Hallo Forum,
wenn man es schafft, das Scheiben-Sandwich von einem defekten Monitor zu trennen, hat man zwei Spezalgläser und eine Pol-Folie. Auf der einen Scheibe befindet sich eine gedruckte Schaltung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101456_44035768.jpg)
Ein Kalender... :D
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101456_60636049.jpg)
Leiterbahnen im Abstand von etwa 40µm
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101456_3050067.jpg)
Muschelbruch am Glasrand, gestackt.
Das größte Problem bei der Scheibentrennung ist das Auflösen des Klebstoffes.
Viele Grüße
Bernd
Lieber Bernd,
verrätst Du uns, wie Du die Trennung vollzogen hast? Wie geht man da überhauot vor? Ich habe bisher einen TFT weder er- noch zerlegt.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in August 19, 2012, 18:36:46 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,
verrätst Du uns, wie Du die Trennung vollzogen hast? Wie geht man da überhauot vor? Ich habe bisher einen TFT wedeer er- noch zerlegt.
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
wenn da jemand eine wirkungsvolle Methode wüßte, wäre das sehr hilfreich. Der Klebstoff ist von der Art, wie man ihn von manchen Etiketten kennt: praktisch nicht runterzubekommen ohne großen Aufwändung durch Schruppen.
Zunächst muß man versuchen, die Folie von der Scheibe ganz langsam abzuziehen, wie bei den Etiketten, aber leider verbleibt der Klebstoff als Schicht teilweise auf der Folie und auf dem Glas. Lösungsversuche mit Alkohol (Iso-Propanol) brachten auch durch langes Einweichen in der Petrischale wenig Erfolg. So muß ich mich vorerst mit den klebstoffreien Zonen begnügen, aber immerhin..
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
schon mal mit Benzin probiert?
Die Etiketten bekomme ich damit nämlich prima ab. ;)
m.f.G.
Herbert
Hallo Herbert,
klar habe ich es auch mit Benzin probiert, leider löst es in dem Fall noch schlechter als Alkohol.
Viele Grüße
Bernd
Lieber Bernd,
Ich weiß nicht was der Grund ist so gute Kleber zu verwenden. Ich erinnere mich aber, daß Anfang der 80.er Jahre die Firma Siemens den aufkommenden Bedarf an LCD-Anzeigen schwer unterschätzt hat und die für das Röhrenwerk in München geplante LCD-Fertigung restlos eingestellt hat. Die lapidare Begründung lautete unter Anderem. Umweltschutz, Krebsgefahr für das damit arbeitende Personal. was heute zur Anwendung kommt Null Ahnung; damals war es Cyanobiphenyl als Basis für die LCD´s. Also ein wenig Vorsicht beim Zerlegen ist wohl angesagt. Man warnt nicht davor, weil es sehr gut verklebt ist ?
Gruß Lothar
Hallo Bernd,
der Kleber muss sich nicht unbedingt lösen lassen, aber innen gibt es nur Glaskugeln als Abstandshalter und der Kleber ist ganz außen: mit einem Bruch in der Mitte ließen sich die Platten bei mir leicht trennen.
Sehr lohnend ist auch der Flüssigkristall selbst und die übrigen Schichten/Folien im Paket. Anbei noch ein Transistor, der die Aufladung des Kondensators aus transparenten Leitern (ITO) steuert:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101481_36877180.jpg)
Viele Grüße
Kiloph
Hallo Kiloph,
ZitatAnbei noch ein Transistor, der die Aufladung des Kondensators aus transparenten Leitern (ITO) steuert:
auch nicht schlecht! 8)
Die Pol-Folie hat gute Auslöschungseigenschaften, aber mit den Kleberresten dran.. :-\ Die Glasplatten haben übrigens etwa die Stärke der Deckgläser und sind entprechend sehr bruchempfindlich.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
auch wenn es wahrscheinlich klar ist:
Ist das Durchlicht oder Auflicht?
Viele Grüße
Timm
P.S. Ich denke die Kleber sind Silikonmassen, sind es jedenfalls bei Apple, das dürfte also mindestens für Samsung und LG gelten. Dürften also übelst beständig gegen chemische Versuche sein.
Hallo Timm,
ist Durchlicht.
Ob man da mit Silikonentferner für verseuchte Auto-Windschutsscheiben eine Chance hätte? ???
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
hmm, warum nicht? Da Silikon chemisch gesehen ziemlich inert ist,
vermute ich mal, dass das einfach besonders effektive Mittel zum
Quellen sind. Daraus würde ich folgern, dass der Effekt um so günstiger
ausfallen müsste, je länger man einweichen lässt.
