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unbekanntes Rädertier

Begonnen von Winfried Hölz, Mai 12, 2026, 17:01:03 NACHMITTAGS

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Winfried Hölz

Moin moin allerseits,

nach den unbekannten Foraminiferen vom letzten Jahr komme ich hier mit einem nie gesehenen Rädertier aus demselben Biotop, einem von der Gemeinde künstlich angelegten - 3-4 Baggerschaufeln - Miniteich, der in einer Kiesgrubengegend als Froschteich dient.
Das Tier hat einen recht stabilen "Panzer", der einigen Deckglasdruck verträgt und in den es wie üblich seine Extremitäten teleskopartig einziehen kann.
In diesem Fall war der an der Oberfläche rostbraun verfärbt, vermutlich durch Eisen.
Das Tier ist ca. 500µm lang im ausgestreckten Zustand.
Für mich neu war die Diskrepanz zwischen dem massigen Körper und dem dagegen winzigen Kopf mit dem ebenfalls sehr kleinen Wimpernfeld.

´´MönschterliRed.jpg

Ich habe keinen Blitz, und das Tier bewegte sich praktisch immer, deshalb ist die Bildqualität nicht besanders gut, ich weiß.

Ein weiteres Novum war für mich der Fuß. Er war meist nur als normaler Gabelfuß zu sehen, ab und zu zeigte sich aber, dass er bis zu vier Extremitäten besitzt, wobei eine davon anders gebaut zu sein scheint als die drei restlichen.

´´Mönschterli Zusammenstellung 2red.jpg

Auch die Stigmata waren auffällig, da sie kometenschweif-ähnlich ausliefen.
Der Kauer war leider nie wirklich deutlich auszumachen, man kann ihn nur ahnen.

Im Wasser wachsen Rohrkolben, es macht einen sehr sauberen Eindruck, und ist für mich eine sichere Quelle für Nostoc.

Soweit die Infos von mir -- schönen Gruß  -  Winfried





Daniel Scheibenstock

Hallo Winfried,

Interessantes Tier, so einen Schwanz habe ich auch noch nie gesehen (hab da aber auch nie darauf geachtet 🙈)

Liebe Grüße Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Winfried Hölz

Moin Daniel,

hier kommt noch ein Bild, das das Tier im maximal eingezogenen Zustand zeigt, mehr ging nicht.

Mönschterli retiriert Red.jpg

Gruß  --  Winfried

Michael Plewka

Hallo Winfried,

bei den bdelloiden Rädertieren gibt es zwei Fortbewegungsarten: schwimmen, wobei das Räderorgan benutzt wird und kriechen, wobei das der Rüssel verwendet wird. Nähere Informationen kannst du hier finden (>>> basic morphology)

https://www.plingfactory.de/Science/Atlas/KennkartenTiere/Rotifers/01RotEng/E-TL/ID_Bdelloid/ID/src/ID_03_Key1.html

Dein Rädertier kriecht gerade, so dass lediglich der Rüssel zu sehen ist.  Deshalb ist es mit dem Wassertropfen nicht bestimmbar. Das ,,sehr kleine Wimperfeld" sind die Cilien des Rüssels. Das eigentliche Räderorgan ist eingezogen und deshalb nicht zu sehen, somit  ist eine Artbestimmung nicht möglich.

Das, was du als Kopf ansiehst, ist der Rüssel. Der Kopf liegt dahinter.
Es gibt mit einer Ausnahme
https://www.plingfactory.de/Science/Atlas/KennkartenTiere/Rotifers/01RotEng/source/Habrotrocha%20roeperi.html

nur eine Gattung, die Augenflecken im Rüssel hat: Rotaria, damit ist sicher, dass es sich um diese Gattung handelt.

Rädertere haben keinen Schwanz. Das, was du als Gabelfuß bezeichnest, sind die zwei Sporen. Ganz am Ende befindet sich dasjenige Fußsegment, welches die Zehen trägt. Bei der Gattung Rotaria sind es immer drei Zehen, d.h. dass das  Bild im Zentrum einen falschen Eindruck ergibt.


Beste Grüße
Michael Plewka