Delamination..ein ewiges Thema

Begonnen von zooey, März 21, 2015, 14:09:26 NACHMITTAGS

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Jürgen Boschert

Hallo Peter,

als Zeiss-West Fan (das meine ich wirklich !) kenne ich Delaminationen in fast allen Erscheinungsformen. Wie Klaus habe ich auch eher Zweifel, dass es sich bei Deinem Apo um eine Delamination handelt. Aber -ebenfalls im Sinne Klaus´Auffassung- reicht Dein Foto hier für eine sichere Diagnose nicht aus. Am besten erkennt man diese Schäden im polarisierten Licht mit einem Hilfmikroskop / Bertrand-Linse vom Optovar.

Diese Apo-Objektive von Zeiss Jena sind sehr streulichtsensitiv - das erklärt die Bildverbesserung bei Benutzung der Leuchtfeldblende und auch bei Einschränkung der Beleuchtungsapertur mittels Kondensorblende. Die zweite Besonderheit dieses Objektives ist, dass es sich um ein Trockenobjektiv hoher Apertur handelt. Diese Art reagiert auf Abweichungen der Deckglasdicke vom Sollwert sehr empfindlich, was sich dann zumeist in sehr flauen Bildern äußert. Daher auch der Korrekturring zum Einstellen der Deckglasstärke ... und dieses Einstellen ist wirklich nicht sehr einfach, bedarf einiger Übung: Man sucht sich im Präparat eine Stelle mit starkem Kontrastsprung und stellt mittels Korrekturring auf höchsten Kontrast ein - leider muss man dabei auch immer die Schärfe mit dem Feintrieb nachstellen (nur Leitz hatte hier autokompensierende  Konstruktionen, bei denen beim Verstellen des Deckglas-Korrekturringes die Schärfe fast erhalten blieb).

Wenn Du auf die "Kornrade" gehs´t, nimm das Objektib mit; dort kann Dir dann sicher jemand weiterhelfen.

Gruß !

JB
Beste Grüße !

JB

Klaus Henkel

Zitat von: Wutsdorff in April 15, 2015, 14:22:35 NACHMITTAGS
Hallo  Klaus,
hier die gewünschten Daten, sofern nicht schon angegeben:
Mikro. Leica CME, 2004 gekauft, wann gebaut ,weiß ich nicht. 160mm Tubusl.

Ich glaube als ehem. Turbinenversuchsinscheinör habe ich die Zahlen richtig abgelesen.

Gruß Peter aus Lorsch

Hallo Herr Wutsdorff!

Die Zahlen brauchte ich nicht zu kontrollieren, weil sie gut auf den Fotos von dem Objektiv zu lesen waren!

Zusätzlich zu den Ausführungen von Klaus Herrmann und Jürgen Boschert, denen ich unbedingt zustimme, möchte ich noch eine weitere mögliche Ursache für schwachen Kontrast und Unschärfe hinzufügen. Die Zwischenbildebene, aus der sich das Leica-Okular das vom Objektiv entworfene Bild abholt, liegt bei Leica 10 mm unter dem oberen Tubusrand. Ihr 40er Apo aus Jena ist jedoch so berechnet, daß es dieses Bild 13 mm unter dem Tubusrand entwirft. Diese Differenz von 3 mm sind bei Objektiven einfacher Bauart durchaus zu verschmerzen, aber nicht bei einem Trockenobjektiv besonders hoher Apertur. Beim 40er mit n. A. 0,95 gibt es, je nachdem wie es der Konstrukteur berechnet hat, im allgemeinen keine Toleranz. Jede Abweichung mindert die Abb.qualität deutlich bis drastisch.

Ebenso wirkt sich eine Abweichung von der idealen Deckglasdicke von 0,17 mm aus: Die zulässige Abweichung von diesem Sollwert beträgt bei der Apertur zwischen 0,95 und 0,85 genau 0,005 mm!

Wenn Sie nun möglichen Ursachen noch weiter nachgehen möchten, bin ich gespannt, ob da mehrere zusammen kommen oder ob es nur eine einzige ist.

Viel Erfolg!
KH

Wutsdorff Peter

Guten Abend Jürgen, vielen Dank für Deine Hinweise.
Sie bestätigen voll und ganz die von mir gemachten Beobachtungen.
Meine Vermutung ist: Durch Verwenden einer Einhängeblende werden die "Bläschen am Rand" abgedeckt. Natürlich geht dann die hohe Apertur verloren. Aber sie schmälern die Qualitätdes Bildes nicht mehr.
Leider kann ich zur "Konrade" nicht kommen
Viele Grüße von der blühenden Bergstraße

                         Peter der "Inschinör" aus Lorsch

Wutsdorff Peter

Guten Abend Jürgen, vielen Dank für Deine Hinweise.
Sie bestätigen voll und ganz die von mir gemachten Beobachtungen.
Meine Vermutung ist: Durch Verwenden einer Einhängeblende werden die "Bläschen am Rand" abgedeckt. Natürlich geht dann die hohe Apertur verloren. Aber sie schmälern die Qualitätdes Bildes nicht mehr.
Leider kann ich zur "Konrade" nicht kommen
Viele Grüße von der blühenden Bergstraße

                         Peter der "Inschinör" aus Lorsch

Carsten Wieczorrek

Hallo,

über was reden wir hier?

ZitatMan erkennt , hoffentlich am Rande die Delam.-Spuren

Ja, ich sehen AM RAND ein paar Bläschen. Diese Bläschen haben einige meiner Objektive und ich werde wohl damit leben müssen (oder mir teuren Ersatzt beschaffen).
Darüber beschwere ich mich gar nicht, das von mir angebotene Experiment-Objektiv zeigt einen blitzförmig gezackten RISS quer über das Sichtfeld.

Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Klaus Herrmann

#50
Hallo zusammen,
ich habe heute das Objektiv erhalten zur Untersuchung.

Als Erstes: die Auflösung ist tadellos, ich habe eine sehr zarte Pleurosigma, bei der auch schon mal ein Neofluar 40/075 im HF problematisch ist bei der Auflösung. Mit diesem Objektiv kein Problem! Mit der selbst gefertigten Einhängeblende kann man natürlich Dunkelfeld machen, aber im HF wird es deutlich flau. (ist innen nicht richtig geschwärzt, was durch Streulicht ein Problem machen könnte.)

Mit dem PH-Fernrohr sieht man ganz am Rand eine kleine Blasenreihe. Ich habe leider keinen Optovar für CZ, deshalb habe ich mir das Objektiv mit dem Stemi angeschaut. Die Frontlinsen-Kalotte zeigt am Rand kleine Abplatzer und darunter verschwommen diffuse Blasen. Von hinten im Durchlicht leicht verkippt sind schöne Blasen am Rand zu sehen. Schaut man senkrecht durch - sowohl von hinten, als auch von vorne - gibt es nichts Auffälliges!

Meine Interpretation: die kleinen Fehler beeinträchtigen die Leistung des Objektivs nicht. Mit der Einhängeblende wird es flau!







Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Wutsdorff Peter

Einen schönen Sonnabend Klaus (natürlich Klaus Herrmann),
vielen Dank für Deine schnelle Untersuchung und die tollen Bilder! Du hast eine PN von mir!

Ebenso bedanke ich mich bei Jürgen und Carsten für ihre Beiträge, die mich getröstet haben.

Allen Beteiligten, die sich an dieser Diskussion über mein Problem beteiligt haben, wünsche ich immer einen guten und klaren Durchblick.

           Grüße von der blühenden Bergstraße  und von Peter aus Lorsch

Klaus Herrmann

Hallo Peter,
schon etwas seltsam diese Blasen. Auf deinem ersten Bild kann man sie am Rand sehen. Auf meinem ersten Bild sind sie von 12-6:00 Uhr als diffuse "Perlenreihe" ganz am Rand zu sehen. Offensichtlich leidet darunter die Qualität nicht. In meinem "gekippten" Bild sieht man sie deutlich. Hab ne Weile probiert, bis ich sie so sichtbar gemacht habe. Der gelbrote Spot ist ein Reflex vom Stemiobjektiv.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Carsten Wieczorrek

Hallo,
nochmal eine Laien-Meinung:

Zitatschon etwas seltsam diese Blasen
Ich habe diese Blasen leider bei allen meinen Apo-Objektiven.
ABER
Solange der visuelle Vergleich des Planachro 40 x 0,65 im Vergleich zu dem Apo 40 x 0,95 ein "WOW" Effekt liefert, sind mir die Blasen mittlerweile egal.
Ein dicker Riss quer über das Gesichtsfeld würde mich aber zu einem Austausch anreizen.

By the Way: Hat nieman die Möglichkeiten und die Zeit und das Interesse, mein 40 x Achro to toasten? Bei Interesse bitte PN.

Carsten   
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako