Erste Versuche am REM mit Material aus Oamaru

Begonnen von detlef.q, August 27, 2022, 22:06:48 NACHMITTAGS

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detlef.q

Hallo zusammen,

durch eine glückliche Fügung des Schicksals habe ich die Möglichkeit, ab und zu ein paar Dinge mittels REM zu betrachten. Es ist leider nur ein kleines Gerät, ein Jeol JCM-7000.
Dieses Gerät ist in seinen Möglichkeiten etwas eingeschränkt und ist leicht größer als ein Desktop-PC.
Doch ich bin ausgesprochen begeistert, diese Möglichkeit zu haben!

Die folgenden Aufnahmen stammen von einem Material aus Oamaru, welches ich vor ein paar Jahren von Anne bekam. Sehr erstaunt bin ich über die Sterne! Weiß jemand um was es sich dabei handelt? Das werden wohl Radiolarien sein, oder?

Die Bilder sind evtl. noch nicht ganz ausgereift, ich muss den Umgang mit dem REM erst noch richtig lernen, doch ich finde sie interessant.

Viel Spaß beim Betrachten
Detlef






Bernd Miggel

Halle Detlef,

meinen Glückwunsch, das ist ja etwas ganz Edles. Kannst du Näheres zum Arbeitsablauf und -aufwand mitteilen?

Herzliche Grüße
Bernd

detlef.q

Hallo Adi,

ab und zu hat man einfach mal Glück!
Es kam auf mich zu, ich konnte nicht davor weglaufen  ;)


Hallo Bernd,

danke! Ja ich bin wirklich begeistert und ich weiß auch schon wobei mir das Gerät noch helfen wird ...

Das Material aus Oamaru liegt mir in einer Lösung vor und ich habe einfach etwas davon aufgetropft und nach dem Trocknen gesputtert, also mit Gold überzogen.
Die Bilder habe ich leicht in Kontrast und Helligkeit nachgearbeitet. Da hatte ich am REM wohl noch nicht die richtige Einstellung gefunden.

Gruß Detlef

anne

#3
Hallo Detlef,
das ist ja wunderbar!!
Die Sterne sind Schwammnadeln, davon findet man wunderschöne Exemplare in Oamaru.
Radiolarien hast Du auch abgebildet in Bild 5 und 8, Bild 7 könnte auch eine Radiolarie sein. Bei Dir sieht man auch schön die schwarzen Löcher, die es nach Meinung eines Foristen nicht geben soll.
Besonders schön finde ich Bild 4, eine komplette Triceratium grande.
Hier kann, man gut erkennen, dass die Poren nur auf einer Seite sind, je nach dem wie die Schale in einem Präparat liegt, können diese gut oder schlecht abgebildet werden.
Toll, da freue ich mich auf weitere Bilder!
lg
anne

detlef.q

Hallo Anne,

herzlichen Dank für Deine Erklärung!
An Schwammnadeln habe ich gar nicht gedacht,  damit habe ich mich bisher noch gar nicht beschäftigt.
Auf jden Fall gefallen mir die Sterne sehr und es ist toll,  dass sie so gut erhalten sind.

Wie ich gestern erst gesehen habe, hast Du meine Gur aus Neuohe auch mal im REM ablichten lassen.
Klasse!

Viele Grüße
Detlef

Michael K.

Hallo Detlef,

Das sind schon tolle Bilder,  aber vielleicht solltest du mal versuchen die Bilder zu entrauschen. Das macht mit unter schon viel aus.
Aber interessant ist, das es so kleine REMs gibt.

Dann dürfen wir uns ja auf weitere Bilder freuen !


LG
Michael

detlef.q

Hallo Michael,

ja diese Unruhe in den Bildern gefällt mir auch nicht so gut.
Verlieren sie durch ein Entrauschen nicht etwas an Schärfe?
Bisher brauchte ich diesen Arbeitsschritt noch nicht durchführen.

Gruß Detlef


Michael K.

#7
Hallo Detlef,

Also ich nutze "Neat Image" (kostenlos) da kann man verschiedene "Rausch Frequenzen"; also von sehr fein bis grob und auch jeweils die Intensität desselben, einstellen.
Bei der feinen bzw hohen Frequenz geht wirklich nur das normale Rauschen weg. Somit dürften Details erhalten bleiben.
Ich habe mal ein Beispiel mit einem deiner Bilder beigefügt. (Falls du das nicht möchtest, lösche ich es wieder)

LG
Michael

detlef.q

Ja super Michael,  gefällt mir sehr gut!
Danke!
So lernt man doch immer etwas dazu!   8)

Gruß Detlef

wilfried48

Hallo Detlef,

das kleine REM macht richtig gute Bilder !

Das mit dem Rauschen sehe ich nicht so. Es würde mich wundern, wenn die sichtbare Rauhigkeit auf den Oberflächen, die man nach dem "Entrauschen" praktisch nicht mehr sieht, nicht echte Struktur ist.
Das kannst du aber leicht feststellen, indem du höher vergrösserst. Bei so kleinen Vergrösserungen ist normalerweise das Rauschen im REM kein Problem, es sei denn man zieht die Bilder im Videomodus ein.
Bei sehr hohen Vergrösserungen ist das Rauschen natürlich auch im REM vorhanden, aber dem begegnet man indem man eine größere Bildintegrationszeit im Bildspeicher wählt und nicht durch nachträgliches "Entrauschen".
Die Objekte im REM bewegen sich ja nicht.

viele Grüße
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
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Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

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anne

#10
Hallo Detlef,
ich bin auch der Meinung von Wilfried, dass durch das Entrauschen die vorhandene Oberflächenrauigkeit "weg- entrauscht" wurde und damit Details der Aufnahme.
Daher wäre ich vorsichtig beim Entrauschen - auch wenn es erst mal fürs Auge schöner aussieht.
lg
anne

detlef.q

Hallo Anne, hallo Wilfried,

dass man mit dem Entrauschen vorsichtig sein muss, denke ich ebenfalls.
Generell finde ich es jedoch gut, dass man damit so ansprechende Bilder hinbekommt.
Mein Ziel ist es jedoch, die Wirklichkeit abzubilden. Die Frage ist nur, ob sich diese immer klar erkennen läßt.

