Hallo liebe Mikroskopierfreunde.
Nachdem meine Augen wieder besser sind, möchte ich mich endlich wieder meinem Wassertropfen widmen... :)
Ich habe leider das Problem dass sobald die Einbauleuchte das Mikroskop erwärmt, sich der Kondensorhalter der Schwerkraft beugt. Ich habe den großen Revolverkondensor und und die zentrierbare Hilfslinse mit Filterhalter in der sehr schweren Metallausführung installiert.
Ich bin unter Anderem Maschinenbauer und würde mit der Wahl von Zwei-Loch-Gewindebuchsen und nicht normgerechten Schlitzschrauben signalisieren wollen: Finger weg!!!
Bevor ich aber anfange Schraubendreher dünn zu schleifen und an dem jungfräulichen Instrument zu murksen, frage ich erstmal die Profis hier wie ich die Hemmung etwas straffer bekomme. Mit dem 0.9 Klappkondensor habe ich kein Problem, aber der wiegt auch nur die hälfte.
Bitte helft mir. Ich möchte nicht nur Hellfeld, sondern Phasenkontrast schauen...😍
Hallo Stefan,
da du deinen Namen nicht geheim gehalten hast verwende ich ihn auch. Hat sich in diesem Forum so eingebürgert - ist etwas persönlicher. Ich finde es auf jeden Fall sehr sympathisch. Wenn du also deine Beiträge mit deinem "Stefan" unterschreibst mit oder ohne nette Grußformel hat man es leichter.
Zum technischen Problem: könne ein zu niedrigviskoses Fett sein, und/oder die Friktion ist falsch eingestellt. Zeig bitte mal die Kondensorträger-Verstellung von links und rechts, damit man sieht, welchen Typ du hast.
Hallo lieber Klaus.
Anbei zwei Bilder meines Kondensortriebes.Ich glaube der ist Standard-14-Standard und Du mir im Groben den Aufbau erläutern kannst.Reparieren könnte ich das ohne Hilfe, aber in dem Instrument stecken viele Kindheitserinnerungen und ich habe es vor einigen Monaten endlich geschenkt bekommen.Da ist jede Schraube die ich lösen muss ein Stich ins Herz...
Zur Symptomatik:Bis vor etwa vier Wochen funktionierte alles bestens, bis es anfing dass die Hemmung bei tieferer Kondensorstellung weicher wurde. Ich würde daher schon mal ein Problem mit der Friktion in der Triebachse ausschließen, ebenso bei der Viskosität des Fettes, denn laut der Vorbesitzerin wurde das Instrument nie gefettet. Soweit ich die zugänglichen Bereiche der Führungen beurteilen kann liegt da ein sehr sauberer Film auf den Bahnen, der angesichts des Alters einen Oskar in Tribologie verdiente. Hinzu kommt seit einigen Tagen, zunehmend Spiel dazu, nach meinem Handgefühl mittlerweile geschätzte 0,2mm.
Klaus, bitte mach mich glücklich und bestätige mir das in der Schwalbenschwanzführung eine Keilleiste verbaut ist und ob ich den Tisch oder den Fuß am Instrument entfernen muss um an die Stellschraube zu kommen.
Danke Dir im Voraus mit lieben Grüßen,
Steff
Hallo Stefan,
mit der Schlitzschraube (Bild eins, die sitzt genau gegenüber des Kondensor-Triebes) lässt sich die Gängigkeit des Kondensortriebs einstellen.
Herzliche Grüße
Herbert
Jetzt hat mir Herbert die Chance genommen dich glücklich zu machen - aber der muss auch nicht ein von der Gattin jeden Abend erwartetes 6 gängiges Menu kochen! ;D
Wenn sein Vorschlag nicht hilft machen wir dann noch den Kurs für Fortgeschrittene!
Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 31, 2019, 20:05:13 NACHMITTAGS
- aber der muss auch nicht ein von der Gattin jeden Abend erwartetes 6 gängiges Menu kochen! ;D
Super Idee lieber Klaus,
wie oft stellt sich die Frage: "Was essen wir Heute". Da hilft jetzt
der tägliche Menü Vorschlag von Klaus. Für den Anfang reicht es ohne Bilder und um es noch mehr zu vereinfachen, vegetarische und vegane Gerichte brauchen wir nicht. Eine Wein Empfehlung wäre schön.
