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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Carex in Oktober 23, 2011, 21:28:30 NACHMITTAGS

Titel: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 23, 2011, 21:28:30 NACHMITTAGS
Grüß euch!

Ich bin grad dabei mir mein erstes eigenes Mikroskop zuzulegen und bin schon auf ein Paar gebrauchte gestossen,die mmir gefallen hätten... Leider war ich zu spät dran. Na egal. Ich hab in meiner Studienzeit (Biologie) mit Reichert Neovar und diversen Leicas gearbeitet. Waren schöne Geräte. Ich weiß genau was ich im Okular hab wenn ich durchschau - lediglich die Technik und deren Terminologie hab ich nur rudimentär mitgekriegt...

Jetzt hab ich mal bei Thilo Immel einige Geräte gesehen:

Und zwar: Zeiss Standard Junior KF2 (cremeweiß), Binokulartubus mit C10x Okularen, 4-fach Objektivrevolver mit 2,5x, 10x, 40x, 100xOel Objektiven (Frontlinse des 2,5x Objektives hat Tipps auf der Frontlinse, die anderen Objektive haben äußerlich Gebrauchsspuren, optisch sind sie aber in Ordnung ), Kreuztisch mit tiefliegenden Koaxialtrieben, Hellfeldkondensor, regelbare Niedervoltbeleuchtung mit eingebautem Trafo. 390 Teuros
Eines der Objektive hat "Tipps" auf der Frontlinse - was kann ich mir denn darunter vorstellen. Löst sich da die Vergütung bereits ab und das beeinträchtigt in Folge die Kontrastleistung (oder sonstiges) ....??? Und was soll ich von diesem doch recht spartanisch wirkenden Kondensor halten - funktioniert das zufriedenstellen bzw. kann man da einen "ordentlichen" Kondensor irgendwann ergänzen??? Ausserdem ist der Preis doch etwas hoch oder? Find das Ding schön und Zeiss ist bei Optik wohl immer ganz vorn dabei...

Und dann: Nikon Labophot, Binokulartubus, Okularpaar: CFW 10x, 5-fach Objektivrevolver mit folgenden Objektiven: 10 DL/0,25 160/- Ph1, 20/0,4 160/0,17, 40 DL/0,65 160/0,17 Ph3, FL 100/130 Oil 160/0,17. Kreuztisch mit rechtsseitig untenliegenden Koaxialtrieben, Phasenkontrastrevolverkondensor mit Ph 1,2,3,4 und Dunkelfeld, eingebaute 6V 20W Halogen-Beleuchtung, Leuchtfeldblende. Zustand: ingesamt gut, jedoch ist der Lack am Stativfuß stellenweise abgenutzt, Frontlinse hat randlich (außerhalb des Sehfeldes) einen Glasbruch, Kondensortriebknopf hat einen Riß - unschön, wackelt aber nicht. 520 Teuronen
Da frag ich mich: Kann ich damit kanz normal in Hellfeld beobachten? Wenn ja, eignen sich diese Objektive (Ph1 - hat ja offenbar was Phasenkontrast zu tun) auch für Hellfeld? Und welche Frontlinse kann da gemeint sein? Das Gerät spricht mich auf jeden Fall stark an - Preis-Leistung ist auf den ersten subjektiven Blick besser als beim KF2... Das einzige was mich stört ist, daß das 10 das erste Objektiv ist - eins drunter wär nett. Passen da alle dran? Könnte ich da eventuell einen 2,5er Zeiss Achromaten dranschrauben?

Und das hier hab ich auch mal vor Längerem ins Auge gefasst. Chinateil - vielleicht sagt das ja wem was:
http://www.optical-systems.com/bms-d1220-eplan-mikroskop-p-13736.html

Viele Fragen - ich weiß. Vielleicht habt ihr ja sonst noch Tips oder gar ein Gerät zu verkaufen....

Danke und Schöne Grüße, David


Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Thilo Immel in Oktober 23, 2011, 22:50:50 NACHMITTAGS
Hallo,


Zitat von: Carex in Oktober 23, 2011, 21:28:30 NACHMITTAGS
Jetzt hab ich mal bei Thilo Immel einige Geräte gesehen:

Und zwar: Zeiss Standard Junior KF2 (cremeweiß), Binokulartubus mit C10x Okularen, 4-fach Objektivrevolver mit 2,5x, 10x, 40x, 100xOel Objektiven (Frontlinse des 2,5x Objektives hat Tipps auf der Frontlinse, die anderen Objektive haben äußerlich Gebrauchsspuren, optisch sind sie aber in Ordnung ), Kreuztisch mit tiefliegenden Koaxialtrieben, Hellfeldkondensor, regelbare Niedervoltbeleuchtung mit eingebautem Trafo. 390 Teuros
Eines der Objektive hat "Tipps" auf der Frontlinse - was kann ich mir denn darunter vorstellen.

Die 2,5er Plan-Objektive der Endlichreihe haben leider fast alle mindestens einen dieser Tipps. ich meine mit einem 'Tipp' einen winzigen kleine Krater im Glas.
Ganz selten findet man mal ein Plan 2,5 Objektiv, was das nicht hat.

Die Auswirkungen betreffen (theoretisch) den Kontrast. Er vermindert sich.
Im direkten Vergleich mit einwandfreien Plan 2,5-Objektiven konnte ich jedoch keinen Unterschied feststellen, wenn weniger als drei Tipps auf der Linse waren.

Warum ausgerechnet beim Plan 2,5 von Zeiss fast immer diese Macke auftritt, ist mir nicht sicher bekannt. Der Arbeitsabstand ist riesig, sodass ich nicht davon ausgehe, dass das mechanische Beschädigungen durch Kontakt mit dem Objektträger oder Werkzeugen sind.

Wenn mehr als drei kleine Tipps auf so einer Frontlinse sind, verschenken wir das Objektiv bzw. rechnen es nicht in den Verkaufspreis ein. Als Übersichtsobjektiv taugt es aber trotzdem noch.

