Diatomeen-Frühling, ja du bist's!

Begonnen von KayZed, Februar 18, 2024, 10:01:39 VORMITTAG

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Carsten Wieczorrek

Hallo,
auch von mir noch zwei Bilder. Ich habe mal versucht, etwas an meiner Aufnahmetechnik zu ändern. Ich habe jetzt direkt auf den Chip projeziert, ohne Projektiv. Ich weiß, dass man das mit nicht-auskorrigierten Objektiven eigentlich nicht macht, bin aber positiv überrascht.
Ich habe das schon früher mal versucht, aber immer aufgegeben, da ich bei Direktprojektion immer einen sehr hellen Spot in der Bildmitte hatte, gegen den kein Kraut half. Das hat sich jetzt geändert, der Spot ist weg  ;D
Schönen Abend
Carsten

Bild 1:
bild1.jpg


Bild 2:
bild2.jpg
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Mikro-Tom0805

Schöne Bilder immer wieder ..... Danke Euch fürs Zeigen!

Gruß Tom
Zeiss Axioskop 20 LED
HF, Ph, DF, Pol., DIC
Sony alpha 6500

Kurt

... da hänge ich auch noch eine Sigmakieselalge (Nitzschia sigmoides) an.
Die Unschärfe an den Ecken verzeihe ich meinem 100er Apo sehr gerne, denn das Bild ist zusätzlich noch mit dem Vergrößerungswechseer 0,8x gemacht und entspricht somit einem Sehfeld von fast 32! Damit bekomme ich diese große Kieselalge jedoch voll über die Diagonale des APSC-Chip der Kamera.

Grüße
Kurt

KayZed

#78
Lieber Ole,

dein Leitz Laborlux ist ja nicht von schlechten Eltern. Für ein Reisemikroskop eine beachtliche Auflösung. Da wären manche froh, ein entsprechendes Festmikroskop zu besitzen.
Deine Trithigmostoma haben wohl einen besonderen Appetit auf Kieselalgen. Ich habe den Eindruck, dass die evolutionäre Reusenentwicklung eine Anpassung an längliche Nahrungsbrocken mit festen Zellwänden ist. Ich entsinne mich an ein Bild von dir(?), auf dem ein Cyrtiphorida ein Cyanobakterium verschlingt. Scheinbar sind die Reusen ideale Greifapparate, um feste Objekte langsam in den Zellkörper zu schieben.

Hallo Arnold,

deine Nitzschia hat für ein 20er Objektiv eine hervorragende Feinzeichnung.

Hallo Carten,

ich finde, dass deine neue Aufnahmetechnik den Bildern gut tut. Die Ausleuchtung ist recht gleichmäßig und der Weißabgleich stimmiger.

Lieber Kurt,

ja, die Nitzschia sigmoides ist für das 100er Objektiv schon zu groß. Deshalb musste ich bei meiner Aufnahme stitchen. Die Leistung deines Apos sieht man wieder mal an der wunderbaren Strukturierung im Kern- und Chloroplastenbereich. An den Enden könnte sich das Stacken lohnen.

Herzliche Grüße
Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

A. Büschlen

Hallo,

die Wasserproben enthalten nicht nur Kieselalgen sondern man findet darin einen kleinen Einblick in die Lebensgemeinschaft der Gewässer. Darum hier eine Jochalge. Das Bild zeigt einen kleinen Ausschnitt aus einen langen Algenfaden aufgenommen mit dem Nikon Plan Achromat 40/0,65 DIC .

Grün .jpg

Die Nitzschia sp. hat mir keine Ruhe gelassen. Darum hier nochmals ein Bild. Dafür wurde ein Nikon Plan Achromat 40/0,65 DIC verwendet. Kein Stich; der Balken beträgt 20µm.

Gruss Arnold Büschlen

Grösser geht fast nicht Balken 20µm .jpg
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

KayZed

Hallo Arnold,

zwei Bilder mit ausgezeichneter Kernfokussierung.

