Bitte um Beantwortung dieser schwierigen Frage

Begonnen von Peter T., Oktober 04, 2024, 21:14:42 NACHMITTAGS

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Peter T.

Ich weiß, dass diese Frage wahrscheinlich unmöglich zu beantworten sein wird, möchte aber dennoch gerne ein paar Meinungen sammeln.

Ich bin bis jetzt total zufrieden mit meiner Entscheidung, mich mit einem erschwinglichen Mikroskop (um die 1700 €) an die ganzen mikroskopischen Themen ranzutasten. Mein Nexcope 620 T bietet mir alle Möglichkeiten - aber eben nur fast.

Hellfeld, Dunkelfeld, Polarisation - alles super. Ich könnte noch aufrüsten mit Phasenkontrast und Fluoreszenz, aber da zieht es mich im Moment nicht hin. Ich tümple gerne, polarisiere und schneide/ färbe Pflanzen.
Mit einem Wort, ich bin wohl infiziert mit dem Mikro-Virus.

Was aber nicht geht, und wo ich unbedingt hin will, ist das Blitzen und DIC. Dieses Upgrade kann ich mit meinem Nexcope nicht verwirklichen.
Insofern steht irgendwann die Anschaffung eines neuen Mikroskops an. Nicht sofort, aber auch nicht erst in 10 Jahren.

Jetzt die Frage: Wozu ratet ihr mir? Ich weiß, dass hier Olympus, Leica, Nikon und Zeiss der Standard sind. Aber was von diesen?
Ich sehe viele schöne Bilder mit Leica DMR und auch mit Olympus, so dass ich mich irgendwie zu diesen beiden hingezogen fühle.

Gibt es konkrete Empfehlungen für das, was ich umsetzen will? Bitte total subjektiv. Mir ist klar, dass alle Systeme ihre Vorteile haben. Aber in welche Richtung soll ich mich orientieren und wo soll ich suchen?

Schon mal Danke für eure Antworten!

jcs

Hallo Peter,

DIK ist eine feine Sache, vor allem für's Tümpeln. Neben der Marke is auch eine Entscheidung zwischen Unendlich- bzw. Endlich-Optik zu fällen. Da Du sowieso in ein neues System investieren müsstest, würde ich Richtung Unendlich-Optik gehen. Die alten Endlich-Optiken von Zeiss und Leitz werden seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr hergestellt, d.h. bei gewissen Komponenten ist der Gebrauchtmarkt dann sehr eng und eventuell nötige Nachkäufe können schwierig werden.

Im Unendlich-System hat Zeiss die Preise für DIK-Komponenten (Prismen) signifikant erhöht, das ist jetzt ziemlich unleistbar geworden. Leica und Olympus sind in meinen Augen eine gute Option, da es einen recht umfangreichen Gebrauchtmarkt für DIK-Prismen gibt, die zwar auch teuer, aber noch eher leistbar für Hobby-Anwendungen sind. Fluoreszenz geht dann auch, falls das irgendwann doch ein Thema wird. Hier zwei Bilder vom Leica DM 2000, einmal DIK und einmal Fluoreszenz.

LG
Jürgen

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Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

ja, die Preise mit dem DIC. Soweit ich (aus zuverlässiger Quelle) informiert bin, war/ist die einzige Firma, die DIC-Prismen zu vertretbaren Preisen produzieren konnte ... Lomo (!); und diese Quelle ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine versiegt, sodass die anderen Hersteller nun selbst in die Pötte kommen mussten, was zu einer dtl. Preissteigerung geführt hat.
Beste Grüße !

Jürgen

Peter T.

Hallo Jürgen,

da hast du mir schon mal deutlich weitergeholfen!

Also Unendlich-Optik und dann tatsächlich von dir empfohlen die Leica/ Olympus-Schiene. Welche Voraussetzungen müssen denn gegeben sein, um einen Blitz verwenden zu können?

Peter V.

#4
Hallo,

ich habe auch die Info, dass die massive Preissteigerung bei DIC Prismen ihre Ursache in der unterbrochenen Lieferung als Folge des Krieges gegen die Ukraine hat. Man muss alleridngs sagen, dass ein Neukauf eines Mikroskopes mit DIC ohnehin für die meisten Hobbyisten jenseits aller realistischen Möglichkeiten lag.

Was die Blitzeinspiegelung betrifft, ist es am besten, wenn das Mikroskop ein externes Lampenhaus hat, da hier ein Blitz am einfachsten zwischen Lampenhaus und Stativ eingespiegelt werden kann.
Ist das nicht gegeben, sollte zumindest zwischen Lichtaustritt am Stativfuß und dem Kondensor reichlich Platz sein, dass ein "Blitzwürfel" platziert werden kann. Da wird es bei vielen Mikroskpen knapp und ein solcher Blitzwürfel samt Blitz ist auch oft etwas störend, weil er beim Mikroskopieren im Bewegungsradius des Mikroskopikers sein kann.
Optimum ist - wie gesagt - ein abnehmbares externes Lampenhaus.

Hezrliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

anne

Hallo Peter (Cidrin),
das Problem ist eigentlich dass Du mit diesen Wünschen ein jahreslanges Suchprojekt beginnst, falls Du nun erst mal das Stativ und später die Komponenten kaufst.
Ich würde mir den "Luxus" leisten und ein Mikroskop kaufen, welches schon komplett mit DIC ausgestattet ist und das mit dem Blitz dann im Nachgang realisieren.
Natürlich solltest Du beim Kauf beachten, dass es nachher einfach wird den Blitz zu integrieren.
Falls du z.B. ein so schönes Leica DMRB möchtest wie hier einige Anwender, dann musst Du recht tief in die Tasche greifen.
Ich nutze Olympus, aber unendlich ist auch hier sehr teuer. Daher bin ich nach wie vor beim endlich System und ich liebe es!
Das BH2 endlich System ist weit verbreitet und es gibt die meisten Teile auch noch zu kaufen.

Einer der schönsten DIC´s ist z.B. das Reichert Polyvar System....

Und dann noch der schöne Leitz Smith DIC....

Wichtig wäre es tatsächlich vor dem Kauf selbst an dem Mikroskop zu sitzen und testen zu können.

Suchanfrage im Mikromarkt oder Kontakt zu Diana Witzgall könnte weiterhelfen und die innerliche Schmerzgrenze klar festlegen. ;)
lg
anne

Peter T.

Hallo Peter,

auch dir besten Dank für,die Erläuterung der Blitzmöglichkeiten.

Auf der Seite von Martin Kreutz habe ich eine sehr gute Beschreibung des Blitzens am Lichtkasten gefunden und hier im Forum ist ja auch der Blitzwürfel des öfteren erwähnt und abgebildet.
Das Blitzen scheint mir aber lediglich bei sehr schnellen Objekten erforderlich zu sein, sehe ich das richtig?

Konkret scheinen mir Leica-Mikroskope aus den Serien DM2000, DM2500 und DM3000 gut geeignet, um die unterschiedlichen Anforderungen (HF, DF, Polarisation und DIC) zu erfüllen. Vom Blitzen mal abgesehen.

Geht ihr da mit oder bin ich auf dem Holzweg und übersehe etwas Wichtiges?

Peter T.

Hallo Anne,

besten Dank für die konkreten Hinweise. Von solch klaren Angaben profitiere ich am meisten.

Ich tendiere auch dazu, gleich eine DIC-Lösung anzuschaffen. Bin auch überhaupt nicht so der Bastler und Schrauber.

Auch auf "jahrelange Suchprojekte" stehe ich nicht so sehr.

Und die "innerliche Schmerzgrenze" tut mir ehrlich gesagt jetzt schon weh ...
Aber infiziert ist infiziert. Ich hätte mich rechtzeitig gegen Mikroskopie impfen lassen sollen. (Ach nein, lieber doch nicht!)

Peter V.

#8
Hallo Peter,

es ist in der Tat sinnvoll, sich ein bereits komplett ausgestattetes DIC-Mikroskop zuzulegen, da das Zusammensammeln einzelner Komponenten ein elendig langes Unterfangen sein kann und man unter Umständen erst nach vielen Jahren zu einer vollständigen Ausstattung kommt.

Ansonsten gilt: What zu get is what you pay. Sicherlich bekommt man auch schon Mikroskope mit DIC für unter 3000 EUR (Zeiss Standard, Universal etc.), für Olympus und Leitz muss man schon mehr auf den Tisch legen und im Unendlich-Bereich (Olympus BX, LEICA DM und Zeiss Axio) wird es dann richtig teuer. Es ist dann aber auch in der Regel eine Anschaffung fürs Leben.

Hast Du eigentlich mal mit Schiefer Beleuchtung gearbeitet? Es ist tatsächlich auch ein Leben ohne DIC möglich  ;) Klar, letztlich wird bei jedem Tümpler der Wunsch nach DIC aufkommen, aber mit der Schiefen Beleuchtung kann man auch schon recht viel erreichen, das fast an DIC herankommt.


Schau mal hier: 

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4344.msg28366#msg28366

Was Martin mit seinem recht einfachen Will Mikroskop erreicht hat, müsstest Du mit Deinem Mikroskop auch schaffen.

Und - sei mir bitte nicht böse: An Deinen mikrofotografischen Skills könntest Du auch noch etwas arbeiten. Das soll nicht arrogant rüberkommen, auch ich bin (trotz allerbester Ausrüstung) nicht der tollste Mikrofotograf unter Sonne.  ;)

Es gibt einen Mikroskopiker (leider komme ich gerade nicht auf den Namen) aus dem skandinvischen Raum, der mit einem Motic BA310 (ohne DIC!) und etwas Bastelei mit Folien die tollsten Mikrovideos produziert.

