Umfrage Selbstbau-Erfahrungen Interferenzkontrast

Begonnen von purkinje, Juni 28, 2025, 21:49:46 NACHMITTAGS

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Meine Erfahrungen beim Selbstbau von differentiellem Interferenzkontrast (auch im weiteren Sinne) sind....

nicht vorhanden
18 (60%)
vorhanden
7 (23.3%)
habe davon gehört, dass es möglich ist
4 (13.3%)
glaube nicht, dass ein Selbstbau möglich ist
12 (40%)
habe keine guten Erfahrungen gemacht/ es wieder aufgegeben
3 (10%)
habe bessere Erfahrungen gemacht, welche in etwa an ein durchschnittliches DIK von Herstellern heranreicht bzw mir genügt
4 (13.3%)

Stimmen insgesamt: 30

Umfrage geschlossen: Juli 06, 2025, 21:49:46 NACHMITTAGS

Peter V.

Hallo Stefan,

jetzt mal (und das meine ich auch ohne Ironie): Wir hatten doch letztens eine ewig lange Diskussion über die wesentlich einfachere Schiefe Beleuchtung als weitestgehend dem DIC ebenbürtiges Verfahren. Ich war zwar bei hochaperturigen Objektiven nicht zufrieden mit den von mir erzielten Ergebnissen der S.B., andere aber anscheinend durchaus. Warum sollte man dann solche Klimmzüge machen und sich (außer aus grundsätzlichem Interesse) an einem DIK-Selbstbau versuchen?

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Siegfried

Hallo,
da ist mir jetzt noch eingefallen, daß ein Holländer oder Däne mit Tesa und anderem einen DIK ählichen Effekt erzeugt hat. Es gab sogar darüber einen Film. Ich finde aber die Links dazu nicht mehr. Wenn jemand noch weiss wo man es im Netz findet, wäre ich dankbar.
   Gruß von Siegfried

Daniel Scheibenstock

#17
Oh man.... Viel zu spannend das Thema.......:)))IMG_9337.jpeg

Schauen wir mal was raus kommt😉

Lg Daniel

Ps.: war das eventuell oblique Illumination nach jansen?
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Peter V.

#18
Zitat von: Siegfried in Juli 07, 2025, 18:37:03 NACHMITTAGSHallo,
da ist mir jetzt noch eingefallen, daß ein Holländer oder Däne mit Tesa und anderem einen DIK ählichen Effekt erzeugt hat. Es gab sogar darüber einen Film. Ich finde aber die Links dazu nicht mehr. Wenn jemand noch weiss wo man es im Netz findet, wäre ich dankbar.
  Gruß von Siegfried

Hallo Siegfried,

der Holländer ist ein Däne  ;)

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=50087.msg366110#msg366110

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Michael K.

Hallo,

Wenn ich die KRISTIANSEN ILLUMINATION richtig verstanden habe, ist es ledeglich eine weichgezeichnete schiefe Beleuchtung. Richtig?
Bei meiner Adaption; variable ringförmige Beleuchtung aus Polfiltern; wäre dieser Zusatz durchaus noch
denkbar. Durch Ausschwenken des Filterhalters kann ich auch reine schiefe Beleuchtung machen.
Für echtes DIC müsste ein komplett fertiges Zusatzgerät her oder ein neues Mik.


Gruss
Michael

Daniel Scheibenstock

Ich darf berichten:  mein Experiment hat so ca. funktioniert. Eine Blende und ein Objektiv habe ich zum Laufen gebracht. Wäre durchaus interessant wenn es den Zeiss zentralschieber Dic wie Sand am Meer geben würde.... ;)
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Siegfried

Danke Peter für den Link zum Dänen.  8)
  lg von Sigi

junio

Liebe Foristen,
der DIC mit einem Prisma und einer Spaltblende ist in Plutas ,,Advanced Light Microscopy" umfänglich beschrieben. Ich habe dann einen entsprechenden Zeiss-WL Umbau hier veröffentlicht:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33130.msg244028#msg244028

Einen noch einfacheren Umbau mit einem Leitz ICR Prisma (als Zwischenring am Objektiv) habe ich im letzten Jahr auch realisiert, aber nicht besonders dokumentiert. Wenn aber ein Interesse besteht, kann ich es machen.

