Mikrofotos mit dem Zeiss KF2

Begonnen von Tina, August 09, 2010, 08:35:00 VORMITTAG

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Tina

Hallo,

schönen Gruß hier ans Forum.

ich fange gerade an zu mikroskopieren (v.a. Tümpel) und habe mir ein gebrauchtes Zeiss KF2 (binokular) gekauft. Ich würde jetzt gerne damit auch Fotos machen (habe eine Nikon Spiegelreflexkamera) aber es scheint keinen Fototubus für das KF2 zu geben. Nun kam mir bei ebay diese Kamera unter:

http://cgi.ebay.de/5-0-MP-Mikroskop-Kamera-N-5-Mikroskopkamera-/190419342021?cmd=ViewItem&pt=Optik_Zubeh%C3%B6r&hash=item2c55e092c5

Was ist davon zu halten, ist das damit machbar, qualitativ ok, oder gibt es bessere, bezahlbare Möglichkeiten?

Danke für alle Hinweise

Gruß

Tina

Nomarski

Hallo Tina,

es ist schon möglich, deine Spiegelreflexkamera an dein Zeiss KF2 zu adaptieren.
Von dem KF2 gibt es zwei Varianten:

1. Variante: Der Tubus ist abnehmbar und kann durch einen Trino-Tubus ersetzt werden, er ebenfalls ein Ringschwalbe hat. An dem Foto-Ausgang lassen sich nach verschiedenen Methoden Kameras adaptieren.

2. Variante: Der Tubus läßt sich zwar drehen, ist aber nicht für einen Wechsel gedacht. Man trifft diese Variante meist nur mit einem Mono-Tubus an. Mit etwas mechanischen Aufwand ist aber auch eine Kameraadaption machbar.

Welche Variante hast du denn? Man erkennt es, wenn man am Revolver die Klemmschraube löst und den Tubus abnimmt. Wenn es gleich schmierig und fettig aussieht, hast du wohl Variante 2.

Viele Grüße
Bernd

Tina

Hi Bernd,

danke für die flotte Antwort.
Hab Variante 1, wusste nur nicht, dass der Trinotubus an mein Mikroskop passt, und wie bekomm ich daran die Nikon D90?

Und ist das die bessere Variante als das erwähnte ebay Teil

Gruß

Tina

Nomarski

Hallo Tina,

an den Fotoausgang vom Trino wird ein Fotoadapter mit Optik über einen Klemmtubus befestigt. Kameraseitig hat dieser Fotoadapter ein T2-Gewinde, so daß man alle gängigen Spiegelreflexkameras mit dem T2-Adapter auf das entsprechende Bajonett ansetzen kann. Soweit von der Mechanik.

Von der Optik her gibt es verschiedene Möglichkeiten der Anpassung, die unter anderem in der Mikrofibel dargestellt sind, die du dir hier runterladen kannst.
Die einfachere Methode ist, ein Okular am Fotoausgang etwas anzuheben und das Mikrobild auf den Sensor der Kamera zu projezieren. Ansonsten gehört zwischen dem Okular und der Kamera noch ein Objektiv, welches in dem oben genannten Fotoadapter untergebracht ist.

Es wäre ratsam, daß bevor du dir irgendetwas kaufst, es bei anderen Mikrokopikern ausprobieren kannst, was deiner Meinung nach am besten geht. Die Ansprüche sind eben sehr verschieden und die Diskussionen können sehr lang werden. ;D

Viele Grüße
Bernd


wilfried48

Hallo Tina,

Finger weg von dem ebay Teil, dort ist nur ein billiges nichtkompensierendes Okular drin, das die Qualität deiner im KF2 mit kompensierendem Okular sichtbaren Bilder bei weitem nicht wiederzugeben vermag.

Schau dir einfach mal die Bilder von Sabine (Forumsname Bini) an, die sie am KF2 durch das kompensierende Originalokular mit einer einfachen Sony Digiknipse macht, vielleicht willst du dann deine D 90 gar nicht mehr adaptieren und kaufst dir einfach die billigere Sony Kompaktkamera.

Wenn doch, dann musst du den von Bernd beschriebenen Weg gehen, der allerdings nicht ganz so billig ist.

viele Grüsse
Wilfried

P.S. Was für Okulare hat denn dein jetziges KF2 ? Vielleicht kann man ein kleines Übergangsstück machen, sodass du eine D90 ohne Beschädigung der Optik mit dem Normalobjektiv etwas geführt aufsetzen kannst. An meinem Leitz Spektiv fotografiere ich mit der D 90 auch so und wundere mich immer wieder, dass nichts verwackelt.
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

-JS-

Hallo Tina,
ich möchte zwar keine Eigenwerbung machen, aber schau bitte mal hier:

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=6104.msg41490#msg41490

Im Prinzip beschreibt der Artikel den Ausbau eines (auch auf Dein KF) passenden
Dreifachtubus mit Schiebeprisma über Verwendung eines Grundkörpers I / II und
einem T2 Adapter, den es ja auch für die Nikon D90 gibt.
Die Nachteile des im genannten Artikel vorgestellten Adapters sind klar.
Bei Verwendung eines Crop-Chips (15,8 x 23,6mm) in Verbindung mit einem
normalen Okular (10x) wird viel Bildinformation verloren, es sei denn, es steht
ein (seltenes) KPL 6,3 Br oder ein (noch seltenerens Projektiv 2,5 für den
Phototubus zur Verfügung.
Ein brauchbarer Kompromiss wird mit dem Nikon-Photookular 5x erzielt, welches
ab und an Bei ebay zu finden ist.
Hinsichtlich des bei ebay angebotenen Artikels möchte ich mich sehr gern der
Ansicht von Wilfried anschließen, was die Qualität des Okluars dieser Kamera
betrifft.

