Schwimmendes Deckglas

Begonnen von regulus56, Februar 26, 2024, 19:35:05 NACHMITTAGS

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regulus56

Hallo,
womöglich kommt euch die Frage banal vor, aber:"Wie bekomme ich ein schwimmendes Deckglas auf den Objekträger?"
Um Das Deckglas von der Wasseroberfläche abzunehmen habe ich mir aus dünnem Draht eine Öse gefertigt, siehe Foto.
Die tauche ich unter das Deckglas und hebe es so aus dem Wasser. Soweit so gut. Wie aber bekomme ich das Deckglas von der Öse auf den Objekträger, ohne das Deckglas auch auf der Oberseite mit Wasser zu benetzen?? Und das Untersuchungsmaterial zu schädigen. Wie macht ihr das??
Gruß Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

liftboy

Hallo Klaus,

da gehst Du in einen Briefmarken-Sammelladen und lässt Dir eine Briefmarkenpinzette geben. ebay geht natürlich auch. Damit geht das ganz einfach :-)

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Gerd Schmahl

Hallo Klaus,
ich gebe vorher einen kleinen(!) Tropen Probenwasser auf den OT, nehme das DG mit einer abgewinkelten Pinzette vorsichtig so von der Wasseroberfläche, dass es oben trocken bleibt und lege es direkt mit dieser schräg mit einer Seite an den Tropfen und kippe es langsam darauf. Dabei öffne ich die Pinzette, so dass das DG nur auf einer Spitze liegt und benutze diese wie eine Präpariernadel, um das DG blasenfrei abzusenken.

Dein Deckglasheber sieht auch interessant aus. Ich würde da einfach an zwei Seiten das DG greifen und es wie jedes andere Deckglas mit Hilfe einer Präpariernadel auf einen Tropfen Standortwasser absenken. Anschließend das überschüssige Wasser absaugen. Eventuell braucht es auch gar keinen zusätzlichen Wassertropfen, wenn genug Wasser am DG haftet und beim schrägen Aufsetzen an den Rand fließt.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

KayZed

Hallo Klaus,

Das schwimmende Deckglas ist meine beliebteste Methode um Wasserorganismen zu beobachten.
Die Pinzette sollte in der offenen Weite ein klein wenig enger sein als die Breite eines Deckglases.

Dann vor der Wasseroberfläche leicht spreizen, über dem Deckglas ins Wasser tauchen und Loslassen, sodass das DG festklemmt. Beim Wegnehmen das Deckglas über eine Ecke schräg halten und überschüssiges Wasser abtropfen lassen bzw. abschütteln. (Meistens hält sich zu viel Wasser unter dem Deckglas.) Schräg auf den Objektträger auflegen.

Je nach Kultur entwickeln sich unter dem Deckglas über Tage/Wochen oft Bakterienfilme, die eine geringe Schichtdicke verhindern. Deshalb von Zeit zu Zeit ein frisches Deckglas auflegen.

Unter einem schwimmenden Deckglas sind natürlich nicht alle Organismen einer Kultur zu finden. Daher auch hin und wieder aus dem Detritus oder frei schwimmenden Algenwatten mit der Mikropipette Proben aufnehmen.

Beste Grüße
Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

regulus56

Wolfgang, Gerd und Klaus
Danke für eure Tips.
Ich habe inzwischen probiert und werde in Zukunft die Deckgläser mit meiner Öse aufnehmen und dann von dort mit einer Spitzpinzette auf den Objektträger befördern. So kommt wenig bis kein Wasser auf die Oberfläche des Objektträgers und ich muss mir keine Gedanken machen, ob die Objektive verschmutzen.
Euch viel Spaß beim tümpeln.
Grüße vom Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

Stephan Hiller

Hallo Klus,

ganz super geht das mit einem harten Kontaktlinsen Entferner. z.B. hier erhältlich.

Damit lassen sich auch nicht nasse Deckgläser sehr einfach hantieren und man braucht keine Pinzette die beim Hantieren eventuell doch Wasser nach oben auf das Deckglas bringt.

Grüße

Stephan

Manfred Melcher

Hallo Stephan,

wie kannst Du den Hartlinsensauger auf dem schwimmenden Deckglas befestigen, ohne das Deckglas unter Wasser zu drücken? Der braucht doch einen gewissen Anpressdruck, um sich festzusaugen, zumal wenn die Oberfläche trocken ist.

Liebe Grüße
Manfred

limno

So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

Stephan Hiller

Hallo Manfred,

das Deckglas liegt ja noch auf der Schlinge auf. Wenn die stabil genug ist sollte der Saugnapf das Deckglas fassen können. Oder sehe ich das falsch?

Grüße

Stephan

Manfred Melcher

Hallo Stephan,

Vielen Dank für Deine Antwort!
Ich habe noch nie mit schwimmenden Deckgläsern gearbeitet. Nur bin ich in meiner Vorstellung von frei schwimmenden Deckgläsern ausgegangen und meine Erfahrung mit diesen Saugern würde so ein Vorgehen relativ aussichtslos erscheinen lassen.

Liebe Grüße
Manfred

A. Büschlen

Hallo in die Runde,

ich mach das mit dem Daumen und dem Zeigefinger.

Gruss Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

regulus56

Ersteinmal danke an alle für ihr Engagement.
Bei dem Kontaktlinsenheber bleibt natürlich die Frage:"Wie löse ich ihn wieder vom Deckglas ohne Schaden am Untersuchungsobjekt zu machen?"
Arnold das mit Daumen und Zeigefinger klappt bei mir nicht, weil immer einiges an Wasser auf das Dechglas gelangt....
Ich bin mit meinem Verfahren, jetzt recht zufrieden.
Das schwimmende Deckglas hat mir zum ersten mal gezeigt wie der Zooflagellat Rhipidodendron splendidum seine Geißel bewegt, im Dunkelfeld natürlich. Und so hoffe ich darauf noch so einiges interessantes zu entdecken. Mir geht es ja um die Freude am sehen.
Euch einen schönen Tag gewünscht vom Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

SNoK / Stephan Krall

Martin Kreutz hat seine Technik mit dem schwimmenden Deckglas auf seiner Webseite sehr schön beschrieben:

https://realmicrolife.com/the-floating-coverslip-2/

Grüße
Stephan
Mikroskope: Leica DMRB, Leitz Dialux (beide mit DIK), Lomo MBD-1 ("Für-alle-Fälle-Mikroskop")
Stemis: Zeiss 508, Wild Heerbrugg M5
Kameras: Sony alpha 6500 und 6400
Webseite: https://kralls.de
Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41749.msg308026#msg308026

liftboy

#13
Ich meinte sowas:
gibts auch in der Bucht.

Grüße
Wolfgang


http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
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Niels Bohr

regulus56

Hallo Wolfgang
ich habe es auch mit der gebogenen Pinzette probiert. Das anheben klappt gut, nur beim ablegen löst sich das Deckglas nicht von der Pinzette. Ich hebe das Deckglas aus dem Wasser, klemme es also nicht links und rechts ein, da ist mir dann zuviel Spanng drauf und viel können dünnen Deckgläser ja nicht ab.
LG Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.