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Trafo oder Lampe defekt?

Begonnen von Bernd Kaufmann, Juli 09, 2011, 16:03:11 NACHMITTAGS

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Bernd Kaufmann

Hallo Zusammen,

gerade musste ich beim Fotografieren an meinem Axiolab (schon etwas älteres Semester) feststellen, dass die Lampe beim Hochregeln der Lichtstärke mitten in der Skala plötzlich dunkler wird und dann immer schwächer leuchtet. Am Bildschirm (Live-View, DSLR) wandern schon seit einiger Zeit dunkle, diffuse Streifen von unten nach oben durchs Bild. Ich vermute als technisch absolut unbegabter Mensch, dass es der Trafo ist, der gerade den Geist aufgibt. Eine Ersatzlampe hätte ich zwar hier, um das im Ausschlussverfahren zu klären, aber ich fürchte, dass bei einem Trafodefekt auch die Lampen nicht gerade besser werden.

Erste Frage an Euch: Ist meine Vermutung, dass es der Trafo ist, richtig?

Zweite Frage: Wenn ja, kann ich mit meinen zwei linken Händen das Teil selbst austauschen, oder brauche ich den Zeiss-Kundenservice?

Dass dies am Wochenende auftritt, ist natürlich typisch, aber nicht zu ändern.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

Nomarski

Hallo Bernd,

zwischen Trafo und der Lampe hängt noch die Regelelektronik, auch davon kann ein Bauteil defekt sein. Dieses von hier aus per Ferndiagnose zu ermitteln, dürfte aber etwas schwierig werden.

Ob es nun am Trafo liegt, läßt sich folgendermaßen feststellen: Man klemmt auf der Sekundärseite alles ab, was dranhängt und mißt erstmal die Leerlaufspannung. Die liegt etwas höher als die Lampenspannung und ist eine Wechselspannung, Meßgerät also auf Wechselspannung stellen. Darauf schließt man nun einen geeigneten Verbraucher, also eine Glühlampe an, die für diese Spannung, dürften etwa um die 10-15V sein, und die auch die Leistung hat, die die den Trafo fordert. Wenn die Lampenspannung nicht zu sehr zusammenbricht und noch entsprechender Stromfluß zu messen ist, dürfte der Trafo noch in Ordnung sein.

Ich vermute mal, daß dein Potentiometer für die Regelung nicht mehr ganz in Ordnung ist. Ein paar kalte Lötstellen könnten es auch sein. Wie gesagt, ohne es nun vor sich stehen zu haben, wird es mit der Ferndiagnose ein reines Lotteriespiel, zumal ich die braunen Stellen deiner Beschreibung auch nicht entnehmen kann...

Viele Grüße
Bernd

Bernd Kaufmann

Zitat von: Nomarski in Juli 09, 2011, 18:58:36 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

zwischen Trafo und der Lampe hängt noch die Regelelektronik, auch davon kann ein Bauteil defekt sein. Dieses von hier aus per Ferndiagnose zu ermitteln, dürfte aber etwas schwierig werden.

Lieber Namensvetter,

umso mehr danke ich Dir für den Versuch!

ZitatOb es nun am Trafo liegt, läßt sich folgendermaßen feststellen: Man klemmt auf der Sekundärseite alles ab, was dranhängt und mißt erstmal die Leerlaufspannung.

Da haben wir schon das Problem.  ;D Ich habe zwar mehrere Messgeräte hier, aber die sind alle für Wassermessungen. Vielleicht ist es auch gut so, dass Menschen wie ich nicht an elektrischen Bauteilen herumbasteln können. Ich habe mich zwar getraut, die Rückseite mit dem darauf festgeschraubten Trafo zu lösen und mir das Zeug anzuschauen, aber das ist eben wie wenn ein Ochse in eine Apotheke schaut.

