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Ist Glaspilz ansteckend?

Begonnen von regulus56, Januar 03, 2025, 17:57:16 NACHMITTAGS

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regulus56

Hallo,
ich habe da mal eine Frage.
Bei dem Blick durch das Hilfsokular für die Einstellung der Phasenkontrastblende fielen mir verzweigte Linien im Objektiv ( Olympus 10PL) auf. Sie befinden sich zwischen Phasenring und Frontlinse.
Sie lassen sich also nicht beseitigen. Ich vermute Glaspilz und nun meine Frage:"Kann der auch auf die Anderen Linsen im Revolver und im Bino- Trinokopf übergreifen?"
Beim beobachten und fotografieren fällt mir nichts auf.
Gruß Klaus
Hier auch mal ein Foto von dem Malheur
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

Rawfoto

Hallo Klaus

Zur Ansteckung kann ich nichts beitragen, aber das du einen Pilz hast sehe ich auch so - leider.

So etwas habe ich bei Olympus LB allerdings in der Form noch nie gesehen.

Jetzt ist natürlich die Frage wie das Objektiv die letzen 35 Jahre gelagert wurde, so lange ist es her das die Serie nicht mehr produziert wird und die BX Serie die BH-2 Produktion abgelöst hat.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

regulus56

Hallo Gerhard,
da liege ich also richtig mit meiner Vermutung  :(
Das Objektiv inklusive CH-2, habe ich vor ca 5 Jahren aus einer Praxisauflösung bekommen und damals leider nicht bemerkt das sich da ein Pilz breit macht.
Leider habe ich auch kein anderes 10x Objektiv, also werde ich wohl auf die 10er Vergrößerung verzichten müssen....
Ich will da lieber kein Risiko eingehen.
Liebe Grüße vom Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

K. B.

Hallo Klaus,

den Pilz und die Sporen kann man inaktivieren wenn man das Objektiv langsam auf 50-60°C erhitzt und mindestens 1h auf der Temperatur hält, kann natürlich immer sein das das Objektiv einem die Behandlung übel nimmt, aber bevor man es wegwirft kann man es so weiter nutzen falls das Bild nicht zu schlecht ist.
Den Rest vom Mikroskop würde ich mal wo möglich mit Desinfektionsmittel abwischen, aber immer aufpassen das der Lack das verträgt.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

Apochromat

#4
Hallo in die Runde,

wenn man ein Objektiv erhitzt, delaminiert es. Da ist dann in jedem Fall ein Totalschaden.

Das, was Du da zeigst, ist nicht unbedingt Fungus. Die Glaspilzfäden sehen zart silbrig, eher nach "dahingehauchter Watte" aus. Die knopfartigen Endungen der dendritischen Verzweigungen in Deinem Bild sprechen auch dagegen. Es gibt auch Entmischungen des Linsenkitts, die manchmal in einer Kittschicht auftreten, wenn das Objektiv schon älter ist. Besonders die Figur im unteren Bereich sieht so aus. So etwas kommt manchmal vor. Das ist auch keine Delamination (die sieht "muschelbruchartig aus) oder eine sog. "Hungerlinse" (da wurde zu wenig Linsenkitt verwendet und dann zieht sich am Linsenrand eine u.U. verzweigte Luftblase ein (meistens harmlos).

Wenn Du von hinten mit bloßem Auge durch das Objektiv schaust (gegen den hellen Himmel) und diese Figuren immer dunkel bleiben, auch wenn das Objektiv leicht verkippt wird, dann ist das kein Glaspilz. Der Fungus ist zarter und hat einen Silberglanz. Die Sporen dieser Pilze sind praktisch überall und keimen nur aus, wenn es feucht und warm oder feucht und kalt ist. Deshalb darf man auch Mikroskope nicht für längere Zeit in Styroporboxen lagern (früher kamen z.B. das AMPLIVAL, Interphako- Einrichtungen, das JENAVAL oder das IM 35, das Photomikroskop I und II bei ZEISS in großen Styroporkisten, mit entsprechenden Hinweisen versehen "Bitte nicht im Transportbehälter lagern"), in Kellerräumen aufbewahren oder ohne Luftzirkulation in den Tropen verwenden. Also sind es die klimatischen Bedingungen, unter denen das Mikroskop genutzt oder aufbewahrt wird, die den Glaspilz wachsen lassen. Da diese Pilzarten die Vergütung verstoffwechseln, kann man zwar die Pilzfäden mechanisch entfernen, wo diese auf zugänglichen optischen Flächen wachsen, aber die Linsenfläche ist dann trotzdem dauerhaft defekt.

Die Styroporverpackungen werden deshalb heute nicht mehr verwendet, leider gibt es da auch Ausnahmen, bei uns ....

Auf alle Fälle kannst Du mit diesem Objektiv noch beruhigt jahrelang weiterarbeiten :), so wie es jetzt ist.

LG
Michael

doc-ralf

Hallo Klaus,

Ich habe zwar noch nie Glaspilz gesehen, aber was da auf Deiner Linse wächst, ist m.M. nach klar kristallin und erinnert mich an Dendriten.
Pilzhyphen haben einfach ein anderes Wuchsbild.

