Autor Thema: Bienenstachel  (Gelesen 1647 mal)

Heiko

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Re: Bienenstachel
« Antwort #15 am: August 09, 2022, 14:27:10 Nachmittag »
Hallo in die stechlustige/gestochentraurige Runde,

auch mich hat „sie“ wieder einmal erwischt, vermutlich eine Wespe, vorwarnungslos und auf meine Rückseite zielend, unterm Pflaumenbaum – denn dessen Früchte sind dieses Jahr nicht üppig gereift (anthropomorphistisch: „Futterneid“).
Da das arme Tier mir seinen kompletten Stechapparat „überlassen“ hat, glaubte ich zunächst an eine Biene. Weil aber der Stachel keine Widerhaken, sondern lediglich winzige Dornen aufweist, tippe ich auf eine Wespenart.

Viele Grüße,
Heiko

Lupus

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Re: Bienenstachel
« Antwort #16 am: August 09, 2022, 17:59:24 Nachmittag »
Hallo Heiko,

Zitat
Da das arme Tier mir seinen kompletten Stechapparat „überlassen“ hat, glaubte ich zunächst an eine Biene. Weil aber der Stachel keine Widerhaken, sondern lediglich winzige Dornen aufweist, tippe ich auf eine Wespenart.
Meine frühere "Kenntnis" war, dass Wespen keine Widerhaken haben und deshalb der Stachel ohne Tod des Insekts entfernbar sei. Durch Nachlesen einiger Aufsätze zu dem Thema (die aber oft widersprüchlich sind) gehe ich jetzt davon aus, dass bei Wespen und Hornissen der Stachel lediglich kleinere Haken besitzt. Der Hauptgrund für das problemlose Herausziehen des Stachels aus der Haut sei angeblich die stärkere Muskulatur bei Wespen und Hornissen, die den Stechapparat im Körper hält.
http://www.vespa-crabro.de/stachel.htm
Interessant finde ich die Info über die unterschiedliche Giftdosis und -Wirkung von Wespenarten in diesem Link.

Hubert

Nochnmikroskop

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Re: Bienenstachel
« Antwort #17 am: August 09, 2022, 19:02:57 Nachmittag »
Hallo zusammen,
"Meine" Wespe hatte definitiv Stachel mit Widerhaken, diese waren aber nicht in jedem Betrachtungswinkel klar erkennbar.

LG Frank
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Herbert Dietrich

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Re: Bienenstachel
« Antwort #18 am: August 09, 2022, 19:27:09 Nachmittag »
Ob Wespe oder Biene,

das ist für heutige Mittel-Europäer kaum noch zu unterscheiden.
Für den Imnker ist es sonnenklar, aber für den gestochenen? Da kann man einen Ligustika schon mit einer Wespe verwechseln.
In Schmerz und Panik

Mit imkerlichen Grüßen

Herbert

Bild 1  Carnica-Biene
Bild 2  Ligustica-Biene
Bild 3  Wespe
« Letzte Änderung: August 09, 2022, 19:45:12 Nachmittag von Herbert Dietrich »

HDD

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Re: Bienenstachel
« Antwort #19 am: August 10, 2022, 06:43:40 Vormittag »
Hallo Stachelforscher

Einen weiteren hochinteressanten Stachelmechanismus besitzt die Hornisse. Ich habe vor ein paar Jahren für den Wespen Spezialisten Peter Tauchert  (Webseite : Aktion Wespenschutz) mehrere Porträts unserer 9 heimischen Wespenarten gemacht. Dabei hat er mir auch eine tiefgekühlte Hornisse zugeschickt, die an einem Käfer erstickt ist. Die Hornisse wurde seziert und der Stachelapparat freigelegt.
Der ganze Bericht ist zu lang um ihn Euch hier präsentieren zu können. Ich habe aber alles auf meiner Webseite eingestellt.

Wen es interessiert, kann sich ja mal ein wenig in das Thema Wespen einlesen. Der Hornissenstachel wurde im Web immer wie ein Wespenstachel beschrieben. Das ist aber grundlegend falsch. Nach der Veröffentlichung durch Peters Seite und durch Infos die wir verbreitet haben, sind so ganz allmählich alle Skizzen und Grafiken über die Funktion des Hornissenstachels aus dem Netz herausgenommen worden.  :)

Bisher hat sich dazu Niemand mehr geäußert oder ist mit uns in Kontakt getreten.

Hier der Link:

http://www.hdds-mikrowelten.de/Insekten/Wespen%20und%20Hornissen.html

Hier findet ihr auch den Link zu Peter Tauchert's Seite "Aktion Wespenschutz"

Herzliche Grüße
Horst-Dieter
« Letzte Änderung: August 10, 2022, 06:45:45 Vormittag von HDD »

Lupus

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Re: Bienenstachel
« Antwort #20 am: August 10, 2022, 09:02:47 Vormittag »
Hallo Horst-Dieter,

abgesehen von dem Giftrohr scheint aber der grundsätzliche Aufbau bei Biene, Wespe und Hornisse gleich zu sein: Zwei jeweils mit Zähnen versehene Teile, die an einem zentralen Stachel anliegen und parallel dazu beweglich sind?

Hubert

HDD

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Re: Bienenstachel
« Antwort #21 am: August 10, 2022, 15:48:37 Nachmittag »
Hallo Hubert

Das ist bei Bienen, Wespen und Hummeln genau so, wie Du es beschreibst. Eine Hornisse hat aber keinerlei Widerhaken, weder an dem dickeren Außenstachel noch an dem Innenstachel. Die Hornisse stößt mit dem Außenstachel blitzartig zu und schiebt den Gift führenden Innenstachel noch fast 4mm tief in den Stichkanal.
Deshalb ist der Stich einer Hornisse auch so schmerzhaft.
Die Hornisse kann nach dem Stich beide Stachel teleskopartig und blitzschnell wieder einziehen ohne dass sie sich verhakt. Deshalb ist sie auch sehr wehrhaft, weil sie ihren Stachelapparat regelrecht als Waffe benutzen kann.

Viele Grüße
Horst-Dieter


Lupus

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Re: Bienenstachel
« Antwort #22 am: August 11, 2022, 10:45:06 Vormittag »
Hallo,

Bienen verteidigen sich wohl nur, Hornissen nutzen ihren Stachel auch zum Angriff:
Hornisse gegen Maus
https://www.youtube.com/watch?v=2ded3hKhbSU
Hornisse gegen Gottesanbeterin (letztere ist eigentlich auch nicht zimperlich wenn es um Beutefang geht)
https://www.youtube.com/watch?v=nW8We1qmRxE
https://www.youtube.com/watch?v=vuEbCLGitnM

Hubert
« Letzte Änderung: August 11, 2022, 12:17:20 Nachmittag von Lupus »