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Projektiv - Mipro ?

Begonnen von peter-h, Juni 17, 2011, 23:21:30 NACHMITTAGS

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peter-h

Liebe Zeissianer,

es gibt immer wieder Tücken oder Rätsel.
Hat Zeiss West einen Unterschied zwischen Projektiv und Mipro gemacht?

Nach Unterlagen von 1982 gibt es ein Projektiv f=63mm , 46 36 78.  Ist das identisch mit dem Mipro 63mm Kpl ?
Die beiden abgebildeten Projektive/Mipro entwerfen ein reelles Bild im Unendlichen. Nicht in 125mm Abstand! Auch das "nur" Projektiv f=80mm ohne Kpl Bezeichnung kompensiert sehr ordentlich die CVD. War Mipro also nur eine Sonderbezeichnung und im Aufbau identisch mit dem Projektiv f=63mm ?

Es würde mich freuen, wenn ein Zeissianer etwas Licht in die Grauzone bringen könnte.  ;)
Viele Grüße
Peter (H)

Nomarski

#1
Hallo Peter,

ZitatWar Mipro also nur eine Sonderbezeichnung und im Aufbau identisch mit dem Projektiv f=63mm ?

Nein, das Projektiv f=63mm gibt es auch. Es hat etwa die Bauform wie das gezeigte 80mm Projektiv, das eine große Einstecktiefe hat und einen relativ kurzen Aufbau über der Schulter.

VG
Bernd

P.S.:
ZitatDie beiden abgebildeten Projektive/Mipro entwerfen ein reelles Bild im Unendlichen. Nicht in 125mm Abstand!
Das sollte auch so sein, denn schließlich wurden diese Mikroprojektions-Okulare für den Mikro-Projektor gebaut, der das Bild in mehrern Metern an die Wand projezieren sollte. Ansonnsten wäre das Betrachten der Mikrobilder wohl nur im kleinen Kreis möglich gewesen.

Michael W.

#2
Hallo Peter,

kennst du diese Diskussion aus dem alten Forum? http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,26463

Wie dem Link zu entnehmen ist, muss man also zwischen Projektiv und Mikroprojektions-Okular unterscheiden. Die Bestellnummer für das Mipro 63mm ist übrigens 46 36 79.

Mehr kann ich aktuell dazu leider auch nicht sagen, ich muss mir den oben genannten Link erst nochmal genau durchlesen.

Viele Grüße
Michael
Am liebsten per "Du"

peter-h

Hier noch ein Ausschnitt einer Zeiss Liste. Stimmt auch mit einer Preisliste von 1982 überein. Mipro 63 Kpl wird nicht erwähnt.


Wer hat eine Beschreibung / Unterlagen von Zeiss West zum Mipro? Es muß doch zu klären sein für welche Anwendung ein Mipro im Gegensatz zu einem Projektiv vor 25-30 Jahren gedacht war.

Wünsche ein schönes Wochenende und Grüße
Peter

Nomarski

Ich habe gerade dort nachgesehen. Was als 6 und 7 dazu abgebildet wird sind aber Mipros.
Mipros: Kurzer Stutzen, lange Schulter.
Projektive: Langer Stutzen, kurze Schulter.

Die Projektive lassen sich nämlich in die meisten  Okularstutzen gar nicht vollständig reinstecken und sind wohl für die Verwendung am Revolver-Mikro-Projektor gedacht.

peter-h

Das wäre dann die komplette Verwirrung, wenn Zeiss Mipros abbildet und Projektive dazu schreibt  ??? ??? ???
Geht es noch rätselhafter?

Peter

Nomarski

Es tut mir zwar herzlich leid, aber ich kann auch nichts dafür, daß Zeiss das dort so lodderig beschrieben hat.
Was in der Druckschrift "Optik für Mikroskope" steht, ist leider auch nicht genauer. Es deckt sich aber mit den Angaben und den Nummern, also werden auch dort die Mipros gemeint sein. Und zwar die Mipros, auf denen auch Mipro draufsteht wie auf deinem Mipro 63mm.
Ich kann allenfalls in der Anleitung zum Mikro-Projektor mal reinschauen, was dort für Angaben stehen.

VG
Bernd

Nomarski

Hallo,

Zu sehen sind von links nach rechts:

Projektiv 63mm, Mipro63mm, Projektiv 80mm und Mipro 80mm.

Zur Anwendung der Projektive am Mikro-Revolver-Projektor:

Die Fokussierung wird über die Einstecktiefe vorgenommen und entsprechend festgeklemmt, die Klemmschrauben sind erkennbar. An jedem Diaprojektor ist das nicht anders. Die Mipros würden in der wegen der relativ geringen Einstecktiefe in der Waagerechten drohen rauszufallen.

Viele Grüße
Bernd

peter-h

Danke Bernd,

für die gute Übersicht. Noch eine Frage:
Gibt es in der Bildqualität oder Bildbegrenzung zwischen Mipro und Projektiv bei gleicher Brennweite Unterschiede? Da ich unterschiedliche Brennweiten habe kann ich somit keine Aussage treffen.
Jedenfalls ist für mich dann die Nutzung der Projektive klar. Wurde für die Mipros vielleicht eine andere Objektivreihe vorgeschlagen?

Viele Grüße
Peter

Nomarski

#9
Hallo Peter,

was die Bildbegrenzung anbelangt, so haben alle Mipros und Projektive die Sehfeldzahl 20mm. Daraus resultieren unterschiedliche Bildwinkel.
Einen Unterschied habe ich aber in der Höhe der Austrittspupille festgestellt. Das 63mm Mipro und das 63mm Projektiv haben eine Höhe der Austrittspupille von etwa 30mm wie in der Druckschrift angegeben.
Beim 80mm Projektiv liegt sie sogar noch höher, etwa zwischen 35mm und 40mm, wogegen das 80mm Mipro nur eine Pupillenhöhe von etwa 10mm aufweist. Für irgendwelche Kameraadaptionen ist das von entscheidender Bedeutung. Um meine Kamera an die Mipros zu adaptieren, sind die Klemmtuben etwas zu kurz, so daß ich nur freihand einen Test machen kann. ;D

Beim Mikroprojektor wurden in Kombination zu den Projektiven Plan-Objektive verwendet sowie die Luminare 25mm und 40mm. Wegen der besseren Abbildung bei geringerer Bildfeldkrümmung wären Plan-Objektive in Kombination mit den Mipros auch von Vorteil. In meinen Unterlagen steht aber nichts dazu.

Etwas rätselhaft erscheinen die Nummernangaben zu den Projektiven in der Anleitung zum Mikro-Projektor. Sie sind identisch mit denen der Mipros. Das dürfte aber nicht so sein, da wie schon gezeigt die Mipros und Projektive unterschiedlich aufgebaut sind. Der einen Reihe wurde jedenfalls im Nummernschlüssel die Endung ...78, der anderen Reihe die Endung ...79 vergeben. z.B. 46 36 78 und 46 36 79 bei f=63mm.

VG
Bernd