UV Kleber / Eindeckmittel

Begonnen von gewo, November 05, 2026, 16:41:49 NACHMITTAGS

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gewo

Hat jemand Erfahrung mit den Produkten der Firma Norland https://norlandproducts.com/adhesives/ als Eindeckmittel? Die haben auch Produkte mit Brechungsidex > 1,6 im Programm.

ligrü
Gerhard

doc-ralf

Leider nicht. Aber spannend. Falls Du was ausprobieren solltest, halt' uns auf dem Laufenden!
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Axioskop 2 mit DIC und Phasenkontrast
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https://doc-ralf.de/

MiR

Hallo Gerhard,

es gab im Forum dazu schon mal einige Bemerkungen --> https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=46563.30, ab Antwort #36.

Viele Grüße,
Michael

Noch so'n Michael

Hi Gerhard,

was willst du damit eindecken? NOA 61 (RI 1,56) ist für Diatomeen als "quick and dirty" Eindeckmedium sehr beliebt, bleibt aber qualitativ deutlich hinter Naphrax zurück (wir versuchen alle paar Jahre, von Naphrax weg zu kommen, landen dann aber doch immer wieder bei dem Zeug).

Die Norland-Kleber mit höherem Brechungsindex sind deutlich dickflüssiger als NOA 61, füllen also z.B. Hohlräume in Diatomeen-Frusteln nicht aus (das klappt schon mit NOA 61 meist nicht). Einige NOAs lassen sich nach Aussage von Herrn Norland mit bis zu 5% Aceton strecken, um sie dünnflüssiger zu machen, das hat bei uns aber nicht gut funktioniert (Schlieren im Präparat). Und einige NOAs bleiben leicht plastisch, d.h. das präparierte Material wandert im Laufer der Zeit, wenn die Objektträger nicht waagerecht gelagert werden.

Wichtig ist noch, dass die Norland Kleber oft nur eine kurze Haltbarkeit haben, häufig 6 Monate oder so, wobei wir gelegentlich auch abgelaufenes NOA 61 verwenden, aber ewig hält das Zeug nicht, und gefühlt sehen die Präparate mit überaltertem Kleber noch schlechter aus. Zusammen mit den hohen Preisen wird das bei geringem Verbrauch schnell extra-teuer.

Viele Grüße,
noch so'n Michael

jcs

Hallo Gerhard,

von dieser Firma gibt es recht interessante hochbrechende UV-Harze (gefüllt mit Nano-Keramikpartikeln, und daher durchsichtig). Da für Inkjet geeignet, sollten sie auch recht dünnflüssig sein. Erfahrungsgemäß leider nicht ganz einfach zu bekommen.
https://pixelligent.com/products/inkjet-formulations/

LG
Jürgen

Wutsdorff Peter

Zitat von: gewo in November 05, 2026, 16:41:49 NACHMITTAGSBrechungsidex > 1,6 im Programm.
Noch ne dumme Frage: wozu benötigt man einen so hohen Brechungsindex?
Gruß  Peter  W

nils.h

Guten Abend Peter,

spontan fallen mir auch nur Diatomeen ein...


Herzliche Grüße
Nils
Mikroskop: Leitz Orthoplan mit Phasenkontrasteinrichtung

Mein kleiner Internetauftritt zur Hobbymikroskopie: » Mikroskopie-Seite.

olaf.med

Lieber Peter,

ich möchte noch den physikalischen Hintergrund beisteuern, auf den sich ja vermutlich Deine Frage bezog.

Die Hülle der Diatomeen bestehen aus amorphem SiO2 mit einem Brechungsindex von ca. 1,5 und ist absolut farblos. Würde man sie in einer Immerion des gleichen Brechungsindex einbetten, sähe man - garnichts! Je weiter die Brechungsindizes der Immersion von dem der Schalensubstanz abweicht, um so größer wird der Kontrast, man sieht also mehr. Nun könnte man auf die Idee kommen, die Diatomeen einfach in Luft zu betrachten, denn dann ist der Brechungsindexunterschied ja mit 0,5 sehr groß. Das bringt aber nichts, da an der Grenzfläche zum optisch dünneren Medium schnell Totalreflektion eintritt. Das Licht, und damit die Information, kommt also nicht aus der Schale heraus und ist gleichsam gefangen.

Dies ist der Grund der ewigen Suche nach geeigneten Medien mit sehr hohem Brechungsindex.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

anne

Lieber Gerhard,
was möchtest Du denn eindecken?
Lg
Anne

Jürgen Boschert

Lieber Olaf,

so schön erklärt habe ich das noch nirgends gesehen!
Beste Grüße !

Jürgen

olaf.med

Lieber Jürgen,

danke für die  Blumen 😊
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

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nils.h

Guten Mittag Olaf,

sehr spannend.


Warum sieht man denn nichts bei zu kleinem Unterschied der Brechungsindices? Hängt das auch mit der Lichtbrechung zusammen?


Herzliche, interessierte Grüße
Nils
Mikroskop: Leitz Orthoplan mit Phasenkontrasteinrichtung

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olaf.med

Hallo Nils,

wenn Objekt und Immersion den gleichen Brechungsindex haben und beide farblos sind, gibt es ja keine optische Grenzfläche mehr, das Objekt wird unsichtbar. Bei Wikipedia gibt es einen kurzen Beitrag zur Immersionsmethode zur Brechungsindexbestimmung - Suchen nach der Immersionsmethode im Internet führen allerdings zu etwas ganz anderem  ;D . Du könntest auch bei den Sonntagsstammtisch-Themen der Tübinger Mikroskopischen Gesellschaft nach dem Thema Mikroskopische Brechungsindexbestimmung suchen, aber die Seite ist z.Zt. wohl nicht zugänglich. Dort ist aber das Verfahren beschrieben und illustriert.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

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https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

nils.h

Guten Mittag Olaf,

ah. Wieder was gelernt. Es liegt also an der Grenzfläche.

Nach dem Thema bei der TMG Tübingen recherchiere ich mal, wenn ich Zeit habe.



Herzliche Grüße und vielen Dank für die Erklärung
Nils
Mikroskop: Leitz Orthoplan mit Phasenkontrasteinrichtung

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