Frage zu Optik-Putztüchlein

Begonnen von reblaus, Februar 13, 2026, 11:46:53 VORMITTAG

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reblaus

Hallo -

wie sind die allgemeinen Erfahrungen zu Optik-/Brillenputztüchern?

Sind das reine Mikrofasern oder mit irgendwelchen Komponenten (Glycerin? Glycol?) behandelt?
Kann man die waschen?
Gibt es Unterschiede zwischen solchen mit dem Aufdruck ZEISS und der Reklamegabe im Brillenetui von Peter V. nach Anschaffung der neuesten Gleitsichtbrille beim Optiker seines Vertrauens ?   ;D

Vielen Dank für alle Infos!

Rolf

Lupus

Hallo Rolf,

es gibt da die normalen Tücher aus reiner Mikrofaser, aber auch feuchte Tücher mit Alkohol für Brillenreinigung unterwegs, und auch solche mit aufgebrachten Antibeschlagstoffen. Ich verwende nur reine Mikrofasertücher, und eigentlich selten zur direkten Reinigung weil ein Problem bei der Reinigung von Optik sein kann, dass harte Staubpartikel sich entweder im Tuch angesammelt haben, oder zumindest bei trockener Reinigung der auf der Optik liegende Staub o.ä. Kratzer verursachen kann. Ich nehme sie nur zum "Abtupfen" von restlichen Wassertropfen auf der Brille.

Sie lassen sich natürlich waschen, auf spezielle Waschmitteln mit Zusatzstoffen wie Weichspüler muss man aber verzichten.

Hubert

Peter V.

#2
Lieber Rolf,

Peter V. verwendet keine Brillenputztüchlein, sondern - rustikal, wie er manchmal ist - für seine Brille seit Jahr und Tag Frosch-Glasreiniger und Küchentücher!  8)

Schlierenfreie Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Werner

Waschen (fettfrei machen) nicht mit Waschmittel (wegen des Zeolith-Enthärters), nur manuell mit Wasser und etwas Spülmittel. Nach dem Ausspülen zusätzlich nochmal mit Aqua-dest nachspülen, das trocknet dann ohne mineralische Rückstände (staubfrei trocknen in einem großen Karton, aufgehängt).

Gruß - Werner


Wutsdorff Peter

""Glasreiniger und Küchentücher! ""
Das kann ich nur bestätigen!
Einige meiner Studenten arbeiten in einer Fa., in der
 Linsenschleifmasch. gebaut werden.
Daher habe ich meine Weisheit
Gruß Peter W

reblaus

Danke für alle Tipps -

dann habe ich ja bisher nix falsch gemacht

Gruß

Rolf

ortholux

Zitat von: Peter V. in Februar 14, 2026, 10:17:58 VORMITTAGLieber Rolf,

Peter V. verwendet keine Brillenputztüchlein, sondern - rustikal, wie er manchmal ist - für seine Brille seit Jahr und Tag Frosch-Glasreiniger und Küchentücher!  8)

Schlierenfreie Grüße
Peter

Normal nehm ich das T-Shirt. Ansonsten auch mal Schmierseife und warmes Wasser und dann das Geschirrtuch. Ok - meine Brillen kosten auch keine 1800 € wie Peters.

Wolfgang

lumipan

ich frage jetzt doch einmal nach,

ich bin einmal sehr nachdrücklich von einem Fachmann vor Mikrofasertüchern gewarnt worden besonders für altes optisches Glas - Seine Empfehlung ausgewaschene Baumwolle vielleicht auch Leinen oder Putzleder. Ich habe auch schon einmal eine Warnung eines Möbelherstellers gesehen, keinesfalls Mikrofasertücher zum Reunigen/ Polieren von seinen Naturholzflächen zu nehmen. Gibt es so grosse Unterschiede zu Mikrofaser für Optik mittlerweile?

Peter V.

#8
Hallo,

man kann auch aus allem einen Kult und eine Wissenschaft machen  8) Die Fachleute, die ich kenne, benutzen ganz normale Wattestäbchen oder T-Shirts und vergleichbare Stoffe, Wundbenzin und je nach Art und Grad der Verschmutzung  Glasreiniger ohne besondere Zusätze (z.B. ,,Frosch" von DM) ggf. Wasser mit sanftem Spülmittel wie Pril oder gar Speichel! Also Dinge, die wohl jeder im Haus hat (außer Wundbenzin). Warum sollte man sich also überhaupt Gedanken über Mikrofasertücher machen? Ich denke, dass die Aussagen über Mikrofasertücher und Optik - wie vieles - eine Frage der Philosophie ist, manchmal schon einer Religion  ;) Es gibt von Baader und Zeiss Mikrofasetücher, die explizit für die Reinigung optischer Oberflächen empfohlen werden. Der eine empfiehlt sie, der andere verteufelt sie. Vermutlich hat es aber nie jemand wirklich vergleichend ausprobiert.

Wenn man mit gesundem Menschenverstand an die Sache (also die Reinigung von Optik) geht, richtet man normalerweise keinen Schaden an. Optiken sind wesentlich unempfindlicher als man oft denkt (Oberflächenspiegel ausgenommen), mit Viss Scheuermilch sollte man sie
allerdings nicht behandeln.  ;) )

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Peter Reil

Zitat von: lumipan in Februar 25, 2026, 07:53:45 VORMITTAGich frage jetzt doch einmal nach,

ich bin einmal sehr nachdrücklich von einem Fachmann vor Mikrofasertüchern gewarnt worden besonders für altes optisches Glas - Seine Empfehlung ausgewaschene Baumwolle vielleicht auch Leinen oder Putzleder. Ich habe auch schon einmal eine Warnung eines Möbelherstellers gesehen, keinesfalls Mikrofasertücher zum Reunigen/ Polieren von seinen Naturholzflächen zu nehmen. Gibt es so grosse Unterschiede zu Mikrofaser für Optik mittlerweile?

