Autor Thema: Eklogit  (Gelesen 2457 mal)

Holger

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Eklogit
« am: Januar 14, 2010, 18:04:07 Nachmittag »
Hallo Dünnschlifffreunde,

nachdem Rainer gefragt hat, wie ein Eklogit im Polmikroskop aussieht, wollte ich die Antwort nicht schuldig bleiben:



Eklogit besteht im Wesentlichen aus zwei Mineralien, nämlich Granat und Omphacit, und beide sind im Hellfeld recht farblos. Anders dagegen unter gekreuzten Polarisatoren:



Hier ist der Granat in Form von "schwarzen Löchern" zu erkennen (Granat ist isotrop); der Omphacit hingegen zeigt lebhafte Interferenzfarben.

Anzumerken ist, dass die als Geschiebe im Voralpenland zu findenden Eklogite meist "retrogradisiert" sind. Eklogit entstammt einer Hockdruck-Hochtemperatur-Metamorphosefazies in tiefen Zonen der Erdkruste, und bei seinem Rücktransport werden die Mineralien manchmal instabil. Bereits im Handstück ist dies an den charakteristischen dunklen Bändern um die Granatkristalle zu erkennen. Diese bestehen aus Hornblende, während der Omphacit in ein feinverwachsenes Gemisch von Plagioklas und Diopsid zerfällt. Im folgenden Hellfeldbild sind die Hornblenderänder gut zu erkennen:



Unter gekreuzten Polarisatoren ist erkennbar, dass nur noch Reste von stark doppelbrechendem Omphacit vorliegen; das meiste ist in eine (im Mikroskop unauflösbare) Matrix zerfallen:



Gruß,
Holger

Ragin

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Re: Eklogit
« Antwort #1 am: Januar 14, 2010, 18:58:18 Nachmittag »
Hallo Holger
Vielen Dank für die tollen Bilder und wie schön Du das erklärt hast. Diese dunklen Ränder um die Ganatkristalle herum habe ich auch schon oft gesehen.
Meine Schliffe sind ziemlich problematisch verlaufen und haben recht angefressene Ränder bekommen so dass ich das Schleifen rellativ früh einstellen musste bevor sich alles in Wohlgefallen auflöst. Ich muss halt mal wieder neue Versuche starten.
Schönen Gruß
Rainer
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