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Welche Alge? (2 Videos)

Begonnen von Peter T., September 14, 2024, 14:11:00 NACHMITTAGS

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Peter T.

Diese schöne Alge stammt aus einem ca 1 l fassenden ehemaligen Weihwasserbecken mit massenhaft Rotiferen und vereinzelt eben dieser Alge.
Kann sie jemand bestimmen?

https://youtu.be/0vGNz-gowI0
https://youtu.be/acGSpGWPirQ
Liebe Grüße
Peter

KayZed

Hallo Cidrin,

das ist ziemlich sicher die Kronenringalge Stephanosphaera sp..
Du hast sie allerdings nicht scharf erwischt, denn so schnell dreht sie sich nicht.

LG Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7

Peter T.

@Klaus: Herzlichen Dank, das passt ja absolut.

Was die Drehgeschwindigkeit angeht, tippe ich auf irgendwelche Turbulenzen unter dem Deckglas, denn sie war tatsächlich so groß. Ich denke, dass ich sie genau deswegen nicht scharf erwischt habe. Im zweiten Video dreht sie sich langsamer.
Liebe Grüße
Peter

Gerd Schmahl

Hallo Peter,
schau mal hier. Dieser Alge jagen manche jahrelang vergeblich nach. Ich selber habe sie noch nie in freier Wildbahn getroffen, obwohl sie im Elbsandsteingebirge vorkommen soll. Ich hatte sie nur einmal aus einer Kultur von Gerald Helbig gehabt.

Hast Du vielleicht etwas zu wenig Licht zur Verfügung gehabt? Es sind nicht die Turbulenzen unter dem Deckglas. Jeder Einzelzelle hat 2 Geißeln, mit der sich der ganze Ring dann bewegt.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter T.

Hallo Gerd,

das ist ja eine tolle Geschichte!
Das nennt man dann wohl Anfängerglück. Ich war zwar auch bezaubert von der Alge, als ich sie das erste Mal durchs Okular erblickt habe, aber da scheine ich ja wohl richtig Glück gehabt zu haben.

Ich zeige mal den Fundort: Ein Grab am Münchner Südfriedhof (ein historischer Friedhof) bzw. der dazu gehörende Weihwasserkessel.

G1g.jpgG1ww.jpg

Ich überlege, mehrere dieser Weihwasserkessel zu untersuchen (derzeit habe ich drei), da sie sehr unterschiedliche Lebewesen beherbergen. In dem Kessel mit der Stephanosphaera sind wie gesagt massenhaft Rotiferen (bisher 2 Arten) und vereinzelt eben diese Alge.

Leider haben die Regenfälle der letzten Tage da wohl einiges ausgewaschen.
Liebe Grüße
Peter

purkinje

#5
Hallo Peter,
bei dem Habitat fehlt zum Mikroskopieren nur noch ein Franziskaner-Weißbier: Gabriel von Sedlmayr, zur Not auch ein Spaten-Hell  ;D 🍺
Beste Grüße Stefan

PS: Auf diesem Friedhof ruht versammelt übrigens die gesammte frühe optische Industrie Bayerns: Reichenbach Utzschneider, Fraunhofer, Baader, Steinheil, Merz (auch wenn diese mehr teleskopisch als mikroskopisch tätig waren)

Peter T.

Hallo Stefan,

absolut! So kann man sich selbst am Friedhof noch gute Anregungen holen ...
Liebe Grüße
Peter

Peter V.

#7
Hallo Peter,

Glückwunsch zu diesem Fund. Wie schon geschrieben, sind diese Algen nur an wenigen Orten zu finden. Vielleicht bekommt dieses historische Grab jetzt einige Besucher  ;) In der Tat haben viele Mikroskopiker sie noch nie live gesehen.

Wenn Du nochmal über den Friedhof streifst, halt mal Ausschau nach solchen Becken, in denen  sich ein ggf.rostorange-rötlicher Belag findet.



Das sind Blutregenalgen (Hämatococcus),die ebenfalls äußerst attraktiv unter dem Mikroskop erscheinen (oft finden sie sich sogar in der Nähe von Stepahnosphaera). Gerne halten die sich in Vogeltränken und besonders Steinbecken, die regelmäßig austrocknen, auf.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=44298.msg327009#msg327009

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Peter T.

