Autor Thema: Einzeller, Algen und Amöben züchten  (Gelesen 862 mal)

bern74

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Einzeller, Algen und Amöben züchten
« am: Februar 12, 2021, 15:49:44 Nachmittag »
Wenn ich für die Mikroskopfotografie möglichst viele verschiedene Einzeller, Algen und Amöben züchten möchte. Gibt es da verschiedene Rezepte, Anleitungen, Links oder Webseiten? Vielen Dank !

plaenerdd

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #1 am: Februar 12, 2021, 16:17:47 Nachmittag »
Hallo Namenloser,
wer sich für dergleichen Tümpelleben interessiert, kommt um das Buch "Das Leben im Wassertropfen" nicht umhin. Ältere Auflagen sind preiswerter zu bekommen. Auch wenn die zahlreichen Zeichnungen zur Bestimmung den Hauptteil des Buches ausmachen, gibt es darin auch ein sehr gutes Kapitel über "Kulturen", in dem Nährmedien und viel gute Tipps zu finden sind. Auch die Einführungskapitel zu den einzelnen Gruppen sind lesenswert.
Auf der Seite "Lebendkulturen Helbig" sind ein paar sehr nützliche Anleitungen zu finden, auch wenn Herr Helbig wohl keine Kulturen mehr verschickt.
Beste Grüße
Gerd
« Letzte Änderung: Februar 12, 2021, 16:19:47 Nachmittag von plaenerdd »
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ "TECHNIVAL";
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spectator

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #2 am: Februar 13, 2021, 11:13:31 Vormittag »
Hallo,
das von Gerd empfohlene Buch sollte jeder Mikroskopiker (nicht nur die "reinen Tümpler") im Bücherschrank haben. Auch sollte man nicht nur die Bestimmungs-Seiten lesen, diese Buch ist auch wahre eine Fundgrube für weitergehende Tipps. Gerade für jemanden, der erst mal in ein Thema reinschnuppern will, sehr gut!
Es gibt natürlich auch noch speziellere Literatur zu diesem Thema, z.B.
- aus der Grünen KOSMOS-Reihe: Mayer, Kultur und Präparation der Protozoen  und
-Röttger, Praktikum der Protozoologie.
Beide Bücher sind ca. 25 Jahre alt und nur antiquarisch ( im www) zu bekommen, sie haben natürlich den Nachteil, wenn bei Rezepturen steht "man nehme...", so fragt man heute oft "woher nehmen?". Damals hatte man noch... .
Viele Grüße
Helmut
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluß der Welt!

bern74

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #3 am: Februar 14, 2021, 13:01:37 Nachmittag »
Vielen Dank für die guten Tipps. Das Buch werde ich mir unbedingt besorgen. Bei meiner Recherche bin ich auf ein neues Buch gekommen Werner Nachtigall Faszination Mikroskopie. Lohnt sich das BUch?

Herbert Dietrich

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #4 am: Februar 14, 2021, 13:47:48 Nachmittag »
Hallo Bern..

Hast Du schon in den mikrobiologischen Garten von Heribert Cypionka geschaut?

http://www.mikrobiologischer-garten.microbial-world.com/de/index.php3

der ersetzt manche Bücher.


Herzliche Grüße

Herbert

plaenerdd

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #5 am: Februar 14, 2021, 16:50:46 Nachmittag »
Hallo "bern74",
hier wurde das Buch "Faszination MIkroskopie" sehr ausführlich besprochen, aber auch sehr subjektiv.
Beste Grüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
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bern74

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #6 am: Februar 14, 2021, 17:49:21 Nachmittag »
Vielen Dank für die guten Tipps. Da werde ich wohl auf die Nachauflage warten. Ich habe gelesen dass es für Stereomikroskope auch eine Dunnkelfeldeinrichtung gibt. Für welche Zwecke wäre das vorteilhaft nutzbar? Wann lohnt sich eine Anschaffung? Viele Grüße Bernd

SNoK

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #7 am: Februar 14, 2021, 18:19:12 Nachmittag »
Wo es sich gerade um Bücher dreht. Ich habe die 3. Auflage von 1976 vom "Leben im Wassertropfen", und dann die 9. Auflage von 2002. Lohnt es sich, die neuste Auflage (13. Auflage) zu kaufen?