In Vorfreude Lungu
Zitat von: Lungu in Januar 31, 2019, 22:04:09 NACHMITTAGSEine Wein Empfehlung wäre schön.
Die Antwort kenne ich jetzt schon: Cremant d'Alsace... ;-)
Herzlich
Martin
Also Klaus,
das ist doch völlig normal. Ein Mann gehört heute hinter den Herd und ins Bett. Früher habe ich die Frauen auch noch finanziert, was doof von mir war. Heute bringt sie das Geld heim, und das finde ich super :) :) :)
Ich koche unheimlich gern und das andere finde ich auch nicht sooo schlimm... ;D
Den Kurs für Fortgeschrittene können wir machen, ich möchte das Problem gerne schnell lösen.
Du, ich hätte eine Bitte an Dich, und zwar bräuchte ich einige Chemikalien von Dir. Du wirst Dir gleich denken können was ich damit vor habe... Den Römpp/Raaf "Chemische Experimente die gelingen" kennst Du ja sicher auch noch ...
Meine Jugendbibel aus der Zeit in der man als 12-jähriger noch 250g Kaliumpermanganat in der Apotheke bekam liegt hier grad neben mir... Das Buch und ich haben überlebt - Unglaublich... Aber das Rezept zur Spiegelherstellung ist gut...
Ich habe den Prozess für die Herstellung von Ringblenden in der Theorie soweit durch, dass ich jetzt praktische Ergebnisse benötige. Der Herbert, Du und ich werden welche für unser Steckenpferd brauchen, und wenn keiner welche herstellt werde ich das jetzt in die Hand nehmen. Ist ja nur ein Hobby, aber ich werde Unterstützung brauchen.
Ich hoffe es ist OK für Dich, wenn ich Dich mal gelegentlich anschreibe und spezifische an Dich als Chemiker, Optiker und Koch stelle. :D
Liebe Grüße,
Steff
Hallo Stefan,
ist dein tribologisches Problem jetzt behoben?
Silbernitrat für 100.000 Blenden hätte ich, du könntest also in Großserie gehen. Mit dem Römpp habe ich in jungen Jahren begonnen und dann aber den Gattermann rauf und runter gekocht. Eine Probe Eosin von damals habe ich heute noch. Die Vorstufe Fluorescein war der härtere Brocken.
Gumo Klaus.
Fertiges Silbernitrat?
Das nehme ich natürlich gerne an. Ich hätte Dich in meiner Bescheidenheit um Salpetersäure gebeten um traditionell selbst zu brauen, aber zwei Stunden Eindampfen macht ja bei der Kälte auch nicht so wirklich Spaß... 😏
Ich werde Dir die Wunschliste heute noch zukommen lassen.
Was den Kondensortrieb betrifft so würde ich mich lieber erst besser informieren bevor ich da Werkzeug ansetze... Als Maschinenbauer glaube ich nicht dass ich die Friktion über die Schlitzschraube einstellen kann, die wird auf Anschlag mit der Triebachse sein. Ich vermute dass ich da an die Zweilochmutter in der Rändelscheibe ran muss und über die beiden kontern, sonst macht das keinen Sinn. Das ist beim Koxialtrieb am Kreuztisch auch so gelöst.
Der hatte so viel Spiel das ich da anfangs unbedingt etwas tun musste, erforderte sehr viel Gefühl beim einstellen, aber der ist jetzt wieder ein spielfreier Handschmeichler...😊 Und wie gesagt fühle ich etwas Spiel in der Schwalbenschwanzführung und denke dass die Hemmung wieder über dass Fett gegeben ist, sobald die Führungsbahnen wieder auf Vollkontakt sind. Sicher kann ich das absinken des Kondensors verhindern indem ich irgendwie die Triebachse festknalle, aber das ist nicht Zeiss und löst nicht das Problem mit dem Führungsspiel.
Ich bin, bis ich eines Besseren belehrt werde, weiterhin überzeugt dass eine Keilleiste im Schwalbenschwanz verbaut ist bei der sich die Halteschraube gelöst hat. Wenn ihr irgendwie ein Stativ ohne Tisch oder Fuß in Eurem Fundus habt, bitte ich Euch mir ein Foto der Führung von oben bzw. unten zu machen, das würde mir riesig weiterhelfen.
