Trinokulares Mikroskop mit Kamera ausstatten

Begonnen von bombina, März 08, 2011, 11:47:22 VORMITTAG

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bombina

Hallo,
Ich arbeite im Bereich Naturpädagogik wo wir auch mit Schulklassen mikroskopieren.
Wir haben trinokulare Mikroskope (Novex 64.210 bzw. Breukhoven BMS C0-223) und wollen diese über eine Kamera an einen Sony-Beamer anschließen.
Im Fotofachgeschäft wurde mir jetzt eine Lösung empfohlen die folgendermaßen aussieht:
Canon Powershot g12 (die könnten wir dann auch für andere Zwecke verwenden)
c-mount Adapter + irgendein Zwischenstück (damit man das Bild scharf bekommt)

Meine Frage ist ob jemand in dieser Richtung Erfahrung hat?

Gäbe es evtl. sogar eine Möglichkeit, auch mit einer anderen Kamera, auf den Computer (macbook) zu übertragen und dort Fotos zu machen?

Hat jemand in dieser Richtung Erfahrungen? oder was würdet ihr vorschlagen?

Danke im Voraus für eure antworten

Liebe Grüße
harry

Haus@Hund

Hallo,

prinzipiell geht das. Ihr braucht den Novex-spezifischen C-Mount-Adapter und einen zusätzlichen Adapter, der im Grunde genommen die Optik der G12 "wegrechnet". Aus unserer Erfahrung heraus ist dieser Adapter aber nicht ganz billig, so daß die Gesamtlösung wahrscheinlich etwas teurer ist als wenn Ihr eine C-Mount-Kamera mit USB-Anschluß nehmt und das Bild via PC auf den Beamer bringt. Adapter gibt es z. B. bei Promicron in Kirchheim, die Webseite sagt auch etwas über Preise.

Zum Anschluß: Da die G12 einen AV-Ausgang hat, kann sie auch direkt an einen Beamer angeschlossen werden. Bildspeicherung geht dann aber nur über einen Framegrabber.

Grüße,
Jörg

Guy Marson

#2
Hallo Harry,

Auch eine A480 (oder die A490, A495, ooder rezent die A800) von Canon eignen sich für sehr viel weniger Geld (60.- 90.- Euro) und auch die haben einen AV-Ausgang. Als Adapter eignet sich ein banales Okular und nicht diese meist überteuerten Adapter die eine G12 zur Anpassung benötigt (.........). Der Wermutstropfen: etwas Bastlerei als Vorarbeit ist da erfordert, weil es kameraseitig kein Gewinde (oder sonst was) für einen C-mount Anschluss gibt.

MfG,
Guy

bombina

Danke für die raschen Antworten!

Ich denke verglichen mit den Dingen bei promicron geht sich das preislich ungefähr mit dem aus was mir der Fachmann gesagt hat.
Der Nachteil einer c-mount Kamera ist halt, dass ich das Teil dann sonst nicht brauchen kann (z.B. einfach einmal Fotos einer Schulveranstaltung machen etc.). Ich glaube das wiegt die Mehrkosten auf.

Wie funktioniert das mit dem Framegrabber? Kann ich keine Bilder (oder Videos) machen wenn die Kamera am Beamer hängt?

lg
harry

Haus@Hund

So, wie wir das mal im Angebot hatten, nimmt der Framegrabber das analoge Signal der Kamera auf (egal, ob es eine analoge Videokamera oder der Analogausgang einer Digitalkamera ist) und stellt es über eine Software auf dem Bildschirm dar. Damit ist natürlich sowohl die Speicherung von Bildern bzw. Videos, als auch die Wiedergabe über einen Beamer möglich.

In Fragen der Software bin ich allerdings nicht mehr auf dem neuesten Stand, weil wir dieses System selbst nicht mehr anbieten, sondern komplett auf USB-C-Mount-Kameras umgestiegen sind. IDS (www.ids-imaging.de) bietet z. B. professionelle Framegrabber an, andererseits gibt es aber auch Lösungen im Consumer-Markt, mit denen man Videos von Kameras auf den PC überspielen kann. Über deren Funktionen und Softwarepakete weiß ich allerdings auch nichts, eventuell könnte da jemand bei einem örtlichen PC-Händler aushelfen.

Gruß,
Jörg

Stefan_O

Noch nicht erwähnt wurde, dass auch die c-mount Kamera einen (optischen) Adapter braucht. Da Adaptionsproblem ist bei Fotoapparat und USB Kamera ähnlich.

Gruss,
Stefan

TPL

Zitat von: Stefan_O in März 08, 2011, 17:31:56 NACHMITTAGSNoch nicht erwähnt wurde, dass auch die c-mount Kamera einen (optischen) Adapter braucht.

...genau, Stefan.
Und warum sollte bei einer Powershot G12 ausgerechnet eine Adaption mit einer derart kleinen lichten Weite wie c-Mount benutzt werden? Damit engt man doch den Raum zwischen Kamera-Frontlinse und dem optischem Adapter (Kompensationsokular, Projektiv, o.ä.) unnötig ein.

Bitte nicht vergessen: c-Mount ist die Kurzform für eine Gruppe von Werten, die einen mechanischen Anschluss definieren (http://de.wikipedia.org/wiki/C-Mount).