Zitat von: Carex in Oktober 23, 2011, 21:28:30 NACHMITTAGS
Und was soll ich von diesem doch recht spartanisch wirkenden Kondensor halten - funktioniert das zufriedenstellen bzw. kann man da einen "ordentlichen" Kondensor irgendwann ergänzen???

Der Kondensor funtioniert erstaunlich gut. Man muss berücksichtigen, dass da auch noch eine Linse über der beweglichen 'Wippe' sitzt.
Es geht damit Hellfeld und schiefe Beleuchtung. Machmal bekommt man sogar eine andere Wippe, die einen Phasenkontrastring 2 hat.
Laut Gebrauchsanleitung gab es auch mal einen Dunkelfeldkondensor, den haben wir aber in fünf Jahren Händlertätigkeit noch nicht gesehen.

Zitat von: Carex in Oktober 23, 2011, 21:28:30 NACHMITTAGS
Und dann: Nikon Labophot, Binokulartubus, Okularpaar: CFW 10x, 5-fach Objektivrevolver mit folgenden Objektiven: 10 DL/0,25 160/- Ph1, 20/0,4 160/0,17, 40 DL/0,65 160/0,17 Ph3, FL 100/130 Oil 160/0,17. Kreuztisch mit rechtsseitig untenliegenden Koaxialtrieben, Phasenkontrastrevolverkondensor mit Ph 1,2,3,4 und Dunkelfeld, eingebaute 6V 20W Halogen-Beleuchtung, Leuchtfeldblende. Zustand: ingesamt gut, jedoch ist der Lack am Stativfuß stellenweise abgenutzt, Frontlinse hat randlich (außerhalb des Sehfeldes) einen Glasbruch, Kondensortriebknopf hat einen Riß - unschön, wackelt aber nicht. 520 Teuronen
Da frag ich mich: Kann ich damit kanz normal in Hellfeld beobachten?

Ich habe das eben ausprobiert. Bei den Zeiss-Neofluaren ist es ja inzwischen bekannt, dass man die Phasenkontrastausführung sehr gut auch im Hellfeld verwenden kann. Bei diesem Nikon Mikroskop ist es so, dass das 10er Ph-Objektiv ebenfalls sehr gut im Hellfeld ist. Das 40er Ph-Objektiv hingegen scheint mir im Hellfeld doch etwas flau.

Zitat von: Carex in Oktober 23, 2011, 21:28:30 NACHMITTAGS
Und welche Frontlinse kann da gemeint sein?

Entschuldigung, das war unklar formuliert. Die Frontlinse des Kondensors hat randlich einen kleinen Glasbruch.

Liebe Grüße

Thilo Immel
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 23, 2011, 23:27:26 NACHMITTAGS
Hallo!

Es kommt hier wie immer auf den Einsatzzweck an.

Das KF2 ist ein solides Mikroskop ( ich habe es im Labor seit mehr als 15 Jahren ohne Schäden im rauen tagtäglichen "Profieinsatz" ). Das Mikroskop ist einfach in der Bedienung, die schwarzen Achromate geben ein gutes Bild. Mit dem "spartanischen" Kondensor kann man in der Tat recht viel anstellen, such mal nach Fotos von "bini" - da wirst Du staunen! Mit dem KF2 kann man nämlich ein ganz hervorragendes Schieflicht erzeugen.
Die Austauschwippe für den PH2-Ring ist ziemlich sicher bei Zeis nicht mehr erhältlich ( ich habe vor Jahren eine der letzten Wippen gekauft ), ein Ausbau auf Phako daher eher etwas schwierig ( aber nicht völlig chancenlos ).
Wer primär im Hellfeld arbeitet, ggf. mal etwas Schieflicht möchte und ein solides Mikroskop mit guter Bildqaulität sucht, ist mit dem KF2 wirklich gut bedient. Der Preis ist für einen Händler völlig o.k.

Das Nikon ist sicher auch nicht schlecht, wer primär tümpelt und gerne Phako benutzt, ist damit auch nicht schlecht bedient. Ein fünfter Platz im Revolver ist noch frei und ein etwas kontrastschwaches 40er könnte man ggf. mittels eines weiteren Fremdobjektivs ( z.B. 40er schwarzer Achromat von Zeiss ) nachrüsten.
Ich habe grade mal durch ein Nikon-Phasen-Objektiv des Nachfolge-Labophots geschaut ( E Plan 40 Ph3 DL ), das Bild ist im Vergleich mit einem schwarzen Zeiss-Achromaten im Hellfeld schon etwas flauer ( wie zu erwarten ). Aber richtig verkehrt ist das Mikroskop auch nicht.

Ich täte mich auch schwer....aber "o.k." sind auf jeden Fall beide Angebote. Wenn es primär um Pflanzenschnitte geht, würde ich zum Zeiss neigen, bei primärem Tümpelinteresse vielleicht zum Nikon.

Ach ja....laß mal das Chinateil da, wo es ist.  ;)

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Nomarski in Oktober 24, 2011, 00:02:08 VORMITTAG
Hallo,

was das KF2 angeht, so ist es korrekt, daß es dafür einen Kondensor für Phasenkontrast (PH2) und Dunkekfeld gegeben hat. Genau genommen sind es nur die Wippen, die man gegen das normale Hellfeld und die Feldlinse für die schwachen Vergrößerungen tauscht. In das leere Fach der Wippe läßt sich aber auch ein passendes Glas einlegen, so daß man mit Improvisation durch Foliendruck auch Phasenkontrast und Dunkelfeld damit machen kann.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 24, 2011, 08:18:01 VORMITTAG
Ok Danke....

Da kristallisiert sich wohl ein KF2 heraus.... Aber "Laß das Chinateil da wo es ist" - den Satz kann ich jetzt nicht so stehen lassen ohne zu hinterfragen.