Ich wünsche Euch einen schönen Tag und liebe Grüße,
Steff
Und Klaus,
wenn Du bei den Phasenblenden dabei bist, bitte ich Dich mir kurz an die Adresse in meinem Profil zu mailen.
Das wird schon noch tricky und sollte vorerst unser geistiges Eigentum bleiben.
Sollte alles so funktionieren wie ich mir das vorstelle, werden wir die Scheibchen zu so einem fairen Preis abgeben können, dass Nachmachen eh nicht lohnt. Ist daher kein Thema fürs Forum...
Grüß Dich nochmal,
Steff
Guten Morgen Stefan,
du hast ja so Recht! Schlechte Nachricht: es ist etwas aufwändiger. Der Fuß muss ab (4 lange Inbusschrauben von unten, dann kannst du den Kondensorträger nach unten rausschieben. Die Schlitzschraube rausdrehen. Andere Seite: die Stirnlochschraube rausdrehen, dann das Stellrad abhebeln. Den Rest wird der Maschinenbauer leicht verstehen.. Die Schlittenführung hat keinen Keil, wie du vermutest. Wichtig ist schon auch ein relativ zähes Fett.
Ich habe nicht viele Bilder gemacht. Vielleicht habe ich es auch hier in Technik genauer beschrieben, aber kompliziert ist es nicht.
Hier noch ein Hinweis aus der Beschreibung, die ich damals gemacht habe:
ZitatZahnstange erst mal in Xylol gelegt zum Einweichen. Zum Ausbau der Triebwelle löst man die Fixierschraube mit Stirnlochschlüssel. Dann kann die Welle herausgezogen werden. Wichtig: die weiße Friktionsscheibe nicht verlieren beim Herausziehen! Die ist nötig um die Schwergängigkeit zu regulieren! Die Welle wird ebenso eingeweicht. Dann alles mit einer Messingdrahtbürste gesäubert. Gefettet und wieder zusammengebaut.
Es ist also wirklich ein Zusammenwirken der Schlitzschraube und der Stirnlochschraube und der Fettviskosität. Die Weiße Kunststoffscheibe ist übrigens empfindlich auf Aromaten-Lösemittel Touol, Xylol. Deshalb aromatenfreies Waschbenzin verwenden. (habe ich also damals falsch gemacht. Die Drahtbürste bezieht sich auf den Rost auf der Zahnstange.
Hallo Klaus :)
Super, jetzt brauche ich keine Angst mehr zu haben etwas an meinem Liebling zu zerstören.
Wer nicht fragt bleibt dumm, wer fragt und solche Infos bekommt lernt dazu :) :) :)
Herbert hat mir auch schon gute Tips gegeben und wird Fett mit ins Päckchen legen.
Für die Schlitzschraube werde ich mir ein Bit zurecht schleifen bei dem Werkzeug für die Stirnlochmutter wird es schwieriger.
Hast Du eines?
Die Gleitscheibe scheint die gleiche zu sein wie sie auch im Koaxialtrieb für den Kreuztisch verbaut ist.
Die ist aus Polyamid und badet nicht gern in Aromaten... :) :) :) Dachtes sicher das wäre PTFE.
Wenn ich mich an die Arbeit mache, werde ich das bebildert mit etwas Text hier einstellen.
Vielen Dank an Dich und Herbert
Hallo Stefan,
ZitatWerkzeug für die Stirnlochmutter wird es schwieriger.
Dafür gibt es Uhrmacherwerkzeug mit Wechselstiften und verstellbarem Abstand. Unter den beiden Begriffen müsste man was finden. Ich habe so ein Verstellbares Werkzeug mit 2 verstellbaren Stäben, eine Seite ist rund-Spitz die andere wie ein Schraubendreher. Keine Superquali reicht aber wenn nicht zu viel Kraft augewendet werden muss. Kommt aus dem Fotobereich.
