40er Öl-Immersion - zu was gut?

Begonnen von Sourdough, August 21, 2025, 09:50:07 VORMITTAG

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anne

Ein 40er Öl Objektiv ist Mikroskopie mit Genussfaktor, wer darauf verzichten möchte kann das ja gerne tun....

purkinje

Hallo Thomas,
hier links alte Prado-Form , rechts "neuere" des 3b bzw 13 / 0,4 Achromaten (37mm Abgl):
Leitz Achro 13 0,4.jpeg
Beste Grüße Stefan



Peter Woitschikowski

Zur Reinigung des Objektträgers verwende ich zuerst ein Kosmetiktuch um das Öl aufzusaugen, danach nutze ich ein anderes sauberes Ende des Kosmetiktuches und beträufele es mit einem Tropfen Wundbenzin um die Ölreste zu entfernen. Danach erst nutze ich den Optikreiniger von Zeiss und gehe 1-2 mal damit in Verbindung mit einem Mikrofasertuch darüber. Dann ist kein Ölfilm mehr vorhanden. Für die Optik nutze ich Optikpapier von Olympus, da ist mir der Einsatz der Kosmetiktücher etwas suspekt. Gruß Peter
Peter Woitschikowski, Gütersloh

Peter T.


Sourdough

Hi zusammen,
vielen Dank für die Antworten.

Ich fasse mal zusammen:
Ein 40er ÖL hat ein besseres Bild. OK. seh ich ein. Deswegen gibt es auch noch kleinere Immersionsobjektive, sicher als Fluorit-Objektive was besonderes. Aber dazu muss man keine Apertur von 1,4 haben.

Ein 40er Öl, um vom 100er wieder ohne Putzorgie zu einem größeren Bildausschnitt zurück zu kommen. Bei einer frischen Wasserprobe eh schwierig. Aber dazu muss man keine Apertur von 1,4 haben.

Ein 40er Öl, um zwischen Detailsicht mit 25er Okular und Übersicht mit dem 10er zu wechseln, OK, das macht Sinn, insbesondere bei einer frischen Wasserprobe. Ist aber ein hoher Preis, den man dafür zahlen muss, also finanziell. Manche nur zufällig zu findenden Protozooen wären ein Target dafür.

Ein 40er Öl für ein Scanning-Mikroskop? Ein guter Grund, mich damit mal zu beschäftigen.

Ein 40er Öl für Hochqualitätsfotografie bzw. Imaging, gegebenfalls live, macht Sinn. Interessant wäre hier die Frage, was für einen Sensor die Kamera haben müsste, um ein großes Bildfeld fein auflösend abzubilden.

Meine Absicht hinter der Frage war zu verstehen, warum z.B. Zeiss so ein aufwändiges Objektiv wie das 40x/1,4 entwickelt. Neu ist das ja schon teurer als mein Skoda (ok, da ist vieles teurer als der). Die letzten beiden Gründe sehe ich ein.

Dass diese Objektive später gebraucht preiswerter und für die Hobby-Anwender dann natürlich eine feine Sache sind, verstehe ich auch, und gratuliere jedem, der eins hat.

So long und viele Grüße
Michael

Thomas Böder

Zitat von: purkinje in August 21, 2025, 13:11:34 NACHMITTAGSHallo Thomas,
hier links alte Prado-Form , rechts "neuere" des 3b bzw 13 / 0,4 Achromaten (37mm Abgl):
Leitz Achro 13 0,4.jpeg
Beste Grüße Stefan




Danke Stefan.
Ich glaube sowas steht bei mir auch irgendwo rum.  :D
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

rhamvossen

#21
Hallo,

@Anne:
ZitatEin 40er Öl Objektiv ist Mikroskopie mit Genussfaktor

Das würde ich über ein Wasser-Immersions Objektiv sagen.

@Michael:
Was die hochaperturigen Objektive angeht: viele Objekte haben gar nicht die feinen Details die solch ein Apertur rechtfertigen. Aber das hängt natürlich auch davon ab was man beobachtet.

Beste Grüsse,

Rolf

Peter V.

#22
Hallo,

allen Propagandisten des 40er-Ölobjektivs kann ich in vollem Umfang beispflichten. Dabei geht es mir gar nicht um die Auflösung bzw. die Frage, ob eine solche Auflösung bei einem 40er Objektiv und den meisten Objekten, die wir mikroskopieren, erforderlich oder gar sinnvoll ist.

Als ich erstmals an einem Axioskop ein 40x Öl mit einem trockenen 40er im DIC verglichen habe, konnte ich es kaum fassen: Es war, als habe jemand von dem Bild des trockenen 40ers den Grauschleier-Vorhang heruntergezogen. Unabhängig von der Auflösung ist es einfach so, dass die 40er-Ölobjektive ein helleres, kontrastreicheres, schlicht "knackigeres" Bild liefern. An meinem Leica DMR mit einem trockenen und einem Öl-Planapo 40 verhält es sich ganz genau so! Man muss es einfach selbst gesehen haben. (Bei stark gefärbten Präparaten (Pflanzenschnitten) macht es vermutlich nicht so viel aus) Inzwischen sind die 40er-Ölobjektive auch meine Lieblingsobjektive geworden.