Ich bin seit vielen Jahren Amateurastronom, in den letzten 5 bis 10 Jahren wurde der Markt mit Optiken aus China regelrecht überflutet. Die bisherigen Platzhirschen in den verschiedenen Teilbereichen (Okulare von Televue, Pentax, Vixen oder Tuben von Celestron, Meade, Vixen) gibt es noch immer und deren Qualitäten sind unbestritten top. Aber die Chinaokulare können da auf jeden Fall mithalten. Sie erreichen keine so guten Transmissionswerte und Bildfeldebnungen wie die Spitzenprodukte, sind aber vor allem was Preis-Leistung angeht wirklich gut. Für relativ geringe Vorteile eines Spitzenproduktes zahlt man hier mächtig Aufpreis. Das Problem, und das ist definitiv eines, ist hier, daß Okulare von Spitzherstellern einfach kopiert werden. Man zerlegt eines oder schneidet es auseinander und baut es einfach nach. Die Entwicklungskosten trägt der Spitzenhersteller - gekauft wird dann aber meist die Kopie, da sie dem Original sehr nahe kommt aber nur einen Bruchteil kostet.  Mittlerweile ziehen aber auch die Preise der "China-Produkte" an und es gibt schon sehr hochwertige Teile, selbst gerechnete Optiken, die mit Top-Geräten fast gleichauf liegen.... es gibt Leute, die besitzen Spitzenoptiken jenseits der 10.000€ Marke - die schauen dann oft verwundert durch eine Gerät, das ein zehntel gekostet hat...

Wenn ich mir den Test dieses Müller Biolab - T anschaue, dann denk ich, daß die Sache hier ähnlich gelagert ist. Für die Markenhersteller spricht eine Endkontrolle und weniger Schwankungen in der Qualität, vielleicht auch geringere Fertigungstoleranzen. Aber ich kann nicht glauben, daß es hier für die chinesischen Techniker nicht möglich ist hochwertige Mikroskope zu bauen (wenns in anderen bereichen der Optik funktioniert). Dieses Pauschalurteil "Mikroskope aus China sind nix" ist, denk ich, sehr subjektiv. Es steht ja schon in der Kaufberatung, daß keiner diese vielen Geräte aus China kennen kann - wieso wird hier dann pauschel abgeraten. Bitte versteht das nicht falsch - sind die Qualitäten im Mikroskopbereich tatsächlich so viel schlechter? Wirtschaftlich, ethisch, moralisch usw. kann man da viel diskutieren - mich interessiert hier aber nur mal die optische und mechanische Qualität...

Schöne Grüße, David
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 24, 2011, 08:28:07 VORMITTAG
Hallo!

Schau mal nach, wer der Autor des Testberichts des "Biolab" ist  ;)
Ich denke, daß ich also des generellen China-Bashings unverdächtig bin, auch, wenn ich jetzt geschrieben habe "Laß das China-Mikroskop wo es ist".
Das Problem ist, dass es ein völlig unüberschaubarer Markt ist, es gibt tausende "China-Mikroskpe", zum Teil ähnlichen Aussehens unter verschiedenen Labeln. Die Qualität läßt sich einfach nicht beurteilen, ohne, dass man das konkrete Mikroskop vor sich hat.
Übrigens trennt sich gerade auch bei Phasenkontrast oft deutlich die Spreu vom Weizen, da habe ich wirklich schon richtig schlechte Objektive gesehen, insbesondere die 40er.
Und es ist eben so, dass gebrauchte Geräte der großen Marken letztlich immer noch eine bessere Preis-Leistungs-Relation aufweisen als neue Chinamikroskope. Was ja nicht automatisch heißt, dass Letztere schlecht sind. Ich habe übrigens selbst schon meherer Chinamikroskope unterschiedlicher Preisklassen gehabt und weiss, wovon ich rede. Zweifelsohne kann man auch mit einem mittelklassigen Chinamikroskop glücklich werden. Alles eine Frage des Anspruchs. Und der persönlichen Einstellung. Ich fahre lieber einen gut erhaltenen gebaruchten Golf als einen neuen Nissan Micra. ( Bitte jetzt keine Diskussion über Golf und Micra, das war nur ein Beispiel... ).

Wenn das KF2 grundsätzlich für Dich infrage kommt - nimm es. Es ist wirklich ein gutes "Routine-Mikroskop" und ich weiß mich mit dieser Meinung nicht allein. Es gibt hier einen highendig-ausgestatteten Axio Scope A1-Besitzer, der dennoch sein Zweitmikroskop ( ein KF2 ) sehr schätzt.

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 24, 2011, 09:01:58 VORMITTAG
Servus Peter....

ah ja das warst ja du. Ich will dich überhauptnicht irgendeines Bashings bezichtigen - ich will nur Hinterfragen. Ich find den Bericht zu dem Müller wirklich sehr objektiv und deswegen sher gut..... Hahahahaha - eine Diskussion über Golf oder Micra - nein, keine Sorge... :D

Das mit der Unüberschaubarkeit des Marktes ist glaub ich ein gutes Argument, ja. Ich nehm wieder die Amateurastronomie her: hier ist es im Endeffekt genauso: Es gibt auch zig identische (oder unterschiedliche??) Produkte unter verschiedensten Labels, die aber meist sofort nach erscheinen getestet und für Schrott oder für Gut erklärt werden.
Aus dieser Perspektive, und meines Erachtens nach auch aus vielen anderen, sind gebrauchte Markenmikroskope da natürlich zu bevorzugen. Aber: Gibt es im Mikroskopbereich nur so wenige Gerätetests? Es müsste doch im Interesse von zum Beispiel Breukhoven sein, Mikroskope zur Erstellung von Testberichten zur Verfügung zu stellen.... Der Zeitaufwand eines solchen Tests (wie deiner von dem Müller) ist natürlich wieder eine andere Frage. Es gibt in der Astroszene auch immer wieder Teleskoptreffen, wo Händler anwesend sind - man kann da dann alle Produkte testen. Im Mikro-bereich gibts sowas nicht?