ZitatDie liegt etwas höher als die Lampenspannung und ist eine Wechselspannung, Meßgerät also auf Wechselspannung stellen. Darauf schließt man nun einen geeigneten Verbraucher, also eine Glühlampe an, die für diese Spannung, dürften etwa um die 10-15V sein, und die auch die Leistung hat, die die den Trafo fordert. Wenn die Lampenspannung nicht zu sehr zusammenbricht und noch entsprechender Stromfluß zu messen ist, dürfte der Trafo noch in Ordnung sein.

Mangels entsprechender Messmöglichkeiten kann ich da nur den Kopf schief halten, damit noch ein bisschen Hirn zusammenrinnt. Danach schätze ich, dass der Trafo doch nicht den Geist aufgibt, sondern Deine letzte Vermutung zutrifft ...

ZitatIch vermute mal, daß dein Potentiometer für die Regelung nicht mehr ganz in Ordnung ist. Ein paar kalte Lötstellen könnten es auch sein. Wie gesagt, ohne es nun vor sich stehen zu haben, wird es mit der Ferndiagnose ein reines Lotteriespiel, zumal ich die braunen Stellen deiner Beschreibung auch nicht entnehmen kann...

Inzwischen habe ich noch etwas gespielt und probiert: Wenn ich mit Potentiometerstellung 2 anfange und langsam hochdrehe, wird es heller und für die normale Betrachtung durch die Okulare hell genug, bis auf die Stellung zwischen 4 und 5. Dann ist kurz vor 5 der Punkt erreicht, wo die Helligkeit zurück auf (geschätzt) unter 2 geht. Das ist beliebig zu wiederholen.

Zu den braunen Stellen: Diese konnte ich am Trafo nicht sehen. Also doch eher nicht der Trafo und somit ein Fall für den Kundendienst, oder?


Viele Grüße
Bernd
[/quote]
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

Nomarski

Hallo Bernd,

das ist eben immer das Problem, wenn man die Möglichkeiten nicht kennt, die derjenige mit dem Anliegen hat.
Wenn nun doch nach deiner Ansicht die Gefahr besteht, daß durch Reparaturversuche mehr kaputt gemacht wird als heile, dann ist der Kundendienst wohl doch die bessere Lösung. Oder du hast jemanden in deinem Bekanntenkreis, der dir günstig helfen kann, sofern er sich mit der Elektronik etwas auskennt gegen eine Wassermessung. ;D

Viele Grüße
Bernd

Bernd Kaufmann

Hallo Bernd,

da wird mir bei einigem Grübeln schon jemand einfallen. Dir nochmals herzlichen Dank für Deine Bemühungen!
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

Bernd Kaufmann

Hallo Bernd,

lt. Zeiss Service ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das Poti defekt und sie bemühen sich gerade darum, ein passendes zu finden, weil es nicht mehr im Programm ist. Angeblich ist das Teil nur "gesteckt" und der Austausch relativ einfach. Nun, das Kabel auf der kleinen Platine sollte auch nicht das große Problem sein, aber am Poti selbst habe ich noch keine Vorstellung, was da wo gesteckt, bzw. vorher ja wohl abgezogen / geschraubt werden kann oder muss. Alles, was ich da anfasse, sitzt ordentlich stramm. Kannst Du mir da auf die Sprünge helfen? Zur Sicherheit hier noch ein Bildchen von der Situation:



Sicher kann ich jemanden finden, der das kann, aber wenn ich es selbst machen kann, wäre es mir schon wegen des Transports lieber.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

Nomarski

Hallo Bernd,

das Poti zu tauschen ist eigentlich nicht so schwierig. Zuerst muß der Knopf abgenommen werden, entweder ist er über eine kleine Madenschraube auf der Potiachse geklemmt oder nur aufgesteckt, daß man nur ziehen muß. Aber erst ziehen, wenn da wirlklich kein Schraubenloch zu finden ist. Manche Knöpfe haben auch die Spannmutter unter der Stirnkappe. Darunter ist eine Mutter, die das Poti im Gehäuse befestigt.

