Was ist das ? -- Hier die Auflösung.

Begonnen von grovea, März 09, 2010, 21:10:04 NACHMITTAGS

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Udo Hammermeister

Hallo Herr Nötzel !

Vielen Dank für die Auflösung.
Das ganze Szenarium erinnerte mich von Anfang an an den Rand eines Deckglases. Bis auf eine Ausnahme: die extreme Regelmäßigkeit der Bruch-, Schnitt- oder Schleifkante. Aus diesem Grunde hatte ich ein Deckglas als Antwort eigentlich ausgeschlossen.
Nun, da es doch so ist, hat es meine Neugier geweckt, wie solche Dinger denn nun hergestellt werden? Das abgebildete Teil auf Herrn Dr. Scheffners Kalender kann ich nicht so einfach damit in Verbindung bringen; Durchmsser 3mm, Zahnweite ist geschätzt auch etwa 3 mal so weit. Und dann auch noch diese Schräge (drehend gestanzt?)
Vielleicht geht das ja mit einem Laser, oder eine Art Drehbank mit Diamantwerkzeug, natürlich automatisch und ganz, ganz schnell.

Wenn Sie diese Kante auch mal mit noch höherer Vergrößerung im Detail darstellen könnten? soweit es eben geht. Vielleicht kann uns das ja schon etwas Aufschluss geben.

Grüße
Udo

Klaus Herrmann

Halo,

also ich kanns auch nicht richtig glauben. Das würde ja bedeuten, dass das Glas mit dem Rädchen "geschnitten" und dabei plastisch verformt wird, weil die Struktur völlig sauber abgebildet ist. Aber wieso sollte das Glas das ohne Bruch mitmachen?

Die Gläser werden normalerweise aus Platten ausgeschnitten durch Ritzen und Brechen mit einer feinen Diamantspitze.

Deshalb würde ich gerne eines zur Untersuchung am AL-Mikroskop mit DIC haben. Ich vermute: 4-eckig nicht rund?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Wolfram Weisshuhn

Hallo Herr Nötzel,

die gebotene Auflösung kann nicht die Lösung sein. Es stellt sich außerdem die Frage nach dem Sinn und dem Nutzen der randlichen Verzierung bei dem gezeigten OT.

mfG

Wolfram Weisshuhn

grovea

#18
 
      ... für die sehr zweifelnden Herren hier nochmal ein Bild im DIK mit Objektiv 50x/0,95.

     @ Herr Hammermeister:  Ob es genau dieser Typ von Hartmetallschneider war, weiß ich nicht.
                                      Auf Wusch ein Bild in höherer Vergrößerung.

     @ Herr Weisshuhn:  Es handelt sich um ein Deckglas, keinen "OT" - ObjektTräger

     @ Herr Herrmann:  Ja, Glas verformt sich bei genügend hoher Flächenpressung auch plastisch.
                               Nein, das Deckglas ist rund. Um Ihre Zweifel zu zerstreuen: Ein Deckglas ist an Sie ist auf dem Postwege.

     @ Herr Nowak: Ihre Bemerkung habe ich nicht verstanden.


     

      Mit freundlichen Grüßen
      Ralf Nötzel


Eckhard F. H.

Hallo Herr Nötzel,
danke für die Erläuterungen. Mir kam die ganze Sache nicht koscher vor, das wollte ich ausdrücken. Aber zum Thema, das wahrscheinlich mehrere interessiert. Schon oft machte ich mir Gedanken, wie Objekt- und Deckgläser so präzis und preiswert hergestellt werden. Zweifel, daß sich die rätselhafte Ornamentik auf runden DG befindet, sind ausgeräumt. Nicht aber, daß sie mit dem abgebildeten oder ähnlichem Werkzeug fabriziert werden. Die Technologie würde ich gern näher kennenlernen.
Herzlicher Gruß
E. Nowack

Peter V.

#20
Hallo!

Glas ist in der Tat plastisch verformbar.
Allerdings könnte ich mir solche regelmäßigen Mutser auch bei der Verwendung eines gepulsten Laser als Schneidwerkzeug vorstellen.


http://www.iwf.de/iwf/res/mkat/others/bp/01000009849910000000.pdf

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Klaus Herrmann

Danke für den Link Peter,

ich hätte es nicht geglaubt!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Klaus Herrmann

#22
Hallo,

Ralf Nötzel hat mir ein rundes Deckglas geschickt. Herzlichen Dank! Ich konnte mich überzeugen: tatsächlich - er lücht nich! ;)

Ich dachte, dass das Aufprägen der Struktur Spannungen ins Glas bringt, die in Polarisation zu sehen sein müsste. Ist aber nicht so.
Auflichtuntersuchung bringt keine zusätzlichen Erkenntnisse. Hier nur 2 Bilder einer Kante im Durchlicht-DIC. Sieht weit weniger "aufgeräumt" aus.
Man sieht, dass die aufgeprägte Struktur wie auf einer dünnen Haut sitzt, die absplittern kann.



Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Georg Abele


Guten Abend!

Habe mir die Fotos angesehen und komme zu folgender Vermutung:

Die runden Gläser sind durch schleifen hergestellt. Ich würde die Gläser, müsste ich sie schleifen, trocken bearbeiten, also ohne Wasserkühlung. Würde ich kühlen, würden Spannungen entstehen welche zum Bruch führen könnten. Da Glas jedoch ein schlechter Wärmeleiter ist, kann die Wärme im Glas nicht schnell genug "weglaufen", es schmilzt partiell. Daher die Tropfenförmige Struktur.

Ist nur eine starke Vermutung, bin mir nicht sicher.

Schönen Abend und Grüße aus Aalen

Georg Abele
www.duennschliff.com  www.thin-section.com  Gute Ideen sind fast immer einfach.

Klaus Herrmann

Hallo Georg,

man sieht das auf den Bildern nicht so gut, aber das sind typische Bruchkanten, da ist nichts geschliffen.

Ich bin sebst noch am rätseln, wie die runden Deckgläser gefertigt werden. Das muss blitzschnell gehen, der Fertigungsprozess darf ja nix kosten.
Vielleicht ist es auch ein heißer Stempel und das runde Glas wird durch einen kurzen Wärmestoß aus der Fläche rausgesprengt.

Ich würde es anders machen: 4eckige werden im Stapel gepresst auf eine Drehbank gespannt und der ganze Stapel rundgeschliffen.

Muss mir mal meine runden DG anschauen wie da die Kante aussieht.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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reblaus

Hallo -

das sind ganz typische Nagespuren der Steinlaus (siehe Pschyrembel)!

Wiewohl dieses Tier eigentlich Beton und Granit bevorzugt, nimmt es in der Not auch mit dem - im Verhältnis zu seinen mit Wolframcarbid verstärkten Mandibeln - doch relativ weichen Glas fürlieb.

Ein solches vereinzeltes Tier dürfte aber keine besondere Gefahr für die Deckglasvorräte darstellen, denn die einseitige, vitamin- und mineralstoffarme Silikat-Ernährung erlaubt keine sexuelle Vermehrung.

Gruß
Rolf

Eckhard F. H.

ZitatIch bin sebst noch am rätseln, wie die runden Deckgläser gefertigt werden. Das muss blitzschnell gehen, der Fertigungsprozess darf ja nix kosten.
Hallo Klaus,
der zweite Satz hat Gewicht und erheischt darumb Klärung. Das Thema könnte noch gefleddert werden. ;D
Gruß - Eckhard N.

Klaus Herrmann

Lieber Eckhard,
bevor ich eine falsche Antwort gebe: kannst Du bitte nochmals etwas ausholen und genau erklären, was erläutert werden soll? Mir ist es etwas unklar! ???
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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Eckhard F. H.

ZitatIch bin sebst noch am rätseln, wie die runden Deckgläser gefertigt werden. Das muss blitzschnell gehen, der Fertigungsprozess darf ja nix kosten.

Hallo Klaus,
eben deshalb interessiert mich (wahrscheinlich noch Andere) der Fertigungsablauf von Deckgläsern, besonders jener runden mit dem Riffelrand. Vielleicht liest jemand mit, der sich auskennt.
Lenzige Grüße - Eckhard

Klaus Herrmann

Nu is Chlor,

ja man kann nur rätseln wie sie gefertigt werden, weil der Stückpreis ja minimal ist darf die Fertigung kaum ins Gewicht fallen, sonst geht die Firma langsam ein.

Weil nach der Regel des alten Ministerpräsidenten von BW Lothar Späth (unser "Cleverle") ein Unternehmen nur auf Dauer bestehen kann, wenn die Einnahmen die Ausgaben ein wenig übersteigen! ;D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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