Schöne Grüße, David
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 24, 2011, 09:44:30 VORMITTAG
Hallo,

meine Vermutung ( als absoluter Non-Astronom ): Die "Szenen" kannst Du nicht einmal ansatzweise vergleichen. Ich denke mal, dass das Verhältnis Hobbyastronomen zu Hobbymikroskopikern 100:1 sein dürfte ( gut, vielleicht etwas übertrieben, aber sicher nur etwas ). Es würde allein schon an der Manpower fehlen, ständig neue Geräte zu testen.
Dann sind die Typen, die die Hobbies pflegen, völlig unterschiedlich. Während der Hobbyastronom vermutlich deutlich technikverliebter ( oder sagen wir mal, -interessierter ) ist, stellt das Mikroskop für sicher 98% der Hobbymikrokopiker lediglich das notwendige Werkzeug dar, das funktionieren soll und mehr nicht. Das wird einmal gekauft - für's Leben und "gut is". Kaum ein Mikroskopiker hat Interesse daran, Geräte zu kaufen, zu testen und wieder zu verkaufen.  Und - um nun auch alle Vorurteile aufzugreifen: Der Hobbymikroskopiker ist in erster Linie "Naturfreund", übrspitzt vielleicht so zu karikieren, wie man sich den schmetterlingsjagenden Menschen mit Botanisiertrommel und Wanderkleidung vorstellt. Der Hobbyastronom ist eher "Techniker".  Eine sicher überzogene Typologie, die es nicht immer trifft, Ausnahmen bestätigen wie üblich die Regel, aber ich denke, dass da schon etwas dran ist  ;)

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 24, 2011, 10:06:32 VORMITTAG
Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust... ;)

Ja - ich glaub das trifft die Sache wohl ziemlich gut. Das Verhältnis ist denk ich garnicht übertrieben..... Naja, ich werd mich dann mal um ein KF2 umsehen... wenn das mit dem Kondensor echt gut finktioniert, passt das für mich. Ein solides Gerät (das mir nebenbei auch noch gefällt) is ja was feines und wenn ich mein ich brauch mehr, kann ichs ja wieder verkaufen und Upgraden. Mit Verkaufen von Chinateilen wirds da wahrscheinlich schon nicht mehr so rosig....

Danke, ich werd meine Eindrücke schildern....

Schöne Grüße, David
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 24, 2011, 10:12:49 VORMITTAG
Hallo!

...ganz vergessen:


ZitatMit Verkaufen von Chinateilen wirds da wahrscheinlich schon nicht mehr so rosig....

So ist es! Ein weiteres gewichtiges Argument für den Kauf eines guten Gebrauchtmikroskop der großen Marken!!!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Nomarski in Oktober 24, 2011, 11:26:04 VORMITTAG
Hallo David,

also ich wollte dich jetzt nicht dazu treiben, mit aller Gewalt ein KF2 zu kaufen. Bei anderen Mikroskopen gehen solche Modifikationen auch, manchmal ganz einfach, weil gut zugänglich, manchmal auch etwas komplizierter, weil eben verbaut. Beim KF2 habe ich das eben schonmal gemacht, weil ich selbst eins hatte, aber bei den normalen Standards geht das genauso.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 24, 2011, 15:17:06 NACHMITTAGS
Hallo Bernd

Nein, nein - keine Sorge. das einzige was mich abgehalten hätte, war der Kondensor.... Aber der funktioniert ja scheinbar gut. Also passt und hab schon bestellt.... jeah. Hoffentlich geht sich das bis zum langen Wochenende aus - da hätt ich Zeit!

LG, David
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 24, 2011, 15:21:08 NACHMITTAGS
Zitat von: Carex in Oktober 24, 2011, 15:17:06 NACHMITTAGS
Hallo Bernd

Nein, nein - keine Sorge. das einzige was mich abgehalten hätte, war der Kondensor.... Aber der funktioniert ja scheinbar gut. Also passt und hab schon bestellt.... jeah. Hoffentlich geht sich das bis zum langen Wochenende aus - da hätt ich Zeit!

LG, David

Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Nomarski in Oktober 24, 2011, 20:42:12 NACHMITTAGS
Hallo David,

ZitatNein, nein - keine Sorge. das einzige was mich abgehalten hätte, war der Kondensor.... Aber der funktioniert ja scheinbar gut. Also passt und hab schon bestellt....
Also DIC kann er nicht, ich hoffe daß du damit leben können wirst. Und es ist ein Trockenkondensor mit der Apertur 0,9. Bitte damit keine Immersionsversuche starten. Aber es lassen sich damit wie schon von anderer Seite gesagt gute Bildqualitäten erzielen.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 25, 2011, 08:28:12 VORMITTAG
Hallo David,

mir fielen gerade noch einmal diese Sätze auf:

ZitatEs gibt in der Astroszene auch immer wieder Teleskoptreffen, wo Händler anwesend sind - man kann da dann alle Produkte testen. Im Mikro-bereich gibts sowas nicht?

Hier gilt das Gleiche: Die Mikrogemeinde ist äußerst überschaubar. Ich nenne mal ganz grobe Durchschnittwerte, so, wie ich es erlebe und abschätze: Es gibt in Deutschland vielleicht 20 im weitesten Sinne "mikroskopische Vereinigungen", die sich mehr oder weniger häufig ( monatlich, 2-monatlich, vierteljährlich ) treffen. Bei diesen Treffen dürften dann so zwischen 10 und 20 (natürlich +/-)  Interessierte erscheinen.
Dann gibt es als vermutlich schon größte Veranstaltung der Mikroskopie unser jährliches Mikroforumtreffen "Kornrade" in Darmstadt an einem Wochenende, Teilnehmerzahl um 50. Fernerhin einige wenige kleinere Veranstaltungen wie z.B. das eine Woche dauernde "Wohldenbergtreffen", das sich mit Histologie in Form quasi eines Intensivkurses beschäftigt; ich weiß nicht genau, wieviele Leute daran teilnehmen, würde die Zahl mal auf 20 schätzen.
Früher gab es als semiprofessionelle Veranstaltung die wohl recht rege besuchten Internationalen Mikroskopietagen in Hagen von Gerd Göke und Jürgen Stahlschmidt, und das war auch die einzige mir bekannte Veranstaltung, bei der Firmen als Aussteller erschienen und die schon ein Art Messecharakter hatte. Sie war auf jeden Fall die mit Abstand größte Mikroskopikerveranstaltung in Deutschland, wurde aber vor ein paar Jahren nach dem Tod von Gerd Göke eingestellt, weil eine solche Veranstaltung für einen Alleinkäpmfer wie Jürgen Stahlschmidt bei allem Engagement nicht mehr zu stemmen war. Beim Versuch einer Reanimation der "Mikroskopietage", der einmalig in Emden durchgeführten IME vor einem Jahr, wurden Ausssteller wie Zeiss und Optovid praktisch in letzter Minute vom Veranstalter ( der nicht Jürgen Stahlschmidt war! ) aus unerfindlichen Gründen wieder ausgeladen.