Viele Grüße
Joachim

... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Tina

Danke für Euere ausführlichen Antworten.

Das klingt mir alles irgendwie zu kompliziert, vielleicht probier ich doch erstmal den Tipp von Wilfried und machs wie Bini mit einer einfachen Digitalknipse

Wenn da genauso schöne Bilder bei rauskommen wie bei ihr, poste ich sie hier.

Gruß

Tina


Tina


Nomarski

Hallo Tina,

wäre eine Möglichkeit der Adaption. Es handelt sich um einen einfachen Klemmtubus, der die Kamera an den Okularstutzen klemmt, was aber beim Binokulartubus meist schlecht geht. Das Okular wirkt als Projektiv.
Bevor du sowas kaufst, kannst du das Prinzip ausprobieren, indem du die Kamera mit abgenommenen Objektiv über das Okular hälst und mal mit einem improvisierten Tubus (Pappröhre) eine Probeaufnahme machst.
Es soll Leute geben, die mit der Methode zufrieden sind.

Viele Grüße
Bernd

Günther Langer

Hallo Tina,

bevor Du Dir Gedanken zur Adaption der D90 machst, solltest Du den Spiegelschlag der Kamera berücksichtigen. Mit Spiegelvorauslösung und geringer Vergrößerung geht das zur Not. Bei stärkeren Vergrößerungen wirst Du um eine Blitzeinrichtung nicht herumkommen. Da wäre die Bini-Methode doch sehr empfehlenswert. Später kannst Du dann immer noch eine Lösung für die D90 suchen.

Viele Grüße

Günther
Zeiss Standard WL, 14 und Phomi II
Zeiss DRC und SV 8
Leitz Laborlux 12
Makro-Setup: Leitz Aristophot mit Balgen u. StackShot
Nikon D90, D700, Canon EOS 600D, EOS 5D Mark III
Suche: Leitz Photar 12,5 mm

Nomarski

Es hat aber nicht jede Digi-Knipse eine Drahtlose Fernbedienung für die Auslösung oder eine Buchse für einen Kabelauslöser. Wenn man also den Auslöser von Hand betätigen muß, bedeutet das auch eine minimale Verwacklung oder man muß den Selbstauslöser aktivieren.
Und dann haben die meisten kompakten Digitalkameras kein vernünftiges Filtergewinde, wo man adaptieren kann, sondern man muß sich erst den Adapterstutzen besorgen, den meist der Händler erst bestellen muß oder man sich selbst darum kümmern muß, den irgendwo aufzutreiben, sofern die Kamera überhaupt dafür vorgesehen ist.
Aber mit dem Foto-Handy sollen hier auch schon ganz gute Ergebnisse erzielt worden sein... ;D

Viele Grüße
Bernd

Bernhard Lebeda

Zitat von: Nomarski in August 11, 2010, 12:07:15 NACHMITTAGS

Und dann haben die meisten kompakten Digitalkameras kein vernünftiges Filtergewinde, wo man adaptieren kann, sondern man muß sich erst den Adapterstutzen besorgen, den meist der Händler erst bestellen muß oder man sich selbst darum kümmern muß, den irgendwo aufzutreiben, sofern die Kamera überhaupt dafür vorgesehen ist.


Hallo Kollegen

wie wär denn so was:

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p755_Microstage---Befestigung-von-Kameras-an-Spektive--Teleskope----.html

Der wäre wegschwenkbar und die ganze Geschichte könnte immer am Mikroskop bleiben.


Viele Grüsse

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

wilfried48

Hallo Günther und Bernd,

die Verwacklungsgefahr ist gar nicht so gross und hat nichts mit der Vergrösserung am Mikroskop zu tun, solang man nur zu Führungszwecken (Bildzentrierung) sanft aufsetzt.
Kameraseitig entspricht die Vewacklungsgefahr einer Kameraeinstellung mit der Objektentfernung unendlich bei ca. 70 mm Brennweite (auf Kleinbildformat gerechnet). Und normale Aufnahmen mit diesen Kameraeinstellungen kann man ja auch verwackelungsfrei aus der Hand schiessen und der Spiegelschlag spielt hier auch keine Rolle.

@ Bernhard
so ein Teil hatte ich auch am Spektiv ausprobiert um dann festzustellen, dass es vermutlich aus obengenannten Gründen, aus der Hand besser geht (schellerer Wechsel zwischen schauen und fotografieren).

in der Astronomie, wo man nachgeführte Aufnahmen mit langer Belichtungszeit macht ist das natürlich etwas anderes. Aber Mond und Planeten mit entsprechend kurzen Belichtungszeiten gehen auch da aus der Hand.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
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