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Ostseeurlaub

Begonnen von Stadtmutant, Juli 08, 2023, 10:09:09 VORMITTAG

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Stadtmutant

Liebe Forumsmitglieder,
da ich Ende des Monats für ein paar Tage an der Ostsee bin, würde ich diesen Ortswechsel gerne nutzen, um an Objekte zu gelangen bzw. Präparate zu erstellen, die man im Binnenland nicht findet. Das eine oder andere fällt mir vielleicht auch ein, evtl. bringe ich zwei OTs für eine Weile im Wasser an, aber vielleicht hat jemand von Euch ja Anregungen, auf die ich nicht kommen würde. Würde mich über entsprechende Hinweise (oder auch Rückfragen) freuen!
Viele Grüße
Markus

Michael K.

Hallo Markus,

Also wenn ich an der Ostsee wäre, würde ich einfach ein grösseres Glas Meerwasser mit nehmen, da ist genug Material drin. Falls es irgendwelche
Fluss oder Bach Zuläufe gibt würde ich aus dem Bereich Grünzug mit nehmen. Da sind dann auch nochmals Diatomeen etc. dran.


Gruss
Michael

Stadtmutant

Hallo Michael,

okay, etwas Ostseewasser werde ich auf jeden Fall mitnehmen. Ich würde mich ja auch gerne auf die Suche nach Foraminiferen begeben, aber das ist in Strandnähe (und mit mehr als bescheidenen Tauchfähigkeiten) wohl ziemlich chancenlos, oder?

Gruß
Markus

Rawfoto

Hallo Markus

Ich würde an deiner Stelle noch Proben vom Wasser/Strandsaum mitbringen & ein Plankton-Wurfnetz mitbringen. Wenn dich auch Botanik interessiert ist Strandhafer der Tipp

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Gerd Schmahl

#4
Hallo Markus,
ZitatIch würde mich ja auch gerne auf die Suche nach Foraminiferen begeben, aber das ist in Strandnähe (und mit mehr als bescheidenen Tauchfähigkeiten) wohl ziemlich chancenlos, oder?
Die Foraminiferen sind, bis auf ganz wenige Ausnahmen, Meeresbewohner. Geografisch betrachtet ist die Ostsee ja durchaus ein Meer und ihr Wasser schmeckt sogar salzig, aber eigentlich kann man bei dem niedrigen Salzgehalt nur von "Brackwasser" sprechen. Das kommt natürlich auch darauf an, wo Du an der Ostsee bist. Je östlicher Du kommst, desto geringer wird der Salzgehalt. In der westlichen Ostsee mag es einzelne Foraminiferen geben. Vielleicht hast Du in der Nähe des Fehmarn-Belt Glück, wo das Wasser der Nordsee einströmt.

Anders verhält es sich mit fossilen Foraminiferen. Die sind in der Kreide aus dem gleichnamigen Erdzeitalter nicht selten. Ein  Leichtes ist es, z.B. auf der Insel Rügen etwas Naturkreide mitzunehmen und diese dann zu Hause zu schlämmen: Zerbröselt zu etwa 1cm großen Stücken in Wasser ein paar Tage einweichen und immer mal vorsichtig umrühren. Dann erst durch ein grobes Sieb von ca. 1mm Maschenweite geben (darin bleiben nicht-mikroskopische Fossilien) und danach durch ein feineres Sieb z.B. der Maschenweite 50 bis 100µm (Planktonnetz-Maschenweite - ich nutze Siebdruckgewebe) unter fließendem Wasser sieben, bis das ablaufende Wasser klar ist. Siebsatz trocknen und unter dem Bino auslesen.
Was Du darin findest, könnte dann so aussehen, wie in diesem Beitrag.

Übrigens stammt auch jeglicher Feuerstein an den Küsten der Ostsee und im norddeutschen Binnenland aus der Kreide und enthält gelegentlich auch Foraminiferen und andere Fossilien. Die sind allerdings schwerer zu gewinnen. Richtig gut, aber bei dem harten Gestein enorm aufwendig geht 's mit Dünnschliffen, etwas leichter aber nicht so schön, in dem man Feuersteine zerschlägt (Vorsicht Splitter! Feuerstein ist praktisch dreckiges Glas!) und ganz dünne Splitter in Glycerin oder Öl (Immersionsöl wäre ideal, wird aber recht teuer, Sonnenblumenöl geht auch) einschließt und im Durchlicht betrachtet. Da hat man dann allerdings wie bei den Dünnschliffen immer nur Anschnitte, deren Orientierung man nicht in der eigenen Hand hat.

Interessant können auch die Sande unter dem Mikroskop sein, wenn man sich an ihnen zu freuen versteht. Lebt zwar nicht, sieht aber schön aus. Interessant wird es dort, wo der Sand im Spülsaum schwarz oder rot gefärbt ist. Aus dem schwarzen Sand kann man mit einem Magneten das Mineral Magnetit aussondern (Sandprobe in Wasser geben und mit Magneten umrühren, der in einer kleinen Plastetüte steckt, damit man die magnetischen Partikel wieder vom Magneten ab bekommt). Magnetit ist aber undurchsichtig, selbst im Dünnschliff. Da ist Auflicht angesagt. Der rote Sand besteht oft zu großen Teilen aus Granatkristallen, die auch im Durchlicht schön aussehen. Siehe auch Sand aus Göhren/Rügen

Wenn es um Wasserlebewesen geht: Genauso wie in Binnengewässern ist der Algenbewuchs an Steinen ein Urwald voller bizarrer Lebewesen. Einfach ein paar Algen absammeln und in Standortwasser aufbewahren. Wie für alle "Tümpelproben" gilt: gekühlt halten die Proben deutlich länger, denn warmes Wasser kann viel weniger Sauerstoff halten. Du kannst auch den grün-braunen Belag auf Steinen mit einer (Zahn-)Bürste in einem Schälchen mit Standortwasser abbürsten und die braune Brühe mitnehmen. Sollte reich an Kieselalgen sein.

Wo an der Ostsee machst Du denn Urlaub?

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Florian D.

Ich habe sofort an Gesteine für Dünnschliffe gedacht.

Gruss
Florian

Stadtmutant

Hallo zusammen,

tut mir leid, dass ich mich erst jetzt wieder melde.

@Gerhard: Botanik interessiert mich durchaus, ja, aber was macht den Strandhafer für Mikroskopiker interessant?
@Gerd: Danke für den umfangreichen Beitrag! Ein wenig Kreide von Rügen habe ich noch, damit werde ich Deine Anregung irgendwann umsetzen (wenn es dafür reicht).
Magnetit habe ich auch schon aus dem Ostseesand gefischt, bin aber noch nicht auf die Idee gekommen, ihn zu mikroskopieren, auch das werde ich nachholen.
Ich werde übrigens in der westlichen Ostsee sein, genauer in der Eckernförder Bucht, eventuell drehe ich auch mal eine größere Runde, nach Damp oder so. Wenn jemand noch Tipps für den Bereich hat, freue ich mich darüber. Ich bin die nächste Woche über dort.
Nochmals vielen Dank für Eure bisherigen Beiträge!

Viele Grüße
Markus

Rawfoto

Hallo Markus

Die Form des Blattes ist beim Strandhafer wunderschön, sie wurde von der Natur so optimiert das Luftfeuchtigkeit auf der Blattoberfläche kondensieren kann.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Nordlicht

Hallo Markus,

Schnitte vom Strandhafer sehen einfach klasse aus.
Strandroggen bietet auch tolle Ansichten.

Grüße Matthias