Autor Thema: Grüße vom Eyjafjallajökull?  (Gelesen 2981 mal)

Holger

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Grüße vom Eyjafjallajökull?
« am: April 19, 2010, 12:32:49 Nachmittag »
Hallo liebe Mikroskopikergemeinde,

Grüße aus Island? Ich bin mir nicht sicher. Aber gestern fanden sich auf Spülproben von meinen frischgeputzen Dachfenstern neben zahllosen Pollenkörnern auch Objekte, die mich an nichts so sehr erinnern wie an Bimssteinsplitter:









Unter XPL blieben die Objekte dunkel; es könnte sich somit um vulkanisches Glas handeln. Im vierten Bild sind auch einige kleine Gaseinschlüsse zu erkennen.

Nach einem intensiven Gewitterschauer gestern abend habe ich heute die Fläche wieder beprobt, aber nur Pollenkörner gefunden. Das könnte darauf hindeuten, dass es sich tatsächlich um Aschepartikel handelt, die aber inzwischen vom Regen ausgewaschen wurden.

Was meinen unsere Experten?

Gruß,
Holger

Holger Adelmann

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Re: Grüße vom Eyjafjallajökull?
« Antwort #1 am: April 19, 2010, 14:48:45 Nachmittag »
Hallo Holger, gute Idee, ich werde mal gleich eine saubere Petrischale draussen aufstellen !

Hast Du das mal in POL untersucht ?

Herzliche Grüsse
Holger


Holger

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Re: Grüße vom Eyjafjallajökull?
« Antwort #2 am: April 20, 2010, 10:07:17 Vormittag »
Hallo Namensvetter ;),

wie erwähnt, bleibt die glasige Grundmasse bei gekreuzten Polarisatoren dunkel, abgesehen von einzelnen, eingeschlossenen Kristallen, die aber nur selten einigermaßen scharf einzustellen sind (siehe die Gegenüberstellung eines LPL- und eines XPL-Bildes unten):





Wenn Du selber nach den Aschepartikeln suchen möchtest, sei vorsichtig mit den Proben: Aufgrund ihrer unregelmäßigen Form lassen sich die Partikel nur schwer vollständig mit Wasser benetzen schwimmen dann gerne auf der Probe, anstatt zu sedimentieren, wie das ein anständiger Festkörper eigentlich tun sollte... ;D

Gruß,
Holger

TPL

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Re: Grüße vom Eyjafjallajökull?
« Antwort #3 am: April 20, 2010, 10:38:18 Vormittag »
Wenn Du selber nach den Aschepartikeln suchen möchtest, sei vorsichtig mit den Proben: Aufgrund ihrer unregelmäßigen Form lassen sich die Partikel nur schwer vollständig mit Wasser benetzen schwimmen dann gerne auf der Probe, anstatt zu sedimentieren, wie das ein anständiger Festkörper eigentlich tun sollte... ;D

Hallo Holger2,
ein kleiner Trick: gebt in das Wasser, mit dem Ihr die Probe abspült ein paar Krümel Calgon (Chemiker könnten auch den Wirkstoff nennen - ich traue mich nicht), dann wird die Probe besser benetzt und zerfällt auch gleich in einzelne Körner.
Die Calgon-Konzentration muss so niedrig bleiben, dass man beim Eintrocknen nicht bloß die Kristallistation seiner Bestandteile beobachtet... 8)

Viel Erfolg, Thomas
« Letzte Änderung: April 22, 2010, 23:36:07 Nachmittag von TPL »