Ich habe auch ein paar Aufnahmen gemacht, bei welchen abgebildete Objekte glatter aussahen.
Die Radiolarien sowie Schwammnadeln sind deutlich porös.
Ich werde mir das in Ruhe noch einmal anschauen.

Gruß Detlef

Peter V.

#12
Hallo Detlef,

kannst Du etwas mehr über dieses schöne Gerät verraten? Es scheint ja recht neu zu sein, wohl erst seit 2019 auf dem Markt. Leider findet man im Internet erwartungsgemäß nichts zum Preis. Was kostet so ein Gerät neu? Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Ist das wirklich alles, was man in den üblichen Abbildungen auf dem Tisch sieht oder gehören noch weitere Komponenten, die man auf den Bildern nicht sieht, hinzu? Z.B. Pumpe? Ode r st das alles in den PC-großen Kasten integriert?



Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

reblaus

Hallo Detlef -

bin auch neugierig!
Nachdem ich vor 40 Jahren nicht wenig Zeit an einem "kleinen" Zeiss-REM mit 12 cm (?) Bildschirm verbracht hatte, besuchte ich nach einigen Jahren meine alte Arbeitsstätte mal wieder. Und siehe da - das Gerät diente nur noch als "Arbeitstisch"  für ein PC-ähnliches Gebilde mit richtig großem Röhren-Monitor. Ich meine aber, die Säule nebst Vakuumanlage wurden noch benutzt ...

Viel Erfolg mit großen Bildern (welche Auflösung haben die denn?) am kleinen Gerät!

Rolf

wilfried48

#14
Zitat von: Peter V. in August 28, 2022, 22:32:52 NACHMITTAGS
Hallo Detlef,

kannst Du etwas mehr über dieses schöne Gerät verraten? Es scheint ja recht neu zu sein, wohl erst seit 2019 auf dem Markt. Leider findet man im Internet erwartungsgemäß nichts zum Preis. Was kostet so ein Gerät neu? Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Ist das wirklich alles, was man in den üblichen Abbildungen auf dem Tisch sieht oder gehören noch weitere Komponenten, die man auf den Bildern nicht sieht, hinzu? Z.B. Pumpe? Oder ist das alles in den PC-großen Kasten integriert?

Hallo,

als alter REMler der auch schon seit ein paar Jahren den Gebrauchtmarkt diese kleinen Desktop-REMs beobachtet kann ich folgendes sagen.

Diese kleinen REMs gibt es seit ca. 10 Jahren von den großen Elektronenmikroskop-Herstellern Jeol, Hitachi und FEI, leider nicht von Zeiss.
Je nach Ausstattung (Detektoren, Analytik, größe der Probenkammer) kosten sie neu zwischen 50 TSD und 110 TSD Euro.
Auf dem Gebrauchtmarkt tauchen sie kaum auf, und wenn dann war bisher nicht vernünftiges unter 30 TSD zu haben.
Von der Auflösung sind sie etwa gleich gut wie die großen alten REMs mit Wolframkathode. Durch die Digitalisierung und den Integrierten Bildspeicher kommt diese Auflösung
auch im hellen Büro oder Labor auf Knopfdruck zum Vorschein. Kein Vergleich zu den großen alten REMs wo  meist nur der Physiker im Dunkelraum die Grenzauflösung auf einem Nachleuchtenden
Fluoreszenzbildschirm herauskitzeln und anschließend auf eine grosse Photoplatte unter viel Materialverlust bannen konnte.
Mit den modernen high-end Feldemissionsgeräten können sie natürlich nicht mithalten. Dafür kann man die Wolframkathoden wie früher noch leicht selber wechseln (ca. 50 Euro) und braucht keinen Service, der incl. der Feldemissionskathode bei ca. 5000.- Euro liegt.

Also ein ideales Gerät für den Diatomeenhobbyisten und andere Hobbymikroskopiker die bessere Auflösung brauchen, wenn nur die auch gebraucht hohen Beschaffungskosten nicht wären.
Daher würde mich auch brennend interessieren, wie Detlef an dieses schöne Gerät gekommen ist.

@Peter
Auf dem Tisch steht neben dem Laptop oder einem großen Bildschirm ein Gerät das von Gewicht und Größe etwa einem goßen Forschungs-Lichtmikroskop (Leica DRMB, Zeiss Axioimager oder Olympus BX) entspricht. Die kleine Hochvakuum-Turbomolekularpumpe ist bereits integriert. Die Vorvakuumpumpe steht unter dem Tisch und ist über einen Wellenschlauch mit dem Gerät verbunden. Benötigt wird nur eine 220 V Steckdose und was noch viel wichtiger ist, kein Kühlwasser.
Hier noch ein link zum Jeol Gerät: https://www.jeol.co.jp/en/products/detail/JCM-7000.html
und hier ein pdf der Broschüre von Hitachi mit sehr vielen Anwendungsbeispielen: https://qd-europe.com/fileadmin/Mediapool/products/Hitachi/TM_4000_II_Plus.pdf

viele Grüße
Wilfried

vorzugsweise per Du

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