Bestimmung des Herstellungsjahres und Modellname meines Leitz Mikroskops.

Begonnen von Hineinblicker, Oktober 13, 2009, 19:45:11 NACHMITTAGS

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Hineinblicker

Sehr geehrte Damen und Herren.

Aus einem Nachlass habe ich ein Leitz Mikroskop mit der Seriennummer 5900XX (X steht für eine unterdrückte Zahl) bekommen. Mithilfe des Internets habe ich heraus bekommen, dass das Mikroskop Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre hergestellt wurde.

Es wäre nett, wenn Sie die Jahreszahl genauer präzisieren könnten.

Auch würde mich interessieren, wie die Modellbezeichnung des Mikroskopes lautet und wie teuer die Anschaffung damals war.

Das Mikroskop ist mit zwei Zeiss Okulare Kpl 12,5x und einem vierfach Revolver ausgerüstet, in dem sich vier Objektive befinden.
a.)   Leitz 170/-  4/0,12
b.)   Leitz 170/0,17  45/0,65
c.)   Leitz /- L32/40
d.)   Leitz Flu 170/-  10:1  A0,25
Da ich Laie bin, kann ich Ihnen die Bezeichnung des Kondensors nicht nennen.

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich.

Ich hoffe, dass die beigefügten Bilder zu Identifikation des Mikroskops beitragen.

Mit freundlichen Grüßen
Peter

Leider klappt es nicht mit dem Einstellen der Bilder. Ich versuch es Morgen noch einmal.

Klaus Herrmann

Hallo Peter,
die beste Auskunft erteilt das Leica-Museum Leica Microsystems Wetzlar GmbH Archiv Ernst Leitz-Str. 17-37   35578 Wetzlar.

Herr Beck der ehemalige Leiter kam vor einiger Zeit noch 1x pro Woche, aber es gibt sicher einen Nachfolger. Genaue Gerätenr angeben, dann schauen die im Hauptbuch nach.

Aber ein paar Bilder wären sicher auch hier hilfreich! 600.000 steht für 1962, aber das hast Du ja schon! :D

Die Zeiss Okulare deuten auf eine bewegte Vergangenheit!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Klaus Henkel

Die Firma Ernst Leitz in Wetzlar hatte die Angewohneit, mit Mikroskopen, und Leica-Kameras mit geraden Tausendern oder gar Hunderttausendern - ebenso wie mit auffälligen "Schnapszahlen" - herausragende Personen in Forschung und Industrie bzw. in Fotografie zu ehren. Ich teile dies mit, weil es sich ja um eine solche Fabrikationsnummer handeln könnte.
MfG
KH

Nomarski

#3
ZitatAus einem Nachlass habe ich ein Leitz Mikroskop mit der Seriennummer 5900XX (X steht für eine unterdrückte Zahl) bekommen.

Dann müßte für XX ja 00 stehen.

Und die Mischung Leitz-Objektiv und Zeiss-Okular haut eigentlich nur am Zeiss-Stativ hin.

Hineinblicker

Guten Tag.

Bedanken möchte ich mich für Ihre Antworten.
Hier die Bilder.
Ich hoffe, dass diese zur Identifikation des Mikroskops beitragen.

Mit freundlichen Grüßen
Peter








Nomarski

Hallo Peter,

das Gerät sieht ja noch recht schön aus, hat sogar einen Trinokular-Tubus zum Fotografieren.
Wenn du durch das Binokular hineinblickst, solltest du aber oben zumindest einen Deckel drauf haben, sonst kann es passieren, daß du durch diese Offnung teilweise hinausblickst! Bei Zeiss nannte man das den Kitteleffekt, weil man sich gewundert hatte, warum der Kittel der am Mikroskop sitzenden Person mit auf das Bild kam. ;)

Viel Freude am schönen Leitz-Mikroskop!
Bernd

Florian Stellmacher

Hallo Peter,

das sieht mir nach einem LEITZ SM mit MIKAS-Fotoaufsatz aus.

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Nomarski

Hallo Florian,

wenn das ein MIKAS sein soll, dann fehlt da aber noch etwas.

Gruß
Bernd

Florian Stellmacher

Hallo Bernd,

stimmt - der Verschluss (Prontor press) und der Kameraanschluss fehlen. So gesehen ist es nur ein "Drittel-MIKAS".

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Nomarski

Und man beachte die Skala am Fotoausgang. Könnte ein Analysator sein.

Hineinblicker

Guten Tag.

Es waren keine weiteren Mikroskopteile in der Holztransportkiste dabei.

Wenn es ein Leitz SM Mikroskop ist, was hat es damals gekostet bzw. was ist es heute noch wert?

Ich frage, weil ich eventuell das Mikroskop veräußern möchte.

Mit freundlichen Grüßen
Peter

Peter V.

#11
Hallo!

De seierzeitige Neupreis mag zwar an sich interessieren, ist jedoch für die Einschätzung des aktuelles Wertes absolut irrelevant! ( Mikroskope, die in den Siebzigern / Achtzigern 20.000 DM und mehr gekostet haben, bringen bei ebay oft keine 1000 EUR mehr ).

