Lassen sich Ringblenden im Phasenkontrastkondensor austauschen?

Begonnen von konfokal, Januar 22, 2014, 00:42:04 VORMITTAG

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wilfried48

Hallo Mathias,

also die Argumente sind ausgetauscht und du willst und wirst deine eigene Erfahrung machen.

Insofern könnte es mir ja eigentlich egal sein aber mich stört die Signalwirkung auf unerfahrene Neueinsteiger, wenn deine Behauptungen unbewiesen bleiben.

Die "sogenannten" Behauptungen der Anhänger der gebrauchten Markenoptik wurden hier im forum schon zu Genüge an Hand von guten Fotos auch an Hand sehr kritischer Testobjekte demonstriert.

siehe z.B. hier:

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=15498.0

ich hoffe, dass du den Beweis deiner Behauptung zur Billig - Chinaoptik anhand deiner Erfahrung mit ähnlichen Beweisfotos
antrittst.

viele Grüsse
Willfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
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Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

konfokal

#31
Hallo Peter, schön von Dir zu lesen, Deine vielen Tests habe ich schon seit längerem gerne verfolgt. Deshalb ein paar Anmerkungen, über deren kleine Frechheiten bitte mit Schwung hinwegzulesen ist... ;)

Peter V. schrieb:
ZitatWenn Du Dich ein wenig mehr mit der Materie beschäftigt hättest, würdest Du nicht derart große Worte so gelassen aussprechen! Genau das Gegenteil ist der Fall! Aktuelle Billigoptik ist in der Regel hochwertiger Markenoptik aus den 60ern und 70ern deutlich unterlegen.

Ironischerweise hat mich ausgerechnet die Lektüre Deines Testberichts zum BiolabT darauf gebracht, an das Gegenteil zu denken, denn in diesem Artikel stellst Du fest, die beigegebenen Achromaten seien den aktuellen von Zeiss nicht nur ebenbürtig, sondern in einem Fall sogar in Sachen Kontrast minimal voraus...

ZitatWenn ich es richtig sehe, hast Du ein Einfach-Mikroskop für 325 EUR gekauft und möchtest es nun (für zusätzliche Kosten?) mit Phasenkontrast ausrüsten, was sich aber schwierig gestaltet, weil es offenbar kein richtig passendes Phako-Set gibt. Soweit richtig?

Nein, nein, es hat im Ausverkauf mit sehr guten 4 Achromaten 99 EUR gekostet, und ob deren Qualität überrascht, habe ich dann begonnen, es günstig auszubauen: für 30 EUR kamen ein Zeiss-Binoansatz und für 50 EUR 2 Kompensations-Periplan Brille ("Fotogewinde") dazu, nun für weitere 125 EUR ein Phako-Set mit gebrauchtem Kondensor und vier neuen Planachromaten (davon 3 für Ph) plus Leuchtfeldblende.

ZitatAlle Änderungen und Neuentwicklungen (größere Sehfelder, Unendlichoptik) - die sich aber in der Regel nicht auf die eigentliche Bildqaulität auswirken - findet man natürlich an hochwertiger neuer Markenoptik, nicht aber an Mikroskopen wie dem von Dir erwähnten Gerät.

Ah ja? Für 25 EUR habe ich gestern noch 2 exzellente nicht kompensierende Weitfeld Brillenträgerokuläre mit 20er Sehfeld erhalten, das zusätzliche Sehfeld ist eine echte Bereicherung. Alles zusammen lag bei 330 EUR - nicht zu vergessen samt Zubehör wie dem ursprünglichen drehbaren Monotubus, 3 Filtern und einem weiteren einfachen 18er Brillenträgerokular.

ZitatZwischen dem von Wilfried verlinkten Mikroskop aus Ebay - so es in Ordnung ist - und Deinem Biosphere-ähnlichen Chinamikroskop liegen WELTEN!!!!!

Das stimmt, was den äußeren Zustand angeht, auf jeden Fall: bis auf den Phakorevolver sind meine Sachen alle neu, oder neuwertig ;D

ZitatHättest Du Dich vorher kundig gemacht, hätte man Dir sicher dazu geraten, Dir ein gutes Marken-Gebaruchtmikroskop zuzulegen.