Stephan
Mikroskop: Leica DMRB Durchlicht mit Hellfeld, Dunkelfeld, Phasenkontrast, DIK, Polarisation
Objektive: 5x, 10x, 20x, 40x, 100x Öl; alle Plan Fluotar
Stereomikroskop: MBS 10
Kamera: Sony alpha 6500 (spiegellos)
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plaenerdd

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #8 am: Februar 14, 2021, 18:39:32 Nachmittag »
Hallo "Bern74",
Bei jeder Art von Mikroskopie muss man zwischen zwei Grundarten der Beleuchtung unterscheiden: Auflicht und Durchlicht. Alle Stereomikroskope werden überwiegend im Auflicht benutzt und davon wieder die meisten im "Dunkelfeld". Das ist immer dann der Fall, wenn das Licht nicht über das Objektiv selber eingespiegelt wird. Also ist Auflicht-Dunkelfeld die "normale" Beleuchtung für Stereomikroskope.

Etwas anderes ist es beim Durchlicht, was nicht jedes Stereomikroskop kann. I.d.R. braucht man dazu einen Durchlichttisch. Da ist die üblichte Beleuchtungsart natürlich das Hellfeld, bei dem das Licht der Beleuchtung auch ins Objektiv gelangt. Um hier "Dunkelfeld" zu realisieren, braucht es einen Kondensor, der das Licht in einem größeren Lichtkegel zum Objekt schickt und aus dem das Zentrum ausgeblendet wird. Wozu ist dieser recht hohe Aufwand notwendig? Durchlicht-Dunkelfeld erlaubt sehr viel kleinere Teilchen kontrastreich sichbar zu machen, als im Hellfeld. Eine konkrete Anwendung fällt mir da nicht ein, aber da können andere sicher etwas mehr beisteuern. Für Hobbymikroskopiker, dürfte vor allem der ästhetische Aspekt eine Rolle spielen, da das Objekt vor dunklem Hintergrund leuchtet. Macht natürlich nur für durchscheinende Objekte Sinn (z.B. Wasserflöhe).
Im Forum sind ein paar Selbstbauten beschrieben, hier für das MBS-10.

Hallo Stephan,
die älteren Auflagen sind durchaus brauchbar. Die allerneuste Auflage ist vom Format etwas größer und enthällt viele neue Fotos im Fototeil des Buches, den man aber eigentlich nicht wirklich braucht. Im Laufe der Jahre sind auch ein paar neue Arten in den Wassertropfen aufgenommen worden, die alle als extra-Tafeln am Ende des Buches eingeführt wurden. Das ist aber nur ein relativ kleiner Anteil, im Vergleich zu den ursprünglichen Tafeln. Also wenn der Geldbeutel klamm ist man deutlich unter die 44,-€ für die neuste Auflage kommt, lohnt sich die Anschaffung durchaus.

Beste GRüße
Gerd
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
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limno

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #9 am: Februar 14, 2021, 21:07:27 Nachmittag »
Hallo Stephan,
es geht billiger und besser!
Hier meine damalige Rezension:
Zunächst zum äußeren Erscheinungsbild: Er ist großformatiger, aber dafür dünner geworden. Die Papierqualität hat sich meinem Eindruck nach verschlechtert. Für ein Buch, das nicht nur als schöner Schmöker, sondern zudem als Arbeitsbuch nah am Wasser herhalten muss, ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt, wie ich finde.
Die Zeichnungen- nach wie vor Herz- und Glanzstück des Buches- werden, dank des größeren Formats, ihrerseits verdientermaßen größer abgebildet. Auch dem beschreibenden Teil wurde mehr Platz spendiert, wodurch der Text übersichtlicher wird.Die Änderung der Schrifttype hingegen macht den Text schwerer lesbar, viel zu dünn ist die Strichstärke der Buchstaben - oder sollte der Druckerei zwischenzeitlich die Druckerschwärze ausgegangen sein ?
Die Bilder im  Fototeil haben nicht zuletzt wegen der Bilder von Wolfgang Bettighofer einen Qualitätssprung  gemacht. Allerdings gießt auch hier die Druckerei Essig in den Wein: Das schöne Bild einer Hexarthra  mira in der Auflage 2006 ist einem hundsgemeinen Druckfehlerteufel >:( zum Opfer  gefallen, und nicht sie allein, wie man bei näherer Betrachtung einiger anderer Fotos feststellen muss!
Ich hätte den Autoren mehr Mut zu einer aktuelleren Systematik gewünscht. Denn es ist ja doch wohl so, das sich dank molekularbiologischer Methoden eine ganze Menge Neues getan hat, das doch mittlerweile fest etabliert und unumstritten ist. So gesehen kann ich auch bei meiner alten Ausgabe bleiben, was ich schließlich auch getan und das Buch fast postwendend zurückgeschickt. habe. Aus meiner Sicht ist also auch der neue "Streble/Krauter" ein Zitat "konkurrenzloses Standardwerk", wenn man seine etwas älteren Ausgaben außer acht läßt.
Hoffentlich erreicht Dich mein Post noch rechtzeitig!
Gutenachtgrüße von
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

