Ammoniten in Steinplatten, wie präparieren?

Begonnen von Nochnmikroskop, Juni 14, 2022, 21:36:38 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Nochnmikroskop

Hallo zusammen,
ich konnte 2 ältere Musterplatten bekommen, es sind Arbeitsplattenmuster aus Kalksandstein, Fossil Brown. Die Platten sind 500 mm x 300 mm x 11,5 mm groß und mit zahlreichen Ammoniten u.a. unterschiedlicher Größe versehen.
Die Dekorseite wurde wohl satiniert und weist einige mehr oder weniger tiefe Unebenheiten auf. Die grob geschliffene Rückseite ist hingegen plan.
Hat schon einmal jemand solche dicke Platten präpariert? Der Stein an sich sollte ja gut bearbeitbar sein.

Über Tips würde ich mich freuen.

LG Frank
LG Frank

Gerd Schmahl

Hallo Frank,
was stellst Du Dir denn unter Präparieren vor? Die angeschnittenen Fossilien heraus präparieren? Ich finde, die Stücke leben von ihrem Fossilreichtum, der sich im Anschliff am besten offenbart. Ich würde diese Platten höchstens neu schleifen (lassen). In diese Größenodnung macht das jeder Steinmetz.


Übrigens sind es keine Ammoniten, sondern Nautiloideen (gerade und aufgerollte). Sieht auf jeden Fall nach Paläozooikum aus, wahrscheinlich Ordovizium oder Silur. Ich habe bei einer kurzen Recherche nur erfahren können, dass das Zeug aus Marokko stammt.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Nochnmikroskop

Hallo Gerd,
es gibt 2 Ansätze, welche ich mir laienhaft vorstellen könnte. Jeweils nicht an der ganzen Platte, sondern an Bruchstücken bzw. Abschnitten.
1. Feinschliff und alle 1/10 mm eine Aufnahme machen. So kann man 3D Aufnahmen erstellen, quasi Stacken. Nachteil ist das dabei das komplette Objekt zerstört wird.
2. Irgendwie frei präparieren für Bilder mit Tiefenwirkung.

Heute habe ich einmal mit Essigessenz gespielt, dabei ist eine Fossilie zu ca. 0,3 mm Tiefe frei gestellt worden, da durch die Säure der Kalksandstein eliminiert wurde. Der Stein wird auch weich und kann mit richtigen Methoden ggf. grob abgekratzt werden.

LG Frank
LG Frank

Gerd Schmahl

#3
Hallo Frank,
ätzen mit Essig ist für Fossilien aus Kalk eher nicht zielführend. Die Objekte Deiner Begieride bestehen alle aus Kalziumkarbonat, wobei die größeren Kristalle, die sich in den Hohlräumen gebildet haben, nur etwas langsamer zerstört werden als der Rest. 20%ige Essigessenz ist schon fast zu viel. 10..15 % sind optimal, aber auch die zerstören die Fossilien aus Kalk am Ende. Das taugt maximal zum Kontrastieren, aber nicht zum Freilegen. Wenn Du da wirklich was freilegen willst, musst Du da mechanisch heran gehen: mit Zahnarztbohrer und Stichel. Das sind hier die Mittel der Wahl. Zwischen Fossil und Gestein gibt es in der Regel einen Dichte- und Härteunterschied, den man sich bei der mechanischen Präparation zu Nutze macht: Die Grenzfläche zwischen Fossil und Gestein wird zur Sollbruchstelle. Es gibt aber Gesteine, bei denen dieser Unterschied so gering ausfällt, dass eine gute Präparation fast unmöglich ist, zumindest für einen Laien. Der "Treuchlinger Marmor" aus dem Jura des Altmühltales ist dafür ein Beispiel. Das "Fossil Brown" kenne ich nicht persönlich, es sieht aber zumindest ähnlich dicht und feinkörnig aus und die Tatsache, dass es von den Steinmetzen als "Marmor" bezeichnet wird, obwohl es eigentlich aus Geologensicht ein dichter Kalkstein ist, spricht ebenfalls dafür.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Nochnmikroskop

Hallo Gerd,
Du hast sicher recht, dass man da nur mechanisch herangehen kann. Der Test mit Essigessens auf der Außenfläche (Küchen-Arbeitsfläche) war mehr ein Versuch, in wie weit die Oberflächenaufbereitung einen Schutz darstellt --> die Fläche ist überhaupt nicht küchentauglich.

Es war ja auch zu befürchten, dass die schönen Strukturen der Fossilien ebenfalls angegriffen werden. Und "natürlich" hast Du hier schon Erfahrungen gesammelt, die Du teilst, danke dafür.

Mal sehen, ob mit dem Dremel was zu machen ist. Eine Platte werde ich mal opfern, denke ich.
Zur Not komme ich noch an weitere Muster.

LG Frank
LG Frank

Nochnmikroskop

Hallo,

hier ist noch ein Vorher-Foto, originale Oberfläche der Arbeitsplatte.
Panasonic Lumix DC-G9 mit Olympus Makro 60 mm, etwas kleiner als 1:1.

Mit der Bestimmung tue ich mich trotz des Hinweises von Gerd (Nautiloideen) schwer.

Nächtlicher Gruß
Frank
LG Frank