Hallo Stefan
wenn ich mich recht erinnere passt so eine Trapez-Klinge wie sie in Bodenlegermessern eingesetzt sind perfekt in die Schraube.
für einmaligen Gebrauch kann man sich daraus auch so einen Stirnlochschlüssel schleifen. Die Schneide der Kling abkleben, die
schneidet auch Finger :)
Herzliche Grüße
Herbert
Hallo Stefan,
basteln ist ehrenhaft aber manchmal auch schmerzhaft :-)
Ohne den Trieb genau zu kennen, folgender Tipp:
Für "Stirnloch" gibt es für 5€ Stirnlochschlüssel im Werkzeughandel, Du kannst aber auch eine Spitzzange oder Seegerringzange nehmen.
für "Stirnschlitz" gibt es natürlich auch die passenden Schlüssel zu kaufen; sollte der von LOMO passen, könnte ich dir einen für lau überlassen Schlitzaußenmaß 9,4mm, Innenmaß 5,2mm, Stiftbreite 2mm, Stiftstärke an der Spitze 0,7mm, Schaft 2mm
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/245713_19699911.jpg)
www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/Lomo-Werkzeug.WMF (http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/Lomo-Werkzeug.WMF)]
Grüße
Wolfgang
Hallo Herbert 😊
Danke für Dein liebes Angebot. Ich habe in meiner Sammlung doch noch ein Bit mit 5,5*0,8 gefunden, das passt fast perfekt in die Schlitzschraube.
Habe richtig fest angezogen, und da gingen etwa 10 Grad. Die bleibt zumindest die nächste Zeit fest, dafür ist die da und heißt Festlager. Hat über den Daumen axial 0,03 mm gebracht aber nichts geändert, was mich darauf bringt, dass die Friktionskomponente der Triebachse fehlt, weil 0,03 mm schon ordentlich Druck auf die Gleitscheibe ausüben müssten wenn die Vorspannung stimmen würde.
D.h. dass das ganze Gewicht über die Viskosität des Fettes in der Führung abgefangen wird und die Triebachse frei mitdreht. Ohne stick, slipt alles...
Hihi, jetzt komme ich mit Klaus und und Dir langsam auf des Pudels Kern, ohne dass ich an meinem Mikroschatz eine einzige Schraube lösen musste. 😊
Habe die Stirnlochmutter ausgemessen, Bohrungsabstand beträgt 8.0 mm bei 1.5 mm Durchmesser.
Ich appelliere ans Forum mir so ein Werkzeug leihweise zu überlassen, ich gehe pfleglich damit um und sende es sofort zurück.
Liebe Grüße,
Steff
Hallo Stefan,
das Elend kann ich nicht länger ertragen. Bitte schreib mir eine Mail mit deiner Adresse ich leih dir den Stirnlochschlüssel! :)
Beitrag durch Ersteller gelöscht.
Hallo,
was machst Du denn mit HF, 25 %ig (wie auch immer gemessen)??
Die Substanz gehört sicher nicht ein Labor eines Mikroskopikers!
Viele Grüße
Rainer
Beitrag durch Ersteller gelöscht
Hallo Rainer.
Ich möchte mich für meine etwas scharfe Antwort von gestern entschuldigen, ist eigentlich nicht meine Art. Aber lies doch nochmal nach was Du zum Einstieg in einem laufenden Thread beigetragen hast...
In der ersten Zeile sprichst Du mir jegliche Qualifikation ab, in der zweiten verbietest Du mir über den Imperativ mehr oder weniger den Umgang mit HF.
Ich weiß nicht wie alt Du bist, ich bin 49 und habe in frühster Jugend den vorsichtigen Umgang mit gefährlichen Substanzen gelernt. Das war halt noch die Zeit in der die Welt Angst vor einem Atomkrieg hatte, heute hat die Welt Angst vor jedem Mist, außer vor einem Atomkrieg. Ich bin halber Italiener, dort läuft grade die Palmfettpanik während sich die Menschen hierzulande unter dem Tisch verstecken wenn das Wort Gluten fällt.
Ich benutze in der Mikroskopie Formaldehyd, das findest Du sicher auch total gefährlich, fährst aber mit Frau und Kind in den IKEA und verbringst dort den Vormittag? Dann miss mal die Luftwerte dort, mich bekommt man da nicht rein.
Ich gebe Dir die Antwort die Du auf eine höfliche Frage bekommen hättest:
Ich möchte einen alten Fotovergrößerer aus den 50ern von Opallampe für bestimmte Zwecke auf UV-LED umrüsten.
Eine Opallampe war eine Glühbirne mit besonderer Mattierung, die die gleiche Aufgabe hatte wie die Mattscheibe in unseren Mikroskopfüßen.
Die LED ist annähernd eine Punktlichtquelle, d.H. ich benötige einen Diffusor damit das funktioniert. Die baulichen Gegebenheiten des Vergrößerers bieten es an, mir beim Glaser eine Scheibe schneiden zu lassen, diese zu mattieren und einzubauen.
Das mache ich z.B. mit HF. Es gibt auch noch andere Anwendungen für jemanden der sich für Optik interessiert.
Ich hoffe ich konnte die Frage zu Deiner Zufriedenheit beantworten.
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Miehlke
hallo Stefan
HF gehört wirklich nicht in die Hand von Laien >:( - gesagt von 2x Chemikern, Rainer und ich . Zum Mattieren von Glas gibt es aber im Bastelbearf eine Creme (Armour Etch), die wenn mehrfach aufgetragen eine gute Mattierung ergibt.
Hallo -
neulich habe ich für einen ähnlichen Zweck für ein paar Euro verschiedenartig mattierte Glasscheiben (20 x 20 cm) bezogen und zugeschnitten. Die sandgestrahlte hatte die beste Streuwirkung.
Gruß
Rolf
Hallo Wolfgang.
Danke für den Tip. :)
Diese Creme kannte ich noch nicht, ist bezahlbar und auf jeden Fall einen Versuch wert.
Was ist denn da der Wirkstoff?
Rainer hatte sich für mein Empfinden etwas im Ton vergriffen, aber ich habe mich ja entschuldigt...
Ich bin weder Chemiker noch Laborant sondern Physiker der schon während des Studiums beruflich in den Sondermaschinenbau gerutscht ist.
Schließt Ihr Euren Herd beim Umzug selbst an den Starkstrom an, oder ruft Ihr einen Elektriker?
Das ist für Laien nämlich nicht nur gefährlich, sondern verboten.
Solange Ihr das könnt, bin ich der Letzte der irgendetwas dazu sagt, obwohl Spannung über 42V nicht in die Hände von Laien gehört.
Ich wurde mit 12 Jahren durch einen Bekannten meines Vaters gut in den Umgang mit Genfahrstoffen eingewiesen. Der war Chemiker und hat mich regelmäßig mit Chemikalien versorgt. Ich hatte unter anderem HF, HClO4, C6H6, H2SO4 in konzentrierter Form im Fundus und habe mich nie verletzt.
Warum? Weil ich wusste wie und womit ich hantiere, und mich entsprechend geschützt habe.
Ich kenne jemanden, dem vor etlichen Jahren etwas HF über die Finger gelaufen ist weil der Behälter nicht richtig verschlossen war. Das hat der erst gar nicht gemerkt und das Teufelszeug ist fleißig bis zu den Knochen gewandert. Der bis heute Probleme damit.
Ihr meint es ja gut mit mir und das weiß auch sehr zu schätzen.
Ich schlage vor wir beenden die Diskussion damit, dass ich mich an Euch wenden darf wenn ich Rat von einem Chemiker brauche, und ihr mich als geübten Amateur im Umgang mit Säuren akzeptiert.
Liebe Grüße,
Steff
Hallo Stefan,
schon in Ordnung.
Ich bin kein überängstlicher Chemiker, aber HF gehört nicht in die Hände von Leuten, die nicht damit umzugehen wissen.
Das Beispiel Deines Bekannten spricht ja Bände.
Wenn Du mit den Substanzen umgehen kannst und die Gefahren richtig einschätzt, ist ja alles in Butter.
Viele Grüße
Rainer
Hallo Rainer,
also Frieden :) :) :)
Umgang mit Starken Säuren grundsätzlich draußen, Gesichtsschutz, lange dicke Handschuhe, PE-Folienanzug, Gartenschlauch unter Druck und vor allem gute Arbeitsvorbereitung.
Ich trage auch eine Schutzbrille beim Gebrauch von Abflussreiniger, weil ich die Gefahr von Natriumhydroxid für die Augen kenne.
Ich denke wir sind uns dahingehend einig: Keine Angst vor Gefahrstoffen, aber immer den angebrachten Respekt!