Diesen Rat hatte ich gefühlte hundertmal hier und in der Mikrofibel gelesen, und erst so entstand in mir der heimliche Verdacht, dass da ein paar Altvordere die Früher-war-alles-besser-Parole schwingen könnten. Und die mich experimentell zu falsifizieren reizte, je länger ich mich damit beschäftigte, und je öfter ich sie las...  ;D

ZitatDie auf dem Gebrauchtmarkt massenhaft auftauchenden Geräte stammen sicher zu mehr als 95% nicht aus Privatbeständen, sondern sind Aussonderungen aus Instituten etc. Die meisten Geräte stammen aus kompletten Auflösungen der Labors, Praxen oder Lehranstalten und sind nicht unbedingt Überbleibsel einer Neuanschaffung.

Dem stimmte nicht nur reblaus zu:

Zitatinsbesondere in den ersten Absätzen Deines Beitrags hast Du den Nagel absolut auf den Kopf getroffen!

Es kommt noch eines dazu: Die meisten "User" der Mikroskopausrüstungen sind keine Mikroskopiker im Sinne des Forums - ich selbst war das in meiner aktiven Zeit auch nicht. Diese Ausrüstungen sind dann oft ziemlich verharzt und auch sonst vergammelt - und nicht nur solche aus den Kursräumen. Die Kosten für die Generalüberholung solcher Instrumente kommt dann leicht in Größenordnungen eines neuen Chinamikroskops - das Zerlegen und Neufetten von Irisblenden noch nicht inbegriffen. Eigenes Personal für so was ist ja nicht mehr verfügbar.

denn das würde ich alles auch so sehen. Nur: wie kann man dann ausgerechnet Einsteigern empfehlen, sich unbedingt aus diesem Pool von Gebrauchtgeräten in fragwürdigem Zustand zu bedienen?

Peter V.
schrieb:

ZitatIch bin der festen Überzeugung, dass es im 160mm System jede Menge fast unglaublich preiswerter Optik gibt, die aktueller Optik der Einstiegklasse deutlich überlegen und selbst der gehobenen Mittelklasse absolut ebenbürtig ist. Ich denke da speziell an die NPL und PL Fluotare von Leitz etc.

Tja, dass würde ich mir mal gerne ansehen, aber wenn ich richtig informiert bin stammen die als erste Generation von mehrschichtvergüteten Objektiven auch nicht aus den 60ern, sondern den späten 70er bis 80er Jahren, das ist was anderes. Im Übrigen kommt man unter 100 EUR an so ein Objektiv auch kaum ran, und außerdem spielt bis einschließlich 20x der Farbfehler moderner Achromaten visuell für meine Begriffe kaum eine Rolle mehr, bzw. kann wegkompensiert werden. Weshalb ich für die ferne Zukunft zur Abrundung noch mit einem 40er oder 60er Fluotar liebäugele...

Wilfried schrieb:
Zitat...du willst und wirst deine eigene Erfahrung machen. Insofern könnte es mir ja eigentlich egal sein aber mich stört die Signalwirkung auf unerfahrene Neueinsteiger, wenn deine Behauptungen unbewiesen bleiben.

Mir geht es eher umgekehrt, wenn ich den Eindruck habe, dass ein paar erfahrene Ältere, die es sicher gut meinen, jüngeren Neueinsteigern gern ihre alten, konservativen Rezepte empfehlen, die aber nicht immer die besten sein müssen, was ja auch gesellschaftlich gesehen ein zunehmendes Problem darstellt... Schließlich kann älterer Kram nicht nur technisch überholt sein, sondern einen auch teuer zu stehen kommen, wenn man nicht genau weiß, worauf man beim Zustand achten muß, und nur auf einen großen Namen schielt, der dann zum  Briefbeschwerer wird.