Das SM-Lux war eher ein recht "kleines" und  weit vrbreitetes Mikroskop, nichts Besonderes ( auch nicht die Objektivausstattung ) und auch heute nicht mehr übermäßg gefragt. Immerhin hat es einen Trinotubus. ( Ist eigentlich ein Beleuchtung dabei? ).
Eigentlich schon eher etwas für die Vitrine als für den Anwender, leider ( oder Gott sei Dank, je nach Sichtweise ) sind solche "vitrinengeigneten" Schätzchen nicht allzu hoch im Wert.

Schauen Sie mal bei ebay und geben Sie einfach "Leitz Mikroskop" ein, dann erscheinen einige vergleichbare Modelle. Beobachten Sie mal, welchen Preis die erreichen.

Ich persönlich habe immer dafür plädiert, hier im Forum keine öffentlichen Preisschätzungen abzugeben und halte mich deshalb auch daran.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Jürg Braun

Guten Tag

Diese Mikroskope erzielen auf dem Gebrauchtmarkt einen so geringen Preis, dass es sich faktisch nicht lohnt, es zu verkaufen.
Aber sehen sie es anders. Kaufen Sie sich einige Objetktträger und sehen Sie sich einmal an, was alles in einem Wassertropfen aus der nächsten Pfütze zu sehen ist. Sie werden Staunen! Reissen Sie sich ein Haar aus und betrachten Sie es durch das Mikroskop. Sie werden bald feststellen, dass Nahsehen viel interessanter ist als Fernsehen.

viel Glück und viel Spass wünscht Ihnen

Jürg Braun

Hineinblicker

@ Peter.

Danke für Ihre Aufführung.

Beleuchtung ist dabei, nur der Leitz Trafo fehlt.
Ich benutze einen Märklin Trafo für die Leitz Beleuchtung oder eine LET-Taschenlampe, die genau in das Mikroskop passt.

Mit freundlichen Grüßen
Peter

TPL

Zitat von: Hineinblicker in Oktober 14, 2009, 17:18:03 NACHMITTAGSHier die Bilder.
Ich hoffe, dass diese zur Identifikation des Mikroskops beitragen.

Hallo Peter,
ich halte dieses Stativ für ein Laborlux III oder Laborlux IIIa (Literatur gibt es hier: Overney, G. & N. (2008): The Excellent Leitz Microscopes with Black Enamel Finish. Micscape Magazine, 149, März 2008, http://www.microscopy-uk.org.uk/index.html.

1970 kostete das Laborlux-Stativ in der "Grundausrüstung (ohne optische Ausrüstung) mit Phototubus FS und Kondensor Nr. 602 L" (achromatischer Klappkondensor) 2533 DM.

Die Objektive:
a.)   Leitz 170/-  4/0,12  (habe ich in der Liste nicht gefunden. Da gibt es nur einen Achromat 4/0.10 für 56 DM)*
b.)   Leitz 170/0,17  45/0,65 (gab es als Achromat mit 37 mm und 45 mm Abgleich für 114 bzw. 117 DM)
c.)   Leitz /- L32/40  (Das L steht für ein Objektiv mit langem Arbeitsabstand. In der 1970er-Liste gibt es kein Objektiv mit dieser Gravur. In der Übersicht "Image-forming and illuminating Systems of the Microscope" http://www.science-info.net/docs/leitz/ steht es drin: Arbeitsabstand = 6,4 mm, Abgleichlänge 45 mm. Hat das Objektiv hat eine Irisblende??)
d.)   Leitz Flu 170/-  10:1  A0,25 (gab es als Achromat mit 37 mm und 45 mm Abgleich für 78 DM; allerdings ohne die "Flu"-Gravur)

Mindestens eines der Objektive sieht so aus, als wäre es mit einem Zwischenring (PLEZY?) von 37 mm auf 45 mm Abgleich adaptiert. Bei einer Tubuslänge von 170 mm sind die eingesteckten Okulare von Zeiss keine ideale Lösung. Ich kann gerne im Tausch ein paar passende Leitz Periplan-Okulare anbieten (bitte per Privat-Mitteilung).

Der "Mikroansatz für Aufnahmen 24 x 36 mit der Leica" kostete (mit dem hier fehlenden Verschluss und dem auswechselbaren Stutzen) 464 DM. Zur Adaption einer digitalen Kamera wird man die beiden Teile evtl. gar nicht brauchen.

Einen Verkauf dieser schönen Ausrüstung halte ich ebenfalls nicht für sehr lukrativ. Die Preise für gebrauchte Mikroskop-Artikel, die nicht gerade selten sind, sind sehr niedrig. Gut für Käufer - schlecht für Anbieter. Dann doch lieber zum Selber-Hineinblicken benutzen, denn es ist ein feines Gerät, dass sich durch den Fototubus auch gut für die Fotografie ausbauen lässt.

*PS: in der großen Übersicht "Image-forming and illuminating Systems of the Microscope" steht dieses Objektiv drin: AA: 24 mm, AL: 45 mm.