Ich werde das in jedem Fall demnächst mal ausprobieren!
Viele Grüße
Timm
Zitat von: Herne in August 19, 2012, 18:52:22 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,
schon mal mit Benzin probiert?
Die Etiketten bekomme ich damit nämlich prima ab. ;)
m.f.G.
Herbert
moin moin,
unser "Wundermittel" im Labor war für solche Zwecke immer Essigsäureethylester
Ulrich
Eine Rezeptur um Siliconschleier zu beseitigen ist auch ein Mix aus Alkohol + Diethylether 50:50.
Eigent sich auch gut zur Entfettung von Windschutzscheiben. Nicht auf den Lack tropfen !
Oder ein Versuch mit Tetrahydrofuran. Damit haben wir die Gehäuse von ICs abgelöst.
Gruß
Peter
Hallo Bernd,
darf man fragen, welche maximale Auflösung der Monitor hatte, bzw. welches Gerät es war?
Falls du das Silikon noch nicht unten hast, wir reinigen unsere Silikonspachteln mit Nitroverdünnung, damit geht zumindest normales Sanitärsilikon, wunderbar weg.
Übrigens, interessante Bilder von der Technikfront. ;)
Viele Grüße,
Johannes
Hallo,
ein Bekannter, hat netterweise, einen defekten Monitor für mich zur Verfügung gestellt, sodass ich ebenfalls in den Genuss einer "Testplatte zum Nulltarif" kam.
Natürlich musste sie auch gleich getestet werden.
Germany vs. China:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/103088_7730484.jpg)
Mikroskop: Standard 16, Objektiv: ZeissPlan 40x, Okular: Kpl 8x, Relaioptik: Tessar=45mm/F:2.8, Kamera: Canon EOS 1000D
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/103088_48514409.jpg)
Mikroskop: BTC 105T, Objektiv: Achromat 40x, Okular: WF10x/18, Relaioptik: Minolta 1:1,7/50mm, Kamera: Canon EOS 1000D
And the winner is....
Weiter Bilder, allerdings mit einem 25er Zeiss Plan Objektiv, von der "Testplatte", gibt es hier:
http://s1116.photobucket.com/albums/k561/Googol1972/Die%20Testplatte%20zum%20Nulltarif/Testplatte%20zum%20Nulltarif%2025x/
Liebe Grüße
Johannes
Hallo Johannes,
langsam machst mir auch Apetit. Da wird wohl einer der beiden 15"Zöller aus der ehemaligen Videowand drann glauben müssen. Wenn der noch funktioniert macht ja nichts.
Danke für die Erinnerung !
Schönen Abend
Lothar
Edit: Druckfehler beseitigt
Hallo Johannes, hallo Lothar,
ich habe noch etwas von dem Plattenmaterial, das ich euch bei Gelegenheit zukommen lassen könnte. Aber das Trennen der Folien macht ihr bitteschön selber! ;D
Viele Grüße
Bernd
Lieber Bernd,
das nehme ich gerne an. Bekommst eine PN.
Gruß Lothar
Lieber Lothar,
sollst du auch kriegen, damit du endlich mal was Anständiges für deine Stackgeschichten hast. ;D
Gruß auch an den Kater.
Bernd
Hallo Bernd,
der Klebstoff von Etiketten ist in Azeton löslich.
Gruß
Ralf
Hallo,
vorweg möchte ich mich schon mal für die Kaperung seines Threads, durch meine Bilder, bei Bernd entschuldigen.
Die Testplatte eignet sich auch hervorgehend für die Makrofotografie.
Hier ein Bild davon, mit meinem Canon EF-S 18-55 mm Objektiv in Retrostellung, aufgenommen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/103735_28198697.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/103735_15295907.jpg)
1:1 Ausschnitt
Die Vergrößerung ist im Vergleich zu einem 2,5x Objektiv und einem 8x Okular am Mikroskop, um ca. 16% größer, also ca. 23 Fach und somit ist dieser Beitrag auch nicht ganz OT. ;D
Die größte Scheibe, nach Trennung von der Folie, habe ich dadurch erhalten, das ich sie für ein paar Minuten in ein kochendes Wasserbad gelegt hatte.
Vielleicht ist ja Hitze der Problemlöser und nicht Chemie ?
Viel Grüß,
Johannes
Hallo Johannes,
vielen Dank für den Tipp mit dem Kochen in Wasser, das werde das bei Gelegenheit mal ausprobieren.
Ich vermute allerdings, dass da jeder TFT-Hersteller den Kleber seiner Wahl genommen hat, und man so keine allgemeine Trennungsvorschläge abgeben kann. Bei meinem Display hatte ich zudem den Eindruck, dass im interessanten Bereich mindestens 2 verschiedene Klebstoffe verwendet wurden. Irgend etwas das fest aushärtet am Rand und weiter innen etwas, das weich bleibt.