Einen schönen Abend allerseits - und nichts für ungut für die kleinen Dreistigkeiten. ;)


Werner

...Ich möchte mal behaupten, daß "modern gerechnete" Optik - für den Normalgebrauch - keinesfalls besser ist als die seinerzeit aufwändigen und teueren Spitzenoptiken.
Damals war das Ziel, sich mit möglichst hochwertigen Produkten auf dem Markt zu behaupten.

Heute ist das allerhöchste Ziel die Gewinn-Maximierung, nicht einer hohe Qualität! Das heißt, eine Optik wird aus möglichst billigen Standard-Glassorten gerechnet, dafür vielleicht mal eine Asphäre eingebaut (ist heute kein Problem mehr). Eine weitere, mögliche Qualitätsverbesserung wird dem Kostendruck geopfert - der Kunde merkt´s schon nicht. Wichtiger als Qualität ist intensives ausgefeiltes Marketing, das einem ein maximal optimales Spitzenprodukt vorlügt - Hauptsache, der Kunde kauft.
Ausnahmen sind natürlich kommerziell verwendete Optiken, wo nur das Ergebnis zählt und der Preis wirklich keine Rolle spielt.

Ich kann mich noch erinnern, als das modernere VHS-System auf den Markt kam. Es hatte aber nur die halbe Videobandbreite des älteren VCR-Systems, ein direkter Vergleich der Bilder beider Systeme endete katastrophal für VHS. Die Händler mußten die VCR-Recorder aus dem Fenster nehmen, sonst hätten sie kein VHS verkaufen können...

Gruß   -   Werner

Peter Reil

Hallo "konfokal",

es ist erstaunlich, für was "Argumente" alles herhalten müssen. Das Ganze grenzt an Kaffesatzleserei und bringt niemanden weiter.


Dabei ist es doch so einfach: Machen Sie mit einer kleinen Digitalkamera ein Bild von einem Objektmikrometer mit Ihrem eigenen, neuen Aufbau direkt durchs Okular.
Machen Sie mit der gleichen Kamera bei vergleichbarer Vergrößerung ein Bild durchs Okular eines älteren Markenmikroskops (ich biete z. B. mein Olympus aus ca. 1980) desselben Objektmikrometers. (Ich bin sicher, dass es bestimmt mehrere Personen hier im Forzum gibt, die Ihnen das gleiche Angebot machen werden, bzw. eine mikroskopische Gesellschaft in Ihrer Nähe.)


Nehmen Sie beide Bilder, zeigen Sie im Forum und lassen uns raten, woher welches Bild stammt.
Wenn dann Ihre Konstruktion besser abschneidet, haben Sie alle überzeugt!

Freundliche Grüße
Peter R.






Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

wilfried48

#34
Zitat von: konfokal in Januar 26, 2014, 16:39:21 NACHMITTAGS
Diesen Rat hatte ich gefühlte hundertmal hier und in der Mikrofibel gelesen, und erst so entstand in mir der heimliche Verdacht, dass da ein paar Altvordere die Früher-war-alles-besser-Parole schwingen könnten. Und die mich experimentell zu falsifizieren reizte, je länger ich mich damit beschäftigte, und je öfter ich sie las...  ;D

Hallo Mathias,

ja dann warten die paar "Altvorderen" weiterhin geduldig auf den  experimentellen Beweis des "Jungforschers".
Bis jetzt hast du jedenfalls nichts experimentell falsifiziert sondern nur Behauptungen aufgestellt.
Das einzige was du bis jetzt gezeigt hast ist, dass deine Lösung billig ist. Ob sie jedoch auch preiswert ist
musst du erst noch beweisen.

viele Grüsse
Wilfried
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Wilfred Mott

Hallo,

ich schließe mich der Forderung nach Beweis für die Behauptungen an. Zum Preis sei drauf verwiesen, dass es nicht unbedingt Zeiss sein muss. Unlängst habe ich von Peter aus diesem Forum für knapp 200 Euro ein Wilomed erworben - der Binotubus hatte anscheinend einen unmerklichen Fungusbefall. 20 Euro habe ich dann investiert um es auf LED Beleuchtung umzubauen. Nun hatte ich bereits ein schönes Markenmikroskop mit sehr leistungsfähiger Beleuchtung und Phasenkontrast Ausstattung. Für etwa 180 Euro habe ich dann vor knapp einer Woche noch ein Will gekriegt - mit Trinotubus und ein bisschen Optik... War alles verdreckt, aber nach Reinigung in Top-Zustand. Jetzt habe ich für etwa 400 Euro also ein Top-Mikroskop mit 4x/10x/20x/40x/40xPh/100xOel Objektiven, zwei paar Okularen und einer Menge Ersatzteile... Sollte etwas wider erwarten kaputt gehen. Wohlgemerkt mit Trinokulartubus.
Bei der ganzen Kanibalisierungsaktion hatte ich keinerlei Probleme ein Teil an das andere zu kriegen, und mit der Abbildungsqualität bin ich nun sehr zufrieden - ein Zeiss mit Achromaten kann m.E. nicht mehr. Einzig wenn mir ein Orthoplan als Schnäppchen über den Weg läuft werde ich vermutlich nochmal schwach werden.
Ansonsten mag es stimmen, dass einfache achromatische Objektive heute den damaligen überlegen sind. Wenn ich jedoch einige Fotos hier anschaue (besonders die histologischen Bilder von Ronald Schulte) kann ich kaum glauben, dass es für höher korrigierte Optik gilt - bzw. habe ich den subjektiven Eindruck damals wurde das Ende der Fahnenstange durchaus erreicht. Darüber hinaus bin ich arg gespannt, wie das Müller (was ja anscheinend noch eine bessere Firma ist) in einigen Jahrzehnten aussieht. Vom Will kann ich von dem letzten erworbenen sagen: Es hat ohne Schaden die Art Besitzer überlebt, die wenig mit "Vorsicht: Empfindliches Laborgerät" anfangen kann. Und die Abbildung mit den einfachen Achromaten ist schon echt gut.
Wenn ich in zwei Jahrzehnten noch irgendein Teil brauche mache ich mir auch wenig Sorgen es zu kriegen. Die Firma Hund, die die Firma Will übernommen hat, bietet auch heute noch so ziemlich alles an, was man an den Will Mikroskopen mit 45mm Objektiven anbauen oder umtauschen kann. Und gebraucht kriegt man mit ein bisschen Suche immer wieder etwas bei ebay und sicher auch hier im Forum von Mitgliedern.
Wenn man ein Zeiss nimmt zahlt man eben für die Ausbaubarkeit (wie weit kann man so ein Müller ausbauen ohne es komplett zu zerlegen?) auch gebraucht mehr. Wenn man auf die Ausbaubarkeit verzichten kann ist man evtl. mit anderen Marken durchaus besser beraten, weil diese ähnliches leisten und deutlich günstiger sind. Viel mehr als Du habe ich für das Will schließlich nicht bezahlt, einen Trinotubus habe ich dafür und kann im Prinzip fast alles einmal austauschen, falls es kaputt geht. Und PhaKo kann ich auch, zwar nur mit dem 40x Objektiv, aber mehr brauche ich für meine Histologie und Biologie auch nicht :)

Aber wenn Du fotografisch belegen kannst, dass es deutlich besser ist oder es mal zu einem Mikroskopikertreffen mitbringst und den direkten Vergleich mit alten Mikroskopen zulässt, lasse ich mich bzgl. der Abbildungsqualität eines Besseren belehren. Übringens bin ich bei weitem kein alter Hase - zumindest so lange ich die 30 noch nicht voll habe ;-) Und mein Mikroskop hat wahrscheinlich schon mehr Lebenserfahrung als ich.

Herzliche Grüße,
WM.
Glauben Sie nichts, bis ich es Ihnen beweise. Aber solange ich es Ihnen noch nicht bewiesen habe, müssen Sie mir schon mal glauben!

Gerne per Du.

