Welche Mikroskope habt und /oder benutzt Ihr?

Begonnen von Mikro22, Februar 08, 2010, 16:18:54 NACHMITTAGS

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beamish

Hallo,

hier noch ein Rat von einem 4Minus Mikroskopiker, den ich Dir schon gleich am Anfang schreiben wollte:
Es hilft Dir überhaupt nix, wenn Du weißt, was WIR für Mikroskope haben und was die gekostet haben etc., wenn DU uns nicht sagst, was Du damit sehen willst. Der Mikroskope gibt es viele, für verschiedenste Anwendungen.
Meine waren vergleichsweise billig (und ich habe mich lange z.B. hier kundig gemacht, worauf es ankommt, bevor ich "zuschlug"), weil meine Anforderungen (Pilze) auch nicht so hochgeschraubt sind. Mir geht es z.B. nicht um schöne Bilder, sondern um Bestimmungsunterlagen. Wenn Du aber auf schöne Bilder aus bist oder auf Gesteinsuntersuchungen etc., sieht die Sache gleich ganz anders aus.
Zusammenfassend: Mach Dir klar was Du willst und sag es hier, dann verspreche ich Dir, daß Du Dich vor Ratschlägen nicht retten kannst! ;-)

Herzlich,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Werner Pflaum

Hallo Martin,

also, daß die Anforderungen an ein Pilzbestimmungs-Mikroskop nicht hoch wären, kann ich so nicht bestätigen. Ich habe mehrere Mikroskope - 2 Will (eines mit Phako), ein Billigst-Bresser (Aldi-Qualität) und ein Zeiss Axioscope.A1 mit Phako. Von dem Billigst-Bresser will ich gar nicht reden. Mit den Will-Mikroskopen geht recht viel - das BX 300 dürfte man so um die € 300-500 bekommen (mit Trino-Tubus und vernünftigen Objektiven). Aber bei feinen Sporenornamenten (man nehme mal als Beispiel die Streifen von C. prunulus-Sporen) ist es schon ganz arg an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Da muß man mehr raten als daß man was sieht. So ähnlich ist es mit der HDS von Mycena, ist mit dem Will manchmal recht schwer zu erkennen. Genau genommen müsste man natürlich jetzt die Objektive alle einzeln nennen - denn das Mikroskop selber kann mit Objektiven unterschiedlichster Güte ausgerüstet werden. Aber gebraucht bekommt man halt nur die untere Qualitätsstufe an Objektiven bei derlei Mikroskopen gebraucht mitgeliefert und die richtig guten Objektive sind extrem selten auf dem Gebrauchtmarkt und dann vermutlich auch nicht billig.

Mit meinem Axioscope kann ich da schon etwas mehr ausrichten, auch wenn ich da bei den Objektiven auch in keinen Kleinwagen investiert habe. Aber das Mikroskop inkl. 5x, 10x Phako, 40x Phako, 63x Phako und 100x Phako sowie Trino-Tubus, Fotoadapter und 10x und 16x Okularen sowie etwas Kleinzeug hat doch den 4-stelligen €-Bereich geringfügig verlassen :-(

Billiger geht es sicher mit Gebrauchtmikroskopen - z.B. die hier oft erwähnten Zeiss Standard oder eben auch meinen Will-Mikroskopen. Dafür braucht man aber auch ein Händchen, denn auf dem Gebrauchtmarkt (besonders bei Ebay) wird auch mit recht viel Altmetall gehandelt.

Wie auch immer, bei der Pilzbestimmung kommt es auch drauf an - will ich hauptsächlich Russula und Lactarius (Sporenornamente wichtig, nebst einigem anderen), Mycena (HDS), Ascos (viele verschiedene Merkmale sind klein und schlecht zu sehen) oder so einiges andere tiefergehend machen, brauche ich schon mindestens ein Mikroskop der gehobenen Mittelklasse (z.B. Zeiss Standard mit einem guten 100x Öl). So manches genauso teure China-Neu-Mikroskop (€500+Klasse) hat mich da tlw. ganz schön enttäuscht beim Durchschauen.

Gruß,

Werner


Monsti

Servus,

ich habe das von Peter genannte Müller Biolab-T und bin damit sehr zufrieden. Oder anders: Für meine Zwecke reicht es vollkommen aus. Es kostete knapp 400 Euro. Mit allerlei Zusatzkram werde ich wohl auf ca. 650-700 Euro kommen.

Liebe Grüße aus Tirol

Angie

beamish

Hallo Werner,

ich gebe zu, das etwas vereinfacht dargestellt zu haben, besonders auch mit den Pilzen, denn Pilze und Pilze sind ja auch zweierlei....und man wünscht sich oft eine Auflösung jenseits der Schmerzgrenze (ich sage nur "Orbilien").
Es ging mir im Grunde nur darum, daß man ja erstmal wissen muß, was man überhaupt sehen will.
Ich habe auch zwei Will-Stative (eins für normales Durchlicht, das andere mit Phako und einfachem Dunkelfeld). Beide habe ich weit unter 200 Euro in der Bucht erstanden. Aber da hab ich dann schon ein bisschen gewußt, was ich da kaufe.
Fast möchte ich sagen, daß jeder erst mal mit einem "schlechten" Billigmikroskop seine Erfahrungen machen sollte und wenn er Blut leckt, das "richtige" zu schätzen weiß.