Viele Grüße
Michael
Hallo Johannes,
Zitatvorweg möchte ich mich schon mal für die Kaperung seines Threads, durch meine Bilder, bei Bernd entschuldigen.
da gibt es aber nix zu entschuldigen. ???
Hallo Michael,
Zitatvielen Dank für den Tipp mit dem Kochen in Wasser, das werde das bei Gelegenheit mal ausprobieren.
Ich vermute allerdings, dass da jeder TFT-Hersteller den Kleber seiner Wahl genommen hat, und man so keine allgemeine Trennungsvorschläge abgeben kann.
ja, probier mal! ;) ;D
Nun wurden hier schon einige Vorschläge abgegeben, unter anderem Aceton, das aber in diesem Fall auch nichts geholfen hatte.
Es scheint sich also mal wieder um ein neues Rätsel zu handeln.. ;D
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
Zitat von: Nomarski in September 19, 2012, 21:28:25 NACHMITTAGS
ja, probier mal! ;) ;D
das habe ich vor ein paar Tagen schon getan. Nach dem Kochen ließen sich die beiden Glasscheiben tatsächlich leichter voneinander trennen, die Folie zwischen den Glasscheiben hat sich übrigens durch die Hitze schön blau gefärbt. ::)
Leider habe ich noch immer die Klebstoffspuren (Silikon?) auf der Oberfläche... Aceton hat bei mir natürlich auch versagt, Xylol und die anderen üblichen Verdächtigen auch.
Viele Grüße
Michael
Zitat von: Michael W. in September 19, 2012, 23:41:49 NACHMITTAGS
Leider habe ich noch immer die Klebstoffspuren (Silikon?) auf der Oberfläche... Aceton hat bei mir natürlich auch versagt, Xylol und die anderen üblichen Verdächtigen auch.
Hallo Michael,
eine gute Nitroverdünnung wird die Reste lösen.
Aber nicht die "Nitro"-Universalverdünnung bei Obi kaufen – die taugt nix!
Es muss eine kräftige Verdünnung aus dem Farben/Lack-Fachhandel sein.
Viele Grüße
Stefan
Hallo Stefan,
danke für den Tipp. Normale Verdünnung hat natürlich nichts geholfen, den Test mit einer richtigen Verdünnung aus dem Fachhandel sollte ich also noch machen.
Viele Grüße
Michael
Hallo
Danke für die hervorragende Idee aus einem kaputten Monitor Testpräparate zu erstellen. In der Firma wo ich arbeite, habe ich von der IT-Abteilung einen defekten Monitor erbettelt und diesen zerlegt.
Nach Trennung der beiden dünnen Glasplatten habe ich von der einen mit den interessanten Strukturen die Polarisationsfolie entfernt mit Hilfe einer ausgedienten Einweg-Mikrotomklinge.
Von dieser Glasplatte habe ich kleine Stücke abgebrochen und mit Spülmittel gereinigt (mit Spülmittel in hoher Konzentration, zwischen den Fingerkuppen verrieben, eventuell mit dem Fingernagel nachgeholfen -
damit bekommt man sogar winzige Harzreste abgelöst).
Diese gereinigten Glasstücke mit Harz auf einem Objektträger eingeschlossen, mit der Strukturseite zum Deckglas:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107015_59082210.jpg)
Hier noch ein paar Aufnahmen von den Strukturen die da zu finden sind:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107015_6451513.jpg)
Abstand zwischen den Streifen: 35 Mikrometer
Breite der dunklen Streifen: 17,5 Mikrometer
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107015_63185469.jpg)
Abstand der Streifen: 20 Mikrometer
Breite der Streifen: 10 Mikrometer
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107015_40467431.jpg)
Innere Weite der Kästchen: 117.5 x 83 Mikrometer
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107015_48551960.jpg)
Breite der Striche: 25 Mikrometer
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107015_44473304.jpg)
liebe Mikrogrüße
Leo
Hallo Leo,
ZitatVon dieser Glasplatte habe ich kleine Stücke abgebrochen und mit Spülmittel gereinigt (mit Spülmittel in hoher Konzentration, zwischen den Fingerkuppen verrieben, eventuell mit dem Fingernagel nachgeholfen -
damit bekommt man sogar winzige Harzreste abgelöst).
auch diese Methode habe ich bei meinem Material nicht ausgelassen, aber sie hat leider wenig geholfen. Trotzdem freut es mich, daß ich dich mit dieser Idee anregen konnte.
Viele Grüße
Bernd