Mikroman

Moin,

um die Sache mal etwas konkreter zu machen: Wir müßten einfach mal die Qualität einfacher chinesischer Achromate (aktuelle Fertigung) testen gegen Plan-, Fluorit-, PL-FL- und PL-Apos aus den 1960er und 1970er renomierter Hersteller wie Zeiss, Leitz, etc. Ich würde darauf wetten, dass mehrheitlich die älteren Systeme den Sieg davon tragen -ungeachtet ihrer mechanischen Überlegenheit. ABER: der Vergleich hinkt, denn allein ein Planapo 40/0.70 von Leitz kostet gebraucht schon mehr als die Hälfte eines kompletten (einfach ausgestatteten) Chinamikroskops.

Umgekehrt könnte es noch spannender werden. Warum nicht mal ein Plan Fluar von Motic 40x/0.75 (719 $, z.B. hier http://opspe.com/MC/ba400_objectives.html) gegen ein PlanApo von Leitz (PlanApo 40/0.70). Aber auch hier spricht die Preisrelation eine deutliche Sprache. Vermutlich wird das Motic nicht viel schlechter abschneiden (außer beim Sehfeld), aber für ein Leitz PL Apo 40/0.70 zahlt man selten mehr als 200 €.

Ich fasse mal zusammen (ohne praktische Tests): Ein Müller Biolab-T (mit Trinotubus und 4 Achros) kostet aktuell 429,95 €. Ein Zeiss Standard mit Trinotubus und 4 Planoptiken bekommt man ggf. auch für das Geld, ggf. ist das Zeiss Standard leicht überholungsbedürftig. Von der Optik her wird sich eine gewisse Gemengelage ergeben: die Zeiss Planoptiken werden "planer" sein als die Müller Achros, aber im Einzelfalls vermutlich kontrastreicher. Mechanisch dürfte das Zeiss um zwei Klassen besser verarbeitet sein und vor allem wesentlich flexibler ausbaubar sein. Hier entscheidet vermutlich der Einsatzweck und vielleicht auch die Qualitätsanmutung der Geräte.

Auf der anderen Seite vergleichen sich ein Motic BA410 Trino mit Planachros (Kostenpunkt 2.640 € vgl. http://www.mikroskopie.de/mikroskope/motic-ba410.html#Preise) z.B. mit einem Orthoplan Trino und Plan-Fluoriten (was mit Hellfeldausstattung vermutlich preislich ein gutes Stück darunter resultiert), dann würde ich persönlich unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten das Orthoplan bevorzugen.

Es bliebe also (virtuell) festzuhalten: ein Amateur mit begrenztem Einsatzfeld und Budget wäre mit einem neuen Chinamikroskop vermutlich besser bedient, während ein anspruchsvoller Amateuer bessere (und preisgünstigere) Ergebnisse mit einem hochwertigen älteren Gerät erzielen dürfte.

Schönen Abend noch
Peter
Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

Peter V.

#37
Hallo Peter,

Du hast es sehr gut zusammengefasst. Das Problem ist, dass man eben nicht pauschal sagen kann, dieses oder jenes ist in jedem Fall besser! Das hängt von den jeweiligen Ansprüchen des Käufers (ambitionierter Amateur, Ausbaumöglichkeiten oder nur begrenzter Einsatzbereich?) ab. Hier wird häufiger unterstellt, wir "Oldies" (wozu ich mich mit 50 wohl auch zählen muss) würden lediglich aus Verklärung der "guten alten Zeit" stets diese "Oldtimer" empfehlen. Das ist keineswegs so und wenn, dann fußt diese Empfehlung auf eigenen Erfahrungen mit zahlreichen Mikroskopen.

Jemand, der weiß, dass er nur im Hellfeld mikroskopieren möchte (also auf Ausbaubarkeit keinen Wert legt) und nicht bereit ist, das Risiko eines Gebrauchtkaufs einzugehen, kann mit einem z.B. Müller Biolab glücklich werden. Genau so habe ich es ja auch in meinem "Test" formuliert. Ich habe ja geschrieben, dass die Achromate (zumindest die, die sich zum Zeitpunkt des Testes an dem Gerät befanden) gut sind und dazu stehe ich auch. Aber bei der Ausbaubarkeit allein zu Phako fängt es schon an mit den Problemen.