Herzlich,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Werner Pflaum

Hallo Martin,

Zitat von: beamish in Februar 09, 2010, 00:13:50 VORMITTAG
ich gebe zu, das etwas vereinfacht dargestellt zu haben, besonders auch mit den Pilzen, denn Pilze und Pilze sind ja auch zweierlei....und man wünscht sich oft eine Auflösung jenseits der Schmerzgrenze (ich sage nur "Orbilien").

Ja. Und vor allem läuft das mit denen so:

Man geht in den Wald ohne Ahnung, kennt vielleicht grad mal ein paar Röhrlinge. Man sammelt die und isst sie.

Man kauft sein erstes Pilz-Bilderbuch. Man erkennt 10 Arten mehr.

Man kommt irgendwie durch -Zufall oder auch nicht- zu den ernsthaft Interessierten. Man kauft sich bessere Pilzbücher. Man erkennt die meisten Gattungen.

Man kauft sich das erste Mikroskop, weil man meint, damit könne man dann alles zweifelsfrei bestimmen. Man denkt, die Bibel wäre "Pilze der Schweiz". Es dauert 1-2 Jahre und man stellt fest: die Bibel hat oft doch nicht recht. Man kauft Monografien.

Man stellt fest, daß man trotz Monografien und Mikroskop mit Zubehör für ca. € 1000 eigentlich nur mehr Fragen aufgeworfen hat, von denen man früher nicht mal geträumt hat :-))

ZitatEs ging mir im Grunde nur darum, daß man ja erstmal wissen muß, was man überhaupt sehen will.
Ich habe auch zwei Will-Stative (eins für normales Durchlicht, das andere mit Phako und einfachem Dunkelfeld). Beide habe ich weit unter 200 Euro in der Bucht erstanden. Aber da hab ich dann schon ein bisschen gewußt, was ich da kaufe.
Fast möchte ich sagen, daß jeder erst mal mit einem "schlechten" Billigmikroskop seine Erfahrungen machen sollte und wenn er Blut leckt, das "richtige" zu schätzen weiß.

Wobei ich ein Will jetzt nicht unbedingt zwangsmässig für schlecht ansehen würde - weder mein BX 300 noch mein V 165 sind völlig ungeeignet. Sie lassen nur - viel - Raum nach oben. Trotzdem ist die Optik zumindest des BX 300 (liegt natürlich auch primär an den damit verwendeten Objektiven) deutlich besser, als die mancher neuen China-Mikroskope.

Ich gebe Dir recht, es macht keinen Sinn, als erstes Mikroskop gleich mal 3000€ für z.B. ein Olympus hinzulegen. Denn bekanntlich steigt mindestens die Hälfte aller Nutzer ziemlich bald wieder aus. Und dann ist es wirklich schade ums Geld. Ich habe ja sogar mal - Blasphemie hoch 3 - gesagt, daß die Billig-Aldi-Lidl-Mikroskope so schlecht nicht sind. Wenn man damit nicht gerade Pilze bestimmen will :-))

Aber zum Ansehen von Lebewesen aus dem Tümpel können sie durchaus den ersten Anreiz geben ..

Jedenfalls sind sie die geforderten € 50-60 wert, eine Stange Zigaretten oder ein gediegenes Abendessen zu zweit beim Nobelitaliener kommt leicht in die gleiche Preislage.

Gruß,

Werner


Peter V.

Hallo!

Welches meinst Du denn genau???

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.


Nomarski

ZitatWas würdet Ihr sagen kostet dieses Mikroskop?
lg Mikro22

Mit oder ohne Fräsarbeiten? ;D

Gruß
Nomarski

Mikro22

Hallo überlege mir dieses Mikroskop zu kaufen //http://cgi.ebay.at/9114-Monokulares-Kurs-Mikroskop-EDUVAL-Carl-Zeiss-Jena_W0QQitemZ270335875254QQcmdZViewItemQQptZDE_Computer_Elektronik_Foto_Camcorder_Optik?hash=item3ef14618b6
Ich habe die anforderungen die ich an ein mikroskop stelle schon auf der 1. seite aufgelistet.
Nun zu meiner frage ist der Preis gerechtfertigt und würde dieses mikroskop meinen anfoderungen genügen.
LG Mikro22

Nomarski

Dieses Mikroskop hat aber keinen Objektführer, was bedeutet, daß du das Präparat von Hand bewegen mußt.
Bei kleinen Vergrößerungen mag das so gehen, aber wenn du dann erstmal bei deiner gewünschten 2000-fachen Vergrößerung bist, wirst du feststellen, daß du eine ziemlich ruhige Hand haben mußt.

