Was ist ein gutes Mikroskop?

Begonnen von ramiroflores, April 13, 2024, 10:10:43 VORMITTAG

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ramiroflores

Dies gehört wohl in das Hardware-Forum, da viele Mikroskope an Computer angeschlossen werden können. :-D

Ich unterrichte Naturwissenschaften in der Grundschule und würde gerne ein oder zwei Mikroskope für Unterrichtszwecke kaufen. Ich habe derzeit eines, das über ein LCD-Display anstelle eines Okulars verfügt, aber das Bild ist nicht klar genug, um höhere Vergrößerungen zu verwenden, und die Beleuchtung der Probe ist zu dunkel. Meine Schüler sind zunächst davon begeistert, aber der Unterrichtspotenzial ist sehr begrenzt, und ich würde gerne auf ein Mikroskop mit besserer Optik umsteigen.

Ich habe auf ,,microscopes.com" von Mikroskopen gelesen, deren Preise zwischen 70 und mehreren Tausend Dollar liegen, aber ohne sie persönlich zu sehen und auszuprobieren, habe ich keinen Kontext dafür, was auf einer Spezifikationsliste wichtig ist.

Irgendwelche Ratschläge von den wissenschaftsaffinen Rennmäusen unter uns?

liftboy

Hallo "Blümchen",

erstmal herzlich willkommen im Forum. Es ist hier üblich, sich zuerst unter "Mikroskopiker im Netz" kurz vorzustellen, wobei ein Name (es muss nicht der echte sein) recht höflich wäre.
Die von Dir angesprochenen LCD-Mikroskope mögen für einen Einzelnen Schüler noch tauglich sein, aber isgesamt stammt das alles aus der Spielzeugabteilung.
Ein gutes stabiles Mikro kostet gebraucht nicht viel, lässt sich jederzeit an Deine Bedürftnisse anpassen und geht auch nicht so schnell kaputt.
Wenn Du angibst, wo Du ungefähr seßhaft bist, wirst Du warscheinlich Jemand in der Nähe finden, der Dir beratend zur Seite stehen kann. Meiner einer sitzt im Raum Kassel und Du bist herzlich eingeladen, hier vor Ort diverse Mikroskope und Zubehör zu testen und eventuell günstig zu erwerben.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

plaenerdd

#2
Hallo,
Zitat von: ramirofloresIch unterrichte Naturwissenschaften in der Grundschule
da nehme ich mal an, dass Du aus Berlin oder Brandenburg bist, wo die GS bis zur Klasse 6 geht?

Was ein "gutes Mikroskop" ausmacht, ist nicht ganz unabhängig davon, was man tun möchte. Vielleicht erläuterst Du uns mal, was Du mit den Geräten ansehen möchtest.
Zweite wichtige Frage: Geht es mehr darum, dass die Kinder selber mit den Geräten arbeiten oder brauchst Du ein Lehrermikroskop, mit dem Du arbeitest und den Kindern die Bilder zeigst, z.B. über einen Bildschirm/Beamer?

In der Grundschule bzw. bis zu einem Alter von 10 Jahren sind normalerweise eher einfache Stereomikroskope zu empfehlen, weil im Gegensatz zu den sonst im Biologieunterricht üblichen Durchlichtmikroskopen
- das Objekt einfach ohne Präparation drunter gepackt werden kann,
- das Bild seitenrichtig, aufrecht und dreidimensional ist,
- der Arbeitsabstand mehrere Zentimeter beträgt und
- die Objekte deshalb leicht manipuliert werden können
- und die Gefahr geringer ist das Objektiv zu beschädigen,
- die Vergrößerung von 10x bis 30x (40x) in einem Bereich ist, in dem die Kinder das mit bloßem Auge zu sehende Objekt noch in einen Zusammenhang bringen können, während man bei höheren Vergrößerungen schon eine komplett andere Welt betritt.

Ich empfehle dringend im Grundschulalter die digitalen Medien zu meiden! Wenn Du unbedingt das Bild eines Mikroskops über einen Bildschirm oder Beamer wiedergeben möchtest, kann man "normale Kameras" die über einen HDMI- Anschluss verfügen an nahezu jedes Mikroskop adaptieren und das Bild direkt ohne Computer an einen Beamer/Bildschirm geben. Dabei haben sich CANON-SpiegelreflexKameras oder die Spiegellosen besonders bewährt. Warum das so ist, das ist ein weitläufiges Thema, aber die Ergebnisse sind i.d.R. besser als die von speziellen Mikroskopkameras, die man statt Okular in den Tubus steckt.
Etwas bessere Mikroskopkameras verkauft auch unser Forenbetreiber Christian Linkenheld

Hier findest Du eine Einführung in die Grundlagen der Mikrofotografie/Kameraadaption.

Tja, und dann gibt es natürlich noch die Digitalmikroskope, die entweder recht teuer sind (z.B. KEYENCE) oder nur sehr bedingt brauchbar. Aber mit denen kenne ich mich kaum aus. Dieses Feld mögen andere bespielen. Da gibt es sicher auch das eine oder andere Modell mit dem man durchaus arbeiten kann.

Mikroskope mit Objektiven und Okularen bieten übrigens noch den Vorteil, dass man die physikalischen Prinzipien besser erklären kann, als an Hand der "Black-Box" Digitalmikroskop.

Beste Grüße von
Gerd (der seit 24 Jahren an einer Freien Schule arbeitet)
Fossilien, Gesteine und Tümpeln mit
Durchlicht: Olympus VANOX mit DIC, Ph, DF und BF; etliche Zeiss-Jena-Geräte,
Auflicht: CZJ "VERTIVAL", Stemi: MBS-10, CZJ SMXX;
Inverses: Willovert mit Ph

Hagen v.T.

Wie ich es hasse!

Da stellte jemand eine Frage (nehmen wir mal freundlicher Weise an, dass der Fragensteller so ein Laie ist, dass er das selbst nicht merkt, dass seine Frage SO gar nicht beantwortbar ist) und zwei altgediente machen sich die Mühe und schreiben ausführlich...

...und dann kommt gar nichts mehr, keine Reaktion, noch nicht mal ein Danke.

Sic gloria transit mundi

Liebe Grüße an Euch alle

der Nibelungen-Nils

...der hier immer wieder mal sehr gerne vorbei schaut.


Wer glaubt im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein, scheitert am Gelächter der Götter.  frei nach Albert Einstein