Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen

Begonnen von Alex H., April 05, 2026, 11:07:51 VORMITTAG

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Alex H.

Hallo Arnold,

Zitat von: A. Büschlen in April 08, 2026, 21:47:43 NACHMITTAGSWas ist dein Ziel? Möchtest du mit deinen Bildern deine Bestimmungsarbeiten dokumentieren?

mein Ziel ist das Erstellen von Bildern, auf denen die morphologischen Details möglichst gut erkennbar sind. Dabei sollten die Bilder aber auch technisch halbwegs gut umgesetzt sein. Zumindest so gut, dass einem wissenschaftlich interessierten Betrachter nicht gleich der Gedanke kommt, was man bei der Erstellung des Bildes alles hätte besser machen können.
Was den Zweck der Bilder anbelangt habe ich keine konkrete Vorstellung, außer dass ich damit sicher nicht an einem Wettbewerb teilnehmen möchte  ;)
Wäre aber schon prima, wenn ich sie nicht nur zur Dokumentation ablegen, sondern auch mal für die eine oder andere Veröffentlichung verwenden könnte.

Hallo Rolf,

vielen Dank für den Bildvergleich. Übereinander liegende transparente Objekte wie Pollen sind in dieser Hinsicht sicher kritisch.

Grüße
Alex

Botanik, vorrangig heimische Wildpflanzen, die Morphologie der Sporen, Pollen, Blüten, Früchte und Samen, Blütenökologie, Kryptogamen im Allgemeinen;
mikroskopische Hilfsmittel: optimiertes LZOS MBS-10 und ein angepasstes LOMO Biolam;

Peter T.

Hallo Alex,

also Bild Nummer 1 kannst Du definitiv in einer Veröffentlichung verwenden. Ich persönlich finde es auch besser als das "ungeputzte" Bild.


Schöne Grüße

Peter
Liebe Grüße
Peter

Gerd Schmahl

Hallo Rudolf,
ZitatBeim Thema Maßstabsbalken überlege ich dann auch, wie kriege ich den überhaupt rein(einfach). Mit Picolay, mit einem Bildbearbeitungsprogramm, mit einer Software wie von Herrn Linkenheld angeboten. Lineal, Formel, Pixelzählen etc.
Das ist eine einmalige Arbeit, die man mit einem Objektmikrometer für alle Objektive durchführen muss, damit es dann später schnell geht. Hier habe ich mein Vorgehen beschrieben. Es gibt sicher noch viele andere Wege.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Alex H.

Hallo Gerd,

danke für den Link zu deinem Vorgehen bei der Erstellung des Maßstabsbalkens.

Mein nächstes Bild zeigt Pollen den ich heute von den Staubblättern einer Pulsatilla vulgaris (Gewöhnliche Kuhschelle), Familie Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) abgenommen habe, die derzeit bei mir in Kultur blüht.
Das Präparat ist in Leinöl eingedeckt und mit einem Lackrand versehen. Die Pollenkörner sind dreifurchig, was am Pollenkorn links oben durchaus erkennbar ist.

Pulsatilla vulgaris Pollen.jpg
Bild 03: Pulsatilla vulgaris, Pollen

Dieses Bild entstand bei schiefer Beleuchtung und ist eine weitgehend unbearbeitete Einzelaufnahme. Wie beim vorherigen Bild mit den Sporen des Tannenbärlapp, ließ sich das Bild durch Stapeln nicht aufwerten.
Weiß jemand wie die gelblichen Schlieren im Hintergrund zustande kommen?

Grüße
Alex


Botanik, vorrangig heimische Wildpflanzen, die Morphologie der Sporen, Pollen, Blüten, Früchte und Samen, Blütenökologie, Kryptogamen im Allgemeinen;
mikroskopische Hilfsmittel: optimiertes LZOS MBS-10 und ein angepasstes LOMO Biolam;

Alex H.

Als Grid sieht es dann so aus:

Pollen Pulsatilla vulgaris Grid.jpg
Bild 03a: Pollen, Pulsatilla vulgaris

Grüße
Alex

Botanik, vorrangig heimische Wildpflanzen, die Morphologie der Sporen, Pollen, Blüten, Früchte und Samen, Blütenökologie, Kryptogamen im Allgemeinen;
mikroskopische Hilfsmittel: optimiertes LZOS MBS-10 und ein angepasstes LOMO Biolam;

Alex H.

Noch ein Bild eines anderen Präparats, ebenfalls in Leinöl und mit schiefer Beleuchtung fotografiert. Ausgeschnitten und beschriftet, ansonsten unbearbeitet.

Pollen P. vulgaris.jpg
Bild 04: Pollen, Pulsatilla vulgaris

Grüße
Alex
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jcs

Zitat von: Alex H. in April 11, 2026, 11:47:25 VORMITTAGWeiß jemand wie die gelblichen Schlieren im Hintergrund zustande kommen?

Hallo Alex,

sehr gelungene Aufnahmen!

Bei den Schlieren tippe ich darauf, dass das Leinöl gelben Farbstoff aus den Pollen herauslöst.

Beim Trocknen bzw. in diversen Lösungsmitteln können Pollen in vielen Fällen "einfallen" oder anderweitig ihre Form ändern. Ist in Deiner Erfahrung Leinöl "formerhaltend" wenn die Pollen länger darin gelagert sind?

LG
Jürgen

Alex H.

Hallo Jürgen,

vielen Dank für dein Feedback.

Mit Leinöl experimentiere ich selber erst seit sehr kurzer Zeit. Ich kann jedoch sicher sagen, dass Pollenkörner in anderen Pflanzenölen wie Raps-, Sonnenblumen- oder Olivenöl eingedeckt mindestens mehrere Jahre ihre Form behalten. Mein ältestes Pollenpräparat in Pflanzenöl eingedeckt und mit einem Lackrand versehen stammt aus dem Jahr 2020 und der Pollen darin hat sich seither optisch nicht verändert.

Grüße
Alex
Botanik, vorrangig heimische Wildpflanzen, die Morphologie der Sporen, Pollen, Blüten, Früchte und Samen, Blütenökologie, Kryptogamen im Allgemeinen;
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A. Büschlen

Hallo Alex,

ZitatWeiß jemand wie die gelblichen Schlieren im Hintergrund zustande kommen?
Bei den Pollen gibt es zwei grosse Gruppen: Pollen von Pflanzen die zu den Windstäuber gehören und Pollen von Pflanzen die zu den Insektenbestäuber gehören. Pollen aus Blüten der Insektenbestäuber sind mit einer gelblichen Masse, dem Pollenkitt überzogen. Dieser Pollenkitt hilft, dass die Pollen an den blütenbesuchenden Insekten besser haften bleiben.
Wird der Pollenkitt vor der Präparation nicht entfernt, überdeckt er oftmals die mikroskopischen Strukturen der Polllenoberfläche.

Wo findest du die Anleitung zur Eindeckung mit Pflanzenoelen? Gibt es dazu Literaturangaben?

Grüsse Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Alex H.

Hallo Arnold,

vielen Dank für dein Feedback.

Zitat von: A. Büschlen in April 11, 2026, 23:07:23 NACHMITTAGSWo findest du die Anleitung zur Eindeckung mit Pflanzenoelen? Gibt es dazu Literaturangaben?

Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich die Idee mit der Eindeckung mit Pflanzenöl hier aus dem Forum habe. Der älteste Beitrag den ich per Suchfunktion finden konnte, der dieses Medium für die Polleneindeckung erwähnt, stammt von Rolf (rhamvossen) aus dem Jahr 2012: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11679.msg86619#msg86619
Bei dieser Suche im Forum bin ich eben auch auf einen alten Thread gestoßen, in dem ich bereits "meine ersten herzeigbaren Mikrofotos" gepostet hatte. An den habe ich gar nicht mehr gedacht, wahrscheinlich weil ich mich danach mehrere Jahre kaum mehr mit der Fotografie am Mikroskop beschäftigt habe. In diesem Thread gehe ich ebenfalls kurz auf die Frage nach der Herkunft der Idee Pollen in Pflanzenöl einzudecken ein und beschreibe kurz meine Vorgehensweise: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35204.msg272958#msg272958

Grüße
Alex

Botanik, vorrangig heimische Wildpflanzen, die Morphologie der Sporen, Pollen, Blüten, Früchte und Samen, Blütenökologie, Kryptogamen im Allgemeinen;
mikroskopische Hilfsmittel: optimiertes LZOS MBS-10 und ein angepasstes LOMO Biolam;

Alex H.

#25
Hallo,

hier nochmal Pollen der Gewöhnlichen Fichte (Picea abies) in Leinöl:
Pollen Picea abies2.jpg
Bild 05: Pollen, Picea abies


Was mir an den Bildern nicht gefällt, ist, dass es ihnen an Leuchtkraft und Brillanz fehlt. Bild 04 zum Beispiel wirkt auf mich wie mit Holzbuntstiften gezeichnet. Bilder von Farnsporangien, die ich heute ebenfalls angefertigt aber nicht gezeigt habe, sehen aus wie gemalt. Liegt das am günstigen Objektiv?

Grüße
Alex
Botanik, vorrangig heimische Wildpflanzen, die Morphologie der Sporen, Pollen, Blüten, Früchte und Samen, Blütenökologie, Kryptogamen im Allgemeinen;
mikroskopische Hilfsmittel: optimiertes LZOS MBS-10 und ein angepasstes LOMO Biolam;

rhamvossen

Hallo Alex,

Deine ersten Bilder sahen doch prima aus? Und vegiss nicht das du mit einem Handy fotografierst, eine Systemkamera dürfte da noch etwas mehr rausholen.

Zitatdass es ihnen an Leuchtkraft und Brillanz fehlt

Sieht das visuell durchs Mikroskop auch so aus?

Beste Grüsse,

Rolf

Gerd Schmahl

Hallo Alex,
was ist denn das eigentlich für ein Objektiv? Die LOMO-Achromate mit 20facher Vergrößerung, die ich kenne, haben nur eine n.A. von 0,40 nicht von 0,45.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Jakob_Wittmann

Zitat von: Alex H. in April 12, 2026, 19:57:32 NACHMITTAGSHallo,



Was mir an den Bildern nicht gefällt, ist, dass es ihnen an Leuchtkraft und Brillanz fehlt. Bild 04 zum Beispiel wirkt auf mich wie mit Holzbuntstiften gezeichnet. Bilder von Farnsporangien, die ich heute ebenfalls angefertigt aber nicht gezeigt habe, sehen aus wie gemalt. Liegt das am günstigen Objektiv?

Grüße
Alex


Servus Alex,

gleich mal voran geschickt: Deine Bilder sind nicht bloß ,,in Ordnung", sondern erstklassig.

Da Du meintest, dass bei Bild 4 es an Leuchtkraft und Brillanz fehle, habe ich ein klein wenig versucht, das Bild zu bearbeiten.

Alles mit der Software Fitswork, die eigentlich für Astrofotografie konzipiert ist, aber ein Bündel an Features bietet, die ebenso für die Mikrofotografie sehr nützlich sind.

Zu aller erst habe ich Bild 4 auf 1200 Pixel Breite vergrößert.

Danach habe ich das Tool ,,Hintergrund Gradient ebnen automatisch" angewandt, da ein ganz leichter Gradient zu sehen war.

Das Ergebnis habe ich dann per Histogramm bearbeitet. Es waren abgeschnittene Bereiche links und rechts bemerkbar und ich habe entsprechend dies ausgeglichen.

Das Bild wirkte danach etwas flau, daher habe ich die Gammawerte der Histogramm Kurve im dunklen Bereich abgeschwächt und bei den hellen Tonwerten angehoben.

Das Bild hatte danach einen leichten Überhang an Blau, also habe ich diesen mittels Blaukanal-Gamma per Gamma-Histogramm abgeschwächt.

Das Ergebnis ist noch nicht perfekt, ich vermute dass die hellsten Bereiche ein wenig Feintuning vertragen könnten.

Lieber Alex, das ist mir bitte wichtig, betrachte dies nicht als eine ,,oberlehrerhafte" Verbesserung, sondern als Beschäftigung mit einem Deiner erstklassigen Bilder! :)


Liebe Grüße aus Graz

Jakob
jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben