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fossile Pollen?

Begonnen von A. Büschlen, November 11, 2009, 19:44:18 NACHMITTAGS

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A. Büschlen

Hallo,

die folgenden Pollen stammen aus einer Torfprobe! Ich war sehr überrascht, über die Vielfalt und über den guten Zustand dieser Pollen. Für mich ist es das erste Mal, dass ich die Gelegenheit habe, solche Proben am Mikroskop zu untersuchen.
Die Torfprobe wurde nicht durch mich aufgearbeitet.



Ich Frage einfach: sind es wirklich fossile Pollen?

Arnold Büschlen




Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

TPL

Zitat von: A. Büschlen in November 11, 2009, 19:44:18 NACHMITTAGSsind es wirklich fossile Pollen?

Hallo Arnold,
wenn die Pollen-Proben nicht von der aktuellen (=rezenten) Oberfläche des Moores stammen, dann wurden sie wohl ausgegraben und dann sind sie per Definition fossil http://de.wikipedia.org/wiki/Fossil.
Natürlich ist das ein extrem weiter Begriff, der auch noch nichts über das Alter sagt.

Ralf

Hallo Arnold,

durch den Vorgang der Acetolyse sollen rezente Pollen den fossilen Pollen ähnlich gemacht werden. Bei der Acetolyse wird die Exine (Außenhaut) und alle Cellulosebestandteile entfernt. So behandelte Pollen kann man dann mit fossilen Pollen, die im Laufe der Jahre eben weitgehend verwest sind, besser vergleichen. Hier habe ich das mal gemacht:


Löwenzahnpollen

und hier auch:


Sporen von Bärlapp, Lycopodium spec.


Deinen Bildern eigentlich recht ähnlich.

Wenn Du da weiter einsteigen möchtest, kann ich Dir etwas Literatur dazu schicken.



beamish

Hallo Arnold,

das Skelett von Pollen scheint sehr stabil zu sein. Während meines Studiums habe ich Pollen aus eiszeitlichen Lößschichten gezählt..., und da gibts bestimmt noch ältere.

Grüße, Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Bernhard Lebeda

Zitat von: Ralf in November 11, 2009, 20:48:36 NACHMITTAGS

durch den Vorgang der Acetolyse sollen rezente Pollen den fossilen Pollen ähnlich gemacht werden. Bei der Acetolyse wird die Exine (Außenhaut) und alle Cellulosebestandteile entfernt. So behandelte Pollen kann man dann mit fossilen Pollen, die im Laufe der Jahre eben weitgehend verwest sind, besser vergleichen. Hier habe ich das mal gemacht:




Hallo Ralf

was willst Du denn noch vergleichen wenn die Exine entfernt ist??  Es ist vielmehr so, dass man ja gerade durch die Acetolyse die Morphologie der Exine besser darstellen möchte. Dazu wird alles entfernt AUSSER der Exine!


viele Grüsse


Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Bernhard Lebeda

...ach schau doch mal gerade was ein gewisser Herr Dr.Wagner dazu schreibt  ;D ;D


http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?2,46016,46016


Helau nach Düsseldorf!!


Bernhard

Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

TPL

Zitat von: beamish in November 11, 2009, 20:54:58 NACHMITTAGSdas Skelett von Pollen scheint sehr stabil zu sein. Während meines Studiums habe ich Pollen aus eiszeitlichen Lößschichten gezählt..., und da gibts bestimmt noch ältere.

Hallo Martin,
Pflanzen gibt es schon seit dem Ober-Silur (rund 400 Millionen Jahre v.h.). Samenpflanzen und damit auch die Pollen gibt es seit dem oberen Devon (rund 380 Mio. Jahre). Wenn Sie nicht durch Oxidation verwesen, sondern z.B. in Faulschlamm eingebettet werden und auch im Laufe der weiteren, laaaaangen Geschichte nicht mit oxidierenden Wässern in Kontakt kommen, sind die Exine extrem stabil. So stabil, dass man zu ihrer Isolation aus dem einbettenden Gestein Salz- und Flusssäure einsetzt. Die löst die umgebenden Karbonate und Silkate weg - aber die Pollen (und Sporen, etc.) bleiben! Wirklich beeindruckend.

beamish

Hallo Thomas,

ebendiese Säuren haben wir zur Aufbereitung der Proben eingesetzt. Ich war wirklich beeindruckt! Ich dachte damals Flußsäure löst ja wohl alles auf... ;-)

Grüße,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

A. Büschlen

Guten Tag,

besten Dank an für alle Hinweise und Ergänzungen.-

Ich beschäftige mich schon einige Zeit mit Pollen und mir steht der "Beug" auch zur Verfügung. Neu ist für mich das Ausgangsmaterial Torf. Was mich dabei einfach schon erstaunt ist, dass sich aus

solchen Brocken Torf


eine grosse Anzahl und eine grosse Vielfalt von Pollen extrahieren lassen.

Arnold Büschlen






Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Ralf

Zitat von: Bernhard Lebeda in November 11, 2009, 21:16:44 NACHMITTAGS
...ach schau doch mal gerade was ein gewisser Herr Dr.Wagner dazu schreibt  ;D ;D


http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?2,46016,46016


Helau nach Düsseldorf!!


Bernhard




Hallo Bernhard,

da hat der Hoppeditz bei mir wohl voll zugeschlagen  :P . Du hast natürlich vollkommen recht, die Exine bleibt nach der Acetolyse als einziges übrig.