Liebe Grüße,
Steff
ZitatGlas ätzt man in der Regel
nicht direkt mit Flußsäure sondern meist mit dem wesentlich
ungefährlicherem Ammoniumhydrogendifluorid, welches auch der
Hauptbestandteil in Handelsüblichen Glasätzpasten oder Gels ist. Einfach
nach Glass Etching Paste o.ä googlen...
Ich bin ja immer ein begeisterter Labormann gewesen und habe eigentlich nur vor 3 Chemikalien richtig Respekt: die eine ist Iodazid, das schon explodiert wenn man es schräg anschaut und Flußsäure. In meiner Forschung habe ich mit Tetra-Ethylammonium-Cyanid gearbeitet. Bei der Aufarbeitung der Ansätze wurde immer Blausäure frei und ich hatte schon Routine, aber einmal hatte ich eine Nase zuviel und ich lag am Boden. Die Kollegen haben mich gerettet mit einer Sauerstoffdusche. Das war dann ab diesem Zeitpunkt die 3.
Flußsäure habe ich nur durch einem Studienfreund in der anorganischen Chemie fürchten gelernt. Der hat mit Flußsäure geforscht und einmal einen Spritzer auf die Hose bekommen, was er erst nach Stunden bemerkt hatte. Das Muskelgewebe auf dem Oberschenkel war schon tief zerstört und seither hat er da eine "Grube" im Fleisch. Er lag wochenlang im Krankenhaus. Er war nicht etwa fahrlässig, sondern ein versierter Experimentator, aber nur ein Mal nicht richtig aufgepasst...
Zitat von: Schmuddelkind in Februar 02, 2019, 12:49:50 NACHMITTAGS
Hallo Rainer,
also Frieden :) :) :)
Umgang mit Starken Säuren grundsätzlich draußen, Gesichtsschutz, lange dicke Handschuhe, PE-Folienanzug, Gartenschlauch unter Druck und vor allem gute Arbeitsvorbereitung.
Ich trage auch eine Schutzbrille beim Gebrauch von Abflussreiniger, weil ich die Gefahr von Natriumhydroxid für die Augen kenne.
Ich denke wir sind uns dahingehend einig: Keine Angst vor Gefahrstoffen, aber immer den angebrachten Respekt!
Liebe Grüße,
Steff
Hallo Steff,
Da möchte ich jetzt doch noch meinen Chemikersenf dazugeben (Ja, ich habe meinen immer Herd vom Elektriker anschliessen lassen):
Ich halte die Verwendung von 25% HF ausserhalb spezieller Laboratorien und von nicht speziell geschulten Leuten für unverantwortlich. Und darüber hinaus auch für vollkommen unnötig, da es sicher geeignetere Alternativen gibt.
Bei unserem letzten Sicherheitsrundgang habe ich meine Mitarbeiter (qualifizierte Techniker, geeignete Labore) vorhandene 96%ige Schwefelsäure entsorgen lassen. Warum: für unsere Einsatzzwecke nicht nötig und durch weniger gefährliche Alternativen ersetzbar.
Man ist kein toller Chemiker, nur weil man mit besonders gefährlichen Stoffen umgeht. ...
cu Oliver
Hallo zusammen,
Flusssäure ist für mich auch ein No-Go. Die geschilderten Verläufe mit Hautkontakt sind insofern bemerkenswert, als die Betroffenen wirklich großes Glück gehabt haben, dass sie das überlebt haben. Was für ein gefährliches Zeug das ist, habe ich letztlich erst erfahren, seit ich an einer Klinik mit entsprechender Fachabteilung arbeite und so -wenn auch fachfremd- die schrecklichen Verläufe miterleben konnte.
Gruß !
JB
Hallo,
ich bin kein Chemiker, hatte aber als Jugendlicher auch ein recht respektables "Labor", u.a. mit weißem Phosphor, elementarem Natrium, Pikrinsäure und 25 g KCN, das ich 1986 problemlos gegen Ausfüllen eines Giftscheins von unserem Haus- und Hofapotheker bekam. Natürlich neben allen anderen hochkonzentrierten Säuren, Kaliuchroat, KMnO4, Kaliumdichromat und und und. Ich denke, dass ich damit - dank eines seienerzeit noch hervorragenden Chemieunterichtes - umgehen konnte. (Nach Beedigung meiner Studienzeit habe ich dann die gefährlichsten Stoffe über eine Bekannte, die in der chemischen Fakultät der Uni arbeitete, entsorgen lassen.) Insofern hält sich auch meine "Furcht" vor solchen Substanzen in Grenzen - vor HF habe ich sie aber!! Diese Chemikalie käme mir freiwillig niemals ins Haus!
