Schnitt durch die Amöbe...

Begonnen von K. Koch, Juni 28, 2011, 18:49:56 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

K. Koch

Hallo,

beim Herumprobieren mit dem PZO-DIC und "optischen Schnitten" habe ich diese Amöbe fotografiert, vermutlich eine Arcella?
Ist es normal, dass der Protoplast so einen großen Abstand zur Schale hat? Oder fühlt sie sich unwohl?
In der Mitte sieht man die nach innen versetzte Öffnung der Amobe.

Objektiv CZJ Planachromat 40, Ausschnitt und leichte Kontrastverstärkung mit PhotoImpact.



Hier noch ein Bild mit dem CZJ Planachromat 100:


Die Öffnung in der Mitte scheint noch irgendwie "umgeschlagen" zu sein...

Viele Grüße
Klaas

Ernst Hippe

Hallo Klaas,
das ist ganz normal. Meistens ist der Plasmakörper mit dünnen Brücken an der Schale verankert, was man auf dem ersten Bild auch oben erkennen kann. Arcella ist wohl richtig, genaueres kann man aber nicht sagen.
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken

Jan Kros

Hallo Klaas

Ich habe auch das Pluta Dic, kannst du mir noch mal einige Tips zum einstellen geben?
Ich höre von Dir
Herzlichen Gruss
Jan

Eckhard

Hallo Klaas,

das könnte Arcella conica sein.

Herzliche Grüsse
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Martin Schneider

Hallo Eckhard, hallo Klaas,
ich würde es bei Arcella belassen, denn ohne eine Seitenansicht oder optische Messung der Schalenhöhe ist das eher unsicher. Der verdickte Ring ums Pseudostom kommt bei fast allen Arcella-Arten mehr oder weniger deutcht ausgeprägt vor. Die von Ernst angesprochen Anheftungen des Plasmas an die Schalenwand sind Empodien, die bei Arcella meist ein sicheres Zeichen für ein gesundes Individuum sind.
Viele Grüße
Martin

K. Koch

#5
Zitat von: Jan Kros in Juni 29, 2011, 10:37:01 VORMITTAG
Hallo Klaas

Ich habe auch das Pluta Dic, kannst du mir noch mal einige Tips zum einstellen geben?
Ich höre von Dir
Herzlichen Gruss
Jan


Hallo Jan,

hier habe ich eine kurze Anleitung für den Pluta-DIC aufgeschrieben:

Voraussetzung:
- Der Kondensor zeigt bei meiner Konstellation mit dem Wählrad zu mir, die "Tonne" oben drauf muss auch zu mir zeigen, so dass die Mikrometerschraube auf der linken Seite ist. Siehe Foto.
- Polarisator und Analysator müssen gekreuzt sein. Dazu bei der "Tonne" oben mit dem Wählhebel die Einstellung 0 wählen, und am Kondensor ebenfalls die Einstellung 0.
- Polarisator am Kondensor auf 45 einstellen, dort ist in der Skala ein Kreuz eingraviert.
- Analysator bei der "Tonne" auch auf 45 einstellen.
- Jetzt sollte das Bild maximal dunkel sein. Sonst prüfen, ob durch Drehung des gesamten Kondensors incl. Polarisator bzw. der gesamten Tonne incl. Analysator diese Einstellung erreicht werden kann.

Jetzt kann mikroskopiert werden:
- Objektiv wählen.
- Kondensorhöhe prüfen (köhlern). Ab dem 40er verwende ich am Kondensor Wasserimmersion.
- Aperturblende ganz öffnen für "optische Schnitte", d.h. eine Schärfeebene.
- Passendes Kondensor-Prisma wählen.
- Für DIC: Oberes Prisma Nr. 1 auswählen.
- Mit der Mikrometerschraube auf der linken Seite der "Tonne" kann die Hintergrundfarbe eingestellt werden.

Wenn der Hintergrund nicht homogen ist:
- Zum Justieren den schwarzen Streifen bzw. schwarzen Hintergrund einstellen.
- Prismen-Höhe des orberen Prismas einstellen: Wenn statt eines gleichmäßigen Hintergrunds ein senkrechter oder waagerechter Streifen zu sehen ist, muss an dem geriffelten Rand der "Tonne" gedreht werden.
Und zwar so, dass der Hintergrund gleichmäßig ist. Das geht mit den meisten Objektiven, z.B. sogar mit dem Planapo 100 von CZG, das wohl eine sehr seltsame Austrittspupille hat.
Zum Einstellen des Hintergrundes immer wieder probeweise den schwarzen Streifen hoch/runter bzw. rechts/links verschieben und gucken, ob man noch einen Streifen sieht, der zu einem "Kissen" wird, oder ob der Hintergrund sich relativ gleichmäßig verfärbt.
Wenn sich der Hintergrund sich relativ gleichmäßig verfärbt, hat man die richtige Höhe des Prismas gefunden, und kann die Hintergrundfarbe bzw. Helligkeit einstellen.
Technischer Hintergrund: Die Interferenz-Ebene des Wollaston-Prismas muss in der hinteren Brenn-Ebene des Objektivs liegen, damit der Hintergrund homogen ist. Stimmt das nicht überein, gibt es einen Streifen bzw. starken Gradienten.

Foto vom Mikroskop:

Viele Grüße
Klaas

Edit: Korrigiert: "Für DIC: Oberes Prisma Nr. 1 auswählen."

K. Koch

Hallo Ernst, Eckhard, Martin,

vielen Dank für die Rückmeldung, dann ist der Abstand zur Schale wohl normal...

Viele Grüße
Klaas

Jan Kros

Hallo Klaas
Herzlichen Dank für deine Mühe
Ich werde es sofort ausprobieren
Gruss
Jan

Bernhard Kaiser

Hallo Herr Koch,

können Sie mir vielleicht näheres zu Ihrem abgebildeten Mikroskop mitteilen. Ich habe, offensichtlich dasselbe Modell in meiner Sammlung ohne die "Tonne".
Auf dem runden Fuß steht:
Carl Zeiss  4259809  Germany.

Name, ca. Baujahr usw.

Besten Dank im Voraus.

;it freundlichen Grüßen
Bernhard Kaiser

K. Koch

Zitat von: Bernhard Kaiser in Juni 30, 2011, 15:15:57 NACHMITTAGS
können Sie mir vielleicht näheres zu Ihrem abgebildeten Mikroskop mitteilen.
Hallo Herr Kaiser,

es handelt sich wohl um ein Zeiss Standard Junior KF, so wie bei dem Mikroskop in diesem Beitrag:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9534.0

Die "Tonne" gehört eigentlich nicht dazu, sie ist auch von einer ganz anderen Firma: PZO aus Polen.

Der Vorteil des Junior-Stativs ist, dass der Tisch und nicht der Arm bewegt wird. Das Gewicht der PZO-Tonne (DIC-Zwischenteil) ruht also auf dem stabilen Arm. Der Schwalbendurchmesser entspricht dem Zeiss-Standard. Durch die Höhe des DIC-Zwischenteils hat man eine angenehme Einblickhöhe.
Das Junior-Stativ hat für den Kondensor keine Schwalben-Aufnahme wie die anderen Standards, sondern eine Einschiebhülse, so dass der PZO DIC-Kondensor hineinpasst.

Viele Grüße
Klaas

Bernhard Kaiser

Guten Tag Herr Koch,

herzlichen Dank für Ihre Auskunft und den Verweis. Genau das ist es.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Kaiser