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Jung Rotationsmikrotom

Begonnen von Erich T., Juni 30, 2021, 14:09:56 NACHMITTAGS

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Erich T.

Liebes Forum,
seit kurzer Zeit bin ich, dank eines Forummitgliedes, stolzer Besitzer eines Jung Rotationsmikrotoms. Noch hatte ich keine Zeit mich näher damit zu befassen, kann es aber kaum erwarten.
Um möglichst schonungsvoll damit umzugehen, bitte ich um Hilfe zu folgenden Fragen:

1. Die angegebene Schmieranleitung: welches Öl sollte verwendet werden für Gleitbahnen und Schmiernippel. Gibt es dafür Vorgaben, Empfehlungen, Erfahrungen,..

2. Kann miir jemand Unterlagen über dieses Gerät zur Verfügung stellen (Prospekte, Gebrauchsanleitungen, etc.)

Bild 1:


Bild 2:


Bild 3:


Bild 4:


Bild 5:


Bild 6:


Ich bin dankbar für alle Tipps und Hinweise,
vielen Dank und liebe Grüße
Erich

Hugo Halfmann

Hallo Erich,

zum Schmieren würde ich ein nicht allzu dünnflüssiges Öl nehmen, zur Not geht aber auch das Motorenöl vom Auto. Ich habe mit Waffenöl von Pressol gute Erfahrungen gemacht.
Frag mal bei Leica Biosystems (ehem. Jung) in Nussloch an, wahrscheinlich haben die noch die BDA als pdf-Datei.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Erich T.

Hallo Hugo,
vielen Dank für deine Antwort. Dann ist die Art des verwendeten Schmiermittels also  nicht so kritisch als ich dachte. Bei der Firma Leica Biosystems werde ich mal anfragen.

Nochmals danke und liebe Grüße
Erich

Rawfoto

Hallo Erich

Ich verwende Haftöl säurefrei bei einem neueren Leitz Mikrotom, alles andere verflüchtigt sich zu schnell. Im Sommer verflüchtigt sich dünnflüssiges Öl ohne Verwendung ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

mlippert

Zur Schmierung würde ich irgendein modernes, nichtverharzendes Universalöl höherer Konsistenz nehmen. Motorenöl könnte gehen, ist aber evtl. etwas stinkig. Aufpassen sollte man mit Sachen wie Ballistol/Waffenöl oder WD40, die keine Öle im eigentlichen Sinne sind, sondern entweder Seifen oder flüchtige Stoffe enthalten. Für mein Schlittenmikrotom bin ich auf Fin Super Teflonspray umgestiegen. Das gab es früher noch nicht, schlägt aber das Original Jung Schlittenbahnöl um Welten! Solange aber noch nichts verharzt ist, klebt oder trocken ist, würde ich erstmal gar nichts ölen! Denn Öl zieht Dreck an und Dreck ist der Feind von Präzisionsmechanik.

Peter G.

Hallo Erich,

an Stellen, an denen Gleitreibung auftritt und an denen vor Korrosion geschützt werden muss und wo Verschmutzungen gelöst weren sollen benutze ich ein Waffenöl, das nicht verhartzt und zwar:
Tataaa!: Ballistol Gunex Waffenöl.
Heißt zwar auch Ballistol, ist aber keins. Ich verwende es sogar für meine Flinten, mit denen ich sportlich Wurftauben schieße und zwar an allen Waffenteilen. Löst den ganzen Pulverschmodder aus den Läufen, schmiert hervorragend und bleibt auch auf den Gleitflächen stehen. Der Rostschutz ist super! Und ist preiswert ist es noch dazu.

Und ganz nebenbei: Für mein Jung HN40 verwende ich es auch an den Gleitbahnen usw...

Grüße,
Peter G.

Provisorisch: Ich stehe nicht in geschäftlichen Verbindungen zur Firma Ballistol. :)

Bob

Hallo Erich,
um Dir die Entscheidung nicht zu einfach zu machen auch noch meine Sicht auf die Dinge: So ein Mikrotom kann man eigentlich nicht zu viel ölen, denn das Öl schmier nicht nur, es löst auch Schmutz und spült ihn und den Abrieb raus. Deshalb sollte man auch mit Fett vorsichtig sein, es hat diese spülende Wirkung nicht und man bekommt mit der Zeit ein "Fettopfer" mit stark erhöhtem Verschleiß.
Bei so einem uralten Stück ist es sicherlich nicht verkehrt zuerst viel mit relativ dünnflüssigem Öl zu schmieren um den alten Schmieranzelkram rauszuspülen. Für die senkrechten Führungen würde ich 220er Gleitbahnöl verwenden, das läuft nicht so schnell runter.
Das Fin Super Spray hatte ich mal auf eine Empfehlung im Forum gekauft und es ist für manche speziellen Anwendungen wirklich prima, nicht aber für mein Grundschlittenmikrotom. Ich halte es eher für überbewertet.