Und ganz pragmatisch: Was immer es auch ist, es ist in der Optik eingeschlossen und wenn Du nicht drankommst, kommt es auch nicht raus.  ;D

LG Ralf
Lieblingsthema: Kieselalgen
PZO Biolar mit nachgerüsteter LED
PHA und Dunkelfeldkondensor
Panasonic GX8

Axioskop 2 mit DIC und Phasenkontrast
Hayear Kamera
https://doc-ralf.de/

Peter Reil

Hallo Klaus,

leider habe ich solche Veränderungen bei OLYMPUS Objektiven schön häufiger gesehen, gerade beim 10x PL. Die optische Leistung der Teile ist meist trotzdem einwandfrei.
Es wird die Kittschicht zwischen den Linsen sein, die betroffen ist. An einen Pilz glaube ich nicht. Eher ist es ein chemischer Prozess.

Mache dir keine Gedanken, ansteckend ist das nicht.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Oecoprotonucli

Hallo zusammen,

abgesehen davon, dass es evtl./wahrscheinlich kein Glaspilz ist und den Tipps zur Inaktivierung würde ich die Frage in der Überschrift nicht unbedingt vollkommen verneinen. Zellen entstehen nur aus Zellen, wie man seit Virchow 1855 weiß ;) . Daher kann man eine Garantie, dass er nicht ansteckend ist, nur geben, wenn keine lebenden Zellen irgendwo auf andere Flächen übertragen werden können. Aber natürlich werden diese Zellen nicht so einfach aus dem Inneren eines Objektivs auf die inneren Linsen eines anderes Objektivs hüpfen  ;D  . Zumindest äußerlich sollte es aber dann wohl schon desinfiziert sein.

Viele Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

K. B.

Hallo,

Linsenpilz sieht so aus wie auf dem Bild hier.
IMG_20240927_215238_717.jpg
So eine Delamination wie bei deinem 10x habe ich zwar noch nie gesehen, bei mir sahen die eher aus wie Kristalle oder flächige halbkreise, aber die dunkleren Bereiche könnten tatsächlich dafür sprechen.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

jochen53

Ja, Glaspilz ist ansteckend, deswegen nehmen Service-Werkstätten mit Fungus befallenen Geräte oft gar nicht erst zur Reparatur an. Wenn man an die befallenen Oberflächen rankommt, kann man ihn abtöten und entfernen, z.B. mit verd. Wasserstoffperoxid mit Zusatz von etwas Ammoniak. Evtl kann man auch mit etwas Zigarettenasche und einem Tropfen Wasser nachpolieren, aber dann geht die Vergütung mit ab. Die Oberflächenschäden durch die Ausscheidungen der Pilze kann man nicht mehr reparieren, wenn die Linse neu poliert wird, ändern sich ihre Abbildungsdaten. Durch Begasung mit Formaldehyd oder starke UV-Bestrahlung mit möglichst kurzer Wellenlänge (254 nm) kann man den Fungus auch lediglich nur abtöten.
Der beste Ort, um ein gutes Pilzwachstum zu bekommen, sind feuchte, dunkle, schlecht gelüftete, kühle Keller und die Lagerung in Holzschränken oder -Kästen bzw. bei Kameraobjektiven die sog. "Bereitschafts(verhinderungs)taschen" oder "Objektivköcher" mit aufgeschraubtem Filter und aufgesetztem Objektivdeckel.
Viele Grüße, Jochen

regulus56

#10
Mein Dank an alle für die Kommentare!!
Ich werde also zunächst alle meine Objektiv durch das  Hilfsokular begutachten. Ich hoffe dabei keine Überraschung zu erleben. Etwas Formaldehyd habe ich noch, ich versuche mal es zu begasen.
Da habe ich noch eine Frage:" Ist es gut für die Objektive, wenn sie in den Aufbewahrungsdosen gelagert werden, oder sollten sie besser nicht in hermetisch geschlossenen Behältnissen aufbewahrt werden?" Also zum Beispiel in einer Pappschachtel?
Bisher bewahre ich die Objektive in so einer Plastebox mit aufgelegtem Deckel auf.
Viele Grüße Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

deBult

I have 2 Olympus A 10 PL with similar (but not so strong) defects.

Storage box: using a similar arrangement but added a SILICA GEL moisture absorbent package.

Best, Maarten
Reading the German language is OK for me, writing is a different matter though: my apologies.

A few Olympus BH2 and CH2 stands with DIC and phase optics.
I used to say "The correct number of scopes to own is N+1 (With N is the number currently owned)", as a pensioner the target has changed in n-1.

regulus56

Hello Maarten,
It's nice to know that others do it like me.
I will first use rice grains.
Checking my other lenses came up empty.
Best regards, Klaus
,,Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Und gern per Du.

RainerTeubner

Hallo Klaus,

 wenn Du sicher gehen möchtest, daß wirklich nichts passiert, leg bitte einen Beutel mit Trocknungsmittel (mit Feuchteindikator) in die Kunststoffschachtel.

Viele Grüße!

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

Peter Reil

#14
Hallo,

einen habe ich noch.   :)

A-IMG_7928.jpg

Natürlich wieder ein OLYMPUS A10 PL. Die optische Leistung ist allerdings einwandfrei.
Habe ich früher immer die Zeissianer belächelt wegen der Delaminationen der Planapos 40x oder 63x Objektive, so bin ich in erweiterter Kenntnis der OLYMPUS Optiken zwischenzeitlich etwas kleinlaut geworden.

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom