Trichinen-Mikroskop zum Restaurieren

Begonnen von Carsten Wieczorrek, Juli 08, 2026, 21:48:19 NACHMITTAGS

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Carsten Wieczorrek

Hallo,
vor zwei Monaten hat mich ein lieber Bootsnachbar angesprochen. Er hätte aus Familienbesitz ein altes Mikroskop zu Hause "rumstehen", dass zum Wegwerfen definitiv zu schade wäre. Ich würde doch etwas mit Mikroskopen machen, ob ich da Interesse dran hätte. Ich dürfe es nur nicht bei "Bares für Rares" anbieten.
Wer würde nein sagen? Und Restaurieren kann man ja lernen.

Das Mikroskop hat seinem Onkel gehört, der zwischen ca. 1920 und 1950 im Bereich Lebensmittelkontrolle, speziell Milch und Käse, tätig war. Bei Lebensmittelkontrollen in den 20er und 30er Jahren denkt doch jeder an ein Trichinenmikroskop. Hier im Forum sind ja schon viele vorgestellt worden, in unterschiedlichen Zuständen.

Also, hier ist das gute Stück. Es hört auf den Namen Busch, SN 13951, Objektivsystem C. Als ich es in Händen hielt, dachte ich "Oh, was willst du hier Restaurieren? Das sieht ja aus, wie gestern gekauft!".

Bild 1 zeigt die Holzkiste (Schloss funktioniert und der originale Schlüssel ist dabei). Ok, ein paar ml Möbelpolitur können nicht schaden, aber: kein Dreck, kein Kratzer, kein Schaden, kein Schimmel, halt wie neu.


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Bild 1: Die Kiste


Bild 2 zeigt den Tubus des Mikroskops, mit Herstellernamen und Seriennummer.


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Bild 2: Busch Rathenow


Das Mikroskop verfügt über drei Satz-Objektive, einen Planspiegel, einen Konkavspiegel und eine Drehscheibe mit unterschiedlichen Apperturöffnungen. Der Objekttisch ist "doppelt" ausgeführt. Zwei Platten werden durch starke Federn auseinander gepresst und lassen sich mit einer Schraube zusammen ziehen. Bild 3 zeigt den Mikroskoptisch, die Schraube ist mit einem Pfeil markiert. Das ist die Fein-Scharfstellung!


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Bild 3: Der Mikroskop-Tisch


Das Mikrokop hat einen Kipp-Gelenk und läßt sich neigen, siehe Bild 4.


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Bild 4: Gekipptes Mikroskop


Bild 5 zeigt das Mikroskop im Holzkasten. Der Kasten hat unter der Stelle, an dem das Tubusrohr aufliegt ein Fach für Kleinkram.

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Bild 5: Mikroskop im Kasten


Bild 6 zeigt schlieslich die im Kastendeckel angebrachte Vergrößerungstabelle:

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Bild 6: Vergrößerungstabelle


Was kann man damit nun heute noch sehen? Also, zuerst war ich von der Abbildungsleistung echt enttäuscht. Bis ich gemerkt habe, dass auf den Hinterlinse von Objektiv 1 ein halber mm Sägemehl lag. Eigentlich ein Wunder, dass ich da überhaupt durschauen konnte. Ließ sich problemlos reinigen. Was liegt näher, als ein 100 jähriges Mikroskop mit einem 150 jährigen Kieselalgenpräparat zu testen?


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Bild 7: Kieselalge durch Handy fotographiert


Anmerkung
Ich vermute ja stark, dass dieses Mikroskop niemals ernsthaft benutz wurde. Das war für seinen "Besitzer" ein geliebtes Prestigeobjekt. Für Bakterien oder ähnliches in Milch reicht die Vergrößerung niemals. Und die Holzkiste zeigt eigentlich auch, dass die niemals durch 100erte oder 1000ende Schlachthäuser geschleppt wurde. Es fehlt auch jede Spur eines Kompressoriums. Das hilft bei Milch vermutlich auch nicht wirklich  8)
Und als der "Besitzer" in Pension ging, hat das Amt vermutlich gesagt, wenn du magst, nimm den alten Schrott mit. Nur meine Vermutung. Alle Geräte, die ich kenne und die industriell über mehr als 10 Jahre genutzt werden, sehen anders aus. Just my 2 cent.

Viel Spaß beim Betrachten und Gute Nacht
Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Thomas Böder

Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

wejo

Hallo,
bei mir sind auch keine Bilder zu sehen.
Gruß, Werner

Jürgen Boschert

Hallo Carsten,

bei mir steht für jedes Bild lediglich der Vermerk:

Ungültige Dateianhangs-ID.
Beste Grüße !

Jürgen

Carsten Wieczorrek

Bilder hochladen ist gegenwärtig nicht möglich. Out of Service. Alleine für den Text habe ich 10 Versuche benötigt. Die Bilder hat es dabei verrissen.
Carsten
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Carsten Wieczorrek

Für's grobe : GSZ 1
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Für farbige Streifen : Epival Interphako

beamish

Hallo Carsten,
das ist auch kein spezielles Trichinen-Mikroskop. Sicher könnte man es dafür verwenden.
Dein Gerät ist einfach ein klassisches Schüler-/Studentenmikroskop, das von Busch in großer Stückzahl hergestellt wurde.
Hier eine Variante mit starrem Stativ: Busch-Ricardo

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D