Die Bestelarbeit liegt beim Spaltblendenkondensor. Er muss einfach zu bedienen sein. Das ist beim PZO-Kondensor gegeben. Die passende Kondensoraufnahme ist evtl. ein weiteres mechanisches Problemchen.

Die Lichtausbeute ist übrigens trotz Spaltblende erstaunlich gut. Dazu hat Göke in seinem Buch ,,Moderne Methoden der Lichtmikroskopie" bemerkt: ,,Mit Hilfe von Testdiatomeen kann man sich davon überzeugen, dass Auflösung und Bildkontrast besser sind, als man das bei eingeschränkter Beleuchtungsapertur glauben möchte".

Beste Grüße von Jürgen aus Hagen

purkinje

Hallo Peter,
Zitat von: Peter V. in Juli 07, 2025, 18:14:27 NACHMITTAGSjetzt mal (und das meine ich auch ohne Ironie): Wir hatten doch letztens eine ewig lange Diskussion über die wesentlich einfachere Schiefe Beleuchtung als weitestgehend dem DIC ebenbürtiges Verfahren. Ich war zwar bei hochaperturigen Objektiven nicht zufrieden mit den von mir erzielten Ergebnissen der S.B., andere aber anscheinend durchaus. Warum sollte man dann solche Klimmzüge machen und sich (außer aus grundsätzlichem Interesse) an einem DIK-Selbstbau versuchen?
Zur den verschiedenen Motivlagen hatte ich oben ja bereits geschrieben. Allerdings gibt es auch grundsätzliche Punkte:
1.) einen auch durchaus subjektiven, ich empfinde beim gut eingestellten DIK v.a. mit höheren Aperturen (>0,65) den Bildeindruck prima vista als deutlich schöner, kontrastreicher, "gläserner" (liegt wohl an den zusätzlichen Pol-Effekten)
2.) ich halte bei höheren Aperturen (>0,65) die technischen Anforderungen bei der schiefen Beleuchtung, besonders wenn man diese jederzeit so auch wiederholbar hinbekommen möchte, nicht für völlig trivial:
- Blendenlage in der Fokusebene des Kondensors, der ja auch noch apl.-achromatisch sein sollte
- die Feinjustage der Blende sollte mechanisiert sein.
Beste Grüße Stefan


Lupus

Hallo Stefan,

Zitat...liegt wohl an den zusätzlichen Pol-Effekten
das kann allerdings andererseits objektiv auch ein Nachteil sein, weil das Bild durch doppelbrechende Objekteigenschaften beeinflusst wird.

Zitatich halte bei höheren Aperturen (>0,65) die technischen Anforderungen bei der schiefen Beleuchtung, besonders wenn man diese jederzeit so auch wiederholbar hinbekommen möchte, nicht für völlig trivial
der Bau und die Justierung eines DIK-Systems ist ja wohl erst recht nicht trivial, während die Positionierung und die erwähnte Justage der schlichten Blende für schiefe Beleuchtung schon ziemlich trivial ist (trivial heißt ja nicht dass man etwas ganz einfaches nicht auch falsch machen kann). ;)

Hubert

Spectrum

#25
Hallo Freunde des Schäglichts und der differenziellen Kontraste,
Ich habe zwar nur die Vergleichsmöglichkeit zwischen meinem adaptierten Pluta und verschiedenen Kondensoren für schräge Beleuchtung,
aber
meine (subjektive) Meinung zu dem Thema ist folgende:
Bei geringen Vergrößerungen (bis etwa 20-40 fach), relativ "dicken" Organismen und Wasserschichten sind die Ergebnisse mit schräger Beleuchtung eigentlich immer besser.
Soweit so gut.
Der "dreidimensionale" Eindruck ist hier deutlicher und ganz wichtig, er lässt sich gezielt steuern. Auch ohne perfekt (50:50) ausgeleuchtete Objektivapertur.
Bei mittleren Vergrößerungen kommt es dann aber ganz auf das Objekt an. Algen oder andere Objekte mit größeren Phasenunterschieden sehen auch da im Schräglicht irgendwie "knackiger" aus, zeigen aber weniger Details. Das gilt meiner Meinung nach sogar auch noch oft beim 40er Wasserimmersion (1,15), wenn das Objekt wie oben erwähnt beschaffen ist. In plattgepressten Ciliaten erkenne ich aber sowohl durchs Okular als auch in Aufnahmen  deutlich mehr Details im DIC.
Trotz auskorrigiertem und immergiertem Kondensor. Und das mit (bei mir) weniger Friemelei (die gibt es beim Pluta ja auch), juchhu!
Ab dem 40er mit Apertur 1,30 geht dann aber wirklich nichts mehr über den Interferenzkontrast. Auch weil dann im Schräglicht die Strukturen ober und unterhalb der scharfen Ebene mehr stören als nutzen.

