Autor Thema: Mir unbekannter Röhrling  (Gelesen 808 mal)

sushidelic

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Mir unbekannter Röhrling
« am: September 18, 2022, 21:10:31 Nachmittag »
Hallo Mitforisten,

habe heute auf ca. 1200m folgenden Röhrling mitgenommen, den ich zuerst für einen etwas verwitterten Steinpilz gehalten habe, jetzt aber etwas ratlos bin.
Hutdurchmesser ca. 20cm, ledrig, aufgebrochen in der Mitte, Risse leicht rötlich.
Gerader satt brauner Stiel mit feiner Netzstruktur im unteren Bereich.
Röhren einfarbig hellbeige.
Das Hutfleisch ist im Anschnitt ockergelb.
Keinerlei Verfärbungen bei Druck oder Anschnitt.
Geruch angenehm "pilzig".
Insgesamt sehr stabiler Pilz.

Hat irgendjemand eine Idee, worum es sich handelt?
Andere Funde ähnlicher Art dort waren Steinpilze, Maronenröhrlinge, flockenstielige Hexenröhrlinge, Satanspilz (und ein paar tolle Parasol).

LG und danke, Michael
« Letzte Änderung: September 19, 2022, 09:01:42 Vormittag von sushidelic »

Peter Reil

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #1 am: September 18, 2022, 21:18:17 Nachmittag »
Hallo Michael,

gerne würde ich dir "einen guten Rat" geben. Aber dafür reichen die Bilder nicht aus.
Solltest du einen Längsschnitt gemacht haben (von oben nach unten) und im Stiel sich gekammerte  Hohlräume zeigen, könnte es in die Richtung Hasenröhrling gehen. Aber das ist lediglich eine sehr vage Vermutung.

Liebe Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, Olympus CHK, Olympus SZ 30

Thomas Böder

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #2 am: September 18, 2022, 21:27:02 Nachmittag »
Der Weißabgleich in den Bildern ist leider etwas suboptimal.
Könnte auch ein Sommer-Steinpilz sein.

Grüße, Thomas.
Hauptmikroskope: Leitz Panphot und Ortholux
AL DL HF DF Phako Pol  AL-FL
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Bogenlampe
Kamera Hayear

Kleinmikroskope: Leitz, Reichert, ROW, Meopta

sushidelic

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #3 am: September 18, 2022, 21:33:38 Nachmittag »
Hallo Peter,
danke für deine Einschätzung, aber im Stiel befinden sich bis unten keinerlei Hohlräume, der ging bis unten so weiter wie auf dem Bild (bis auf ein paar wenige Madenkanäle). Mich verwundert das kräftig saturierte Hutfleisch, das habe ich so noch nicht gesehen. Und er ist trotz der Größe in noch wirklich gutem Zustand, da scheiden viele Kandidaten auch schon aus.
LG Michael
« Letzte Änderung: September 18, 2022, 21:46:08 Nachmittag von sushidelic »

sushidelic

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #4 am: September 18, 2022, 21:44:12 Nachmittag »
Hallo Thomas,
ja, da ist leider alles gelb auf den Bildern... Zur besseren Einschätzung noch ein Bild auf weißem Papier neben einem Fichtensteinpilz, das ist hoffentlich etwas aussagekräftiger.
LG Michael
« Letzte Änderung: September 19, 2022, 09:02:00 Vormittag von sushidelic »

sushidelic

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #5 am: September 19, 2022, 09:05:04 Vormittag »
So, nachdem ich jetzt wieder am PC bin, habe ich die bereits verlinkten Bilder mal gegen Versionen mit besserer Farbtemperatur ausgetauscht...

Ich habe auch nochmal Webrecherche betrieben, und finde partout nichts, was zu passen scheint. Ich habe nicht vor, den Pilz in die Pfanne zu werfen, mich würde aber trotzdem brennend interessieren, was ich da erwischt habe. Bei der Mykologendichte hier im Forum denke ich auch, dass das jetzt nicht der komplett falsche Platz ist. Bin leider kein Mitglied in irgendwelchen Pizforen ;).

LG und danke nochmal, Michael

Diana1982

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #6 am: September 19, 2022, 15:22:06 Nachmittag »
Hallo Michael,

Vielleicht ein Gallenröhrling?..wenn Du mal etwas am rohen Pilz leckst, schmeckt das bitter. Der Gallenröhrling ist leicht mit Steinpilzen verwechselbar, ist nicht giftig, versaut Dir aber mit nur einem Exemplar die ganze Pilzmahlzeit. Leider gibt es ihn bei uns sehr häufig, so dass man immer aufpassen muss. Passend wären die leicht rötlichen Risse. Das Fleisch ist recht fest und tendiert ins Rosane zu gehen.

LG Diana
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Peter Reil

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #7 am: September 19, 2022, 17:15:06 Nachmittag »
Hallo Michael,

es fehlen einfach eine Gesamtaufnahme des Pilzes, Details vom Stielnetz und die Farben sind suboptimal.

Du könntest einen Sporenabdruck fertigen, dann hätte man schon mal die Sporenpulverfarbe (wichtig). Die Mikroskopie der Sporen in Wasser, deren Form und Größe, sowie einen Huthautschnitt bräuchte es auch noch. Dann könnte man weitere Vermutungen aussprechen.

Aber ich fürchte, selbst dann wird es bei einer Raterei bleiben. Auch Pilzler sind nicht allwissend.  ;)

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, Olympus CHK, Olympus SZ 30

peterko

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #8 am: September 29, 2022, 18:39:52 Nachmittag »
Hallo Michael,
schau mal bei Filzröhlinge, Ziegenlippe, falls du den gegessen hast schmeckt pillzig mit ganz leicht an flockenstieligen Hexenröhrling !erinnernden!!(sujektiv) Geschmack, die sind neu sortiert worden
grüsse Peter

sushidelic

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #9 am: September 29, 2022, 20:13:41 Nachmittag »
Danke nochmal für die Antworten!

@Diana - ein Gallenröhrling scheidet leider aus, Geschmack (auf ein kleines Stück gebissen und ausgespuckt) und Geruch angenehm pilzig.
@Peter(ko) - Ziegenlippe kommt schon recht nahe, aber mein Pilz zeigte a) überhaupt keine Verfärbungen und b) war der Schwamm deutlich dichter, eher so wie bei einem Steinpilz

@Peter(Reil) Mir ging es auch gar nicht darum, den Pilz exakt zu bestimmen, sondern einfach mal einen zu finden, der es überhaupt sein könnte... Die Farbe auf den Bildern jetzt ist tatsächlich sehr gut getroffen, das Fleisch war wirklich so ocker. Bis jetzt habe ich keinen Kandidaten, der in Frage kommt. Meine Vermutung ist nun, dass es vielleicht doch einfach ein Steinpilz war, der aus irgendwelchen Gründen einfach ein deutlich andersfarbiges Fleisch hatte. Ist denn sowas möglich?

Gegessen habe ich ihn nicht, ich sammle seit gut 30 Jahren Röhrlinge, und den hatte ich noch nie gesehen, das war mir doch zu unheimlich :) - inzwischen ist der Hübsche leider entsorgt. Der Rest war lecker!

Liebe Grüße,
Michael

UweW

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Re: Mir unbekannter Röhrling
« Antwort #10 am: Oktober 01, 2022, 21:50:43 Nachmittag »
Hallo Michael,
da ich gerade von einer Alpen Pilzwoche zurückkomme, kann ich dir sagen , dass es auf dieser Höhe ( 1200m) letztes Wochenende  definitiv schon Frost hatte.
Damit handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen erfrorenen Steinpilz, der nicht zur Sporenreife kommen konnte.
Die Poren sehen dann aus wie bei einem jungen Steinpilz, nähmlich creme-grau. Auch der aufgerissene Hut deutet auf Frost und Trockenheit hin
Gruss aus Konstanz
Uwe