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Olivenbaum - Blatt *

Begonnen von Alf, Juli 14, 2026, 19:29:37 NACHMITTAGS

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Alf

Das Blatt des Olivenbaums ist deutlich an trockene und heiße Lebensräume angepasst und besitzt verschiedene Strukturen, die den Wasserverlust möglichst gering halten.

Technik: AFE fixiert, Eingebettet in Paraffin, mehrere Schnitte 15 Mikrometer für Übersichtsdarstellung und ca. 7 Mikrometer für die Detaildarstellung, Färbung mit W3A; Hellfeld- und Auflichtfluoreszenz.

Auf der Oberseite des Blattes erkennt man die Epidermis, also die äußerste Zellschicht. Sie wird von einer dicken Kutikula bedeckt, einer wachsartigen Schicht, die das Blatt vor dem Austrocknen schützt. Die Kutikula hat sich in dieser Färbung schön gelb mit Acriflavin angefärbt und kommt v.a. in den Fluoreszenzaufnahmen gut zur Darstellung, Direkt darunter liegt das Palisadengewebe. Die länglichen Zellen enthalten viele Chloroplasten, die für die Fotosynthese verantwortlich sind. Je nach Vergrößerung sind die Chloroplasten als kleine grüne Körnchen im Zellinneren zu erkennen.

Unter dem Palisadengewebe befindet sich das Schwammgewebe. Die Zellen liegen hier lockerer zusammen als im Palisadengewebe, sodass zwischen ihnen größere Lufträume entstehen. Durch diese Hohlräume können Sauerstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf im Blatt transportiert werden.

Besonders interessant ist die Blattunterseite. Dort befinden sich die Spaltöffnungen (Stomata), die von zwei Schließzellen umgeben sind. Sie regulieren den Gasaustausch und steuern, wie viel Wasser über das Blatt verdunstet. Beim Olivenbaum liegen die Spaltöffnungen etwas tiefer im Blatt, wodurch sie besser vor trockener Luft geschützt sind. Das auffälligste Merkmal sind jedoch die zahlreichen Sternhaare. Unter dem Mikroskop sehen sie wie kleine Sterne aus, da von einem Mittelpunkt mehrere feine Arme ausgehen. Die Sternhaare bedecken fast die gesamte Blattunterseite und überlappen sich teilweise, sodass eine dichte Schicht entsteht. Diese Schicht reflektiert einen Teil des Sonnenlichts und verhindert, dass sich das Blatt zu stark aufheizt. Gleichzeitig entsteht zwischen den Haaren eine dünne Luftschicht, die die Verdunstung deutlich verringert. Außerdem schützen die Sternhaare die Spaltöffnungen vor Wind und können Staub oder kleine Schädlinge abhalten. Die Sternhaare kommen wie die Kutikula vor allem in den Fluoreszenzaufnahmen gut zur Darstellung. Auch an er Blattoberseite liegen Sternhaare, jedoch deutlich weniger und sie bedecken nicht die gesamte Oberseite.

Auch die Leitbündel lassen sich im Blatt erkennen. Sie bestehen aus dem Xylem, das Wasser und Mineralstoffe aus den Wurzeln transportiert, und dem Phloem, das die bei der Fotosynthese entstandenen Nährstoffe in den restlichen Teil der Pflanze verteilt.

Viel Spaß beim Betrachten,
LG

Peter T.

Hallo Alf,

sehr interessante Aufnahmen!

Magst Du noch schreiben, welche Fluoreszenz Du verwendet hast? Sieht nach Blau-Anregung aus.

Wenn Du Polarisation durchführen kannst, würden die Sternhaare ein Leuchtfest feiern.

Ich nehme Deinen Beitrag gerne in die Botanik-Liste mit auf. Bitte bei zukünftigen Beiträgen zu diesem Themenfeld ein "Botanik:" davor setzen. Ich finde dann die entsprechenden Beiträge schneller.

Schöne Grüße

Peter

Daniel Scheibenstock

Hallo Alf,

Tolle Schnitte zeigst du uns da☺️ es freut mich sehr das du auch Fluoreszenz zum Einsatz gebracht hast. Sehr schön!

Liebe Grüße Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0