Ich habe hier auch schon ein oder zwei Fragestellern mit etwas höheren Ansprüchen zu einem ja auch nicht ganz billigen neuen Motic BA 310 (und nicht einem Gebrauchtgerät) geraten, weil mir nach genauer "Analyse" der Interessen- und Finanzlage des Fragenden dieses Gerät geeignet erschien. In vielen anderen Fällen ist aber eher der Kauf eines guten Gebrauchten zu empfehlen. Und hier findet man in der Regel das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Und selbstverständlich würde ich niemals

Zitatausgerechnet Einsteigern empfehlen, sich unbedingt aus diesem Pool von Gebrauchtgeräten in fragwürdigem Zustand zu bedienen
!

Einem Einsteiger würde ich raten, sich ein gutes Gebrauchtgerät von einem Händler oder einem vertrauenswürdigen Nutzer beispielswiese unseres Forum zu kaufen, aber niemals z.B. via Ebay. Dazu ist mir der durchschnittliche Zustand von Mikroskopen auf der Plattform Ebay zu gut bekannt  ;)

Nur die wohl eher aus dem hohlen Bauch als aufgrund eigener Erfahrung getätigte Aussage, dass generell "neue" Optik besser sein müsse als "alte" Optik, ist defintiv falsch und kann natürlich so nicht unwidersprochen stehen bleiben.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

konfokal

#38
Guten Abend allerseits,

ich muss mich doch wundern, was ich hier angeblich gesagt haben soll:

Peter V. schrieb:
Zitatie generelle Aussage, dass aktuelle Optik grundsätzlich älterer Optik überlegen sein muss, ich schlicht falsch.
und steigerte noch:
Zitatdie wohl eher aus dem hohlen Bauch als aufgrund eigener Erfahrung getätigte Aussage, dass generell "neue" Optik besser sein müsse als "alte" Optik, ist defintiv falsch und kann natürlich so nicht unwidersprochen stehen bleiben.


Unwidersprochen kann vor allem nicht stehen bleiben - und definitiv falsch ist - dass ich etwas derart Pauschales mit Anspruch auf generelle Gültigkeit hier irgendwo geschrieben hätte. Das zu behaupten ist schon eher eine aus dem hohlen Bauch getätigte Aussage, oder kannst Du es inhaltlich durch ein Zitat von mir irgendwie belegen? Aber richtig, Du sprachst ja davon, den Thread nur überflogen und eh nicht alles gelesen zu haben, vielleicht war es bei Dir also ein Missverständnis. (bei einigen anderen hatte ich nicht den Eindruck...)

Werner schrieb:
ZitatIch möchte mal behaupten, daß "modern gerechnete" Optik - für den Normalgebrauch - keinesfalls besser ist als die seinerzeit aufwändigen und teueren Spitzenoptiken.

Nur zur Erinnerung, ich hatte stets vom Vergleich zu mindestens 40 Jahre alten ehemaligen Spitzenoptiken gesprochen und mich dabei auf deren prinzipielle Nachteile in der Bildqualität berufen, die vor allem dem sehr verschiedenen Stand der Vergütungstechnik geschuldet sind. Solange man fair vergleicht, also einwandfrei designte, gefertigte und justierte moderne Achromaten heranzieht und sich nicht auf den äußersten Bildrand kapriziert, sondern die wichtigen zentralen 70-85% Prozent des Sehfeldes anschaut, werden Kontrast und Farbsättigung und - differenzierung beim modernen mehrschichtvergüteten Achromaten dort immer besser sein, als beim besten einschichtvergüteten Objektivtyp der damaligen Zeit. Alles andere wäre ein Wunder und gegen die Physik.

Das hatte ich gesagt und dazu stehe ich nach wie vor. Erst mit dem Aufkommen der Mehrfachvergütungen Ende der 70er Anfang der 80 wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. (Das einige Leute aus Gewohnheit ein milderes und weniger kontraststarkes Bild sogar schöner und besser finden könnten, auch wenn es objektiv weniger informativ ist, steht auf einem anderen Blatt - nichts gegen nostalgische Sepiatönungen...)

Peter R. schrieb:
Zitates ist erstaunlich, für was "Argumente" alles herhalten müssen. Das Ganze grenzt an Kaffesatzleserei und bringt niemanden weiter.


Dabei ist es doch so einfach: Machen Sie mit einer kleinen Digitalkamera ein Bild von einem Objektmikrometer mit Ihrem eigenen, neuen Aufbau direkt durchs Okular.
Machen Sie mit der gleichen Kamera bei vergleichbarer Vergrößerung ein Bild durchs Okular eines älteren Markenmikroskops (ich biete z. B. mein Olympus aus ca. 1980) desselben Objektmikrometers. (Ich bin sicher, dass es bestimmt mehrere Personen hier im Forzum gibt, die Ihnen das gleiche Angebot machen werden, bzw. eine mikroskopische Gesellschaft in Ihrer Nähe.)


Nehmen Sie beide Bilder, zeigen Sie im Forum und lassen uns raten, woher welches Bild stammt.
Wenn dann Ihre Konstruktion besser abschneidet, haben Sie alle überzeugt!

und Wilfried schrieb:

ZitatDie "sogenannten" Behauptungen der Anhänger der gebrauchten Markenoptik wurden hier im forum schon zu Genüge an Hand von guten Fotos auch an Hand sehr kritischer Testobjekte demonstriert.

siehe z.B. hier:

http://www.mikroskopie-fo...e/index.php?topic=15498.0

ich hoffe, dass du den Beweis deiner Behauptung zur Billig - Chinaoptik anhand deiner Erfahrung mit ähnlichen Beweisfotos
antrittst.

viele Grüsse

Ah ja, so einfach ist das also angeblich alles zu beweisen? Was bitte beweist denn dieser verlinkte Vergleich verschiedener Relais-Objektive anderes, als das genaue Gegenteil: dass es sehr schwierig bis unmöglich sein kann, die visuelle Leistung einer Mikroskopoptik anhand von Testfotos zu beurteilen, weil eine z.T. erhebliche Chromasie in so einem vermeintlichen "Beweisfoto" auch von der Kameraoptik bzw. ihrem Zusammenspiel mit der des Mikroskops stammen kann. In diesem Test, wurden doch deshalb Plan-Apos als Mikroskopobjektive eingesetzt, die so gut wie keinen Farbfehler zeigen,  um die schädliche Farb- und Kantenkontrastverfälschung der nachgeschalteten Kameraoptik zu demonstrieren. Diese Fotos zeigen eindrücklich, dass es in vielen Fällen zu rein fotografischen Chromasie-Artefakten kommen kann und kommt, die der Beobachter aber nicht wahrnimmt, weil er ja ohne Relaisoptik durchschaut.

Und noch etwas anders macht solche vermeintlich einfachen "Beweisfotos" von Objektmikrometern, die angeblich ein toller "Härtetest" sein sollen so schwierig zu bewerten: man vergleicht nur den Kontrast grober Kanten, der zwar für das Auge wichtig ist, aber aber wegen der Abhängigkeit von der Ortsfrequenz nichts über das für die Beobachtungspraxis ebenso interessante Auflösungsvermögen aussagt. Ganz zu schweigen von anderen Parametern, die den Eindruck der Bildqualität mitbestimmen, wie spektrale Durchlässigkeit, Verzeichnung, Schärfentiefe usw.

Kommt hinzu , dass manches Geschmackssache ist, weil die Korrektur des einen Bildfehlers oft mit einer Schwäche in anderer Hinsicht einhergeht und es bei der Abstimmung der Freiheitsgrade nur verschieden gelagerte Kompromisse der verschiedenen Bildfehlerarten gibt, aber kein einzig und allein perfektes Optikdesign. Schaut man sich z.B. die eine Übersicht im Threadverlauf vergleichend an, wo Ausschnittvergrößerungen je eines Objektmikrometerstrichs von Rändern und Mitte des Sehfelds vorangestellt sind, könnte man versucht sein, das Canon EF für die beste Relaisoptik zu halten, weil dort die Farbsäume am geringsten scheinen. Betrachtet man aber ein größeres Feld, statt nur diese kleinen Ausschnitte, werden die meisten wohl eher dem Elmarit den Vorzug geben, weil es einen über das Feld gesehen knackigeren und ausgewogeneren Eindruck vermittelt.