So - das war schon ein nahezu kompletter Abriß der in jeder Beziehung "mikroskopischen" Szene in Deutschland, was Treffen und Veranstaltungen betrifft. ( Natürlich gibt noch vielfach mehr "anonyme Mikroskopiker" im stillen Kämmerlein ). Jedenfalls siehst Du: Da liegen Welten zwischen der Mikroskopiker- und Astronomenszene!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 25, 2011, 15:54:00 NACHMITTAGS
Servus Peter!

Sehr interessante Darstellung.... Das wundert mich aber nun doch etwas und erklärt auch die Zurückhaltung gegenüber China-Produkten ziemlich schlüssig. Wenn es keine Messen mit Testmöglichkeiten bzw. keine Technikverliebten Mikroskopiker (mit viiiel Zeit) gibt, dann fehlt schlicht und einfach das Wissen über die unterschiedlichen Erzeugnisse. und natürlich kann man derartiges dann nicht irgendwem Empfehlen. Trotzdem fänd ich das spannend, so wie du das eben getan hast, mit einigen Test-Dauerpräparaten usw. Mikroskop für Mikroskop des Chinamarktes durchzutesten (natürlich auch Mechanik....) und manchmal gegen Markengeräte antreten zu lassen - wann ich das alles machen sollte weiß ich natürlich nicht ;). Aber auf jeden Fall: Danke - ich hab da jetzt auch viel über die Gruppe der Mikroskopiker erfahren. Feine Sache!

PS.: In der Amateuastronomie gibts übrigens einen "Sven Wienstein" - der testet immer wieder gratis zur Verfügung gestelltes Equipment. Wenns dich interessiert: http://www.svenwienstein.de/HTML/getestet.html

Der zeitliche Aufwand für das alles ist allerdings schon gewaltig denk ich....

LG, David
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Bernhard Lebeda in Oktober 25, 2011, 18:38:55 NACHMITTAGS
Zitat von: Carex in Oktober 25, 2011, 15:54:00 NACHMITTAGS


PS.: In der Amateuastronomie gibts übrigens einen "Sven Wienstein" - der testet immer wieder gratis zur Verfügung gestelltes Equipment. Wenns dich interessiert: http://www.svenwienstein.de/HTML/getestet.html


Hallo David

ja, ja..was wäre die Astrowelt ohne unseren Svennie ;), der hat schon was drauf der Bursche. Bei uns ist das quasi unser Peter V., dem ich hiermit mal in die Antwort fahre, weil ich auch ein klein bisserl Astronomie betreibe und mich da ausschliesslich auf dem Billigsektor rumtreibe.  ;D

Der Peter fängt sich für seine Tests hier auch gelegentlich Haue von der "anderen" Seite ein, sollte so ein Chinatest mal gar nicht so übel ausfallen.

Du kannst Dir denken, dass die Frage die Du hier aufwirfst, schon ziemlich oft hier vorkam. Abschliessend wird die nicht zu beantworten sein. Ich meine aber folgenden Trend beobachtet zu haben (nicht zuletzt an mir selber!):

die meisten die mit einem Chinaskop sei es Müller oder Bresser oder was anfangen sind eigentlich zunächst recht zufrieden damit. Bis man dann vor einer großen Marke sitzt: ups, laufen die Triebe hier weich und genau, hallo? das ist aber mal ein exakter Kondensortrieb und der Kondensor selber fühlt sich auch nicht an wie ein Kassengestell vom Chor der Augenoptiker...wieso ist denn die Beleuchtung so homogen und kann bei 1000x immer noch was??...der Objektführer (bzw. Kreuztisch) liegt ja so auffallend plan auf dem Tisch ohne dass man dauernd den Objekträger verliert...mein Gott, ich hab fast gar nicht abgeblendet und das Bild ist trotzdem noch nicht flau und matschig..

tja, vielleicht sollte man doch mal sparen ??? ???



Und nun kommt es: auf dem Mikroskopmarkt gibt es heutzutage die Möglichkeit, ein 10 oder 20 Jahre altes Gerät der großen Vier (Zeiss, Leitz, Nikon, Olympus) zum nahezu gleichen Preis wie ein neues Fernost Mik zu bekommen!!

Frage: wenn Du die Wahl hättest zwischen einem 4" ED Refraktor von Skywatcher (neu) und einem von Vixen (gebraucht) zum gleichen Preis: welchen würdest Du nehmen?  Siehst Du!!

Nur Du findest nirgends ein gebrauchtes Vixen o.ä. und wenn bei ebay oder im Markt auf astronomie.de einer auftaucht, stürzt sich die gesamte (besser organisierte!) Astrowelt drauf und man hat keine Chance.


Und als leidgeprüfter Billigspechtler (man kann halt nicht 3-4 Hobbys Highend finanzieren!): machen wir uns nix vor, Skywatcher und gli altri machen auch erst seit 4-5 Jahren Spass, wo sie wohl auf Druck des Marktes enorm aufgeholt haben. Wenn ich daran denke mit was für krummen und unpräzisen BilligstOAZ ich mich da durch das zähe Chinafett gequält habe, fokussieren war reine Glücksache! Heute sind Crayfords, oft mit 1:10 Untersetzung auch im Billigsegment Standard, oder denke nur an die Montis Marke Astro 3, die man nur schief anschauen brauchte, dann waren die Lager hinüber.