Vor einigen Jahren begab es sich, dass mir im Kellerraum eine wilde Kruschkiste mit diversen optischen Teile, aber auch einigen teilweise unbeschrifteten Döschen und Fläschchen, die ich aus der Hinterlassenschaft eines Mikroskopikers, dem "alles zuzutrauen" war, bekommen hatte, auf den Boden fiel. Anschließend sah ich auf dem Kellerboden wenige fein verteilte Tröpfchen einer unbekannten Substanz, die mit einem pH-Papier einen sehr niedirgen pH-Wert aufwiesen- ich meine, 1. Da ich mir nicht sicher sein könnte, dass er nicht auch in irgndeinem Gefäßchen HF hatte und auch nicht sicher war, wohin die Tröpfchen noch gespritzt waren, habe ich rasch den Raum velassen und gehofft, dass ich nicht unbemerkt etwas abbekommen habe. Den Raum habe ich dann wochenlang nicht betreten, bis nach menschlichem Ermessen alles verdampft sein musste - gleichgültig, was es letztlich war. Vor HF habe ich auf jeden Fall allerhöchsten Repsekt!
Als Student habe ich - allein aus Kostengründen - meinen E-Herd selbst angeschlossen. Mit dem Alter wird man natürlich reifer, vor- und umsichtiger und vielleicht auch etwas ängstlicher. Heute fiele mir das im Traum nicht ein, auch, wenn es kein Hexenwerk ist. Schon aus versicherungs- und haftugsrechtlichen Gründen würde ich so etwas ausschließlich von einem Fachbetrieb durchführen lassen.
Herzliche Grüße
Peter
Super, noch einer :) :) :)
Schreibe ich so unverständlich???
ICH WILL NICHT MIT HF HANTIEREN SONDERN EINE MATTGLASSCHEIBE HERSTELLEN, HABE DIE CREME BESTELLT WAS MIR TAUSEND MAL LIEBER IST ALS MIT HF ZU TUN ZU HABEN!!!
Was ist eigentlich Euer Problem?
Hallo,
ZitatWas ist eigentlich Euer Problem?
Ganz einfach: Dein Ton! ;) Zumindest in dem letzten Post - so etwas wird hier kommentarlos gelöscht. Wenn Du hier im Forum bleiben möchtest, solltest Du daran arbeiten. Hier geht es etwas anders zu als in anderen Foren. Wir können über alles diskutieren, aber als besch..... wird hier niemand bezeichnet.
Herzliche Grüße
Peter
Sehr geehrter Peter V.
Bitte löschen sie meinen account, sämtliche chatverläufe, sowie alle meine persönlichen Daten zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,
na das ist ja schnell eskaliert...
bevor hier dicht gemacht wird noch eine frage an die fachkundigen:
eure beschreibung über die gefährlichkeit von flusssäure decken sich gut mit dem was auch bei wikipedia geschrieben wird
dort sind im englischen artikel (https://en.wikipedia.org/wiki/Hydrofluoric_acid) auch 2 fotos mit verätzungen durch flusssäure zu sehen
mit welchem verlauf ist denn bei denen zu rechnen?
amputation oder heilt sowas doch noch aus?
Zitat
Hallo cu Oliver,
von Wirkungen der HF auf biologisches Gewebe kann ich ein Lied singen. Unfassbar ist, daß es offensichtlich Ärzte gibt, denen die gefährliche Heimtücke von Flußsäure völlig unbekannt ist.
Gruß - EFH
Eine Bitte an die Admis: bitte dem Wunsch des offensichtlich verärgerten Stefan noch nicht gleich nachkommen und erst warten, ob wir das nicht gütlich regeln können.
