Welcher Kameratypus wird bevorzugt und warum?

Begonnen von Werner Jülich, Juni 27, 2010, 12:07:03 NACHMITTAGS

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Werner Jülich

Fangen wir noch einmal an:
Gegeben ist ein Mikroskop mit Trinotubus. Gesucht wird eine Kamera für Farbaufnahmen. Der Etat sei limitiert auf ca. 1000 Euro, komplett für Kamera und Adaption.
Wenn diese Randbedingungen akzeptiert werden, wo bekommt man das beste Ergebnis für sein Geld?
Mikroskopkamera mit C-Mount?
Digitale Kompaktkamera
Digitale Spiegelreflex

Werner Jülich

Denis

#1
Hallo Herr Jülich,

vielleicht sollte noch die Fragen beantwortet werden, ob:

a) auch Videoaufnahmen erwünscht sind (Vorteil Mikroskopkamera)
b) eine digitale Spiegelreflex evtl. schon vorhanden ist (Vorteil Investition in eine bessere Adaption)
c) auch neben dem Mikroskop gerne fotografiert wird (doppelter Nutzen einer Spiegelreflex)
d) es sich um ein Stereomikroskop oder ein "normales" Mikroskop handelt (Hotspots bei preiswerteren Mikroskopkameras)
e) man viele Bilder in kurzer Sequenz aufnehmen möchte oder immer nur einzelne Bilder (Vorteil Mikroskopkamera)

Das "beste" ist natürlich immer relativ. Oder geht es jetzt ausschliesslich um Bildqualität?

Gruss
Denis

PS: eine digitale "Kompakte" wird im Vergleich kaum zu Top-Ergebnissen führen. Also ist für mich der Kampf eher Digitale Spiegelreflex vs. Mikroskopkamera (CCD)

Werner Jülich

Hallo Denis,
entscheiden soll man nach eigenen Kriterien. Wer Videosequenzen wünscht, der findet diese unter allen 3 Kameratypen.
Sie haben natürlich Recht, wer bereits ein Kamera hat, der wird überrlegen, ob diese geeignet ist und umgekehrt, wer noch keine hat, den wird der erweiterte Nutzungswert ebenfalls beeinflussen.
Werner Jülich

wilfried48

Hallo,

man sollte das ganze vielleicht auch noch auf ICS Optik mit auskorrigiertem Zwischenbild einschränken, weil nur da ja kommerzielle Adapter für alle drei Systeme parallel käuflich angeboten werden (wenigstens von seriösen Anbietern

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Rolf-Dieter Müller

Zitat von: Werner Jülich in Juni 27, 2010, 12:07:03 NACHMITTAGS
...
Wenn diese Randbedingungen akzeptiert werden, wo bekommt man das beste Ergebnis für sein Geld?
Mikroskopkamera mit C-Mount?
Digitale Kompaktkamera
Digitale Spiegelreflex
...

Hallo Herr Jülich,

Ihre Vorgaben sind ganz klar formuliert und so möchte ich mit einer Antwort beginnen.

Dabei gehe ich mal von meinen Erfahrungen und den hier und in anderen Foren gezeigten Aufnahmen mittels Durchlicht- und/oder Stereomikroskop aus.

Die besten Ergebnisse werden mit einer ordentlich nach den Vorgaben der Mikrofibel adaptierten Spiegelreflexkamera erreicht. Ich möchte jetzt keine Modelle diskutieren, denn der Kostenrahmen könnte gerade so reichen, aber ein Kameragehäuse, das die hervorragende und sehr gute Qualität der hier gezeigten Mikroaufnahmen leistet ist sicher drin.

Gleich danach kommen Kompaktkameras, die auch gute Mikroaufnahmen liefern, soweit Chip und Kamerabetriebssystem dem Stand der Technik entsprechen. Deren Vorteil ist eine leichtere saubere optische Adaption, Nachteil das viele Glas im Bildstrahlengang und die eingeschränkte Funktionalität (z.B. Fernauslösung).

Aufnahmen von Mikroskopkameras mit C-Mount haben mich noch nicht wirklich überzeugt und ich betrachte sie im Sinne Ihrer Fragestellung als suboptimal. Aber wer weiß, Entwicklungen können voran schreiten und könnte ich mir für die Zukunft mehr vorstellen.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter Müller

Eckhard

Guten Abend Herr Jülich,

ZitatGegeben ist ein Mikroskop mit Trinotubus. Gesucht wird eine Kamera für Farbaufnahmen. Der Etat sei limitiert auf ca. 1000 Euro, komplett für Kamera und Adaption.

