Überraschender Innhalt

Begonnen von Dr. Jekyll, März 23, 2026, 19:15:12 NACHMITTAGS

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Dr. Jekyll

Moin,
Eigentlich ist die Histologie nicht mein Kerngebiet, aber man sollte alles mal ausprobieren 😊.
Seit etlichen Jahren habe ich einige große Paraffin-Würfel im Schrank, welche nur dürftig beschriftet waren. Nun war ich auch immer neugierig was da eingebettet sei. Klar war nur, dass es
Teile eines Schaf-Fötus sein müssen. Der erste Block enthielt einen Fötus, leider ohne Kopf.
Der zweite Block beinhaltete einen Kopf. Allerdings von einem anderen Tier. Er war größer als der ganze Körper aus Block 1. Das Schneiden der Präparate war durch die Größe nicht ganz einfach.
Auch passt der Kopf nicht auf Standard-Objektträger. Hier mal die ersten Ergebnisse Freihand mit dem Tablet abgedichtet. Feinstrukturen durch das Mikroskop reiche ich nach 😉
Leider hat der Kopf eine Fraktur am hinteren, oberen Bereich.
Beste Grüße
Harald

Ralf Feller

Lieber Harald,
da sind Dir sehr schöne Schnitte gelungen,
besonders bei der Größe.

LG Ralf

Dr. Jekyll

Lieber Ralf,
danke für die netten Worte.
Schön mal wieder von dir zu hören.
Beste Grüße
Harald

K. B.

Moin Harald,

die Schnitte sehen super aus!
Die scheinen ja riesig zu sein, wie hast du die so gleichmäßig geschnitten?

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

Dr. Jekyll

Hallo Kay,

der Korpus hat 2cm x 3cm, der Kopf 3,5cm auf 5cm.
Ich habe verschiedene Einmalklingen erfolglos getestet. Brauchbare Ergebnisse habe ich dann mit
Feather C35-Klingen erzielt. Die sind eigentlich für Gefrier-Mikrotome.
Den Messerhalter habe ich mit Antistatik-Spray behandelt. Sonst verkleben die Schnitte an diesem und werden durch starke Stauchung unbrauchbar.
Streckbad bei 43°C bringt sie dann gut in Form.
Beste Grüße
Harald

Dr. Jekyll

Nach der anatomischen Übersicht noch einige histologische Details:
1. Zunge
2. Cerebellum
3. Zahn
Beste Grüße
Harald

Dr. Jekyll

Und noch einige Ausschnitte:
1. Leber
2. Lunge
3. Haut
Beste Grüße
Harald

Daniel Scheibenstock

Hallo Harald,

Das gefällt mir richtig gut☺️💪☺️

Liebe Grüße Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Dr. Jekyll

Der Rest für heute:
1. Fuß
2. Steiß
3. Rippe
Beste Grüße
Harald

Dr. Jekyll

Beste Grüße
Harald

DieterS.

#10
Hallo Harald,

vielen Dank für das Zeigen dieser schönen Schnitte. Mir gefällt besonders im ersten Beitrag die zweite Aufnahme,

bei der der Kopf des Schafembryos ja nahezu sagital in der Mediane getroffen wurde. Neben den verschiedenen

Hirnanlagen (Vorder- Mittel und Nachhirn) fällt das bereits gut ausgebildete und abgegrenzte Kleinhirn (Cere-

bellum/Pons) auf. Der embryonale Entwicklungszustand scheint schon etwas weiter fortgeschritten zu sein,

da die Anlage/Ausprägung von Riechorgan und Zunge fortgeschritten ist. Zudem sind bereits die Zahnlagen

(Schmelzorgane als Fortsetzung der Zahnleiste) zu erkennen. Vielleicht gibt es zum Schaf eine Normentafel, mit

der das Entwicklungsstadium genauer bestimmt werden kann.


Ich denke, bei einer Beurteilung solcher großflächiger Schnitte von Embryos sollte man sich vor allem auf die

Gesamtübersicht und somit auf die Organogenese konzentrieren. Detailaufnahmen solcher Schnitte entäuschen

häufig, da die breitflächige Schnittführung mit Einwegklinge, vor allem im feingeweblichen Bereich, ihren Preis

fordert.

Nochmals vielen Dank für das Zeigen dieser Aufnahmen!

Dieter

K. B.

Hallo Harald,
Zitat von: Dr. Jekyll in März 23, 2026, 20:49:49 NACHMITTAGSder Korpus hat 2cm x 3cm, der Kopf 3,5cm auf 5cm.
Ich habe verschiedene Einmalklingen erfolglos getestet. Brauchbare Ergebnisse habe ich dann mit
Feather C35-Klingen erzielt. Die sind eigentlich für Gefrier-Mikrotome.
Den Messerhalter habe ich mit Antistatik-Spray behandelt. Sonst verkleben die Schnitte an diesem und werden durch starke Stauchung unbrauchbar.
Streckbad bei 43°C bringt sie dann gut in Form.

wow, die sind ja wirklich riesig!
Die Idee mit dem Antistatik-Spray ist super, das müsste ja eigentlich auch bei kleineren Schnitten helfen.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

Dr. Jekyll

Moin Dieter,
Eine Normtafel zum Entwicklungsstadium von Ovis-Föten wäre interessant. Im Netz habe ich leider nichts dazu gefunden. Falls Du einmal so etwas entdeckst, wäre ich für einen Hinweis dankbar.
Ich gebe dir Recht, dass zu starke Detailvergrößerungen bei so großen Objekten nicht optimal werden.
Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass eine Schnittstärke unter 10 μm kaum zu handhaben sind.
Allerdings sind Vergrößerungen ganze Organe auch sehr spannend. Habe ich leider auf die Schnelle nicht hin bekommen, da meine Mikroskope zu stark vergrössern. Liefer ich aber gerne noch nach.


Beste Grüße
Harald

Jürgen H.

Lieber Harald, das sind wunderschöne Schnitte, Gratulation. Die Trächtigkeitsdauer des Schafes beträgt ja beinahe nur die Hälfte der Schwangerschaft beim Menschen, nämlich ca 150 Tage. Die Entwicklung des Schafembryos ist dementsprechend zügiger wie man an Deinem Präparat sieht. Vielleicht ist dieser Artikel für Dich interessant:

https://www.researchgate.net/profile/Patricia-Beltrao-Braga/publication/319412549_Macroscopic_and_microscopic_analysis_of_2_embryos_and_1_foetus_derived_from_a_sheep_Ovis_aries_without_breed/links/5a16db704585155c26a76226/Macroscopic-and-microscopic-analysis-of-2-embryos-and-1-foetus-derived-from-a-sheep-Ovis-aries-without-breed.pdf

Danke für das Zeigen dieser schönen Arbeit!

Viele Grüße

Jürgen

Dr. Jekyll

Hallo Jürgen,
danke für das Lob und den tollen Link. Den Artikel hab ich mir gleich heruntergeladen.
Beste Grüße
Harald