Du hast von Okularen gesprochen und da gebe ich Dir Recht, dass man heutzutage von Skywatcher oder Bresser/Meade hervorragende Optik zum moderaten Preis bekommt. Und Mikroskopobjektive kann man auch in Fernost gut nachmachen, keine Frage. Aber die Mechanik ist halt Billigstproduktion und hier wird es beim Mikroskop kritisch: so einen OAZ kann man sich gangbar machen und den Rest als gute Fokussierübung betrachten, will sagen es nervt zwar und dauert länger, aber es geht. Am Mikroskop geht bei schlechter Mechanik gar nichts mehr!!


Also ich empfehle: vergiss den etwas hinkenden Vergleich mit der Amateurastronomie und kaufe gebrauchte Marke! Vielleicht braucht es etwas Geduld, aber ich denke wir hier fast jedem nicht beratungsresistenten Interessenten zu einem guten Mikroskop verholfen.

Viele Mikrogrüße

Bernhard (der übrigens das Nikon für nicht so verkehrt hält!)
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 25, 2011, 19:19:03 NACHMITTAGS
Lieber Bernhard,

ZitatBernhard (der übrigens das Nikon für nicht so verkehrt hält!)

Da wär ich nie drauf gekommen! Gerade bei Dir! Du und Phako!  ;D  ;D  ;D
( Im Ernst: Bernhard ist absoluter Phako-Fan! Diese Aussage war also klar  ;) )

ZitatNur Du findest nirgends ein gebrauchtes Vixen o.ä. und wenn bei ebay oder im Markt auf astronomie.de einer auftaucht, stürzt sich die gesamte (besser organisierte!) Astrowelt drauf und man hat keine Chance.

Und das ist der ganz ganz große Vorteil für uns Mikroskopiker: Da sind Nachfrage und Angebot eben absolut umgekehrt. Und eines ist sogar noch besser: Bei ebay bekommt man sicher keine "professionellen" Teleskope, also Geäte, die wirklich von Wissenschaftlern in Instituten vrwendet werden, in der Mikroskopie kann man für unter 1000 EUR Geräte erwerben, die vor 25 Jahren die Highend-Ausstattung eines Labors darstellten.

Einen Vorteil müssen wir gegenüber den Astros ja auch haben.... ;)

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 26, 2011, 07:56:06 VORMITTAG
Hallo Bernhard,

wie wieter oben bereits erwähnt hab ich mich ja schon längst für ein Zeiss KF2 entschieden - das sollte auch bald eintrudeln. Natürlich hast du recht mir deinen Ausführungen. Ich kann mir übrigens auch nicht eine Astro-Highend-Ausstattung leisten, aber es ist wohl ein Midprice-Equipment.Um zu relativieren:  Ich hab mal kurz zwei Okulare mit identischer Brennweiten gehabt - ein Vixen und einen Cina-Nachbau (Hyperion) - da zeigt das original schon merklich mehr. Die Okudesigns der Chinadinger sind halt Clones von Modellen der Markenhersteller. Im Grunde genommen sind wir da ja einer Meinung. Ich wollte das nur hinterfragen - kenn ja die Hintergründe und die Sachlage in der Mikroskopszene nicht...Mit Pauschalaussagen kann ich net viel anfangen. Der Vergleich mit der Astroszene hinkt - geb ich dir auch recht - is mir aber in den Sinn gekommen bei "Chinaprodukt vs. Markenoptik".

Also - ich freu mich auf mein Zeiss KF2 und über diese anregende Diskussion. Das Gerät gefällt mir und ist laut vielen Berichten ein feines Ding... Ein Upgrade auf ein größeres kann ja mal folgen....

Grüße, David
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 26, 2011, 08:25:08 VORMITTAG
Hallo nochmal,


ZitatAlso - ich freu mich auf mein Zeiss KF2 und über diese anregende Diskussion. Das Gerät gefällt mir und ist laut vielen Berichten ein feines Ding... Ein Upgrade auf ein größeres kann ja mal folgen....

Für den Anfänger sicher ein geradezu ideales Mikroskop, weil sehr einfach in der Bedienung. Und "schön" finde ich es auch.
Sollte in der Tat nach längerer Zeit mal der Wunsch nach "Mehr" kommen, kann man es sicher wieder gut verkaufen - oder man behält es als Zweitmikroskop. Wobei es ja  - sollte man nochmal an die Phako-Kondensorwippe kommen  - auch Phako kann.


Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: florindsc in Oktober 27, 2011, 20:05:20 NACHMITTAGS
Hallo David , so ein Mikroskop ist schon was feines , gelle, wen draußen der Himmel schon wieder mal zuzieht...und man das ganze Krempel einräumen kann .

Ich finde auch das die (Hobby)Mikroskopiker eine Immunität entwickelt haben gegen die bekanntesten und gefährlichsten Hobby ? (Astronomiker) Krankheiten gegen denen übrigens auch kein Heilmittel gibt, nämlich
den Größenwahn und Meßturbation !
Die erste soll ja noch erträglich sein, wenn ,ja wenn der Finanzminister ,daheim , mitmacht aber die Meßturbation   ;D

Übrigens ,für die Unwissenden, Meßturbatoren sind die Leute die voll auf die Technik fixiert sind , die von lauter messen und vergleichen bzw  (kaputt)optimieren vergessen mal durch den Fernrohr den Himmel zu beobachten und das Weltwunder zu genießen.
Wenn man bedenkt mit was unsere Vorfahren beobachtet haben  füllt man sich gleich wie Gott in Frankreich.
Ich einer bin hellfroh das es ,zu minderst in der Astroszene, die freundlichen Chinesen gibt, nur dadurch ist in deutschen Astromarkt , der zweitgrößten der Welt  ( umsatzmässig) Bewegung gekommen
und auch normale Leute Zugang an halbwegs Edeloptik ohne sich finanziell ins Abgrund zu stürzen.


schmunzelnde Grüße
Flori
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Eckhard F. H. in Oktober 27, 2011, 20:28:34 NACHMITTAGS
Zitatfüllt man sich gleich wie Gott in Frankreich.