Hallo Peter,

vielen Dank! Wie gesagt, Anfängerglück.  :)

Danke auch für die Anregung, nach Hämatococcus zu suchen. Tatsächlich habe ich bereits eine Probe aus einem rötlich erscheinenden Steinbecken genommen:

rp1.jpgrp2.jpg

In dieser Probe war aber außer Bakterien und einigen Nematoden kaum etwas zu finden. Das Wasser roch auch bereits faulig.

Nachdem der Südfriedhof aber viele solcher Steinbecken enthält, hoffe ich noch auf einige interessante Funde. Ich habe mir vorgenommen, zukünftig auch das Wasser zu testen, um evtl. Korrelationen zwischen Wasserwerten und Leben im Becken zu entdecken. Immerhin sind das ziemlich überschaubare Biotope. Dafür muss aber erstmal ein Messgerät her.
Liebe Grüße
Peter

Daniel Scheibenstock

Hallo Cidrin,

wenn du Wasserwerte ermitteln möchtest, kannst du dich gerne an mich wenden, da ich beruflich in diesem Bereich tätig bin. Messgeräte sind nur für einige wenige Parameter verfügbar. Die meisten Tests werden kolorimetrisch oder photometrisch durchgeführt.

Lg Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Peter T.

Hi Daniel,

mir geht es vor allem um einige Grundwerte wie Leitwert, Redox, pH, TDC. Die möchte ich unkompliziert mit einem Gerät bestimmen, um einen Überblick zu bekommen.
Die Firma Denios bietet solche Geräte an.
Kannst du evtl. eins empfehlen? Wie gesagt, nur zur Groborientierung.

Besten Dank

Peter
Liebe Grüße
Peter

Peter V.

#11
Hallo Peter,

ich weiß ja nicht, wie Du die Proben entnimmst, aber da ist SICHER Hämatococcus darin! Du musst etwas von dem roten Belag abkratzen.
Generell reicht es nicht, nur eine Pipette in das Wasser selbst zu halten, sondern Du musst auch von dem Belag selbst etwas aufnehmen. Vermutlich hast Du das ja gemacht, aber ich erwähne es trotzdem sicherheitshalber nochmal.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Peter T.

Hallo Peter,

nein, ich habe nichts abgekratzt, sondern nur Wasser entnommen. Das werde ich heute aber gleich mal nachholen und berichten.
Vielen Dank für den Hinweis!!!
Liebe Grüße
Peter

Peter V.

#13
Hallo,

dann mach das mal auch in der Schale mit den Stephanospaerae! Da hast Du dann wahrscheinlich sogar ein ordentliches Gewimmel dieser Alge in der Probe - so wie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=ZgDxY47XV8A

Generell gilt: Frei im Wasser findet man eher wenig, außer man geht in richtigen Gewässern mit dem Planktonnetz auf die Jagd. Und auch dann, wenn das Wasser selbst richtig stark - meist grün - gefärbt ist.
Die Organismen befinden sich ansonsten zumeist in den Belägen bzw. sie bilden diese oder befinden sich in den Zwischenräumen sogenannter Algenwatten, an Steinen etc.

Das frei Wasser selbst gibt in der Regel eher wenig her.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Daniel Scheibenstock

#14
Zitat von: Cidrin in September 15, 2024, 12:18:45 NACHMITTAGSHi Daniel,

mir geht es vor allem um einige Grundwerte wie Leitwert, Redox, pH, TDC. Die möchte ich unkompliziert mit einem Gerät bestimmen, um einen Überblick zu bekommen.
Die Firma Denios bietet solche Geräte an.
Kannst du evtl. eins empfehlen? Wie gesagt, nur zur Groborientierung.

Besten Dank

Peter


Hallo Peter,

Mit der Firma Denios war ich bereits in Kontakt, ich sehe ihre stärke aber eher in der Chemielagerung. Aber möglicherweise sind ihre Produkte gar nicht schlecht. Ich weiß es schlichtweg nicht🙂

Meinen Kunden empfehle ich wenn es finanziell möglich ist auf Mettler Toledo Geräte zu setzen. Es ist zu beachten das pH- Sonden ein Verbrauchsartikel sind, der regelmäßig geeicht und kalibriert werden muss. Achte bei der Auswahl drauf das das geht. Die Geräte müssen auch über eine Temperatur Messung verfügen da die Werte kompensiert werden müssen. Leider habe viele einfache Geräte mit den oben genannten Punkten Schwierigkeiten.

Hast Du Zugang oder Erfahrung mit Messgeräten?

Lg Daniel

Ps gut und günstig sind die Geräte von IMO Aus Deutschland. Wir haben einige stationäre Geräte Verkauft und die laufen sehr gut.
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0