SNoK

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #10 am: Februar 14, 2021, 22:46:46 Nachmittag »
Lieber Heinrich,

ja, ist rechtzeitig, ich habe noch nichts bestellt. Falls Buchhandlungen mal wieder öffnen, werde ich zu Hugendubel oder Thalia gehen, die haben das im Regal stehen, wenn ich mich recht erinnere. Dann mache ich mir selbst mal ein Bild. Erstmal bleibe ich somit bei der Ausgabe von 2002. Ich hatte mich bei Gerd auch gefragt, was er mir genau mit dem Satz
 
„Also wenn der Geldbeutel klamm ist man deutlich unter die 44,-€ für die neuste Auflage kommt, lohnt sich die Anschaffung durchaus.“

sagen will. Ich war noch am Dechiffrieren als Dein post eintraf (-;

Was übrigens unbedingt mal mit neuen, besseren Bilder wieder aufgelegt werden sollte, ist der Kosmos Algenführer. Den finde ich sehr gut gemacht, nur die Bilder sind nicht mehr state of the art.

Grüße und danke an Euch beide,
Stephan

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plaenerdd

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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #11 am: Februar 15, 2021, 17:28:01 Nachmittag »
Sorry Stephan,
ich ergänze:
„Also wenn der Geldbeutel klamm ist und man mit einer älteren Auflage deutlich unter die 44,-€ für die neuste Auflage kommt, lohnt sich die Anschaffung durchaus.“
Ich habe meine alte Auflage von 1988 auch noch. Nach dem ich mir die neuese gegönnt hatte, ist diese ins Gartenhaus auf dem Wochendgrundstück gewandert, wo ich auch ein Mikroskop stehen habe.
Beste Grüße
Gerd
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Re: Einzeller, Algen und Amöben züchten
« Antwort #12 am: Februar 15, 2021, 20:39:12 Nachmittag »
Danke Gerd für die Klarstellung. Wie ich schon schrieb, bleibe ich erstmal nach Euren Ausführungen bei meiner Ausgabe von 2002. Die neueren Ausgaben sind ja auch keine kompletten Überarbeitungen, sondern es werden hinten Tafeln mit weiteren Arten angefügt. Offenbar ist es schwierig oder zu aufwändig, die neuen Erkenntnisse in die vorhandenen Tafeln einzuarbeiten. Was die Aktualisierung von Adressen etc. angeht, kann man die auch andernorts finden. Neue bessere Bilder sind schön. Ich finde ja nach wie vor, dass es für den Hausgebrauch sehr hilfreich ist, seine eigenen Funde mit Fotos zu vergleichen, statt mit Strichzeichnungen. So sieht man schnell, ob man auf der richtigen Fährte ist und kann dann in die Detailliteratur einsteigen. Das gefällt mir am Kosmos Algenführer. Leider wird man auf das Opus Magnum von Martin Kreutz noch Jahre warten müssen, und so bleibt mir derzeit vor allem das Simmelried-Buch und das Internet, vor allem mit „pling“.

Grüße
Stephan
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