Ich gehe davon aus, dass wir über ICS Optik und eine aktuelle Zeiss Beleuchtung und Lichtführung reden.

Die beste Farbwiedergabe erreicht man einfach mit einer DSLR. Ich habe festgestellt, dass mit der werksseitigen Abstimmung der aktuellen Nikon Modelle im Modus Landschaft hervorragende Mikroaufnahmen ohne weitere Nachbearbeitung unkompliziert machbar sind. Die Nikon D5000 hat 10 Megapixel und einen klappbaren rückseitigen Monitor, so dass auch ohne Computersteuerung die Aufnahmesituation vorher und das Bild nachher kontrolliert werden kann. Der Signal/Rauschabstand des Chips ist grandios und die D5000 kostet bei Amazon weniger als 500 €!

Nun müsste das Geld sogar für die Original Zeiss 1,6x Adaption reichen.

Ausbaubar ist das Ganze durch die "Camera Control Pro" Software von Nikon und für Tümpler durch die Blitzadaption von Jürgen Stahlschmidt.

Ich glaube, dass diese Kombination hinsichtlich Benutzungskomfort und erzielbaren Ergebnissen optimal ist.

Herzliche Grüsse
Eckhard Völcker
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

reblaus


-JS-

Hallo und guten Tag,

Ich möchte die paar Highlights dieses bis heute doch recht übersichtlich gebliebenen Threads zusammenfassen.

Die Vorgaben von Werner Jülich waren klar definiert.

Zitat
Gegeben ist ein Mikroskop mit Trinotubus. Gesucht wird eine Kamera für Farbaufnahmen. Der Etat sei limitiert auf ca. 1000 Euro, komplett für Kamera und Adaption.
Wenn diese Randbedingungen akzeptiert werden, wo bekommt man das beste Ergebnis für sein Geld?
Mikroskopkamera mit C-Mount?
Digitale Kompaktkamera
Digitale Spiegelreflex


Denis versucht die im Zitat klar umrissene Aufgabenstellung durch Zusatzfragen auszuweiten.
Seine Zusatzfragen lassen erkennen, dass wohl eine Menge individueller Punkte noch zu beachten wären.
wilfried48 schlägt eine Einschränkung auf ICS-Optik vor und verweist im Zusammenhang auf 'seriöse Anbieter'. Fein soweit.
Damit sind schlagartig alle aus dem Rennen, die noch mit Endlich-Optik rumbosseln und nach der von wilfried48 gegebenen Vorgabe nolens-volens wohl auf 'unseriöse Anbieter' angewiesen sind.
Rolf-Dieter Müller geht allgemein-bewertend auf alle drei im Zitat genannten Kameratypen ein und weist unter Hinweis auf die Mikrofibel auf die Vorteile der DSLR hin, in zweiter Reihe auf die Kompaktkameras und verweist C-Mount auf die hinteren Ränge.
Eckhard nimmt ebenfalls die Einschränkung auf ICS an und schlägt sogar die Begrenzung auf 'aktuelle Zeiss Beleuchtung und Lichtführung' vor.
Das lässt nun alle draußen, die z.B. noch mit Rotpunkt-Geräten arbeiten oder vielleicht mit Oly's oder Nikons oder Steindorffs oder oder oder ...
Reblaus lässt schlussendlich (offensichtlich resigniert) seinen 'outman' sprechen.

Ich möchte mich denn als Outlaw outen.
Im Besitz eines Mikroskopes mit Trino-Tubus kann ich leider die Einschränkung auf ICS nicht erfüllen. Das Ding hat Endlich-Optik, sorry. Einen seriösen Anbieter für meinen Adapter habe ich auch nicht gefunden, schlicht weil es keinen Anbieter (mehr) gibt. Ich bin also ins 'unseriöse' Lager gewechselt und habe auf dem Gebrauchtmarkt einen Grundkörper I erworben (50 Eur). Für eine Verbindung zum Tubus habe ich ein bisschen Gehirnschmalz investiert (techn. Zeichnungen) und den Menschen an der Drehbank bezahlt (150 Eur). Später lief mir dann auch noch eine 63mm-Optik über den Weg (130 Eur) und ein Photo-Okular (160 Eur). Summe bis hier 490 Eur.
Eine DSLR mit life-view kann heute schon neu für 350 Eur erworben werden.
Macht zusammen 840 Eur.
Mit dem Rest bis zum eingeforderten Etat-Limit ist noch eine 1TB-Festplatte für die ganzen Bilder (80 Eur), eine Chip-Card (40 Eur) sowie nach all' dem Stress auch noch nett Essen gehen beim Italiener meines Vertrauens drin...