Hallo "lumipan",

- Schwaben empfehlen gerne alte verwaschene, nicht mehr tragbare Baumwoll-T-Shirts, Schotten wahrscheinlich auch
- "Fachmänner" der Mikroskophersteller empfehlen Tüchlein aus eigener Produktion und warnen vor allem anderen
- Theoretiker gehen das Thema wissenschaftlich an, führen erstmal langatmig aus, warum dieses und jenes nicht gut für die Optik ist und schwören auf die Tüchlein ihrer bevorzugten Marke
- Glaubenskrieger wissen was gut für die Optik ist, kennen nur eine Marke und werden diese stets vertreten, alles andere ist Teufelszeug

- Praktiker am Mikroskop nehmen einfach, was zur Hand ist, schrecken auch vor Taschentuch, momentan getragener Kleidung, Spucke, Benzin, Wodka nicht zurück.  ;D

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Lupus

Hallo,

es kommt doch darauf an was man reinigen möchte. Eine Brille unterwegs oder die Objektivfrontlinse?
Reine Mikrofaser beschädigt sicher keine Glasoberflächen, das Problem sind eher die in jeder Art Tuch sich durch Gebrauch eventuell ansammelnden harten Staubpartikel, Fettreste o.ä., die eine optimale Reinigung verhindern oder sogar Kratzer verursachen können. Das zitierte Putzleder würde ich aus diesem Grund sicher nicht verwenden.

Das ist auch der Grund dass man speziell für Objektivreinigung vorzugsweise jedes mal unbenutzte Putzhilfsmittel verwendet wie z.B. ein frisches Stück Watte. Watte, Tücher u.ä. sollten nicht dem direkten Entfernen von Staub dienen, sondern dem Verwischen und Aufsaugen des jeweiligen nassen Reinigungsmittels, um zu verhindern dass der damit aufgenommene Schmutz nach Verdunstung des Flüssigkeit sich wieder auf der Oberfläche absetzt.

Hier steht eigentlich das wichtigste zum Thema Optikputzen:
https://www.mikroskoptechnik.de/wp-content/uploads/Gebrauchsanweisung-ZEISS-Das-saubere-Mikroskop.pdf

Hubert

Werner

Ich hatte mal meine Reinigung von Oberflächenspiegeln im Kundendienst mit frischem Klopapier und Spülmittel beschrieben. 1 min quellen lassen, dann mit Pinzelle leicht wischen und mit dest. Wasser nachspülen. Durch das Quellenlassen wird das Klopapier weich, der Kleber ist wasserlöslich.
Erfolgreiche Reinigung bis runter zu 180 nm, gemessen mit der Reflexion der Arsen-Linie bei 193 nm. Es gab nie Kratzer.
Die Spiegel waren randlos gefaßt. Bei Linsen kann Wasser in die Verklebung eindringen, also nicht tränken.

Gruß - Werner

rlu

#12
Hallo,

ich gebe jetzt auch mal meinen Senf dazu - bitte diesen nicht zur Reinigung verwenden.

Cleanix, sorry- Kleenex Tücher? (Wie konnte sich das Produkt auf dem Markt behaupten, bei diesem Namen?)

Zumindest den Putzlappen nicht offen rumliegen lassen und in eine Tüte tun.
Wenn es anstaubt, dann hilft auch das teuerste Brillen/Optikputztuch nichts, sondern schadet nur.

Erst blasen, dann putzen, dann trocknen, dann blasen, zumindest bei der Verwendung von Watte.

Optical Wonder: soll fast rückstandslos trocknen.

Der Trick mit dem umgedrehten Okular als Lupe.

Das mit dem Spüli funktioniert überraschend gut. Aufquellen ist ein interessanter Gedanke.
Gibt es dafür auch Holzpinzetten oder vielleicht reichen auch die Sushistäbchen, wenn man die hohe Kunst dieser Essenstechnik beherscht. Nur damit man das Glas nicht aus versehen verkratzt.

@Werner: Was meinst du mit?
ZitatErfolgreiche Reinigung bis runter zu 180 nm, gemessen mit der Reflexion der Arsen-Linie bei 193 nm

Das "randlos" ist ein Thema, meistens schiebt man den Dreck an den Rand und dann bleibt er dort.

Da das ja ein eh nicht allzu ernst gemeinter Blog ist; hier Kategorie 6 auf der nach Peter Reils offener Skala: einfach warten bis der Dreck runterfällt.

Oder Kategorie 7: Ich kann bei einer OP an meinem wertvollen Mikroskop nicht hinschauen, mach du das!

Kategorie 8: ein neues Objektiv kaufen.

Liebe Grüße
Rudolf

Werner

Kleine Holzpinzetten gibt es nicht, Plastik schon. Braucht es aber nicht.
Ein Streifchen Klopapier in die Pinzette einzwicken und mit Überstand rumwickeln. Dann einweichen, beim Reinigen biegt sich der Überstand um und ist wie ein Wattestäbchen.

jochen53

#14
Noch ein Wundermittel:
"Seidenpapier zur Reinigung optischer Gläser"
Schleicher&Schüll 2478
100x150 mm
Ref.-No- 343 593
Viele Produkte dieses früher sehr bekannten Papier- und Filtrierpapierstellers gibt es heute unter dem Namen Hahnemühle, ob dieses spezielle noch vertreiben wird, kann ich leider nicht sagen.
Kodak hatte ein ähnliches "Lens Cleaning Paper".
Viele Grüße, Jochen