Hallöchen,
ein wunderbarer Faden für Kommunikationstrainer :-*
beim ersten flüchtigen Durchlesen habe ich mich gewundert, was FH um Himmels Willen mit einem wandernden Kondensorhalter zu tun haben könnte. Beim detaillierteren Durchlesen begriff ich dann, dass es (theoretisch) um das Mattieren von Glas durch Flusssäure ging. Ab da wurde es tatsächlich spannend. Aus der Metaposition betrachtet, ging es um ein klassisches Kompetenzgerangel.
Um hier die Wogen zu glätten, empfehle ich das Format "Gute Absicht". Der eine wollte zeigen, dass er etwas von dem versteht, was er dann doch nicht gemacht hat (der Ätzchreme sei Dank, kannte ich auch noch nicht und war ein guter Tipp), der bzw. die anderen sparten nicht an Warnungen vor dem tückischen Zeug. Kann man auch dafür dankbar sein.
Für mich ergeben sich dadurch einige Maxime.
1. Jeder ist seines (Un-)Glückes Schmied.
2. Warnungen sind erlaubt und i.d.R. auch nützlich.
3. Vermeintliches oder tatsächliches Ignorieren von Punkt 2 wie auch "Besserwisserei jeglicher Art" ist auch okay (s. Punkt 1)
Ansonsten habe ich von der Diskussion profitiert (s. Ätzchreme); ich denke auch der Threadersteller, der wohl von HF auf Ätzchreme umrüsten will.
Gruß
Peter, u.a. auch als Kommunikationstrainer unterwegs
Hallo,
was spricht eigentlich gegen eine mechanische Mattierung? Mit feinem Schmirgelpapier oder -Pulver lassen sich Glasscheiben bestens mattieren, bei Bedarf auch beidseitig. Dürfte doch die Anforderungen erfüllen und wäre ungefährlich für Leib und Leben. Oder übersehe ich hier etwas?
Liebe Grüße
Manfred
hallo
Zitat von: Manfred Melcher in Februar 03, 2019, 15:17:54 NACHMITTAGS
was spricht eigentlich gegen eine mechanische Mattierung?
Liebe Grüße
Manfred
dagegen spricht nichts. Ich mattiere zB meine Objektträger für die Gesteinsdünnschliffe stets mit 800er SiC - 30 sec und fertig
warum : Ich glaube / hoffe dass dadruch der Kleber besser sich an Glas anheftet.
gegen die mechanische Mattierung - also durch läppen mit rollendem Korn - spricht, dass der Diffusor nachher "Schleifspuren" hat und die Wirkung inhomogen ist.
Noch schlimmer ist es auf einer Schleifscheibe.
Was Wolfgang macht, mache ich auch, die aufgeraute Oberfläche ist zwar gut für die Klebstoffhaftung aber sie wird durch den Klebstoff unsichtbar gemacht im Gegensatz zum trockenen Diffusor. Wenn man den naß macht ist er auch durchsichtig !
Hallo zusammen,
optisch favorisierte auch K. Michel die geätzte Mattscheibe (weiß jetzt bloß gerade nicht, wo in seinen Werken ich das gelesen habe). Zum einen argumentiert er gegen das Schleifen ähnlich wie Klaus, das es eben Inhomogenitäten gebe. Zum anderen führe das Ätzen zu einer Oberfläche, die letztlich aus lauter kleinen plankonvexen Linsen bestehe und damit gleichsam lauter kleine kohärente Einzellichtquellen auf der bearbeiteten Fläche wirksam würden.
Gruß !
JB
Hallo in die Runde,
weil es gerade so schön rein passt, hier nochmal ein Link zu meinem Beitrag über die Mattierung von Einstellscheiben:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11421.0
Viele Grüße
Kay
Hallo,
in der Anlage findet sich der Artikel von Gerhard Göke aus dem "Mikrokosmos" über das Ätzen von Mattscheiben:
Viele Grüße und viel Spaß bei der Lektüre!
Rainer
Hallo,
wir reden aber hier von einer Mattscheibe im Beleuchtungsstrahlengang, die zudem noch ziemlich groß ist. Eine solche Scheibe, mechanisch mattiert (evtl. beidseitig), erreicht sicher die nötige Homogenität der Mattierung. Anders sieht es aus bei einer Mattscheibe die als Sucher dient zum Beispiel in einer Kamera. Hier bestehen natürlich ganz andere Anforderungen an die Mattierung.
Liebe Grüße
Manfred