Klebegrund für Diatomeen

Begonnen von Dr. Jekyll, Januar 25, 2021, 21:42:13 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Dr. Jekyll

Hallo,

Welcher Klebegrund für Diatomeen verträgt sich denn mit Pleurax?
Beste Grüße
Harald

anne

Hallo Harald,
früher war auf der Seite diatoms.eu ein Rezept von Michel Haak. Ich kann mich erinnern, dass es PVA basierte. Ich hatte es auch getestet und es hat funktioniert. Der große Nachteil war allerdings, dass es immer frisch hergestellt sein muss. Bereits nach ca. 10 Tagen, war es nicht mehr verwendbar.
lg
Anne

Letztendlich geht es beim Klebegrund immer um die Verträglichkeit mit dem Lösemittel des Eindeckharzes.

Bob

Hallo Anne,
soweit ich erinnere basierte Michels Klebegrund auf Polyacrylamid, oder täusche ich mich da? Probiert habe ich es damit nicht.
Seine Seite scheint ja offline zu sein, ich hoffe, es geht ihm gut.

Hallo Harald,
ich habe mal Diatomeen gelegt mit einer dünnen Schicht Schelllack als Klebegrund und Arocolor als Eindeckmittel. So schön fest wie Pleurax ist das Aroclor aber auch nach Jahren nicht gewesen. Bei Pleurax scheiden wegen der hohen Temperatur die meisten denkbaren Klebegründe aus.

Viele Grüße,

Bob

anne

Hallo Bob,
ja da hast Du recht!
Leider habe ich das Rezept nicht gespeichert.
Michel Haak geht es gut, er pausiert nur.
lg
Anne

jochen53

Hallo Bob,

bei der Bezeichnung Aroclor wurde ich hellhörig. Bist Du sicher, daß es das wirklich war? Aroclor ist ein Handelsname der ehemal. U.S. Firma Monsanto (ja, die mit Glyphosat) für Polychlorierte Biphenyle (PCB). Hinter dem Namen Aroclor kam noch eine 4-stellige Zahl, beginnend mit 12XY, wobei XY den Chlorgehalt in % bedeutete und bis 68 % ging. Bedingt durch den Aromaten und den hohen Chlorgehalt weisen sie sehr hohe Brechungsindices auf und waren deswegen in der Vergangenheit in Mischung mit ebenfalls toxikologisch bedenklichen Phthalsäureestern (Di-n-butylphthalat , Dimethylphthalat usw.) Bestandteil von synthetischen Immersionsölen. Auch in bestimmten Einschlußharzen war es möglicherweise als Weichmacher enthalten, wie auch die inzwischen auch größtenteils verbotenen Chlorparaffine.
Die Aroclor-Typen waren zwar z.T. recht hochviskos, aber sie härteten nicht aus.

Viele Grüße, Jochen


Herbert Dietrich

Hallo Diatomisten,

von Eberhard Raap habe ich folgendes Rezept für Klebegrund für Radiolarien bekommen.
Vermutlich gilt dies auch für Diatomeen.

Herzliche Grüße

Herbert


Bob

Hallo Jochen,
ich habe das Zeug als Aroclor für genau diese Anwendung und mit den entsprechenden Hinweisen bekommen. Bei einem länger über Kopf hägenden Präparat war mir gerade aufgefallen, dass das Deckglas runterhängt, kann also sein, dass es nur von Hoffnung und Lackring gehalten wird.
man sollte schon sauber damit arbeiten. In Caedax war auch PCB enthalten, deshalb wurde es wohl nicht weiter hergestellt.

Hallo Herbert,
der Klebegrund muss ja immer zum Eindeckmittel und ggfs. Haftgund passen. Pleurax erwärmt man auf etwa 180°, da verkokeln Klebegründe aus Schellack und Zucker und dergl.. Da Pleurax in Isopropanol gelöst ist, würde es auch den Schellack anlösen. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, da etwas geeignetes zu finden. Aber wenn es nicht schwierig wäre, wäre es ja wieder langweilig. ;D

Viele Grüße,

Bob

CMB

Moin in die Runde,

...warum nicht die Methode von Altmeister J.D.Möller benutzen, die im Mikroskosmos auf Seite 325 ,Band 97 beschrieben ist.

https://www.zobodat.at/pdf/Mikrokosmos_97_6_0001.pdf

Der Artikel hat den Titel ,,Die größte Typenplatte der Welt und  ihre Herstellung ,,und basiert auf einer brieflichen Anleitung Möllers für einen befreundeten Diatomisten (Kinker) .

Grüße in die Runde
CMB

Dr. Jekyll

Moin,

zur Erinnerung: Die Frage lautet "Welcher Klebegrund verträgt sich mit Pleurax"?

Die Frage war nicht welche Kleber gibt es.
Beste Grüße
Harald

CMB

Moin,

vielleicht kommt man ja weiter, wenn man für solche Präparate auf Pleurax verzichtet, und andere Einschlussmittel wählt..

aber wenn man das nicht möchte... einfach den Post ignorieren ..

Heitere Grüße
CMB

anne

#10
Hallo Harald,
ich schreib Michel mal an und frage nach dem Rezept.
lg
anne

Dr. Jekyll

Beste Grüße
Harald

anne

Hallo Harald,
Michel Haak hat es wieder auf seine Website diatoms.eu gestellt.
Er lässt es dort für ca. 1 Woche.
lg
Anne

Bob

Hallo Anne,
danke, ich habe mir das auch gespeichert. Das Polyacrylamid muss ein ziemliches Teufelszeug sein, wenn es bei 180° durchhält.
Michels Hinweise zum Verstopfen von Abflüssen fand ich auch interessant.

Viele Grüße,

Bob

JM

Hallo Harald,
zu Unizeiten habe ich öfters ,,Klebegrund" benutzt. Dazu habe ich Paketband (das braune Billigklebeband) in Hexan gegeben. Dabei hat sich der Klebegrund abgelöst und im Hexan gelöst. Gibt man nun einen Tropfen dieser Lösung auf einen Objektträger bildet sich eine hauchdünne, transparente Klebeoberfläche. Darauf hat alles geklebt.
Zum Pleurax. Pleurax hat einen hohen Brechungsindex. Das lässt auf halogenierte Aromaten schließen. Der Klebegrund hat sich ja in Hexan gelöst. Dann dürfte er sich auch in halogenierten Aromaten (=Pleurax) lösen. Ein Versuch wäre es wert....
Beste Grüße
Jan