Kay Hoerster

Hallo Mikro22,

als bekennender Zeiss-Jena Fan und Besitzer/Benutzer einiger Modelle von CZJ kann ich sagen, die Richtung stimmt schon mal...Aber der Preis ist für meinen Geschmack viel zu hoch. Das Eduval, welches Du aufzeigst, ist das 'einfache' Kursmikroskop, für den gleichen Preis bekommst Du mit etwas Geduld auch ein Laboval oder Ergaval, einfach mal bei ebay danach suchen. Die Erweiterbarkeit ist bei den letztgenannten Modellen viel besser...ist aber nur meine persönliche Meinung. Natürlich taugt das von Dir gezeigte Mikroskop auch, die Beleuchtung ist aber sehr einfach im Vergleich zu den Ergaval/Laboval/Amplival-Typen und es ist auch nur ein Monokular.
Wie gesagt, der Preis ist deutlich zu hoch...aber Zeiss-Jena ist bestimmt keine schlechte Wahl. In dieser Preisregion (~300 €) findest Du aber auch gebrauchte Mikroskope von Zeiss-West oder Leitz/Leica.

Mit freundlichem Gruß
Kay Hörster
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Peter V.

Hallo!

Der realistische Preis für dieses Eduval liegt bei 100 EUR!

1) kein Objektführer
2) Monokular
3) Einfachste Beleuchtungseinrichtung

Für 320 EUR bekommt man etwas ganz Anderes!!!

Nur mal so als Beispiel....

http://cgi.ebay.de/Zeiss-Standard-Mikroskop-Microscope_W0QQitemZ290398983679QQcmdZViewItemQQptZDE_Computer_Elektronik_Foto_Camcorder_Optik?hash=item439d20d5ff

Als Anfänger würde ich von der Mikroval-Serie von "Jena" die Finger lassen, da diese Gräte oft stark verharzt sind. Und die Optiken sind ( ich weiss, dass ich jetzt Zorn auif mich lade ) nach meinem persönlichen Geschmack nicht "der Hit". Die im Vergleich zur aktuelleren Westoptik einfachere Vergütung bewirkt eine wenige kontrastreiche Darstellung.

Hezrliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Monsti

Hallo Mikro,

mich würde schon mal stören, dass es ein monokulares Gerät ist. Ich empfinde es als ausgesprochen wohltuend, beim Beobachten mit beiden Augen gucken zu können. Immerhin brauche ich beim Durchsuchen einer einzigen Teichwasserprobe inkl. Fotografieren ca. 30 min. (ungefähr 17 Reihen bei 200facher Vergrößerung). Es ist natürlich etwas ganz anderes, wenn Du nur ein einzelnes Mückenbein begutachtest. Mehr sehen tut man mit einem binokularen Gerät nicht, das Beobachten über längere Zeit ist aber ganz klar angenehmer.

Bei meinem Erstlingsmikroskop (Traveler vom Supermarkt) musste ich das Präparat auch händisch verschieben. Dabei brauchte ich beide Hände. Bei meinem jetzigen Mikroskop (s.o.) kann ich mit der einen Hand das Präparat verschieben, mit der anderen bei Bedarf die Feineinstellung nachstellen. Befindet sich unter dem Deckglas ein Algenfaden, ein Moosblättchen oder auch nur ein winziges Staubkörnchen, genügt es nicht, die Schärfe einmal einzustellen. Man verstellt ständig.

Interessant fand ich bei meinen eigenen Recherchen übrigens diesen Link, wobei ich zu den angebotenen Geräten nichts sagen kann. Solltest Du aber in erreichbarer Nähe von Wien oder gar in Wien selbst wohnen, würde ich mir das mal ansehen: http://www.mikroskop-shop.at/index.php?lng=de

Ich kann Dir nur raten, Dir den Kauf eines Mikroskops ganz genau zu überlegen (Wiederholung, ich weiß). Ich bin sehr froh, mit einem einfachen Gerät begonnen zu haben. Ich konnte erste Erfahrungen sammeln, feststellen, dass mich die Mikroskopie fasziniert und ich weitermachen möchte, und ebenso war mir nach zwei Monaten Arbeit am Traveler wenigstens halbwegs klar, was ich haben wollte. Das Supermarktmikroskop wird mir als stromunabhängiges Auflichtmikroskop und bei geringer Vergrößerung auch weiterhin gute Dienste leisten.

Viel Spaß bei der Entscheidung und liebe Grüße

Angie

Mikro22

ja danke für die Antworten von euch das kaufe ich mir e nicht.
Da kann ich mir gleich meines behalten ich suche weiter denn ich habe ja keinen Zeitdruck.
Nochmals Danke.
LG Mikro22