Grüße Holger
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!

3D Alfons

Hallo,
Wer spiegel für die Astronomie schleifen kann kann noch lange nicht feldspat dünn und plan für dik prisma schleifen 
Dann muß auch noch die Richtung stimmen, da unterscheiden sich Schmidt und normaski.
Bw Optik hat einzelprismen nutzbar gemacht 
Ich modifiziere neutral Filter um mit schiefer Beleuchtung zu plastischer Abbildung für 3d zu gelangen.
Grüße von der Mosel.

purkinje

Hallo Holger,
das ist ein sehr interessanter Bericht Deiner Erfahrungen.
Als ich in den 90ern 'am forschen' war, hat die benachbarte Arbeitsgruppe gehobene Elektrophysiologie des Nervensystems betrieben. An den dicken noch vitalen Gehirnschnitten wurde mit Mikroelektroden an einzelnen Zellen abgeleitet und stimuliert. Sie wurden mit DIK nicht glücklich und erdachten den Dodt-Kontrast, diese schiefe Beleuchtung mit einem Mattscheiben-Gradienten (und IR-Beleuchtung) wird heute von diversen Firmen angeboten. Auch hier kamen übrigens oft Wasserimmersionen zum Einsatz, da die slices ja von Nährlösung umspült sein mussten um etwas durchzuhalten.
Nur als Beispiel:

Ich bin also nun wirklich kein erklärter Gegner der schiefen Beleuchtung Re! Schiefe Beleuchtung als "DIY-DIK" ?!, aber es lohnt halt immer, so wie Du sich die verschiedenen Optionen offen zu halten und die jeweiligen Grenzen der Methoden auszuloten.
Beste Grüße Stefan




purkinje

Hallo Alfons,
die schiefe Beleuchtung von (Verlaufs)Interferenzfiltern aller Art ist eine der schönen aber weitgehend vergessenen Methoden, die natürlich auch ihre Grenzen hat.
Bis zu welcher Apertur konntest Du deine Variante gut verwenden?

Zeige mal den von J.R. Meyer-Arendt and H. Appelt (letzter ist vielen durch sein Buch bekannt) in den 70ern beschriebene Aufbau:

MAAp.jpg
und hänge den kurzen MK Artikel dazu an.
Beste Grüße Stefan

purkinje

Werte Freunde der Strahlversetzung,
interessant fand ich an den Kommentaren hier, dass dem einen entweder die sehr low-tec Tesa-Variante (K. illumination) oder den anderen gleich der Selbstbau mit klassischer Anordnung von Wollaston oder Nomarski-Prismen in den Sinn kamen beim Stichwort "Selbstbau" oder DIY.
Auch als Anregung und zum darüber Nachdenken und zur weiteren Diskussion: der klassische DIK wird ja immer beschrieben als ein zweiteiliges System der Strahltrennung und beinahe zwingend -wiedervereinigung.
Die Frage ist, ist dem wirklich so, bzw ist das so unbedingt von Nöten? Und dabei muss einem ja nicht nur der Aufbau mit einer Schlitzblende unten und einem oberen Prisma (s.o.) in den Sinn kommen.
Ich begann mal vor Jahren bei der Lektüre eines Artikels von Jaromír Plášek darüber zu sinieren:
Transmitted-light microscopy for biology: a physicist's point of view pt2, Proc. Roy. Micros. Soc 1998 p 196ff (besonders die im Link als S. 6 bezeichnete führt dazu weiter aus)
Beste Grüße Stefan