In der Nitzschia sind die Chromatinstrukturen inclusive des Nukleolus gut zu erkennen.
Auch die Spirogyra ist schön auf den Nukleus fokussiert. Das ist bei manchen Schraubenalgen gar nicht so einfach, weil die Chloroplastenspiralen oft dicht gepackt sind.

Schönen Tag
Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

rhamvossen

#81
Hallo,

Ich bin etwas überrascht, wie oft hier das 100x-Objektiv zum Einsatz kommt. Haben diese Kieselalgen denn so kleine Details, dass dieses Objektiv notwendig ist? Ich würde denke, dass für die meisten der hier gezeigten Exemplare eine geringere Vergrößerung angemessener gewesen wäre, dan braucht man auch nicht zu stacken. Zum Beispiel Arnold zeigt das schön. Beste Grüsse,

Rolf

KayZed

Hallo Rolf,

ich kann deinen Einwand schon verstehen. Es braucht sicher für viele Diatomeen-Aufnahmen kein 100er Objektiv, vor allem dann nicht, wenn man sie in situ mit etwas "natürlicher" Umgebung abbilden möchte. Auch ein 40er bildet schon - wie u.a. Arnolds Aufnahmen zeigen - viele Details ab.

Zur Dokumentation einer einzelnen Alge liefert aber ein 100er in der Regel mehr Feinheiten. Vergleiche als Beispiel die Nitzschia sigmoides von Arnolds 40er (#80) mit meiner 100er Aufnahme (#1). Natürlich hängen die Unterschiede auch vom jeweiligen Exemplar, der Fokussierung usw. ab. Doch ich denke mit dem 100er ist da schon mehr rauszuholen, wobei es sich in meinem Fall noch um einen Planachromaten mit eingeschränkter DIK-Apertur handelt. Kurts Aufnahmen sind da beispielsweise noch etwas feiner.

Außerdem sind viele Diatomeen im Schnitt eher klein (unter 100 µm), sodass sich ein größeres Objektiv bei Einzelexemplaren durchaus empfiehlt. Die genannte Nitzschia gehört da schon zu den recht großen Kieselalgen.

Klar, es muss nicht immer alles scharf sein. Auch das hat seinen ästhetischen Reiz. Das Bild von Kurt (#78) vermittelt dies eindrücklich.

Mit dem Stacken sollte man sicher zurückhaltend umgehen, weil sich gerade bei Algen Strukturen in verschiedenen Ebenen überlagern. Das ist dann eher kontraproduktiv. Ob Stacken mehr Details bringt, muss man in jedem Einzelfall entscheiden.
Aber auch ein 40er Objektiv kann oft nicht alle Bereiche scharf zeichnen. Deshalb ist Stacking eine Option, die ich immer wieder mal im Auge habe.

Beste Grüße
Klaus

Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

Kurt

Hallo Rolf,

Du hast natürlich Recht, bei einer großen Kieselalge reicht ein 40er oder 50er Objektiv völlig aus. Klaus hat ja schon alles dazu geschrieben. Meine Idee war jedoch, das 100er mit dem Vergrößerungswechsler 0.8x einzusetzen und mal schauen was da geht..., schlecht kann es eigentlich nicht werden dachte ich. Also rein ins ÖL und den Kondensor mit Wasser immergiert!
Ich hatte genau diese Sigma-KA schon mit dem Apo 50/0,95 aufgenommen (Vergr.-Wechsler 1,0) und war da natürlich ebenfalls zufrieden. Gestackt sind meine Bilder nie und bei der Bildbearbeitung halte ich mich bekannterweise immer sehr zurück, ich versuche mit sehr guten Objektiven und exakter Einstellung das Maximale zu erhalten.
Hier noch mal die Sigma-KA mit dem 50er und 100er, beides Apochromate der 250-CF-Serie aus Jena von 1987/88.