Ich habe früher das Öl gemeiden wie der Teufel das Weihwasser, inzwischen habe ich die Ölphobie aber überwunden. An meinem "Haupt"-Mikroskop, dem Leica DMR, habe ich eine neben den Trockenobjektiven eine Öl-Reihe von 20, 40, 63, 100. Somit kann ich auch nach dem Ölen immerhin bis zum 20er zurück.
Das 40er Öl ist ein Objektiv, das ich keinesfalls mehr missen möchte. Beim Tümpeln, wohlgemerkt - wo da Präparat ohnehin entsorgt wird. Bei Dauerpräparaten habe ich - ehrlich gesagt - auch wenig Lust auf die Ölerei und das nachherige Putzen und nutze daher für diese nie Ölobjektive.

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

ortholux

#23
Lieber Michael,

die niedrig vergrößernden Öl-Objektive wurden konstruiert, um die Apertur zu steigern. Aber nicht, wie oben beschrieben, wg. der Auflösung, sondern einzig um mehr Licht hineinzubekommen. (Apertur und weniger reflektierende Grenzflächen)
Das benögt man bei der Auflicht-Fluoreszenz, wo es darum geht, möglichst viel des emittierten, oft schwachen Fluoreszenzlichtes ,,einzufangen".

Nebenbei - die ,,falsche" Verwendung der Fluoreszenz-Objektive, wie oben beschrieben, ist natürlich zulässig und sinnstiftend.

Wolfgang

Sourdough

Zitat von: ortholux in August 21, 2025, 15:20:24 NACHMITTAGSdie niedrig vergrößernden Öl-Objektive wurden konstruiert, um die Apertur zu steigern. Aber nicht, wie oben beschrieben, wg. der Auflösung, sondern einzig um mehr Licht hineinzubekommen.
Das benögt man bei der Auflicht-Fluoreszenz, wo es darum geht, möglichst viel des emittierten, oft schwachen Fluoreszenzlichtes ,,einzufangen".
Na da schau her, das passt genau.
Ich konnte zwar den Vorteil z.B. bei protozoologischen Untersuchungen sehen, die finanzkräftigen Käufer solcher Objektive stecken aber eher in der medizinischen Forschung.
Sollten das dann nicht eher Fluorit-Objektive sein?

rhamvossen

#25
Hallo Wolfgang,

Vielleicht hattest du mir falsch verstanden:

ZitatWas die hochaperturigen Objektive angeht: viele Objekte haben gar nicht die feinen Details die solch ein Apertur rechtfertigen.

Damit war gemeint der gebrauch im Durchlicht unter Hobby-Benutzer, Tümpler usw.

@Peter V:
ZitatEs war, als habe jemand von dem Bild des trockenen 40ers den Grauschleier-Vorhang heruntergezogen.

Genau das sieht man auch in das Bild das ich eingestellt hatte, auch wenn es kein Öl aber Wasser-Immersion ist.

Beste Grüsse,

Rolf

ortholux

Zitat von: rhamvossen in August 21, 2025, 15:54:12 NACHMITTAGSHallo Wolfgang,

Vielleicht hattest du mir falsch verstanden:

Nein hatte ich nicht.

Ich hatte nach dem Durchlesen der Beiträge einfachen einen Rolf im Kopf und die Anrede meines Beitrags lautete dann automatisch ,,Lieber Rolf".
Da sollte aber ,,Lieber Michael" stehen. Ich habs korrigiert.

Wolfgang

K. B.

Hallo Michael,

für Fluoreszenz muss es nicht unbedingt ein Fluorit-Objektiv sein, bis Blau-Anregung gehen so ziemlich alle, ab violett und UV sind spezielle Objektive nötig.
Eins meiner lieblings 40x Öl ist das Olympus UVFL, das ist speziell für die UV Fluoreszenz vorgesehen genauso wie die DPlanApos die es soweit mir bekannt auch in 20x und 40x Öl gibt.

Für blau und grün Anregung nutze ich aber auch das D-Plan 50 Öl zusammen mit den SPlan Objektiven, da es etwas weniger klobig ist, man besser an die Objektträger kommt und das Öl beim Objektivwechsel weniger verschmiert wird.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

beamish

1,4? Nein, meine Erfahrung bezieht sich nur auf Zeiss endlich. Da war mein erstes ein schwarzes 40 Öl 0,85 und schon eine Offenbarung. Das gab es aber auch schon früher (schwarz-silber) in der Junior-Ära.
Inzwischen habe ich das Planapo 40/1.0 Öl m.I., das ich nicht missen wollte.
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Gerd Schmahl

Hallo,
auch in der Geologie/Mineralogie werden häufig Immersionsobjektive geringerer Vergrößerung genutzt. Man hat einfach viel weniger Reflexionen an Anschliff-Flächen und Glasflächen und auch das macht das Bild besser. Da kann keine Antireflexionsbeschichtung mithalten.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.