Beste Grüße, Thomas

Werner Jülich

Das sehe ich genauso. Die G12 und ein Videoadapter mit C-Mount, darauf muß man erst einmal kommen.
Dabei kann das leben doch so einfach sein, wenn man auf die eierlegende Wollmilchsau verzichtet.
Also feste Kamera, z.B. die kleine IS 5MP CMOS-Kamera mittels verfügbarem Videoadapter mit C-Mount auf das Mikroskop.
Für alle anderen Fotodinge eine separate Kamera und gut ist. Wird, wenn man mal genau nachdenkt nicht teurer und hällt garantiert länger, falls das wichtig sein sollte.

Werner Jülich



bombina

ok - ich sehe schon da gibt's verschiedene ansätze  ;)

also @TPL: die g12 ist kein Muss - der c-mount so wie ich das verstehe schon, weil halt am mikroskop das Rohr sowas is

@ Werner Jülich: dass mit der eierlegenden Wollmilchsau stimmt wahrscheinlich, ist mit "kleine IS 5MP CMOS-Kamera" so ein objektivloser USB-Bildsensor gemeint? Da muss ich dann auf jeden Fall den Computer dazwischenschleifen um das Bild auf den Beamer zu bekommen, habe aber andererseits die Möglichkeit die Fotos (oder auch Videos) direkt am Computer zu speichern.
Sehe ich das richtig?

lg
harry

Werner Jülich

Ja, üblicherweise wird die Kamera mit USB2.0 Ausgang geliefert. Ein Rechner sollte schon sein, was ja nicht nur Nachteile bringt, man kann die Bilder manipulieren.

Werner Jülich

bombina

#10
ich glaube so werden wir es machen

hab gesehn solche dinger gibt's ja wirklich schon für wenig geld
und für "normale" fotos und videos kaufen wir uns eine günstige kompaktkamera
das argument mit der eierlegenden wollmilchsau hat mich überzeugt  ;D

derzeit haben wir eine moticam mit schwanenhals mit der ich höchst unzufrieden bin (mittels stellschrauben keine wirklich feste verbindung zum trinokulartubus möglich, auflösung grauenhaft etc.)
das ding werden wir auf jeden fall zurückgeben

eine frage noch - es gibt solche usb cmos-kameras von 1,3 bis 8 mp
bringt die hohe auflösung was (es geht uns auch um das anfertigen von fotos - auch für unser bildarchiv z.b.), oder gibt's da auch evtl negative aspekte (bilde mir ein irgendwo sowas gelesen zu haben?

lg
harry

Werner Jülich

Es sind ein paar Dinge zu beachten.
Die Kamera muß angepaßt sein, d.h. die Auflösung muß stimmen und die Sensordiagonale sollte in etwa dem Sehfeld entsprechen.
Die allermeisten Anwendungen im Bereich der Ausbildung werden mit 1,3 bis 2MP ausreichend abgedeckt.
Wenn der Hersteller nur Adapter für 1/2 Sensoren liefert, dann sollte man auch nur Kameras mit 1/2" Sensor nehmen.

Werner Jülich   

liftboy

Hallo Harry,

reingefallen!
Motic macht wunderbare Sachen.... aber das ist wie mit Werkzeug: Was taugt, das kostet!
Die billigen Teile sind ihr Geld wirklich nicht wert, also zurück damit.
(Die Motic-Leute in Wetzlar sind sehr "kompatibel"; einfach mal fragen ob ein Kunde eine gebrauchte, gute in Zahlung gegeben hat.
Aber Vorsicht, die Moticams haben NTSC-Standard. Das kann nicht jede Karte lesen; die Motic Software (normalerweise dabei) kann das.
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

bombina

der händler bei dem wir unsere ausstattung gekauft haben schlägt mir jetzt vor eine moticam 2000, 2300 oder 2500 zu nehmen.
ich bin jetzt ein bisschen skeptisch wegen der bisherigen erfahrungen.
hat jemand erfahrung mit diesen dingern?

das problem (eigentlich normalerweise der vorteil) ist, dass wir auf apple arbeiten und offenbar nicht alle kamerahersteller auch software dafür anbieten.

lg
harry

peter-h

Hallo harry,

ich bin kein Händler, sondern nur Nutzer der kleinen 5 MPixel CMOS Kamera DFK72 von Imaging Source für USB 2.0
Dass man damit vernünftige Bilder machen kann habe ich schon ab und an hier gezeigt.
Zur Zeit erweitere ich meine HP um botanische Schnitte - BAUSTELLE - , aber man kann schon etwas erkennen. Alle Aufnahmen sind mit der CMOS Kamera gemacht.
http://www.mikroskopie-ph.de/Botanik-Page.html

Wie einer meiner Adaptionen aussieht ist auch dokumentiert.
http://www.mikroskopie-ph.de/Home-Page-Kamera.html

Was oft untergeht ist, dass die CMOS Kamera nicht nur Einzelbilder, sondern auch Serienbilder mit Timersteuerung und AVI-Filme drehen kann. Auch AVI-files mit Zeitraffer !

Auf der HP von Christian Linkenheld sind noch viele erklärende Informationen zu finden.
http://www.mikroskopie.de/kameras/kameras.html

Vielleicht hilft es auch noch zur Entscheidung weiter.
Gruß
Peter H.