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Handmikrotom

Begonnen von wasilis, Oktober 21, 2009, 17:02:44 NACHMITTAGS

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wasilis

Hallo
Ich würde gern histologische Präparate anfertigen. Nun das Problem liegt an den Schnitten.
Hab mal nach Handmikrotomen gesucht. Die machen aber nur Schnitte bis ~20-30µm, wenn die Angaben denn stimmen. Dann sehe ich die Bilder im Forum und da sind Schnitte von 0,5µm !?!? drin (Rattenniere von Carsten) in perfekter Präparation und Präsentation.
Wenn die Zelle doch 8-15µm groß ist wieso dann so ultradünne Schnitte machen??.

Beste Grüße Wasilis

CaDi

Hallo Wasilis,

Handmikrotome (Zylindermikrotom etc.) sind soweit ich weiß für botanische Objekte gedacht.
Allerdings habe ich es noch nie ausprobiert damit Paraffin zu schneiden, wäre ein Versuch wert.
Histologische Schnitte bei einer Dicke von 20-30µm sind meist nur für 3D-Rekonstruktion am
Laser-Scanning-Mikroskop oder andere eher exotische Dinge wie Übersichtsfotos bei denen dünne
Schnitte oft zu blass sind.
Zellen schrumpfen teilsweise extrem bei der Verarbeitung (Entwässerung), weswegen man in der
Pathologie versucht 1-1,5 oder 2µm zu schneiden (gibt aber auch Unterschiede, je nach Labor).
Man kann so alle Zellen schön nebeneinander sehen. Bei dicken Schnitten hat man nicht selten mehrere
Zellschichten, wo man keine davon richtig scharf sehen kann. Ich schätze das wäre für die
Diagnose schlecht (die Frage können die Pathologen hier bestimmt besser beantworten).l

Ich würde sagen für schwache Vergrößerungen ist es durchaus sinnvoll 4-6µm zu schneiden. Man hat
oft eine stärkere Färbung (die Färbung wird nicht so schnell herausgewaschen) und deswegen erscheinen
die groben Strukturen knackiger. Die feinen Strukturen sind bei starker Vergrößerung dann aber oft
nicht genau zu identifizieren. Ein Beispiel wäre der Dickdarm. Die Darmepithelzellen sind eosinophil gefärbt
(rosa), die Becherzellen wegen des Schleims blass. Bei einem dicken Schnitt übersieht man so leicht die
Becherzellen wenn sie von den Darmepithelzellen verdeckt werden.

Viele Grüße,
Carsten

Ronald Schulte

Hallo Wasilis,

Carsten hat schon gut erklärt warum Histologische Schnitte so dünn sein sollte!
Er hat leider noch keine Erfahrungen mit Schneiden von Paraffin-Blöcke mit ein HandZylindermikrotom (Carsten: "versuche es auch nicht!!").
Ich habe die Erfahrung wohl. Habe mich die damals gekauft weil ich nicht die Kenntnis hatte und ein echtes Mikrotom war mir viel zu teuer.
Später wusste ich das die Histologie mein echtes Hobby ist und hab mich ein gebrauchtes, aber gutes, A&O Rotation Mikrotom gekauft mit einmalklingelbehälter.
Das ist für die Histologie das unterschied zwischen Lada und euer BMW.
Hier noch ein paar Bilder von damals.

Grüße Ronald

















Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

liftboy

Hallo Ronald,
soo schlimm sieht der Schnitt doch nicht aus; was man sehen muss ist einigermaßen erkennbar (ist natürlich nichts zum Angeben)
Zur Übersicht durchaus tauglich.
Wenn Du Deine alten Handmikrotome loswerden willst, müssten wir über den Preis reden
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Jürgen H.

Hallo Wasilis,

Ronalds Erfahrungen mit dem Handmikrotom kann ich bestätigen, wenn auch nicht so schön dokumentarisch belegen. Genau so wie Ronald es mit seinen Photos zeigt, habe ich nämlich auch angefangen. Es lässt sich sogar so mitunter ein halbwegs akzeptables Ergebnis - mit viel Glück doch auch etwas unter 20 µ - erzielen. Wobei ich den Vorteil hatte, dass meine Blöckchen doch kleiner waren. Aber, um Vergleich des Handmikrotoms mit Autos zu bleiben: Der "Lada" war schon ziemlich klapperig und fiel bald durch den TÜV. Im Grunde ist das klar: Für Dünnschnitte muss das Messer sauberst geschliffen sein. Ich habe es damals nicht mit der Rasierklinge, sondern mit einem Rasiermesser gemacht.  Dann schubbert man jedesmal beim Schneiden mit der gesamten Klinge und mit nicht ganz sauber reproduzierbaren  Anstellwinkel über die Glasplatte. Und der Feststellmechanismus, in den das Blöckchen gespannt wird, ist auch nicht völlig spielfrei. Andrerseits: Ich hab dabei einige Erfahrungen gesammelt. Heute bin ich etwa auf Golf Niveau: Ein kleines altes Leitz Schlittenmikrotom, mit relativ kurzer Bahn, schon etwa abgenudelt, aber fürs Hobby tut es das. Wenn ich mal groß bin, kauf ich mir dann auch ein "richtiges" Mikrotom :-)

Nein, ich hänge irgendwie an dem alten Stück. Ob es eine Möglichkeit gibt, die feinsten Rillen in der Schlittenbahn, die das schöne Gleiten übers Öl ermöglichen zu erneuern?

Schöne Mikrogrüße

Jürgen

liftboy

Hallo Jürgen,
ein guter Werkzeugmacher sollte Dir helfen können!
(überschleifen und anpassen)
Wenn man dem Mann erklärt wozu das Ganze dient und Interesse weckt, bleibt meistens auch der Preis moderat.
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Peter V.

Zitat von: liftboy in Oktober 21, 2009, 19:54:26 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ein guter Werkzeugmacher sollte Dir helfen können!
(überschleifen und anpassen)
Wenn man dem Mann erklärt wozu das Ganze dient und Interesse weckt, bleibt meistens auch der Preis moderat.
Gruß
Wolfgang

...oder einer Schule spenden. Derartige Geräte sind dort heute Standard!
( Entschuldigung für diesen Kalauer.. )

Hezrliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Jürgen H.

Nix Schule, Peter! Das brauch ich selbst. Und mit dem Schulkram will ich mein schönes Teil nicht verglichen haben, klar? ;-))

Ja Jörg, wenn das so einfach wäre. Werkzeugmacher gibt es bei uns im Städtchen zwar nicht wenige. Aber:

Schau mal hier, die Abbildung 4.15 und den zugehörigen Text:

http://www.mikroskopie-muenchen.de/cut-mikrotom.html#um-mik

Von diesen Bahnen, über die der Schlitten läuft, gibt es bei meinem Mikrotom zwei. Die feine Riffelung, von der Klaus Henkel schreibt, ist durchaus spürbar. Mit Glattschleifen ist es da nicht getan. Das wär kontraproduktiv. Wie so eine Riffelung ins Metall kommt weiß ich nicht. Heute läuft das wohl generell über Gleitrollen. Ein veraltetes Modell eben, alter "VW Käfer" :-)) Aber schön. Passt zu meinem alten Leitz Messingmikroskop.

Gut Schnitt!

Jürgen

Ronald Schulte

Wolfgang,

Zylindermikrotom ist schon verkauft.

Ronald
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

Peter V.

Zitat von: Peter Voigt in Oktober 21, 2009, 19:57:57 NACHMITTAGS
Zitat von: liftboy in Oktober 21, 2009, 19:54:26 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ein guter Werkzeugmacher sollte Dir helfen können!
(überschleifen und anpassen)
Wenn man dem Mann erklärt wozu das Ganze dient und Interesse weckt, bleibt meistens auch der Preis moderat.
Gruß
Wolfgang

...oder einer Schule spenden. Derartige Geräte sind dort heute Standard!
( Entschuldigung für diesen Kalauer.. )

Hezrliche Grüße
Peter



Hallo!

Oh...Verzeihung!!! Da ist auch etwas schwer durcheinandergarten. Das sollte eigentlich meine Antwort auf DIESEN Beitrag ( in einem ganz anderen thread ) sein:
Hallo Wasilis,
ZitatNICHT wegwerfen das kleine Teil, als Reisemikroskop reicht es wahrscheinlich noch aus; leicht genug wird es allemal sein.
Und wenn es dann kaputt geht wars nicht schade.
Gruß
Wolfgang

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

wasilis

Vielen Dank für die Infos
Dann kommt eine günstige Lösung mal wieder nicht in Frage.

Schöne Grüße
Wasilis