigen, welcher das seitliche Streulicht abschirmt:


(2) Tückisch ist auch, dass diese UV-LEDs nicht wie die HBOs schon durch grelles Licht warnen, sondern für das menschliche Auge nur leicht bläulich leuchten. Gottseidank hatte ich eine Brille mit gut UV-blockenden Gläsern auf, als ich das mal versehentlich feststellte.

Bei Ronalds Konstruktion in einem für den UV-Betrieb bestimmten Gehäuse sollte das zwar keine Rolle spielen - aber es besteht halt doch mal die Gefahr, dass der Deckel bei angeschalteter LED aufmacht, was bei einer grellen HBO in einem heißen Gehäuse eher selten passieren dürfte.

Viele Grüße

Rolf


Ronald Schulte

Stefan,

Wenn ich dein Bericht lese kannst du die beiden (NVSU233 und 333) gar nicht empfehlen weil es zu gefährlich für die Augen ist! Lese ich doch gut oder?
Und mich verlassen auf mein Sperrfilter ist auch nicht ein gutes Idee verstehe ich.
Hmmm, schade!
Dann aber verstehe ich nicht warum mein Sperrfilter (im Filterblock A) in Kombination mit mein HBO100 wohl Akzeptabel (hat sich Leitz doch so ausgedacht) für meine Augen ist und mit ein Leuchtmittel die nur im UV Bereich sendet nicht Akzeptabel ist? Das Anteil an UV Licht aus eine HBO100 musste doch mehr sein wie das Anteil was eine NVSU233 oder 333 ausstrahlt?
Wo mache ich hier ein Gedanken Fehler.

Den Grund für meine plötzliche UV LED umbau Ideen ist das mein Hauptnetzteil vorige Woche in Rauch und schlechten Duft aufgegangen ist. Ich muss also ein neues. So kam die Idee auf um meine zwei übrige 12V 100W Halogen leuchten durch LED zu verwechseln und mein HBO100 durch ein UV LED zu ergänzen.

Warte gerne auf dein Bericht, Gruße Ronald
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Eckhard F. H.

Zitat...und gehe immer davon aus das mein Sperrfilter im ,Leitz Filterblock A', ... ausreichend ist und meinen Augen nicht schadet.
Hallo Ronald,
danke für die Mühe. Die Thematik Augenschutz ist mir bekannt, aber wie steht es um den Schutz der Objektive? Immerhin ist der Linsenkitt dem UV ausgesetzt. Hast Du noch keine Trübung bemerkt?
Gruß - EFH


Ronald Schulte

Eckhard,

Nein ich bemerke (noch) keine Veränderungen. Ich muss gleich dabei vermelden dass ich die Objektive die am Ploemopack Montiert sind nur für die Fluoreszenz nutze. Sind alle Fluotar Typen. Das mache ich so weil hier im Forum manche dafür schon mal gewarnt haben das es möglich schaden geben kann. Das aber habe ich noch nicht bemerkt. Dazu muss ich auch erwähnen das ich nur einige malen Pro Jahr Fluoreszenz mache und meine Objektive mal zwei bis drei Stunden pro Jahr das UV Licht bekommen.

Gruße Ronald
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reblaus

Hallo -

Vorsicht mit den Augen bei UV ist zwar angebracht aber die Diskussion mit dem Linsenkitt halte ich jetzt doch für leicht übertrieben!
Ja, ich weiß, neulich hat jemand darüber berichtet, dass seine Auflichtkondensorlinse am Axioskop durch UV ruiniert wurde.

Trotzdem: Die Mikroskopie-Firmen lieferten schließlich schon immer Beleuchtungseinrichtungen mit der 365 nm Filterkombination und die Lampen dazu und das Licht muss zwangsläufig durch die Optik - egal ob bei UV-Durchlichtmikroskopie, der historischen Durchlichtfluoreszenz oder dem moderneren Auflicht.
Im Zweifelsfall dürfte das fast monochromatische LED-UV, das man beliebig aus- und anschalten kann für den Linsenkitt doch wesentlich verträglicher sein, als die HBO-Leuchte, welche früher im Labor den ganzen Arbeitstag lang in die Optik brutzelte, weil Ausschalten nicht zu empfehlen war.

Viele Grüße

Rolf


Peter V.

Hallo,

ZitatDann aber verstehe ich nicht warum mein Sperrfilter (im Filterblock A) in Kombination mit mein HBO100 wohl Akzeptabel (hat sich Leitz doch so ausgedacht) für meine Augen ist und mit ein Leuchtmittel die nur im UV Bereich sendet nicht Akzeptabel ist? Das Anteil an UV Licht aus eine HBO100 musste doch mehr sein wie das Anteil was eine NVSU233 oder 333 ausstrahlt?
Wo mache ich hier ein Gedanken Fehler.

wenn ich Stephan richtig interpretiere, ist er wohl der Ansicht, dass nicht die UV-Qualität der LED an sich gefährlicher sei, sondern einfach deren Intensität, die Stephan wohl deutlich höher einschätzt als bei einer HBO und auch wohl deshlab ein höheres Risiko sieht, weil die UV-LED kein keine warnende sichtbare Strahlung emittiert und somit UV-Lecks nicht erkannt werden. Aber vielleicht sagt Stephan noch etwas dazu.

Ist denn in Erfahrung zu bringen, welche LEDs die Mikroskophersteller, die ja mittlerweile auch LEDs als HBO-Ersatz anbieten, verwenden?

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Ronald Schulte

@Peter und Rolf, et al.

Ja ich hoffe das Stefan noch was mehr Information gibt welche LEDs heute verwendet werden in die Mikroskop Hersteller (ich wusste gar nicht das die schon mit UV LED anbieten).
Ich meinte immer das die Intensität das große Problem war und wenn die LED mehr und mehr Leistung hat bringt es immer mehr Kühlungs Probleme mit sich mit.

Ich wurde mich freuen wenn eine mal ein Bild einstellen könnte wo die Fluoreszenz Kapazität in ein Präparat zu sehen ist. Darum geht es ja schließlich.

Gruße Ronald
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Peter V.

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