Wie nun die Kabel befestigt sind, kann ich aus deinem Foto nicht ersehen. Normalerweise sind die angelötet. Die wären dann am neuen Poti 1:1 einfach umzulöten. Wenn es ein einfaches Regelpoti ist, sind es 3 Kabel, wenn es eins mit Schalter ist, dann sind es 5 Kabel. Natürlich vorher nicht vergessen, den Netzstecker zu ziehen!

Viel Erfolg
Bernd

Bernd Kaufmann

Lieber Bernd,

genau der "Stirndeckel" und die Spannmutter sind da vorhanden. Dann glaube ich, dass es auch für einen Doppellinkshänder zu meistern ist. Vielen herzlichen Dank!
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

Bernd Kaufmann

Hallo,

so kann es gehen ...

Inzwischen hatte ich ein neues, aber mechanisch nicht ganz passendes Poti von Zeiss erhalten, aber der Fehler trat auch mit diesem Teil auf. Also, zurück geschickt und stattdessen die Platine der Beleuchtungssteuerung erhalten und heute ausgetauscht. Aber der Fehler trat weiterhin auf. Ziemlich ratlos und ohne große Hoffnung probierte ich dann noch eine neue Lampe. Was soll ich sagen - damit funktioniert nun alles wieder! Bei Lampen hatte ich bisher die Vorstellung "ganz oder kaputt". Dem scheint aber nun tatsächlich nicht so zu sein.

In Zukunft werde ich mich aber in solchen Fällen wieder an den alten Medizinerspruch erinnern: Wenn Du Hufgetrappel hörst, denk zuerst an Pferde, nicht an Zebras. Da die Platine nicht zurückgenommen wird, habe ich die alte als Ersatzteil herumliegen und im wahrsten Sinne des Wortes Lehrgeld bezahlt. So gesehen also doch nicht ganz so schlimm.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

Nomarski

Hallo Bernd,

das ist ja nun recht seltsam, was du da berichtest. Ist denn dieser Fehler schon von Anfang an aufgetreten, seitdem du das Mikroskop mit dieser Lampe hast oder hat er sich erst irgendwann eingestellt?
War auch die richtige Lampe mit der entsprechenden Spannung und Wattzahl drin? Ich könnte mir vorstellen, daß die Regelung zusammenbricht, wenn die Last eben zu groß ist.
Man kann eben doch nicht alles per Ferndiagnose reparieren. :-[

VG
Bernd

Bernd Kaufmann

#10
Zitat von: Nomarski in Juli 21, 2011, 19:30:20 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

das ist ja nun recht seltsam, was du da berichtest. Ist denn dieser Fehler schon von Anfang an aufgetreten, seitdem du das Mikroskop mit dieser Lampe hast oder hat er sich erst irgendwann eingestellt?

Hallo Bernd,

das ist in der Tat seltsam, aber genau so hat sich der Fall abgespielt. Der Fehler trat sozusagen urplötzlich und ohne Vorwarnung auf, nachdem diese Lampe etwa ein halbes Jahr eingebaut war. Eine Besonderheit habe ich allerdings unterschlagen: Ursprünglich war im Mikroskop eine Lampe 6 V 25 Watt verbaut. Bei meiner letzten Bestellung war diese lt. Zeiss nicht mehr zu bekommen, aber 6 V 30 Watt wäre mit dem gleichen Sockel erhältlich und könne bedenkenlos verwendet werden. Davon habe ich dann zwei Stück bestellt und eine davon wie gesagt seit ungefähr einem halben Jahr in Gebrauch.

Nachdem ich heute telefonisch mitgeteilt hatte, dass der Fehler an der Lampe lag, wurde mir gesagt, 6 V 25 Watt würden zwar auslaufen, aber es wäre noch Lagerbestand vorhanden. Auf meine Zusatzfrage, ob es dann an der Wattage liegen könne, sagte mir der Techniker, dass er sich nicht vorstellen könne, dass eine 30 Watt Lampe kaputt geht, wenn sie nur mit 25 Watt betrieben würde.

ZitatWar auch die richtige Lampe mit der entsprechenden Spannung und Wattzahl drin? Ich könnte mir vorstellen, daß die Regelung zusammenbricht, wenn die Last eben zu groß ist.