Subjektiv 1: Ich würde mich für eine DSLR entscheiden, weil ich die Kamera natürlich auch für 'normales' Fotografieren benutzen möchte. Mit der Kamera als Permanent-Staubdeckel auf dem Mikroskop-Adapter wäre mir die Anordnung denn doch ein bisserl zu teuer.
Subjektiv 2: Hinsichtlich der Reihung der im obigen Zitat von Wener Jülich angesprochenen Kameratypen möchte ich mich der Meinung von Rolf-Dieter Müller anschließen.
Subjektiv 3: *Sehr* spannend finde ich die hier im Forum auch bereits vorgestellte Lösung mit dem 12,5mm-Plössl-Okular und einer CCD-Nur-Chip-Kamera, allerdings würde diese erst mit einer funktionierenden Blitzsynchronisation Sinn machen (diese gibt es aber offensichtlich [noch] nicht). Zu dieser Kombination liegen mir jedoch bis dato keine eigenen Erfahrungen vor.


Viele Grüße,
Joachim


... bevorzugt es, ge_DU_zt zu werden ...
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

smashIt

ich hab zwar leider noch kein mikroskop (hoffe da ändert sich diesen sommer noch  ;D )

aber da ich bereits ne ordentliche dslr hab (die ich blind bedienen kann und vorallem weis was man dem sensor abverlangen kann) is das natürlich mein bevorzugter weg

MfG,
Chris

Bildung ist das was uns vom Tier unterscheidet.

Funtech.org

Stuessi

Zitat von: Werner Jülich in Juni 27, 2010, 12:07:03 NACHMITTAGS
Mikroskopkamera mit C-Mount?
Digitale Kompaktkamera
Digitale Spiegelreflex
Hier sind einige Beispiele zu den drei Versionen.

Mikroskop: ein altes Dialux mit Endlichoptik (170mm) und Glühlampenbeleuchtung
Kameras:
3 MP DCM310 mit C-Mount
Alpha 900 Vollformat (24 MPixel) an Zeiss Adapter mit Faktor 0,25, Okular Periplan 10x/18, Brille
Olympus C-5050 (5 MPixel) mit Brillenokular 10X als Vorsatz
Objektive NPl 6,3/0.2 (Übersichten und Ausschnitte zum Vergleich mit der DCM310)




             Fl 63/0.85 100% Ausschnitte als s/w-Bilder unter ausschließlicher Benutzung des G-Kanals
Auflösung etwa 1/3 µm:




Gruß,
Stuessi

Denis

#10
Hallo Stuessi,

schöne Vergleichbilder, wo die Alpha 500 deutlich hervorsticht in der Bildqualität, allerdings fallen die Modelle alle wenig in den Preisrahmen:

DCM 310 - 220 €
Olympus C-5050 - 130 €
Alpha 900 - ~2000 €

Von der Bildqualität, die hier zu sehen ist, kann man dann nur noch sagen, dass in diesem Falle der Kostenfaktor deutlich mit der Bildqualität korrelliert.
Was die Ausgangsfrage anbelangt, ist allerdings anhand der unterschiedlichen Optikenqualitäten, die sich im Preis bemerkbar machen, keine Schlussfolgerung zu ziehen  :)

Aber trotzdem danke für deinen Beitrag zu der Diskussion, die ein wenig ins Stocken geraten ist.

Wie wäre es im Vergleich, wenn man sich auf ein (einfach verfügbares) Objekt einigt wie z.B. Zwiebelhäutchen, Blutzellen o.ä. und jeder mit seiner ca. 1000€ Kameraadaption dieses ablichtet? Dann hätte man auch einen durchgehenden Optikqualitätenvergleich. Allerdings ist hier wieder der Qualitätsunterschied anhand der Systemoptik (Objektiv) verzerrt...wenn einige mit ihren Luxus-Mikroskopmodellen gegen die Bresserfraktion antreten würden ;)




Stuessi

Die benutzte Spiegelreflexkamera war eine Alpha 900, die einen 24mmx36mm großen Sensor besitzt.

Denis

Zitat von: Stuessi in August 17, 2010, 07:41:50 VORMITTAG
Die benutzte Spiegelreflexkamera war eine Alpha 900, die einen 24mmx36mm großen Sensor besitzt.

Damit liegt ja schon alleine mal die Kamera ohne Adaption in einem Preisbereich jenseits der Anforderungen zum Vergleich ;) - 2000€ für die Kamera alleine.

gruss
Denis