Grüße
Kurt
 

A. Büschlen

Hallo,

nicht nur die Frühblüher wie die Schlüsselblumen und die Buschwindröschen treiben Blüten, auch bei den Algen in Entwässerungsgraben zeigt sich immer wieder etwas Neues. Und diese Objekte reizen geradezu nach den geeigneten Objektiven zu greifen. Ich bevorzuge sehr gerne das 16er/20er/25er/40er/63er egal ob mit oder ohne Oel. Auch ich versuche, das Objekt bereits am Mikroskop ins rechte Licht zu rücken, aber Bildbearbeitung im Photoshop gehört für mich einfach dazu. Bewusst habe ich bei diesen beiden Bildern nachträglich im Bildhintergrund nicht verändert um zu zeigen wie Unschärfe auch stören kann. Mich jedenfalls z.B. beim ersten Bild.

Gruss Arnold Büschlen

noch grösser Balken 20µm.jpg

KA Balken 20µm.jpg
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

KayZed

Lieber Kurt,

ein schöner Vergleich. Beide Bilder können absolut für sich stehen. Aber man sieht schon wie viel mehr ein 100er zeigt. Ich habe ja schon erwähnt, dass ein Stacking-Versuch sich im zweiten Fall vielleicht gelohnt hätte. Aber auch beim 50er kann nur noch selten alles scharf abbilden.

Hallo Arnold,

deine Closterium (?) ist ein gutes Beispiel, dass "Putzen" die Attraktivität einer Aufnahme deutlich erhöhen kann, vor allen dann, wenn Objekte so halb verschwommen den Hintergrund besiedeln. Wenn du schon in Photoshop bist, wäre eventuell zu überlegen, ob du noch die Brillianz des Bildes verstärkst.

Beste Grüße
Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

KayZed

Hallo Diatomeenliebhaber,

der Frühling schreitet voran. Selbst am Alpenrand gab es seit Anfang Februar keine ernst zu nehmenden Wintereinbrüche mehr. So "explodiert" die Natur förmlich um nochmal 14 Tage früher als die letzten Jahre. Dies zeigt sich nicht nur über, sondern auch unter Wasser.

Ein kleiner dem Schliersee zufließender Bach erweist sich gerade als Diatomeen-Eldorado. Die größeren Gesteinsbrocken sind dicht bewachsen mit Cladophora-Algen, die wiederum ein ideales Habitat für viele Mikroorganismen und selbstverständlich auch Kieselalgen bilden.

Interessanterweise sind die jungen Cladophora-Äste noch weitgehend unbesiedelt. Entweder war hier die Zeit noch zu kurz oder die Zelloberfläche ist für ein "Verankern" noch nicht geeignet.
Dazu ein Beispiel eines jungen Triebs mit dem 25er Objektiv.



Bewegt man sich in Richtung der älteren Aststücke wird der Bewuchs immer dichter. Die folgende Aufnahme zeigt u. a. eine Meridion circulare. Damit beide sich kreuzenden Äste scharf abgebildet werden, habe ich zwei Bilder gestackt.



Einen schönen Tag wünscht
Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

anne

Hallo zusammen,
ich kann auch ein Bild beisteuern, marine Diatomeen die hier noch in einer alten Probe existieren.
Cylindrotheca closterium, aufgenommen mit dem schönen 40er Öl Objektiv von Nikon, daher bitte ich den Gradienten zu verzeihen.
lg
anne

Cylindrotheca closterium40öl-1.jpg

KayZed

Wunderbar Anne,

das wirkt fast wie eine Kunstinstallation.
Diese bizarren Spindeln haben tatsächlich ein bisschen was von Closterium.
Wie lange sind die "Nadeln"?

LG Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

Mikro-Tom0805

Sehr schönes Bild von Cylindrotheca , Anne.......

Gruß Tom
Zeiss Axioskop 20 LED
HF, Ph, DF, Pol., DIC
Sony alpha 6500