Blitzen muss man in der Tat nur bei schnellen Objekten - wobei "schnell" relativ ist. Wenn man mit einem sehr hellen LED-Licht arbeitet und die Objekte schön "plättet" (geringe Schichtdicke), kann man auch ohne Blitz auskommen und bei sehr langsamen oder fast unbeweglichen Objektiven wie manchen Algen ohnehin. Letztlich wird man aber als amibitionierter Tümpler nicht ganz ums Blitzen herumkomme, vor dem ich mich übrigens selbst auch jahrlang "gedrückt" habe. Anfangs erschien mir das auch immer etwas undurchsichtig, es ist aber letztlich gar nicht so schwer. Mittlerweile habe ich an einigen Mikroskopen einen Blitzadaption.

Hezrliche Grüße
Peter


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A. Büschlen

Hallo in die beratende Runde,

gebrauchte Geräte können oftmals wirklich eine kostengünstige Möglichkeit sein, sofern sie aus erster Hand stammen und vielleicht sogar die original Rechnung mit dabei ist. Damit hat man eine Basis sich in dem gebrauchten System zurechtzufinden. Oder man hat sich im Laufe der Zeit soviele Kenntnisse über die einzelenen Systeme erarbeitet die es einem ermöglichen gezielt zu suchen. Aber dies braucht Zeit. Wer hat dies schon? Gute gebrauchte Einzelteile sind oftmals nur mit viel Geduld zu finden. Dazu ein Besipiel: Ich suche seit längerem, auch hier in diesem Forum und auch bei namhaften Adressen ein Leitz Periplan GF 10x/20 Brille MF und finde nichts! Man könnte doch meinen, ein Leitz Okular sei etwas banales. - Cidrin möchte jetzt ein Mikroskop kaufen das ihm in den kommenden 20 Jahren viel Freude und Erfüllung beschert.
Jürgen hat einen möglichen Weg aufgezeigt.
Noch etwas zum Leitz/ Leica DMRB. Diese Systeme waren schon einmal etwas wirklich tolles. Aber Support wird keine Firma mehr bieten.

Gutes Gelingen!

Arnold Büschlen

Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Aljoscha

Zitat von: Cidrin in Oktober 05, 2024, 09:41:26 VORMITTAGKonkret scheinen mir Leica-Mikroskope aus den Serien DM2000, DM2500 und DM3000 gut geeignet, um die unterschiedlichen Anforderungen (HF, DF, Polarisation und DIC) zu erfüllen. Vom Blitzen mal abgesehen.

Hallo Peter,

Du wirst dich wundern, was Du für ein DM2500 mit DIC auf den Tisch legen darfst. Mit DIC liegst Du da etwa beim Preis eines neuen Tesla. Da kommst Du mit einem gebrauchten Leica DRMB oder Zeiss Axioskop oder Axioplan drastisch günstiger weg. Noch günstiger sind die endlich-Systeme.

liftboy

Hallo erstmal,

nur so zwischendurch...
Lomo kann immer noch liefern! und zwar über einen amerikanischen Zwischenhändler (billig geht anders).
http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/Lieferprogramm.pdf
Seit dem Mauerfall liefert Lomo nicht mehr in westliche Länder (also nicht alles auf den Ukrainekrieg schieben).
Und ja, DIK ist was feines und nochmal ja, schiefe Beleuchtung tuts auch.

viele Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Peter T.

Hallo Alexander,

danke für diese Weichenstellung! Der Hinweis auf die Seite von Diana Witzgall von Anne war auch schon sehr hilfreich beim Einordnen der finanziellen Größenordnung.
Der Unterschied zwischen endlich und unendlich fällt ja tatsächlich auch deutlich ins Preis-Gewicht.

purkinje

#13
Hallo Peter (s),
Zitat von: Peter V. in Oktober 05, 2024, 10:10:16 VORMITTAGEs gibt einen Mikroskopiker (leider komme ich gerade nicht auf den Namen) aus dem skandinvischen Raum, der mit einem Motic BA310 (ohne DIC!) und etwas Bastelei mit Folien die tollsten Mikrovideos produziert.
Martin Kaae Kristiansen, einfach googlen, auf FB, Insta, youtube...
er hat das ganze dann gleich, ganz bescheiden  :o , "Kristiansen illumination" genannt!
Ist aber nix anderes wie hier die hier auf S 46 beschriebene radiant field methode: Better microscopy Notes, alle Teile des Buches von DJ Jackson hier, der ganze Blog ist recht empfehlenswert
Auch gab es das vor über 100Jahren schon in Form der verschiedenen Leuchtbild-Verfahren.
Den 3D-Effekt erhält man natürlich bei all dem nur mittels einer schiefen Beleuchtung durch Blende darunter.
Beste Grüße Stefan

Peter V.

Hallo,

ZitatAber Support wird keine Firma mehr bieten.

Diana Witzgall (microscopia.de) wartet noch Leica DMRs.

Herzliche Grüße
Peter
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