Ja, das war auch mein Gedanke, aber mit Elektrik stehe ich leider noch mehr auf Kriegsfuß als mit sonstiger Technik. Sicherheitshalber habe ich mir jetzt zwei Original-Lampen, also 25 Watt, bestellt.

ZitatMan kann eben doch nicht alles per Ferndiagnose reparieren. :-[

Das ist wohl wahr. Ich weiß das aus meiner beruflichen Tätigkeit nur zu gut. Trotzdem danke ich Dir für Dein Bemühen und das Interesse ganz herzlich.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

crabtack

Ich hätte da eine Vermutung.
Nach langem Betrieb wurde der Glühdraht immer dünner.
Dadurch wurde sein Widerstand höher.
So, jetzt kann nicht mehr so viel Strom fließen so, dass die Spannung zu hoch für die Regelungstechnik ist.

Gruß
Olaf

Nomarski

Hallo Bernd,

im nachhinein wird die Sache auch logisch, eine 30Watt-Lampe zieht eben mehr Strom als eine 25Watt-Lampe, wenn man die gleiche Spannung anlegt. Und die Regelung scheit das bei dir auch gerade mit den 25 Watt verkraften zu können.

Nun hast du zwei neue Lampen eine Regelplatine übrig und die Erkenntnis, daß es mit 30 Watt-Lampen nicht funktioniert. Ob du nun billiger gefahren wärst, wenn du das ganze Mikroskop eingeschickt hättest?

VG
Bernd

Bernd Kaufmann

Zitat von: Nomarski in Juli 21, 2011, 20:04:45 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

im nachhinein wird die Sache auch logisch, eine 30Watt-Lampe zieht eben mehr Strom als eine 25Watt-Lampe, wenn man die gleiche Spannung anlegt. Und die Regelung scheit das bei dir auch gerade mit den 25 Watt verkraften zu können.

Hallo Bernd,

als Laie stellte ich mir dann aber vor, dass in dem Fall die Regelung defekt wird und nicht die Lampe. Dass ich damit auf dem Holzweg bin (aber auch zwei Leute von Zeiss!), zeigt das Bild der defekten Lampe:



ZitatNun hast du zwei neue Lampen eine Regelplatine übrig und die Erkenntnis, daß es mit 30 Watt-Lampen nicht funktioniert. Ob du nun billiger gefahren wärst, wenn du das ganze Mikroskop eingeschickt hättest?

Na ja, die Platine kostet mich 134 Euro. Die zwei 30 Watt-Lampen zusammen knapp 60 Euro, aber eine Zeitlang konnte und kann ich damit ja wenigstens arbeiten. Und die zwei neuen, heute bestellten 25 Watt-Lampen dürften dann ja wieder einige Zeit ihren Dienst tun, wie ich hoffe. So war das also zwar nicht gerade billig, aber das ganze Mikroskop hin schicken, warten und dann wahrscheinlich auch nicht viel billiger ...
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Peter V.

Hallo!

nur zum Thema "25 W gibt es nicht": bei Zeiss vielleicht nicht!
Grundsätzlich bekommt man nahezu jedes jemals produzierte Leuchtmittel ( zumindest die mit einigermassen gängigen Stecksockeln ) noch irgendwo zu kaufen.
Man darf sich eben nur nicht an die Gerätehersteller wenden, sich sich Jahrzehnte nach Auslaufen der Modelle dafür nicht mehr interessieren.
Aber gute Fachhändler für Speziallampen  können sehr viel besorgen. Ich zum Beispiel habe bislang immer alle möglichen Leuchtmittel ( und preiswerter als beim Grätehersteller ) bekommen von

http://www.lampenhandel.com/

Da kann man auch anrufen!!! Die können fast alles besorgen.
Oft ist es ja so, dass ein bestimmtes Leuchtmittel, dass früher mal in Zeiss Mikroskopen verwnedet wurde, heute durchaus auch noch zu zahlreichen anderen Zwecken verwendet wird. Nur Zeiss weiß dann davon nichts  ;)

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.