Kondensorlose Beleuchtung - Historisches, Zeiss LUCIGEN u.a., Anwendung, DIY

Begonnen von Lupus, August 21, 2026, 23:11:31 NACHMITTAGS

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purkinje

Hallo Hubert,
zuerst einmal Dank für den schönen Überblick über diese Methode und ihre schon historischen kommerziellen Anwendungen.
Es ist für mich immer faszinierend, was für Techniken teils schon sehr früh erdacht und gebaut worden waren, dann aber wieder sang- und klanglos in den Annalen verstaubten, bei Licht betrachtet- wie hier- meist aus kommerziellen oder dogmatischen Gründen.
Sehr instruktiv auch die Beschreibung deines Selbstbaus, bin gespannt ob das mal wieder auftaucht (und dann auch so beschrieben wird).
Auch hier spielt beim Aufbau die Auswahl der Mattscheibe(n) eine wichtige und interessante Rolle, hier wurde schon einmal auf die verschiedenen Fertigungsmethoden eigegangen, ein nach wie vor interessantes und vernachlässigtes Thema.
Interessant auch Dein Ausblick auf die moderne Wiederentdeckung der kondensorlosen Beleuchtung bei der Verwendung von LED-Arrays bei den QuaPIs (quantitative Phase imaging Systems), hier liegt der Charme für die biologische Screening-Anwendung von meist Zellkulturen  in der Verwendung von niedrigaperturigen Objektiven mit großem Überblick und späterer digitaler Auflösungsverbesserung, mittels Diskobeleuchtung und anschließender Mathematik  ;)
Von der Arbeitsgruppenleiterin des oben verlinkten Papiers Laura Waller gibt es zu "black magic" und "dark secrets" dieser Methoden einen schönen Überblicksvortrag:
Beste Grüße Stefan

Lupus

Hallo,

was ich nochmals erwähnen und betonen möchte, ist die fast unerwartet einfache Verwendung dieser Beleuchtung für Zernike Phasenkontrast.

Lediglich durch eine passende Blende für ringförmiges Licht lässt sich die Phasenblende eines Phasenkontrastobjektivs ausleuchten. Man kann sich den i.d.R. teuren Phasenkontrastkondensor sparen - auch wenn natürlich dessen Anwendung komfortabler ist. Der Vorteil gegenüber einer eigenen Bastellösung mit Ringblende in der Brennebene eines Kondensors ist (abgesehen davon dass man dazu eigentlich einen achromatisch-aplanatischen Kondensor bräuchte), dass nur die Radienverhältnisse der Ringblende stimmen müssen, während der richtige absolute Durchmesser präzise durch Höhenverstellung der Leuchtfläche erreicht werden kann.

Man kann damit also jedes alte Hufeisenstativ mit Phasenkontrast nachrüsten.

Hubert