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Mikroskopkamera

Begonnen von Anton Berg, Juli 04, 2023, 15:41:56 NACHMITTAGS

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Anton Berg

Guten Tag,
Frage, wer hat welche Erfahrungen mit Mikroskpokameras in punkto Bildqualität und Kamerasoftware gemacht? Würde mich interessieren.
Herzliche Grüße,   Anton
Mit freundlichen Grüßen,   Anton

Peter V.

#1
Hallo Anton,

was soll man denn darauf anwtorten?

"Frage, wer hat welche Erfahrungen mit SUVs in punkto Geschwindigkeit und Komfort gemacht? Würde mich interessieren."  ;)

Etwas konkreter müsstest Du schon werden. Die Preisspanne reicht von 50 EUR bis ca. 10.000 EUR. "Marken"-Kameras (Olympus, Zeiss, Leica etc.) sind für die Perfomance, die sie für die üblichen Zwecke der Hobbyisten (nicht für Laboranwendungen) liefern, geradezu absurd übrteuert und ich kann generell nur massiv davon abraten. Spiegellose oder DSLRS sind immer die bessere Wahl (für den Hobbymikroskopiker).

Wer nur statische Objekte aufnimmt (Schnippler z.B. ) kann (ich sage bewusst, "kann") mit einer Mikroskopkamera womöglich zufrieden sein.

Ich habe jetzt gerade eine Kamera eines großen Mikroskopherstellers für 2000 EUR getestet und bin recht enttäuscht. Sie hat einfach zu viele Nachteile (für die Zwecke des Hobbyisten).

Wenn man unbedingt eine solche Mikroskopkamera möchte, empfehle ich die Kameras von Christian Linkenheld mit seiner eigenen Software "Mikro Life". Sie haben eine recht gute Performance und eine gute Software. Sie sind deutlich preiswerter als die Kameras von Zeiss, Leica und Olympus etc., aber auch nicht zum Preis eines Abendessens in der Pizzeria zu bekommen. Aber für mich noch die beste Wahl, wenn es um solche Kameras geht (ich habe nun wirklich zahlreiche Modelle "getestet"). Wenns natürlich "nix" kosten darf.... ;)

Mit Polaufnahmen haben übriegns alle Kameras so ihre Schwierigkeiten.

Wie von mir schon zig Male gesagt und geschrieben: Im Regelfall rate ich vopn solchen "Mikroskopkameras" ab und empfehle immer die gescheite Adaption einer DSLR oder aktuell eher eine DSLM (Spiegllosen).

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

momotaro

#2
Lieber Peter.

Glückwunsch, das ist ja schon ein gewaltiger Sprung über  den eigenen Schatten, Du empfiehlst jetzt plötzlich DSLM's.
In einem Punkt stimme ich Dir zu, ohne Axioscope macht eine Axiocam wenig Sinn.


LG Helmut



,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

Peter V.

Lieber Helmut,

es ist immer eine Frage, wer fragt.

Es gibt nach wie vor keine "einfacher" und umfassender zu bedienenden Kameras als die oft erwähnten Canons und einen sensationellen Vorteil bieten die DSLMs auch nicht. Zudem sind die DSLRs imnmer noch vergleichsweise preiswert (aber die DSLMs werdens ja gebarucht langsam auch).
Ein Vorteil ist zudem, dass es Unmengen Canon-User gibt, die einem helfen können, wenn man am Anfang nicht durchsteigt. Das ist bei den diversen DSLM-Modellen nicht immer der Fall.
Aber ich habe alles im Einsatz (Canon DSLRs, Sony und Oly DSMLs).

Hezrliche Grüße
Peter


Herzliche Grüße
Peter


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momotaro

#4
Lieber Peter.

Ein Vorschlag zur Güte. Die Sensor- Kamera- Technik hat eine gewisse Reife erlangt, und die verschiedenen Systeme konvergieren. CCD ist out, Sony stellt keine CCD Sensoren mehr her. Alle (oder fast alle) CMOS Sensoren sind von Sony.
Es hängt auch davon ab, welche Mikroskopie - Schule (Philosophie) man vertritt. Ich habs halt gern kompliziert; steile Lernkurve.

LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

SNoK / Stephan Krall

Liebe Kamera-den,

gerade vorhin ist meine neue Sony alpha 6400 gekommen. Ich habe bereits die Sony alpha 6500 mit der ich sehr zufrieden bin. Da ich aber zwei Geräte ausstatten möchte (Mikroskop und Stemi), brauchte ich eine weitere. Die 6400 hat keinen Bildstabilisator (SteadyShot), was man am Mikroskop auch nicht braucht und ohnehin besser ausschaltet, wenn einer drin ist. Die 6500 kommt jetzt auf's Stemi und wird fallweise auch als "normale" Kamera verwendet, wofür SteadyShot wieder gut ist, wenn das Objektiv keinen Bildstabilisator hat, wie mein Makro.

Das ist mein Senf zu dem Thema,
Stephan
Mikroskope: Leica DMRB, Leitz Dialux (beide mit DIK), Lomo MBD-1 ("Für-alle-Fälle-Mikroskop")
Stemis: Zeiss 508, Wild Heerbrugg M5
Kameras: Sony alpha 6500 und 6400
Webseite: https://kralls.de
Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41749.msg308026#msg308026

momotaro

#6
Bei Zeiss handelt es sich auch nicht um  ein stand-alone sondern um ein integriertes System, bestehend aus der ZEISS Zen Software mit der sich die Zeiss Mikroskope, die Kameras und die Lichtquellen, DL, AL, Fluorezenz vom PC aus steuern lassen. Es gibt auch eine Schnittstelle zu ImageJ/Fiji.
Mit einem Mikroskop Stativ Axioscope 7, DL/AL MAT MOT, 6x HD DIC kodiert und einem motorized mechanical stage kann ich die xyz-Achsen steuern. Die Objektive, die Filterwürfel, die Optovarwürfel sind kodiert; die Parfokalität kann programmiert werden. Mit der Axiocam hat man Autofocus. Die Koordinaten bestimmter Präparatestellen können markiert und in einer Datei gespeichert und immer wieder angefahren werden. Der Tisch kann entladen werden, das ist ganz praktisch bei Ölimmersion, man gibt einen Tropfen Öl aufs Deckglas, fährt den Tisch hoch und taucht das Objektiv in den Öltropfen.
Der Stephan hat halt ein DMRB, der Jürgen (jcs) hat ein REM zur Verfügung, das ist halt der technische Fortschritt. Ich hätte auch ganz gerne einen Axio Imager 2. Den habe ich versäumt, aber der liebe Gott gibt halt nicht die ganze Torte.

LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

Peter V.

Hallo Helmut,

Zitat von: momotaro in Juli 04, 2023, 18:39:33 NACHMITTAGS
Bei Zeiss handelt es sich auch nicht um  ein stand-alone sondern um ein integriertes System, bestehend aus der ZEISS Zen Software mit der sich die Mikroskope, die Kameras und die Lichtquellen, DL, AL, Fluorezenz von Zeiss vom PC aus steuern lassen. Es gibt auch eine Schnittstelle zu Image J/Fiji.
Mit einem Mikroskop Stativ Axioscope 7, DL/AL MAT MOT, 6x HD DIC kodiert und einem motorized mechanical stage kann ich die xyz-Achse steuern. Die Objektive, die Filterwürfel, die Optovarwürfel sind kodiert; die Parfokalität kann programmiert werden. Mit der Axiocam hat man Autofocus. Die Koordinaten bestimmter Präparatestellen können in einer Datei gespeichert und angefahren werden.

So wird dieses System auch von Zeiss vermarktet.

LG Helmut

so ist es. Und deshlab sind diese Kameras eben auch für einen Labor-Workflow geeignet, aber fast gar nicht für die Bedürfnisse des Hobbymikroskopikers.

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momotaro

Lieber Peter,
d'accord!
LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

Peter V.

#9
Hallo,
Zitat
Ich hätte auch gerne einen Axio Imager 2. Das habe ich versäumt, aber der liebe Gott gibt halt nicht die ganze Torte.

ich habe mit vor ca 1/2 Jahr mal in Sebastian Hess' Labor dieses inverse Fluoreszenz-DIC-Mikroskop mit hochauflösender Optik (ab 1:18 im Bild)  angeschaut.

https://www.youtube.com/watch?v=eYjgwXre0hc&t=3s

Ein motorisiertes intergriertes Mikroskop-Kamerasystem. Objektivwechsel (auch mit Ölimmersion) auf Knopfdruck mit automatischer exakter Positionierung im  richtigen Arbeitsabstand. So etwas ist eine feine Sache und liefert natürlich auch in dieser Konstellation tolle Bilder. Im Labor. Für einen Hobbyisten völlig "oversized", außer dessen Geldbeutel wäre auch oversized.  ;)

Hier macht eine solche sehr teure Kamera Sinn. Aber die ist dann so spezialisiert, dass sie für die Fluoreszenz top ist, sie kann aber tatsächlich keine einfachen Videos aufnehmen.

Herzliche Grüße
Peter
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momotaro

#10
Lieber Peter.

ZitatUnd deshlab sind diese Kameras eben auch für einen Labor-Workflow geeignet, aber fast gar nicht für die Bedürfnisse des Hobbymikroskopikers.

Aber das sind ja gerade meine Bedürfnisse - als Hobbymikroskopiker. Bilde ich mir zumindest ein.

Ken Rockwell:
Would you like to photograph anything you want, anywhere you want, anytime you want, any way you want, with a great professional camera system? Would you love to travel to luxury destinations and photograph whatever, whenever you want?

The only way to do this is to keep your real job and do photography on your own time.

If you want to photograph professionally you'll make less money, have to shoot the boring stuff in crappy locations for which you're hired, shoot it the way the client wants, and probably have to shoot everything as if it's some big emergency every time. You'll probably only be able to afford beat up old gear that's "good enough."

Making a buck in photography is a lot tougher than keeping a real job. The photo jobs and locations that pay the most are the most boring. Think you're going to have people hiring you as a travel photographer? Guess again.


We are in America man! (The Wire)

Wenn dein Hobby darin besteht Paraffinschnitte mit dem Mikrotom zu schneiden, da hast du dann dutzende Paraffinblöcke und noch mehr Schnitte, da benötigst du dringend einen Labor-Workflow. Denk an den niederländischen Histologen Ronald Schulte.

LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

Peter V.

Hallo Helmut,

leider verstehe ich nicht, was Du mit dem Rockwell-Zitat ausdrücken möchtest.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

momotaro

Lieber Peter.

How to Go Pro
How to Become a Professional Photographer
© KenRockwell.com
https://www.kenrockwell.com/tech/go-pro.htm

Als Amateur kann ich machen was ich will, koste es was es wolle.

LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

Beatsy

I can see use-cases for dedicated microscope CCD cameras in laboratory situations (repetitive analysis with deadlines) and where you're spending someone else's money. But that does not describe the typical amateur who wants to venture across a wider microscopic playground and usually on a very limited budget. Even serious amateurs who specialise (e.g. diatoms) need more flexibility to cover a broader range of other subject matter, and will often want to experiment with different photographic techniques.

For that reason, if you're an amateur starting out with no camera at all, I would *never* recommend buying an expensive, dedicated microscope unit. If the microscope you buy comes with a CCD camera fitted, and it is working with all the relevant software installed, then go ahead and get that. But prosumer digital cameras will inevitably work better, give more resolution, be more flexible, cost less overall and you can still use them for ordinary off-microscope photography too. That's much more bang for the amateur buck!

I started with a Canon 5d Mkii on my Zeiss ICM 405 but switched everything to Sony mirrorless several years ago and now use only Sony bodies (A7rii, A9, A7riv and A1). These bodies spend most of their time fitted to microscopes and macro rigs, only being detached when I want to use one (or more) for a handheld macro photography project or a recreational photography trip.

I recently had my A7riv converted for full spectrum imaging which allows me to do UV and IR photomicrography too. The camera can be restored to near-normal operation with the addition of a clip-in filter to block UV/IR and shift colour balance closer to the "normal" (pre-conversion) look. So I didn't lose the A7riv for normal photography either - which was a pleasant surprise.

Bottom line, in an amateur context, I *always* recommend getting the best mirrorless camera you can afford and work with that. A definite "NO" to dedicated CCDs - in my opinion.
Knowledge is cheap. Experience is not.

Anton Berg

Hallo Peter,
Deine Gegenfrage "Was soll man darauf antworten?"
Meine Frage war bewußt ohne jede Einschränkung gestellt. Ich habe Berichte über jeweilige Kameramarken und deren Qualitäten in Bezug auf Bild und Software angefragt und entsprechende Antworten erwartet. Du hast umfangreich geantwortet und am Ende eine Empfehlung geäußert. Der Faden hat danach aber einen anderen unerwartenen Verlauf genommen.
Ich bin nach wie vor an Erfahrungsberichten interessiert.
Viele Grüße,   Anton
Mit freundlichen Grüßen,   Anton