Mir jedenfalls haben Mikrofotos von Gewebeschnitten schon öfter gezeigt, dass die allerfeinsten Wahrnehmungsdetails, die mit bloßem Auge noch erfassbar waren, im Foto verschluckt waren, egal wie hochwertig die Kamera war. Trotzdem werde ich bei Gelegenheit die geforderten Fotos machen, die hoffentlich den visuellen Eindruck einigermaßen einfangen, (meinetwegen auch von einem Okularmikrometer, das ich aber erst noch beschaffen muß) und hier gerne zeigen, was vergleichsweise günstige moderne Mirkoskop-Optik leisten kann - falls meine Kameraoptik nicht chromatische Striche durch deren Rechnung macht.  ;D

@Mikroman/Peter und Herbert, danke für die differenzierten Beiträge, die ich gern gelesen habe.

Grüße an alle

wilfried48

Hallo Mathias,

jetzt lass doch einfach mal das ganze Gefasel und leg "Butter bei die Fische".

Es genügt schon der Vergleich mit den schlechtesten Bildern aus dem von mir verlinkten Kameraadaptionstest.

viele Grüsse
Wilfried

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konfokal

Vielleicht Wilfried, teilst Du erst mal ganz freundlich und konstruktiv mit, aus welchem Jahrgang die Planapos dieses Tests etwa stammen dürften?

Gute Nacht.

wilfried48

Hallo Mathias,

jetzt mach halt in aller Ruhe erstmal eigene Testbilder mit der China-Billigoptik.
Mit welchen Testbildern, die hier im forum mit verschiedensten Optiken schon zu genüge vorhanden sind, man sie dann vergleichen
kann wird man dann sehen.
Es muss ja nicht gleich die hohe Messlatte mit dem Kameraadaptionsvergleich von JS mit Planapochromaten sein den ich verlinkt habe.

viele Grüsse
Wilfried

P.S.: Damit kein falscher Eindruck aufkommt. Ich meine mit China-Billigoptik nicht, die wertige China-Optik aus der unendlich Serie in Mikroskopen von z.B. Motic
die eben auch ihren Preis hat und sicher mit mit entsprechender Optik der grossen Leica, Zeiss, Olympus, Nikon vergleichbar ist.
Den Beweis hierzu kann man sich auf der Seite unseres Forenbetreibers Linkenheld www.mikroskopie.de an Hand von aussagekräftigen Bildern ansehen.
vorzugsweise per Du

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Wilfred Mott

Hallo,

um die Wartezeit auf die schwer anzufertigenden und kaum aussagekräftigen Fotografien zu versüßen hier schon mal ein Bild:



Und ja: Natürlich lasse ich mich eines besseren belehren. Durch Fotos aus der hochwertigen Optik z.B.
So lange unbewiesene Behauptungen wiederholt werden dreht sich die Diskussion aber im Kreis.

Herzliche Grüße,
WM.
Glauben Sie nichts, bis ich es Ihnen beweise. Aber solange ich es Ihnen noch nicht bewiesen habe, müssen Sie mir schon mal glauben!

Gerne per Du.

konfokal

#43
Baumwolle Achro 10/0,25 Nikon1 11-27 Zoom/23mm Periplan10x/18Br




Baumwolle Achro 10/0,25 Nikon1 Cosina 24mm Periplan10x/18Br



Baumwolle Achro 10/0,25 Nikon1 11-27 Zoom/23mm NoName10x/20Br


keine Bildbearbeitung, ohne LFB/ungeköhlert, Freihand 1/25s f/5,6 ISO100