Ja, der genoß auch in Hülle und Fülle!  ;D
Gruß - EFH
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 28, 2011, 08:31:47 VORMITTAG
Hallo!

Noch ein kleiner Nachtrag am Rande:

In der größten Buchhandlung Essens ( einem riesigen mehretagigen Bücherkaufhaus )  gibt es eine ganze Regalwand für Astronomie. Als ich mal vor 2 oder 3 Jahren dort die Mikroskop-"Abteilung" suche ( hatte ja ohnehin schon nur mit maximal einem kurzen Regalbrett gerechnet ), fand ich....nichts! Kein "Wassertropfen", nicht den Kremer...einfach nichts!
Auf meine Nachfrage schaute die Verkäuferin nur irritiert: "Mikroskopie  ??? Äh....nö, das haben wir so speziell nichts voräätig"

Sicher kein böser Wille des Buchhändlers, denn wäre Nachfrage, gäbe es sicher auch das enstprechende Angebot.

Alles Klar!?

Mikroskopie gilt auch nicht als "sexy". Während Astronomie in der bevölkerung als gängiges "interessantes Hobby" empfunden wird, hat die Mikroskopie eher den Nimbus des etwas "Skurrilen". Meine Mitarbeiterinnen pflegen nennen Mikorskopiker "ärmelschonertragende Tierchengucker" zu nennen. Nur spaßeshlaber, aber es zeigt schon ein wenig die Richtung.. ;)


Je länger man über das Thema nachdenkt: Seltsam ist das Ganze eigentlich schon, denn ich denke, dass nahzu jedes Kind irgendwann im Leben einmal ein "Kindermikroskop" zu Weihnachten etc. bekommt. Damit werden sicher mehr Kinder beglückt als mit Teleskopen. Wieso sich im Gegensatz zur Astronomie hieraus letztlich so wenig entwickelt, ist mir auch nicht so richtig klar....

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Siggi O. in Oktober 28, 2011, 09:13:37 VORMITTAG
Zitat von: Peter V. in Oktober 28, 2011, 08:31:47 VORMITTAG

Je länger man über das Thema nachdenkt: Seltsam ist das Ganze eigentlich schon, denn ich denke, dass nahzu jedes Kind irgendwann im Leben einmal ein "Kindermikroskop" zu Weihnachten etc. bekommt. Damit werden sicher mehr Kinder beglückt als mit Teleskopen. Wieso sich im Gegensatz zur Astronomie hieraus letztlich so wenig entwickelt, ist mir auch nicht so richtig klar....


Hallo Peter,

dies ist vielleicht genau der Knackpunkt.
Die Handhabung und vor allem das Ergebnis dieser Spielzeuge ist derart schlecht,
da hat man keine Lust mehr sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen.

Viele Grüße
Siggi
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Werner Jülich in Oktober 28, 2011, 09:50:44 VORMITTAG
Aus meiner Sicht ist es ganz einfach. Mikroskope werden überwiegend beruflich genutzt und dafür steht hinreichend Literatur zur Verfügung. Teleskope werden dagegen ausschließlich, von den < 10 in Deutschland betriebenen Profiteleskopen einmal abgesehen, ausschließlich privat genutzt und da ist die Nachfrage nach Amateurliteratur entsprechend groß.
Was die viel bespöttelten Kindermikroskope betrifft, die gleiche Qualität findet man auch bei den Himmelsguckern, nur dass man da als Schrottliferant mehr Ausreden hat,  wenn das Ergebnis hinter dem bunten Kartonaufdruck zurückbleibt.
Apochromat hat ja mal von 1 Million Zeiss Standard geschrieben und die Zahlen sind ja danach nicht kleiner geworden, im Gegenteil.

Es gibt garantiert mehr Anwender im Bereich der mikroskopischen Untersuchungen als bei den Himmelsbeobachtern, da soll man sich nicht täuschen lassen.

Werner Jülich
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Mikroman in Oktober 28, 2011, 10:05:58 VORMITTAG
Hallo Peter V.

"Bei ebay bekommt man sicher keine "professionellen" Mikroskope, also Geäte, die wirklich von Wissenschaftlern in Instituten vrwendet werden".

Diese Aussage ist m.E. so nicht richtig - jedenfalls nicht für ebay weltweit. Neuestes Fundstück: "High-Resolution Spectral Confocal Leica TCS Spe Upright..." zum absoluten Schnäppchenpreis von 150.000 $ oder ein "LEICA DMRE MICROSCOPE USED WITH TCS NT CONFOCAL LASER " für schlappe 16.000 $; außerdem finden sich in der Ami Bucht immer mal wieder Leica DMLS, DMLBs etc. Selbst bei ebay Deutschland gibts "Frischware" .... so hab ich vor einem halben Jahr ein Leica Z6 Apo A an Land gezogen (für relativ wenig Geld) und das Teil ist immer noch aktuell.

Gruß
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 28, 2011, 13:59:21 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

genau DAS wollte ich eigentlich sagen!!! Dass es eben bei ebay massenhaft gebrauchte professionelle Mikroskope gibt, aber keine professionellen Teleskope!
Ich habe mich leider "verschrieben". Da sollte "Teleskope" stehen!!! Habe es gerade berichtigt. Ansonsten wäre mein Posting auch unlogisch, offenbar bist Du der einzige auferksame Leser gewesen.