Viele Grüße,

Bob

Erich T.

Hallo Bob,
dein Tipp mit dem Gleitbahnöl klingt sehr plausibel. Es sollte doch auch nichts dagegen sprechen, dieses auch für die, durch die Schmiernippel zu schmierenden Wellen zu verwenden, oder sehe ich das falsch.

Liebe Grüße
Erich

jako_66

Hallo Erich,

habe auch so ein Teil, aber aus der ersten Reihe dieses Modells. Mit etwas Fin Super fülle ich nur das kleine Vorratsgefäß Bild 4, sonst nichts.
Gleitbahnen habe ich nicht gefunden. Innen sind bei mir Getriebestangen, die ich nur einmal zu Beginn gereinigt & neu mit einem Osim-Haftfett vorsorgt habe.

Viele Grüße

Sven

Bob

Das 220er Gleitbahnöl GLP 220 ist schon sirupartig zäh durch den Haftzusatz. Für Wellenlagerungen würde ich ein dünnflüssigeres Öl nehmen, am Anfang z.B Nähmaschinenöl, später könnte es etwas zäher sein, z. B. 68er Hydrauliköl oder Rasenmäheröl. Der Schmierspalt ist ja sehr eng bei den Wellen. Das gibt es bei ebay jeweils für ca. 10€ pro Liter, und für den Teil den man nicht fürs Mikrotom braucht findet man auch Verwendung.

Erich T.

Hallo Sven,
bei mir sind eindeutig Gleitbahnen vorhanden (siehe letztes Foto). Es handelt sich offenbar um ein anderes Modell.

Hallo Bob,
das Starten mit dem Nähmaschinenöl werde ich auf jeden Fall machen.

Ich habe jetzt meinen Schmierplan festgelegt. Falls nicht schwerwiegende Einsprüche kommen, sieht er so aus:

Gleitbahnen: Gleitbahnöl GLP 220
Wellen:          Für die ersten Wochen: Nähmaschinenöl
                      Danach: 68er Hydrauliköl

Mal sehen, ob sich die Firma Leica noch auf meine Anfrage meldet, vielleicht erfolgt dann noch eine Anpassung. Ich glaube aber, dass der jetzige Plan sehr brauchbar ist. Er kann ja nach einiger Zeit den Bedürfnissen angepasst werden.

Nochmals Danke an alle.
liebe Grüße
Erich

Hugo Halfmann

Nur noch eine Anmerkung zu Gunnex von Ballistol:

Das löst natürlich wunderbar Pulver und Geschossrückstände wie Blei und Kupferabrieb im Lauf.
Allerdings evtl genau so gut Nickel und Chromschichten am Mikrotom, die besser bleiben wo sie sind. Es ist eben kein Maschinenöl.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Klaus Schloter

Hallo,

für Rotationsmikrotom, Drehbank, und Ständerbohmaschine nehme ich Shell Tellus 32.
Das Öl ist nicht zu dickflüssig aber auch nicht zu dünnflüssig .
Ich kaufe es vom Fass bei einem Mineraölhändler.

Schönen Abend
Klaus

Bob

Hallo Hugo,
nach der Beschreibung sollte es an Metallteilen keinen Schaden anrichten und alten Dreck löst es vielleicht sogar sehr gut. Für eine schlichte Schmieraufgabe würde ich aber lieber ein ebenso schlichtes Öl verwenden.


Was man bei solchen Schmierstofffragen aber immer bedenken muss: Es gibt viele brauchbare Methoden und sehr wenig echte 1:1 Langzeitvergleiche. Somit ist es zu einem gewissen Grad immer eine Glaubensfrage. In manchen Foren geraten sie bei solchen Themen regelmäßig und unausweichlich ins Streiten!😂

Viele Grüße,

Bob

Peter G.

Zitat von: Hugo Halfmann in Juli 01, 2021, 17:08:58 NACHMITTAGS
Nur noch eine Anmerkung zu Gunnex von Ballistol:

Das löst natürlich wunderbar Pulver und Geschossrückstände wie Blei und Kupferabrieb im Lauf.
Allerdings evtl genau so gut Nickel und Chromschichten am Mikrotom, die besser bleiben wo sie sind. Es ist eben kein Maschinenöl.

Lieber Hugo,
ich habe doch ausdrücklich geschrieben, dass es sich bei Ballistiol Gunex nicht um das allseits bekannte "Ballistol" handelt! Das "normale" Ballistol habe ich vor vielen Jahren längst entsorgt. Gunex kommt allerdings auch von der Firma Ballistol.
Ja, Gunex löst Tombakrückstände (gibt dafür aber viel besseres), aber nicht chemisch sondern durch unterkriechen, sodass sie mechanisch entfernt werden können.

Grüße,
Peter G.