@Herrn Jülich: Natürlich haben Sie völlig Recht! Meine Kernaussage ( ...viel mehr Astronomen als Mikroskopiker" ) bezieht sich natürlich(!) ausschlißelich auf den Hobbyistenbereich. dDachte eigentlich, dass das so selbstvertsüändlich wäre, dass ich es nicht extra erwähnte... ;)
Es ist klar, dass es bei professionell genutzten Geräten ganz anders aussieht. Wo gibt es schon "professionelle" Teleskope? In einigen wenigen Foirschungsreinrichtungen. Mikroskope hingegen findet man in jedem Labor, jeder Apotheke, Arzt-, Tirarzt-, Heilpraktikerpraxis, in jedem Krankenhaus und und und.....

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Werner Jülich in Oktober 28, 2011, 21:20:00 NACHMITTAGS
Lieber Peter Voigt,
ich glaube, wir sprachen schon mal darüber, natürlich gibt es auch mehr Amateurmikroskopbesitzer als Amateurteleskopbesitzer, da sollte es keinen Zweifel geben, schließlich gehen die vielen Hundertausend Altgeräte ja nicht an Profis und ab und zu werden ja auch neue verkauft.
Ich habe das vor ein paar Jahren einmal untersuchen lassen, es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sich da etwas geändert hätte.

Werner Jülich
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Peter V. in Oktober 28, 2011, 21:50:50 NACHMITTAGS
Lieber Herr Jülich,

gefühlt ist es anders. Aber natürlich glaube ich Ihnen, Sie haben ja erheblich mehr Erfahrung als ich.
Aber Sie werden zugeben, dass die "Organisation", das öffentliche Auftreten, Veranstaltungen etc. bei den Astronomiefans schon anders ist.

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Werner Jülich in Oktober 28, 2011, 22:37:16 NACHMITTAGS
Wir sollten das ändern und einfach mehr mit den Mikroskopen draussen herumlaufen, nicht immer diese winzigen Einschlaglupen verschämt aus der Tasche ziehen, die sehen unser ältern=kurzsichtigen Mitmenschen nicht.
Da macht doch so eine Litfaßsäule, pardon ein Dobson einfach mehr her.
Werner Jülich
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Bernhard Lebeda in Oktober 28, 2011, 22:49:58 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in Oktober 28, 2011, 21:50:50 NACHMITTAGS
Lieber Herr Jülich,

gefühlt ist es anders. Aber natürlich glaube ich Ihnen, Sie haben ja erheblich mehr Erfahrung als ich.
Aber Sie werden zugeben, dass die "Organisation", das öffentliche Auftreten, Veranstaltungen etc. bei den Astronomiefans schon anders ist.

Hezrliche Grüße
Peter


Jau, und ausserdem scheinen die Astros mehr auf Foren zu stehen.

Aktuelle Zahlen: astronomie.de  20360 Mitglieder

astrotreff.de 13028 Mitglieder


mikroskopie-forum.de 1545 Mitglieder


Ist aber eigentlich auch unwichtig. Ich persönlich kenne in der Tat mehr Mikroskopbesitzer. Könnte allerdings am Blickwinkel liegen  ;)


Gute Nacht

Bernhard
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Werner Jülich in Oktober 28, 2011, 23:02:45 NACHMITTAGS
Was sollen die auch sonst machen, bei unserem Wetter?
Gute Nacht

Werner Jülich
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: christian_v in Oktober 29, 2011, 12:41:36 NACHMITTAGS
Hallo

mikroskopie-forum.de 1545 Mitglieder


Klein aber fein. :D

Christian
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Hyperion in Oktober 29, 2011, 20:11:41 NACHMITTAGS
ZitatWenn es keine Messen mit Testmöglichkeiten

Oh die gibt es eigentlich schon.

Z. B. die alle zwei Jahre hier in Deutschland statt findene Analytica.

Da gibts mittlerweile mehr Schausteller als Fernost als Deutsche / Europäische. Auch viele mit Mikroskopen waren beim letzten mal dabei.

Generell haben die Fernostgeräte komischerweise immer eine verblüffende äußerliche Ähnlichkeit mit denen der großen Hersteller  ;D
Titel: Re: Qual der Wahl
Beitrag von: Carex in Oktober 30, 2011, 21:00:25 NACHMITTAGS
Sodala,

Ich bin seit Freitag sehr stolzer Besitzer eins KF2. Herr Immel hat das so eingerichtet .... Danke an dieser Stelle.
Ich bin von dem Gerät sehr angetan. Die Bildqualität ist sehr gut und auf gleichem Niveau mit den Reichert und Leica Dingern, die mir auf der UNI zur Verfügung standen. Das Design des Gerätes finde ich hingegen noch eine Klasse besser... Der Kondensor ist verblüffend - was damit geht glaubt man ja kaum. Und die schiefe Beleuchtung, die damit möglich ist, ist tatsächlich toll. Hätt ich so alles nicht erwartet. Die letzten beiden Abende hab ich vor Proben aus einem Teich und aus dem Komposthaufen verbracht. Mossblättchen waren auch eine feine Sache.... An den gestrigen Diatomeen hab ich mich ohnehin nicht sattsehen können. Ich hab eine Leidenschaft wieder neu entdeckt...

ZitatWas sollen die auch sonst machen, bei unserem Wetter?
Gute Nacht

Werner Jülich

Na das unterschreib ich sofort... Wenn man schwache Objekte wie Galaxien beobachten will, braucht man mal mondlose Nächte, dann sollte es wolkenlos sein - am besten auch ohne Dunst, die Luft sollte ruhig sein, die Transparenz des Himmels sollte stimmen, dann sollte man noch Zeit haben (Freitag oder Samstag ideal). Wenn man einen wirklich dunklen Beobachtungsplatz (Stichwort Lichtverschmutzung) aufsuchen will (für mich glücklicherweise in den Voralpen in 30 min zu erreichen) muss man dann noch sein ganzes Equipment ins Auto schleppen, am Beobachtungsort aufbauen und noch justieren (nach einem intensiven Arbeitstag hab da oft keinen Bock drauf) - und zu guter letzt muß die Optik dann noch auskühlen. Wenns dann aber passt bekommt man sehr intensive Eindrücke, die lange nachwirken....

Na gut - Danke auf jeden Fall für eure Beratung. Die Entscheidung war goldrichtig!

LG, David